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Altbau Alptraum - Rat für Befestigung Küchenoberschränke an dünner Porenbetonwand

22.10.2015, 15:02
Hallo zusammen -

ich habe ein Problem, ich bin in eine neue Wohnung eingezogen - in einem Altbau, Haus ist ca. 80 Jahre alt. Voller Begeisterung eine super Küche bestellt mit extrahohen Oberschränken (100cm) und dann die Katastrophe - die Wand, wo die Schränke hängen sollen, ist aus einem ganz dünnen Porenbeton, vielleicht so 5 oder maximal 7 cm. Insgesamt mit Putz kommt man auf ca. 10 cm, dann kommt man im Bad wieder raus. Der Handwerker meinte "die Oberschränke halten da nie" und wollte gleich die Wand einreißen und einen neue Trockenbauwand stellen. Weil in der Wand aber massig Leitungen (Kalt-/Warmwasser, Gas, Strom) laufen, man dazu die Gastherme im Bad (die auf der anderen Seite der Wand hängt) hätte abschrauben müssen usw. hat mein Vermieter gesagt "der spinnt wohl" und gemeint, das müsste ich irgendwie anders hinbringen.

Aktuell sieht jetzt die Lösung so aus: 3 cm OSB Platten (2+1cm) flächig mit ca. 30 Dübeln (10 cm Länge) an die Wand geschraubt zur Stabilisierung (wobei ich ja mittlerweile Angst habe, dass die Platten dann mit oder ohne Wand runterkrachen - ich meine, das wiegt doch sicher einiges, oder?). Der Handwerker meinte aber, er übernimmt da keine Garantie, dass das auch wirklich hält (was auch immer das heißt - angeblich sei die Wand ja schon stabiler als vorher). Er sagte dann, was aber unbedingt gemacht werden soll, dass die Montageschiene der Küchenschränke nicht einfach im OSB festgeschraubt werden soll, sondern durch OSB und Wand gebohrt und festgedübelt werden soll (Bad wird renoviert, also wurscht, wenn es da zu Durchbrüchen kommt, das spachtel ich schon wieder zu). Ok, das heißt, man muss da dann ca. 12 cm Dübel setzen. Ich habe mir jetzt schon die speziell für Porenbeton ausgelobten Langschaftdübel in 10x120 eines marktführenden Dübelherstellers besorgt (sollen bis zu 90 kg tragen können, das sollte ja reichen) und fleißig Tips gelesen. Ok, man muss da mit einem kleineren Bohrer vorbohren (also die OSB Platten vermutlich passend, dann Bohrer wechseln, und sagen wir mal mit nem 8er oder 9er weiterbohren, ohne Schlagbohren, mit Gefühl), dann den Dübel reinmachen, festschrauben. ODER man macht das Loch mit einem Nagel, weil Porenbeton ja stabiler wird, wenn man ihn verdichtet. Das heißt, OSB passend vorbohren, und dann mit einem Zimmermannsnagel (7mm) ein Loch reingehauen? Geht das überhaupt? Bringt das was? Oder klopfe ich so nur die Steine Richtung Bad und Bohren ist doch besser?

Die Küche soll in einer Woche kommen und ich weiß nicht, ob ich es nicht einfach lassen soll und keine Schränke aufhängen.

Ihr seht, ich habe keine Ahnung, brauche aber dringend eine Lösung, ich kriege noch ein Magengeschwür.

Ich danke für jede Hilfe.
Euer Altbau Alptraum
 
Altbau, Dübelart, Küchenschrank, OSB Platten Altbau, Dübelart, Küchenschrank, OSB Platten
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101 Antworten
Nicht verzagen Fischer fragen: http://www.fischer.de/~/media/fische...Porenbeton.pdf
Wobei beim reinbohren halt aufpassen, dass du nicht die Gasleitung oder Wasserleitung triffst..... Strom soll auch nicht so gut kommen

 

Kannst du nicht einfach eine so genannte Ständerwand aus Holz oder Metall (z.B. von Knauf o. ähnlich), davor montieren und deine Küche dann daran hängen bzw. befestigen?
http://www.obi.de/de/rat-und-tat/bauen/waende-und-boeden/staenderwaende-einziehen-in-9-schritten/index.html
oder,
http://www.selbst.de/selber-bauen/staenderwand.html

Gruß Erich

 

Geändert von erichvilz (22.10.2015 um 15:18 Uhr)
Danke - das habe ich schon studiert und - da ich ja "Durchsteckmontage" machen will (auch wenn die OSB Platten ja schon halten ... sollten...) mich für die ausgelobten "Langschaftdübel SXRL" entschieden, mögliche maximale Last 0,89 kN (89 kg). War das gut?

