Werde Mitglied in der großen deutschen Heimwerker-Community!
Jetzt anmelden!
 

18v LI PowerForAll - mehrere Akkus tot

29.01.2016, 01:40
Hallo,
ich würde sagen, das ich im Heimwerken schon ein ziemlich alter Hase bin, dafür aber in diesem Forum ein absoluter Frischling. Vielleicht kann mir aber jemand weiterhelfen.
Ich nutze seit November 2011 einen PSR 18 LI-2, einen PSM 18 LI und eine AHS 52 LS - alles Produkte aus der 18V PowerForAll Family. Dazu drei Akkus, 1,5 Ah. Vor etwa einem Jahr machte der erste Akku schlapp - plötzlich beim Schrauben tot (in allen Geräten). Ich hab mir nichts dabei gedacht und ihn einfach beiseite gelegt, schließlich reichen zwei Akkus auch mehr als genug.
Letzte Woche dann jedoch machte auch der zweite Akku schlapp. Die Geräte geben keinen Muks von sich, setze ich den Akku ins Ladegerät, blinkt die Lampe zwei mal und leuchtet dann dauerhaft. Im PSR passiert gar nichts, der PSM startet für eine Sekunde und zeigt dann auch keine Ladung mehr an. Nach einigen Stunden im Ladegerät kann man diesen Prozess wiederholen.
Jetzt, wo ich nur noch einen funzenden Akku hab, frage ich mich natürlich bang: Wie lange hält der letzte Akku? Was ist die Ursache? Mache ich einen neuen Akku im Falle eines Fehlers in den Geräten vielleicht auch wieder tot?
Im Baumarkt meinte der "Experte", dass es an der Elektronik des PSR liegen müsste, die Akkus sind so "robust und halten ewig".

Natürlich sind fünf Jahre Einsatzzeit bei mittlerer Beanspruchung viel - zumindest vielleicht für die grünen Geräte. Irgendwie bin ich mit der Situation aber gerade gar nicht zufrieden, weil mir gleich drei Geräte auszufallen drohen.

Hat jemand eine Idee oder Erfahrung dazu? Oder kann sonst einen Tipp geben? Danke euch sehr herzlich!
Bewerten: Bewertung 0 Bewertungen
26 Antworten
froschn  
Hallo trouper, das hört sich ja nicht so gut an. Mal sehen, ob Dir jemand hier im Forum einen Rat geben kann.
Ich habe Deine Frage aber auch mal an die Bosch Experten weiter geleitet. Da wird sicherlich bald eine Antwort kommen.

 

Hast Du denn einen neueren Akku? Wenn ja, läuft der reibungslos in allen Geräten?
Wenn nein, liegt es an einem Gerät. Wenn ja, sind die Akkus halt dahin. Akku
Lebensdauer hängt auch nicht nur von der Nutzung, sondern auch von der Pflege
(Lademanier) und Lagerung ab.
Je nach Gegebenheiten können so Akkus viel Länger
oder halt auch kürzer halten. Sollte es somit nicht an einem Gerät liegen, wird Dir
leider keiner helfen können. Um das herauszufinden hast Du nur zwei Möglichkeiten.
Wie Anfangs erwähnt einen neuen Akku nehmen und selber Testen.
Oder die Maschinen einschicken. Sollten die Maschinen keine Garantie mehr haben, wovon ich ausgehe ist ein neuer Akku mit ca 40Euro allerdings die günstigere alternative als einschicken. Sorry, das ich nicht anders helfen kann..

 

Geändert von BoschDoIt (29.01.2016 um 07:47 Uhr)
Janinez  
Das ist ja mehr als ärgerlich, bin mal gespannt, was die Experten dazu sagen..............

 

Da ich zu Weihnachten eine Blaue 18V gerät bekommen habe finde ich das was du schreibst schon etwas beunruhigend. Vor allem weil es sich um LI Akkus handelt habe ich da schon ein höheren Anspruch als bei NiCd.
Meine Alten Akkus (NiCd) haben meist um die 8 Jahre gehalten. Ausnahme war damals mein erster Akkuschrauber (Bosch, Grün, 7,2V) dessen Akkus erst nach 10 Jahren schlapp machten.

