Versuchsaufbau, Umgestülpter Glasdom
1/1 Versuchsaufbau, Umgestülpter Glasdom
Technik
von Stromer
27.02.13 15:13
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Wie schon @Ricc mit seinem ZyklonFenster Sicht auf seine "Wirbelkammer" gegeben hat, möchte ich Euch auch Einsicht in meine Wirbelkammerversuche geben.
Bisher hatte ich meinen Zentralstaubsauger aufgerüstet um ihn zu verbessern, doch bin ich immer noch nicht mit der Feinstaub-Rückhaltung zu frieden.

Nun, wenn man wissen will wie es innerhalb der Wirbelkammer aussieht, dann muß man sich eben einen Einblick verschaffen. Nach einigem Überlegen (ob evtl. eine Pelxiglasröhre gebaut werden sollte, kam ich auf die Idee den Glasdom ("Heiligenstatue unter Glas") von meiner Großmutter zu entweihen und für meine praktischen Versuche zu benutzen.(wird ja wieder gesäubert....)


StaubsaugerZyklonabscheider, Zyklon, Versuchsreihe
3.9 5 22

Bauanleitung

Benötigtes Material

Stk. Beschreibung Material Maße
Spanplatten  Holz  richtet sich nach der Größe des Behälters 
Stützen  Holz  höhenabhängig 
Keile  HOlz  Befestigung der Stützen 
10  Spaxschrauben  Stahl  4,5 x 40 
Saugschlaug  PVC  25mm x 1,5 m 
Dübel  Holz  8 x ~30 mm 
Glasdom /alternativ Plexiglasgehäuse  Glas/PVC  ca 220x 450 mm /oder größer 

Benötigtes Werkzeug

  • Bosch Oberfräse, POF 1200 AE
  • Schlagbohrmaschine
  • Akku-Schrauber
  • Forstnerbohrer
  • Lochkreissäge
  • Staubsauger
  • Stahlbürste

1 Gerüsthalterung für den Glasdom

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Der Glasdom, schon etwas in Mitleidenschaft genommen wurde umfunktioniert
1/10 Der Glasdom, schon etwas in Mitleidenschaft genommen wurde umfunktioniert
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Da der Glasdom einen runden Abschluß hat, welchen ich aber (umgedreht) als Boden benutzen wollte, mußte eine einfache Halterung bzw. Stütze für das zerbrechnliche 2 mm dünne Glas her.
Also alte Spanplatte besorgt und geplante Auflage im Durchmesser angezeichnet.

8 mm Loch für Lochsäge gebohrt und dann sollte es eigentlich mit dem Lochsägen losgehen. Aber, ja aber, wer denkt es geht gleich los, hat sich wieder geirrt.
Das Bohrfutter für die 6-kantige Lochsägenaufnahme war dafür zu klein, Ergo andere Bohrmaschine holen. Mit meiner Metabo klappte es mit dem größeren Bohrfutter.!

So Loch gesägt, dann mit der POF und einem 45° Fräser eine Schräge gefräst.
Probesitz getestet und für zu klein befunden, erneut Loch vergrößert bis es gefällt.
Anschließend mit einer Gummidichtung eine weiche Auflage geschaffen. (Der Dom soll ja nicht gleich beim Aufsetzen kaputtgehen.)

Zwei Restebretter mit je einem Keil verschraubt und später wieder mit Spaxschrauben auf die Platte geschraubt.

2 Deckel mit Sauganschlüssen herstellen (Ein- und Ausgang)

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Vertiefung gefräst +Gummidichtung eingeklebt
1/7 Vertiefung gefräst +Gummidichtung eingeklebt
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Ein zweites Brett mit einem Kreis passend zum Glasdomabschluß (ca 220 mm) gefräst.
Erneute Gummidichtung einbringen/Kleben. Dient der Abdichtung Brett/Glas.