Und die Leitungen habe ich schon gedanklich markiert, für die Oberschränke muss man nur an zwei Stellen aufpassen mit Strom, wo Leitungen von der Decke zu Steck- bzw. Verteilerdosen geführt werden, Gasleitung ist auf 1,20 Höhe, da soll kein Oberschrank hin, und die Wasserleitungen sind noch weiter unten und sollten überhaupt nicht stören. Also nur zweimal aufpassen wegen Strom.
Ich versteh Dich so, Du meinst, des klappt und die Schränke halten???? Ich meine, auf der anderen Seite hängt ja auch so ne Gaskombitherme an der Wand, die ist ja womöglich nicht mit so nem Affenaufwand festgemacht und hängt da seit locker 10 Jahren.....
Oh Mann, ich wäre soooo froh.
Danke für die Antwort!!!!!

 

Hi Erich - Danke für die Antwort!

Problem die OSB Platten hängen schon festgedübelt an der Wand, der Handwerker meinte erst "des hält bombig, da können wir zwei uns zusammen an einen Dübel hängen und des hält" und jetzt hat er halt wieder einen Rückzieher gemacht, weswegen ich so nervös bin.
Ständerwand ist halt auch wegen der Gasleitung ein Problem, die darf ja nicht in Hohlräumen geführt werden wegen Explosionsgefahr im Falle eines Lecks, und da die Leitung ein Stück aufputz auf der Wand auf Küchenseite verläuft, weiß ich nicht, wie man das mit ner Ständerwand hingebastelt bekommen hätte ("freitragend oder mit gedichteten Ausschnitt ab Wand" ist irgendwie ja auch ****) .... die OSB Platten sind jetzt bündig/flächig (ohne Hohlraum) festgedübelt, sodass sich da nirgends Gas ansammeln kann, daher haben wir auch die Lösung genommen bzw. ich hab mich da auf den Handwerker verlassen, und jetzt Bammel, dass ich da mit Zitronen gehandelt habe.

 

Also ich arbeite mir Fischerdübel schon des längerem, und hab da nie Probleme gehabt, man muss nur die Richtigen Halter finden,

 

Bine  
Hallo du Alptraum
vielleicht hilft dir das hier weiter ?

Küchenschränke ohne Wände hängen

 

Ich weiß nicht ob das bei Dir klappt, aber wir hatten auch mal so eine ähnliche Situation. Dünne Wand in der Küche und da sollten Hängeschränke ran. Wir haben erst eine Holzleiste quer über die Wand gedübelt, also viele Dübel. Und daran dann die Hängeschränke. Dadurch wurde der Druck verteilt. Ähnlich Deiner OSB Lösung oder einem French Cleat System, aber nur in der Höhe der Aufhängung

 

Also ich habe in meinem alten Haus bei so "schwierigen" Wänden kurze Gewindestangen M8 eingeklebt mit Hilti Hit Injektionsmörtel.
Bevor die ausreißen fällt die ganze Wand um. Wichtig ist nur das Bohrloch zuvor staubfrei auszublasen.

 

Geändert von Holzmichel (22.10.2015 um 15:36 Uhr)
Hallo Bine - hmmmmm, Balken.... das sind Balken - da drüber ist direkt das Dach mit Ständerbalken und so. Nur ob halt an der Stelle der Wand ein Balken ist, ich weiß es nicht. An der einen Stelle ist womöglich einer, da mussten wir die Stromkabel drumrum legen, daher weiß ich das. Ob sich hinter dem einen Absatz ein Deckenbalken befindet, keine Ahnung, aber wenn, müsste der ja auch tragfähig sein, und eigentlich sollten dann - 5 Oberschränke, das ergibt vielleicht maximal 500 kg? An so nem Balken dranzuhängen sein. Dann muss ich nur noch analog zum Modell vor der Wand einen Querbalken einziehen (reicht da ein gewöhnlicher Dachbalken?), den irgendwie an den tragenden Balken festmachen (in der Hoffnung dass die Statik des mitmacht und nicht der ganze Dachstuhl einkracht), am besten, ich frage einen Zimmermann, und dann da die Oberschränke festbasteln. Könnte gehen.... Danke!