Bin also sehr gespannt zu erfahren woran es bei dir liegt.

 

kjs
Bei richtiger Pflege halten NiCd Akkus länger als LiIon weil sie mehr Ladezyklen aushalten. Sie können auch besser mit hohen Entladeströmen leben. Dafür haben sie den Nachteil daß die Volumenkapazität wesentlich geringer ist und die Pflege wesentlich intensiver (gezielter) sein muß. Wenn Du aber die Erwartung hast daß die Lebensdauer bei LiIon besser als bei Deinen NiCd ist wirst Du enttäuscht werden. Der Grund warum LiIon den Markt übernommen haben ist die wesentlich kleinere Größe/Gewicht bei gleicher Kapazität und daß sie Fehlbehandlungen besser wegstecken. Außerdem kann man sie leichter in allen möglichen Formen herstellen. Bei NiCd ist man immer auf runde Zellen und bestenfalls auf quadratische angewiesen (von ein paar Exoten abgesehen).

Übrigens ein Kompliment: Du scheinst Deine NiCd wirklich gut behandelt zu haben!

 

@trouper: wie ist es denn bei Dir mit elektrostatischer Aufladung / Blitzentladung? Bekommst Du beim Arbeiten öfter "eine gewischt", wenn Du Metall berührst? Diese Ströme könnten die Ladelektronik stören und u.U, auch die Akkus schädigen.
Dann: Wie ist die Temperatur in Deiner Werkstatt? Wenn die jeden Winter auf minus 10 Grad abkühlt und Du dort die Akkus lagerst, dann könnte das auch ein Grund für den frühzeitigen Tot bedeuten.
Ich habe meine 18V Akkus schon fast drei Jahre und auch bei sehr unregelmäßigem Laden/Entladen funktionieren die noch sehr gut. Die Frage ist also: Gibt es etwas Systematisches in Deiner Arbeitsumgebung, was den Akkus einen Schaden zufügt?

 

Bist du dir sicher, dass dein Ladegerät noch einwandfrei funktioniert? Wird denn der dritte Akku noch sauber geladen?

Hast du eventuell jemanden im Bekantenkreis, der die Akkus mal probieren kann?

Wie oft hast du die Akkus denn geladen? Immer nur den einen verwendet oder auch mal die anderen beiden Akkus?

Ich habe 4 Akkus und verwende diese regelmäßig. Geladen werden diese so alle 3 - 4 Wochen mal. Mein ältester Akku ist nun ca. 6 oder 7 Jahre alt und funktioniert noch einwandfrei.

Die Fehlersuche wird hier nicht ganz einfach werden!

 

Bist Du elektrisch/elektronisch ein wenig bewandert?
Falls ja, und da bei deinen Akkus die Garantie ja schon rum ist, könntest Du mal das Akkugehäuse öffnen und die Akkus durchmessen.
Sofern z.B. ein Modellbauer in deinem Haushalt oder Bekanntenkreis ist könnte der auch ein Ladegerät haben, mit dem sich die Akkuzellen einzeln (bzw. der Akku über Balancer) laden lassen.
Ich gehe nämlich erst mal davon aus, dass sich nur eine Zelle im Akkupack verabschiedet hat. Dann könntest Du mir einer Investition unter 40 € den Akkupack reparieren (wie gesagt, spezifische Kenntnisse und Ausrüstung erforderlich).
Entscheidung liegt natürlich bei Dir.

Da der intakte Akku sich laden lässt, die defekten jedoch nicht, halte ich einen Defekt des Ladegeräts schon mal für unwahrscheinlich (ich schließ aber nix aus).