So jetzt kam der etwas kniffligere Teil, wie bekomme ich eine schräge Rohrdurchführung hin?
Ich wollte ja nicht so, wie es bei den anderen Zyklonbauern bisher gemacht wurde, den Zylinder anbohren.
Ganz einfache Lösung: Mittels aufgeschraubten und versetzten Holzkeil, (Die Schräge natürlich nach unten anschrauben) welcher dann im 90° Winkel mit einem Forstnerbohrer das Brett schräg durchbohrt werden kann bringt einen schrägen Einlauf.
Anschließend mittig den Staubsaugeranschluß gebohrt.

3 Zusammenbau und Tests

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Flockenherstellung mit einer Drahtbürste
1/7 Flockenherstellung mit einer Drahtbürste
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Der Zusammenbau geht ja ganz einfach. Grundplatte mit Loch bekommt die 2 seitlichen Stützen im Abstand der Ansaugplatte angeschraubt. Die Ansaugplatte mit den Löchern hatte seitlich schon 2 Dübel diese benutze ich als Führung für die Stützen, damit sie beweglich bleibt habe ich seitlich noch 2 Schrauben als Anschlag eingedreht. So läßt sich die Ansaugplatte abnehmen und  der Glasdom reinigen bzw. umbauen mit verschiedenen Einsätzen.

Was jetzt noch gebraucht wurde, war ein leichtes "Medium" welches den Feinstaub simulieren und doch für die Kamera sichtbar sein sollte.

Des Rätsels Lösung waren Styrophorflocken, die ich selbst herstellte (sollte ich die denn auch noch kaufen?? nee selbst ist der Heimwerker)
Mit einer Stahlbürste habe ich eine weiche Styrophorplatte abgehobel. Die Idee war schon genial, aber das Ergebnis war eine mords Sauerei.  ;-))
Überall flogen diese kleine Flocken herum und setzten sich aber auch wirklich überall fest.
vmtl. durch statische Aufladung, oder was auch immer, blieben die wirklich auf allen Klamotten hängen. Nur noch mit Kleberoller ließ sich das Zeug entfernen.
Aber was tut man nicht alles für die Forschung --ähh--  1-2-do  meinte ich!

Nun der erste Test, (nicht auf Video) verlief überraschenderweise gut (?).
Der Dom hielt stand und wurde nicht zusammengedrückt.

Die Ansaugplatte lag nur lose oben auf und wurde durch das Ansaugen auf den Dom gepresst.
Das Endergebnis war aber nicht zufriedenstellen.
Erneutes umdenken.

Da sich die leichten Flocken nicht senken wollten, rauschten diese immer auf der Unterseite der Ansaugplatte im Kreis. Es mußte also eine Ablenkung nach unten her.
Mit einem Pappdeckel habe ich 4 "Ableitwinkel" hergestellt/gebogen und festgeklebt anschließen festgetackert.
Die im Bild 4 zusehenden Kupferkabel dienen der späteren Befestigung des "Apexkegels" dieser soll den Feinstaub unter dem Ansaugstutzen fernhalten.

4 Test Videos

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Unten rechts gefüllte Kammer
1/6 Unten rechts gefüllte Kammer
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Ton bitte abstellen, da Pfeifgeräusche durch den Ansaugschlauch entstanden.

(Videoeinstellung auf nicht gelistet gestellt, jetzt klappts auch mit dem Hochladen)

wie die Videos (hoffentlich) zeigen, klappt es noch nicht so recht den Feinstaub zurückzuhalten.
1+2 unterschiedliche Höhen beim Kegel. (Nr. 2 nur mit Werkstattlampe, ohne Deckenleuchte)
Bei Nr. 3 ist der vollen Staubsaugerbehälter am Schluß zu sehen.

Nr. 4 hielt etwas zurück, jedoch noch unbefriedigend.
Eine Verlängerung des Ansaugrohres und eine 2. Sperreinlage am Boden.