 

Es geht alles, wobei danke der Erinnerung mit French-Cleat, da liegt auch bei mir ein Projekt rum, muss das mal fertig machen

 

Vielen, vielen Dank für die vielen Antworten!
Ich werde folgendes machen, ich werde die ernste Lage nächsten Freitag mit dem Küchenaufbauservice diskutieren, die sollen dann sagen, ob sie mir gewährleisten, dass der Kram hält oder nicht -
und ansonsten gewinnt die Querbalkenlösung gerade extrem Charme, das entkoppelt das Problem nämlich von dieser sch... önen Wand. Jetzt brauch ich nur noch nen Zimmermann. Ich hab nämlich noch nicht mal ne Axt im Haus, um mit Schiller zu sprechen.
Danke nochmal! Ich versuche mich zu beruhigen, und es muss eine Lösung geben!

 

warum hängen die OSB-Platten an der Wand..?.. das wäre Statik-mäßig nicht sehr gut...
weil, wenn diese ( ab 24mm dicke ) ordentlich halten sollen, müssen dieselben vom Fußboden "aufstehend" bis zur Decke gehen... hier können über ein z.B. 30cm Raster
normale Fischer-Langdübel verteilt werden .... das hält auch der Poro-Papperlatschen !
OSB-Platten immer versetzt anbringen.. keine Kreuzfuge !
++++
ist die Wand gut 10 cm dick, gehen auch Metall-Spreizdübel mit Haken M5 z.B.... nur
diese müssen genau sitzen.. die Ösen von den Hängeschränken treffen..... und
ganz wichtig, ( diese zuvor etwas gängig machen ! ) dieselben mit gutem Montagekleber
ins Loch einführen , eher zu viel als zu wenig... Haken natürlich nach OBEN.. und
48 Stunden ruhen = Aushärten lassen.... solche halten auch in meinem alten Gemäuer !
Gruss....

 

@ Hazett Das Problem ist, dass in ca 30cm Höhe Wasserleitungen auf Putz praktisch über die ganze Wand quer verlaufen.
Ich habe mir aber schon überlegt, ob ich nicht da, wo keine Rohre sind, aus Holzlatten so eine Art Stützen bastel und die vom Fußboden aus drunter spanne. Ist nur etwas ****, weil unten an der Wand Heizungsrohre Iaufen . Ihr seht, die Situation ist kompliziert! Aber mit einer Kehle die ich unten an der Stütze aussäge müsste ich das eigentlich hinbekommen, oder? Ich werde am Wochenende mal den Baumarkt stürmen und schauen, was sich da machen lässt. Seufz. Schon schwierig, wenn man Handwerkern glauben muss, weil man keine Ahnung hat.

Danke und einen schönen Abend!

 

Ich weiß nicht, ob es schon zu spät ist, Deine Küchenplanung komplett umzustoßen, wie Deine Küche geschnitten ist und wie Du die Möbel aufstellen willst.
Aber wenn Du soviele Probleme hast, Oberschränke aufzuhängen, dass laß sie doch weg und nimm statt dessen einen Hochschrank mehr.
In einen Hochschrank mit 60cm Tiefe (und evtl. Schubladen) bekommst Du wesentlich mehr rein, als in einen 32er Oberschrank.
Wir haben in unserer Küche eine komplette Wand mit 5 deckenhohen Hochschränken stehen. Das Ganze sieht viel aufgeräumter aus als eine zerklüftete Wand mit Oberschränken und es paßt auch viel mehr rein. Und ständig so ein b.l.ö.d.e.s Brett (Tür vom Oberschrank) vorm Kopf zu haben, wenn ich in der Küche mal helfen darf, hätte mich eh' gestört.

 

Vor vielen Jahren während meines Zivildienstes bei den Elektrikern in einem Krankenhaus mussen wir einen großen schweren Stahlschrank an eine Poröse Kellerwand dübeln.

Dafür haben wir "Chemische Dübel" von Hilti eingesetzt. Da wird groß gebohrt, das Bohrloch gesäubert, mit einer Kartuschenpresse ein Injektionsmörtel in das Loch gespritzt und ein Gewindebolzen eingesetzt.

Ich weiß nicht mehr wie genau das damals hieß, aber es müsste sowas gewesen sein: https://www.hilti.de/d%C3%BCbeltechn...C3%BCbel/r3147

 

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