Und zur Fehlersuche im Anwendungsgerät: das wird etwas schwieriger.
Das Einzige, was mir hier spontan einfällt, wäre Folgendes:
Gerät nicht am Akku, sondern an einem regelbaren Netzteil betreiben und dann mal schauen, bei welcher Spannung das Gerät abschaltet. Denn eine Überhitzung der Akkus durch die Arbeit kann ich mir nur schwer vorstellen, bliebe also noch eine Tiefentladung, weil die Unterspannungsabschaltung nicht oder zu spät aktiv wird. Die Anforderung an das Netzteil ist aber auch nicht ohne bei diesem Test, außerdem wirst Du wohl den Temperatursensoreingang des Gerätes überlisten müssen...
Nein, wird nicht einfach.

 

Also erstmal einen großen Dank in die Runde für die vielen und schnellen Antworten :-) - da sind schon viele Tipps dabei.
Ich sammle mal:
- Einsatz: Alle drei Akkus sind fast gleich alt (ca. vier Jahre) und wurden ziemlich gleichmäßig beansprucht. Da ich öfter an längeren Projekten arbeite, wird ein Akku verwendet, bis er leer ist und dann der nächste Bereitliegende angesteckt. Der Entladende kommt gleich in die Ladestation und wird i. d. R. nach Leuchten der Lampe entfernt bis zum nächsten Einsatz. Ich gebe zu, das gelegentlich dieses Prozedere nicht ganz sauber verlief (in der Ladestation vergessen oder noch mal geladen) aber das sollte bei Li nicht derart ein Problem verursachen. Ich hatte vorher sechs Jahre den NiCd Schrauber von Bosch mit zwei Akkus. Und die haben sechs Jahre gehalten (inkl. Ausgleich anrühren!!!)
- Ladegerät: Einen Defekt schließe ich eigentlich aus, weil der dritte Akku immer noch lädt und funktioniert. Problemlos.
- Akkus öffnen und durchmessen. Das werde ich wohl mal machen.
- @Firstofnine: Weder Frost in der Werkstatt noch Blitzentladung. Systematische Fehler meine ich durch mein Nutzungsverhalten eigentlich ausschließen zu können.

Vermutlich werde ich mir mal einen neuen Akku bestellen (@BoschDolt: Wo im Netz findest du den 2,0er für 40 Euro???)

Bei der Gelegenheit gleich noch eine Frage: Sind die neuen 2,5 Ah Akkus auch kompatibel mit meinem Schrauber von 2011?

 

ja, sind kompatibel

Und beim Durchmessen: das mach mehr Sinn, wenn Du nicht nur in leerem, sondern auch in vollem Zustand misst (unter Last dürfte schwer werden).
-> Modellbauladegerät und Krokoklemmen klappt bei mir recht gut wenn ich "kreativ und schonend" lade

 

Zitat von kjs
Bei richtiger Pflege halten NiCd Akkus länger als LiIon weil sie mehr Ladezyklen aushalten. Sie können auch besser mit hohen Entladeströmen leben. Dafür haben sie den Nachteil daß die Volumenkapazität wesentlich geringer ist und die Pflege wesentlich intensiver (gezielter) sein muß. Wenn Du aber die Erwartung hast daß die Lebensdauer bei LiIon besser als bei Deinen NiCd ist wirst Du enttäuscht werden. Der Grund warum LiIon den Markt übernommen haben ist die wesentlich kleinere Größe/Gewicht bei gleicher Kapazität und daß sie Fehlbehandlungen besser wegstecken. Außerdem kann man sie leichter in allen möglichen Formen herstellen. Bei NiCd ist man immer auf runde Zellen und bestenfalls auf quadratische angewiesen (von ein paar Exoten abgesehen).

Übrigens ein Kompliment: Du scheinst Deine NiCd wirklich gut behandelt zu haben!
Wieder etwas dazu gelernt. Lieben Dank für diesen Hinweis. Ich habe in der Tat angenommen das die LiIon länger halten würden aber nun weiß ich worauf ich mich einstellen muss auch wenn ich das eigentlich nicht hören wollte

Danke für das Kompliment. Ich pflege alle meine Werkzeuge bestmöglich damit ich lange etwas davon habe.