Versuche werden fortgesetzt... (brauch neues Material Plexi-Folie, für Kegel, und weitere Ideen)
Bin auf eure Vorschläge gespannt. Es muß doch irgendwie hinzubekommen sein......
PS nochmals ein Bild hochgeladen. Die Staubhexe ist ein Vorsatz welcher gleichzeitig bläst und saugt. Getrennte Luftführung evtl. liegt hier die Lösung (ohne Propeller!)

5 Zyklonkegel

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Mantelschablone aufzeichnen
1/3 Mantelschablone aufzeichnen
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Einen Zyklonkegel herzustellen galt es. Die Form ist ja bekanntlich ein Kegelstumpf.

Der große Durchmesser (D) richtet sich nach dem Innenkreisdurchmesser eures Behälters.= Eingang
der kleine Durchmesser wird der Zyklon-Ausgang; und von der Spitze im gewünschten Durchmesser abgeschnitten.
Die Seitenlinie "s" ist der Zeichenradius.

Folgende Formel erleichtert das Aufzeichnen:
Alpha°= D/s *180°

bei 21 cm / 50cm *180°   kommt dann 75,6° raus, was dann den großen Bogen im Abstand von 50 cm (Radius) ergibt.
Dies ist dann zusammengerollt der Umfang des Zykloneinlaufes.
Die Seitenlänge war dann 30 cm, wo ich die Spitze abschnitt ergibt mit ca 8 cm den kleinen Zyklonauslaß-(spitze)
Aus einer alten "Klarsicht-Verpackung" (Plexi ~0,5- 1,0 mm) schnitt ich diesen Mantel mit Zugabe für die Klebung aus. Zusammengerollt und mit einem breitem, klaren"Tesafilm"  wurde der Kegel zusammengeklebt.

So, hier ist nach meinem Mißgeschick die Testreihe fürs Erste beendet.. (Bild 3)

tbc (to be continued)

28 Kommentare

zu „Zyklon Wirbelkammerversuche“

es ist zwar gut,aber ist nicht mein fall,feinstaub hält der bestimmt nicht ab,ich sehe nur die kugeln,welche stärke muß denn der sauger haben ! ?oder liege ich da ein bißchen falsch ?
2013-02-27 16:12:37

Derzeit sind Deine Videos als privat markiert. Du solltest im Youtube-Videomanager die Datenschutzeinstellung zu den Videos entweder auf "öffentlich" oder auf "nicht gelistet" stellen, damit man sie ansehen kann.

Ansonsten aber saubere Arbeit, auch wenn ich etwas anderes als Styroporflocken genommen hätte. Die wird man ja nie wieder los.
2013-02-27 16:28:18

hab mal bei google nach geschaut,es gibt ja soviele beispiele da sind auch 2 projekte drin die hier vorgestellt worden !!!aber trotzdem hast du dir viel mühe gegeben
2013-02-27 16:37:04

Ich kann mir die Videos leider nicht anschauen,aber sieht auf den Bildern schon gut aus.
2013-02-27 16:51:50

Sieht sehr interesant aus, was du dort gebaut hast.
2013-02-27 17:02:16

sehr interessant, Danke für diesen tollen Bericht
2013-02-27 17:09:32

sieht abgespaced aus :D
Da hast du dir viel Mühe gegeben bei deiner Anleitung
2013-02-27 19:25:28

So, jetzt aber könnt Ihr die Videos schauen! (Einstellung geändert auf nicht gelistet; und schon geht es!) Ihr müßt aber unbedingt den Ton leiser stellen oder ganz ausmachen. Das Leerrohr macht fürchterliche Pfeifgeräusche!
2013-02-27 19:38:48

Hallo Stromer,
schöne Versuche machst du da, wieso komplziert, wenn mein Vorschlag mit einem Verkehrspylonen bis zu 99% vom Feinstaub trennt .. die ganzen Verwirblungen stören den Zyklon bzw die Zentrifugalkraft, somit kann sich der Feinstaub nicht aussen absetzen..

