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1 Mann Firma gründen?

04.11.2014, 21:15
Hallo,

bekannter von mir, hatt ne "super idee", da man als selbttändiger bei einigen firmen einkaufen kann, wo man als normaler nicht kaufen darf, will er jetzt so ne art 1mann firma gründen und dann will er dort einkaufen...

jetzt frage ich mich, ob es sich wirklich lohnt?!

kennt sich damit jemand aus?

danke
 
Gewerbe, Kleingewerbe, Kleinunternehmen, Selbstständigkeit Gewerbe, Kleingewerbe, Kleinunternehmen, Selbstständigkeit
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36 Antworten
Woody  
Nein es lohnt nicht. Zunächst fallen mal Gebühren für die Gewerbescheinlösung an, dann ist man als Selbständiger Sozialversicherungspflichtig, und diese Beiträge zur Selbstständigenversicherung sind exorbitant (bei uns in Ö Mindestbeitrag um die 700,-- vierteljährlich!), weiters ist man verpflichtet 1x im Jahr die Umsatz- und Einkommenssteuererklärungen abzuliefern (wird vergessen, schätzt das Finanzamt und das kann sehr teuer werden), Kammerumlagen sind Pflicht, egal ob man tätig ist oder nicht, Buchhaltungsführungspflicht und und und.....

eine allenfallige Ersparnis durch günstigeren Einkauf oder Vorsteuerabzugsberechtigung hebt diese Kosten keinesfalls auf.

Ich persönlich halte das ganze für eine Schnapsidee, sorry

 

Da kann ich Woody nur recht geben das Lohnt sitch bei weiten nich

 

Janinez  
der hat die Firma noch nicht richtig angemeldet und schon steht das Finanzamt da.............und wenn er keinen Umsatz macht, muss er das schon genau erläutern und und und................

 

Eigentlich antworte ich nicht wenn ich absolut keine Ahnung habe, aber...

meine Tochter hat als Studentin nebenbei ein Gewerbe angemeldet (Nachhilfe für Schüler) und klagt nicht wegen hohen Kosten oder dergleichen. Verdienen tut sie damit so gu wie nix.

Eventuell gibt es unterschiedliche Formen, Richtlinien, usw. wenn jemand nebenbei ein Gewerbe anmeldet?

 

Janinez  
er kann es ja mal mit Kleingewerbe versuchen, da ist es nicht so streng

 

Aber auch da gibt es Kosten die zu beachten sind. IHK oder HWK nehmen ggf. Gebühren, je nach Gemeinde zahlt man Müllgebühren auch wenn man schon Hausmüll angemeldet hat. Also dann doppelt. Bis zu einem gewissen Umsatz kann man sich zwar von der Umsatzsteuerpflicht befreien lassen aber leben kann man dann davon auch nicht. Und das Finanzamt möchte gern eine Absicht erkennen

 

Das soll er mal ganz schnell vergessen. Eine eigene Firma kostet Geld und das muss erst einmal verdient werden.

 

Ich würde einfach eine Firma die ich kenne oder denn Chef kenne über die würde ich versuchen einzukaufen bei würth und denn Läden ! Kostet dich vielleicht was in die Kaffee Kasse.

 

Janinez  
stimmt ckarbach, ich würde auch mal fragen, bei Leuten, die ich kenne und die eine Firma haben. Ich selbst verteile die Einkaufskarten, die ich bekomme, bzw. leihe sie auch an Leute, die ich mag aus.

 

Es gibt das sog. Klein- / Kleinstgewerbe.

Die genauen Bedingungen dafür kann dein Bekannter selbst im Netz nachlesen.
(werde mich hüten, hier Rechtsberatung zu betreiben )

Ist auf jeden Fall weder aufwändig noch teuer. Ob es sich rentiert, bleibt der Rechnung deines Bekannten überlassen.

Er will es ja nur anmelden, nicht davon leben...

Gruß Dieter, der auch schon selbst und ständig gearbeitet hat...

 

Janinez  
Allerdings bekommt man auch nicht mit jedem Gewerbe überall die Möglichkeit günstiger einzukaufen

 

Wolfman  
Zitat von Janinez
Allerdings bekommt man auch nicht mit jedem Gewerbe überall die Möglichkeit günstiger einzukaufen
Muss man nicht einen Gewerbeschein haben um beim Großhandel einzukaufen ? und gibt es den bei Kleinstgewerbe ?