 

Nach einigen Schraubungen uns Messungen eine Konkretisierung:

Akku I von 1/2012 (zusammen mit PSR 18 LI-2 gekauft):
Ging als erster in 04/2015 plötzlich defekt beim Schrauben von Gipskartonplatten (hohe Geschwindigkeit). Lief gelegentlich kurz nach Schlagen/Schütteln. Aufgeschraubt und siehe da: Kontakt abgerissen. Wieder angelötet, lädt jetzt auf ca. 18V und funktioniert wieder. (Siehe Foto)

Akku II von 2/2012 (Aktionsakku zu PSR 18LI-2):
Funktioniert problemlos, ist nach Ladevorgang auf 15,3 V, geht dann ohne Last innerhalb von fünf Minuten auf 12 Volt runter, zeigt dann aber auch noch drei Balken Leistung im PSR 18LI2 an. Halte ich bei dem Lebensalter für angemessen.

Akku III von 4/2012 (Aktionsakku zu PSM 18LI):
Seit 01/2016 plötzlich defekt/tot. Selbe Ursache wie bei Akku I vermutet, allerdings nach Öffnen keine Erkenntnis, kein Wackelkontakt. Spannung liegt bei 3,5V. PSR18LI-2 spricht nicht an. Allerdings. Beim sehr "kräftigen Reindrücken/Reinschlagen" in Akkuschrauber (jedoch nicht jeder Versuch erfolgreich!) funktioniert dieser und läuft an. Zeigt zwei Balken Leistung an (Verwunderlich bei 3,5 V Spannung!?!?). Stecke ich den Akku ins Ladegerät, blinkt es zwei bis dreimal und leuchtet dann. Spannung bleibt bei 3,5 bis 4 Volt. Rein vom systemischen könnte man auch hier auf einen Wackelkontakt schließen. Das konnte ich aber ausschließen.

Den abgerissenen Kontakt an der Akkuzelle halte ich für einen Produktionsfehler. Die sehen nicht besonders ordentlich verarbeitet aus. Möglicherweise habe ich einfach Pech gehabt mit den Akkus. Da ich momentan wieder zwei nutzbare habe, werde ich erst mal abwarten. Bin mir aber nicht ganz sicher, ob ich nochmal in die grüne Serie investieren würde. Schrauber vielleicht in blau dann, Multischleifer gibt's auch anderswo und für Akku-Heckenscheren gibt's da so eine orangenen Hersteller ;-)
Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	DSC_2696.jpg
Hits:	0
Größe:	72,1 KB
ID:	38877  

 

Tja - nobody is perfect. Ein Akkupack ist nur dann gut, wenn die Leitungen auch ordentlich verlötet worden sind. Ein menschlicher Löter sieht die Fehler, ein mechanischer nicht. Dafür ist er billiger.

Im übrigen solltest du den Akku nur bis ca. 80 Prozent vollladen. Dann lebt er nämlich am längsten.

@ kjs - die NiCd-Akkus wurden von der EU verboten. Weil Cadmium ein Schwermetall ist.

 

@Electrodummy - stellt sich mir nur die praktische Frage, wie ich 80 Prozent ohne nachmessen erkennen soll bei Einsatz des Standard-Ladegeräts. So wie das Holz meinen fähigen Hände vertraut und sich bearbeiten lässt, weil es weiß, dass es dann gut wird , würde ich eigentlich eher gern meinem Ladegerät vertrauen und nicht regelmäßig nachmessen müssen. Jeder macht halt seine Arbeit ;-)

 

In der Beschreibung zu deinem Ladegerät steht drin, wie lange es dauert, bis der Akku zu 80 Prozent geladen ist. In der Regel ist das die Ladezeit von ca. 2/3 der Angabe von 100 Prozent. Das ist dein einziger Anhaltspunkt. Es sei denn, ein Bosch-Experte findet den Weg hierher, um dir die Lesearbeit abzunehmen ...

 

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Ansicht