Hier eine Lösung, die jetzt schon 1 Jahr funktioniert... Na ja, machmal vergesse ich die Tonne zu leeren.. dann geht nix mehr ;-)
Cyclone Abscheider
http://www.1-2-do.com/de/projekt/Z yklon---Abscheider-Pylone/bauanleitung/5979/

Gruss
Jürgen


2013-02-27 19:55:59

Das gibt ja hier einen richtigen Wettstreit. Weiter so.
2013-02-27 20:01:25

"Nach einigem Überlegen (ob evtl. eine Pelxiglasröhre gebaut werden sollte, kam ich auf die Idee den Glasdom ("Heiligenstatue unter Glas") von meiner Großmutter zu entweihen..."

Manchen hier ist auch nichts heilig...fg
interessantes thema.
2013-02-27 20:51:48

So muß mich gleich wieder zu Wort melden.
Leute ich weiß wie Sägemehl funktioniert, das klappt auch, aber mir geht es um das ~>1 % Feinstaub, Gips, Ruß etc. das ist das Problem. Das mit dem Kegel kenn ich alles schon, das ist aber für Feinstaub nicht ausschlaggebend, da dieser sich wirklich nur im oberen Bereich herumwirbeln läßt, und der Kegel ist eher hinderlich den Staub nach unten zu befördern!!!
Und @Redscorpion, der Glasdom wird nicht mehr gebraucht, die Statue hat einen neuen Platz gefunden und wird regelmäßig abgestaubt. :-)) Der Dom sieht zu protzig aus....

Ich stell gleich noch ein Bild von der Staubhexe ein, das ein Propellersauger mit 2 verschiedenen Luftströmungen hat, so in etwa (ohne Propeller) müßte es irgendwie hinzubekommen sein!!
2013-02-27 21:02:06

Hallo Stromer,
Info:
Der Cyclone im Trichter ist nur für die 'Reinluft' in der Mitte zuständig, die dann in der Mitte vom Staubsauger abgesaugt wird.. hier befindet sich kein Partikel mehr (daher ist das ein Abscheider) ... was anders wo im Kegel so abgeht oder oben bleibt ist mir egal ;-) ..dass fällt später bei nicht gebrauch nach unten in den Eimer.. Sollte man den Cyclone im Trichter stören, kann kein schneller Wirbel aufgebaut werden und die Partikel kreisen auch in der Absaugzone umher ..

Da bin ich mal gespannt, was Dir noch so einfällt :-) Ich lerne gerne dazu
*ich schau dir über die Schulter*
Gruss
Juergen
2013-02-27 21:16:17

Interessante Experimente.
2013-02-27 21:42:12

Ich finds prima wie viel Mühe du dir gemacht hast.
Sehr interessant.
2013-02-27 22:09:28

interessant schaut es schon mal aus ...
2013-02-28 18:18:03

Cooles Experiment.
2013-03-01 12:57:38

Gelesen und gelacht. Hatte selten so viel Spaß beim lesen. Dein Experiment ok , Umsetzung gut. meiner Meinung nach wirst Du das Problem nur in den Griff bekommen wenn es dir gelingt die Energie der Teilchen zu halten und sich diese an die Außenwand heften.
Eventuell: Energie der Teilchen über den Zyklon-> Alufolie-> Spannung...
2013-03-01 13:52:22

toll gemacht
2013-03-01 17:44:25

oh je, ihr macht Sachen, mir hätte das Glasteil leid getan und die Sauerei mit dem Styropoor kann ich Dir nachfühlen, ich arbeite auch viel damit und die Teilchen finde ich noch nach Wochen in den Klamotten und im Haus
2013-03-03 14:57:21

Kein Problem der Glasdom ist eh schon verschlissen; siehe unter Punkt 1, da sieht man die milchige poröse Glaskuppel. Sieht aus, wie wenn sie mal sandgestrahlt wurde.....
2013-03-03 15:29:33

klasse gemacht
2013-03-07 19:19:50

Cooles Experiment und toll erklärt -> 5 Daumen...
2013-03-14 14:22:33

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