 

Geändert von Wolfman (05.11.2014 um 07:20 Uhr)
Ich will nicht Korithnen ka..., aber zumindest in Deutschland gilt:

* Es gibt weder Kleingewerbe noch Kleinstgewerbe, sondern nur eine Kleinunternehmerregelung und die hat per se erst mal nichts mit der Größe der Unternehmung zu tun.
* Nutzt Du die Kleinunternehmerregelung, kannst Du keine Vorsteuer geltend machen. Solltest Du diese Regelung nicht in Anspruch nehmen, kannst Du sie zwar geltend machen, musst aber in regelmäßigen Abständen eine Umsatzsteuer-Voranmeldung machen.
* Die Beantragung eines Gewerbes kostet je nach Bundesland um die 20 - 30 Euro und dauert etwa zehn Minuten (Die Zeit im Warteraum nicht mit eingerechnet).
* Du musst eine Steuererklärung für das Gewerbe machen. Wenn Du jedoch nur ein einfaches Gewerbe nach Deinen oben genannten Vorstellungen betreibst, dauert das etwa fünf Minuten zusätzlich zu der, die Du ggf. eh abgeben musst.
* Ob Dir das Finanzamt eine Scheinsebstständigkeit wegen fehlender Umsätze auf's Dach steigt, hängt vom Finanzamt-Mitarbeiter ab.

Summasummarum ist der Aufwand nicht übermäßig, aber ob sich das wirklich lohnt, steht auf einem anderen Blatt geschrieben.

 

Geändert von ichbinheimwerker (05.11.2014 um 08:05 Uhr)
Zitat von ichbinheimwerker
Ich will nicht Korithnen ka..., aber zumindest in Deutschland gilt:

* Nutzt Du die Kleinunternehmerregelung, kannst Du keine Vorsteuer geltend machen. Solltest Du diese Regelung nicht in Anspruch nehmen, kannst Du sie zwar geltend machen, musst aber in regelmäßigen Abständen eine Umsatzsteuer-Voranmeldung machen.
kleine Ergänzung hierzu: Dies gilt erst ab einer bestimmten Umsatzgrenze, bis zu dieser reicht eine Einnahme-Überschuss-Rechnung bei der Steuererklärung.
Diese Grenze ist aber nicht sonderlich hoch.

 

Woody  
Zitat von ckarbach
kleine Ergänzung hierzu: Dies gilt erst ab einer bestimmten Umsatzgrenze, bis zu dieser reicht eine Einnahme-Überschuss-Rechnung bei der Steuererklärung.
Diese Grenze ist aber nicht sonderlich hoch.
Das nennt sich Einnahmen/Ausgabenrechner. Überschuss wird eher unwahrscheinlich sein

Ich weise nochmals darauf hin, dass ab Aufnahme einer selbständigen Gewerbetätigkeit derjenige der Versicherungspflicht des Gewerbes unterliegt, mit allen Vor (?)- und vor allem Nachteilen (Selbstbehalt bei jedem Arztbesuch usf.), außer er ist zusätzlich noch in einer unselbständigen Erwerbstätigkeit angemeldet. Bei zu hohem Jahreseinkommen kommt dann noch die Einkommenssteuer hinzu.

Die Umsatzgrenze für die Kleinunternehmerregelung liegt bei uns in Ö bei 30.000,-- jährlich, bis 100.000,-- Jahresumsatz steht es dem Unternehmer frei, eine monatliche oder vierteljährliche Umsatzsteuervoranmeldung abzugeben, darüber ist monatlich verpflichtend.

Es ist immer wieder interessant, wie blauäugig so mancher in die Selbständigkeit marschiert. Kein Wunder, dass nach 3 Jahren 50% bereits wieder insolvent sind.

Was mir noch einfällt: als Selbständiger hat man bei der Bank wesentlich schlechtere Karten was Kreditwürdigkeit und Kontoüberzug betrifft.

Ich verweise bei solchen Themen gerne auf die zuständigen Kammern, bei uns hilft die Wirtschaftskammer Österreich mit den wesentlichsten Informationen.

 

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