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Schwer
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Mehr als 4 Tage
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80,00 €
Ich habe vor einiger Zeit eine Wordclock im Internet gefunden. Das Original (http://qlocktwo.com/) war mir jedoch mit ca. € 900,-- viel zu teuer. Daraufhin habe ich zwei solche Uhren selber gebaut. Die Uhr mit dem silbernen Rahmen und der orangenen Schrift habe ich für jemanden anderen gemacht. Die mit dem schwarzen Rahmen hab ich selber behalten. Die Anleitung bezieht sich daher auf diese Uhr...
Die Uhren basieren auf einem Atmega Microcontroller. Die einzelnen Buchstaben werden jeweils durch eine LED beleuchtet. Die Uhrzeit wird auf 5 Minuten genau als Text dargestellt. Die Minuten dazwischen werden durch 4 LEDs an den Ecken angezeigt.
Ich habe mich für die englische Variante entschieden, da mir diese persönlich besser gefällt. Natürlich ist es auch möglich die Uhrzeit auf deutsch anzuzeigen (dabei müssen jedoch Buchstaben doppelt verwendet werden).
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60 Kommentare
Bauanleitung
Benötigtes Material
| Stk. | Beschreibung | Material | Maße |
|---|---|---|---|
| 3-5 | Overheadfolien | A4 | |
| 1 | färbige Folie | 20x20cm | |
| 1 | dicker Karton | ca. 2mm dick | |
| sehr viel Sekundenkleber | |||
| 1 | Netzteil | mind. 1A, 7.5-12V | |
| 1 | Alublech | Reststück | |
| 102 | LED weiß | 3mm | |
| 102 | Widerstand | 120 Ohm | |
| 1 | Spannungsregler 5V | z.B. µA7805 | |
| 1 | Atmega32u4 Breakout Board+ | Adafruit Industries | |
| 3 | ULN2803 | ||
| 3 | HCF4094 | ||
| 1 | Buchse für Netzteil | ||
| 1 | Lochrasterplatine | Euro | |
| 2 | Streifenrasterplatine | Euro | |
| sehr viel Litzen | |||
| Lötzinn, Lötpaste, usw. | |||
| diverse Schrauben zum Fixieren | |||
| 2 | Buchsenleiste | 1x15 Pins | |
| 1 | Buchsenleiste | 1x5 Pins | |
| 3 | Taster | ||
| 1 | Objektrahmen | 20x20cm, Innentiefe mind. 24mm |
Benötigtes Werkzeug
- diverse Zangen
- Schraubenzieher
- Puksäge
- Dremel
- Cutter
- Lötkolben
- Entlötpumpe
- 3. Hand
1 Einführung
Um diese Uhr nachzubauen, ist es vorteilhaft, wenn man Vorkenntnisse in Elektronik, sowie Microcontrollerprogrammierung hat.
Wie man später noch sieht basiert meine Schaltung auf einem Breakout-Board für den Atmega32U4. Solche Boards haben den Vorteil, dass sie direkt verwendet werden können - man muss den Microcontroller z.B. nicht mehr extern mit einem Quarz beschalten, da dieser schon am Breakout-Board vorhanden ist. Natürlich ist es auch möglich einen einfachen Microcontroller zu verwenden. Dabei muss man jedoch auf die externe Beschaltung, sowie auf die korrekte Programmierung der Fuse-Bits achten.
2 Logik-Platine
Als erstes wird die Logik-Platine erstellt. Diese Platine ist das Herzstück der Uhr, sie verbindet den Microcontroller mit den LEDs.
Zuerst wollte ich diese Platine ätzen lassen. Die Kosten dafür sind jedoch sehr hoch, weswegen ich mich dann doch für folgende Variante entschieden habe:
Ich habe ein 3x26cm großes Stück Lochrasterplatine verwendet und darauf die einzelnen Bauteile (siehe vereinfachter Schaltplan) verlötet.
Dabei dienen die Schieberegister (HCF4094) zur Ansteuerung der einzelnen Wörter. Man könnte die einzelnen Wörter auch direkt vom Microcontroller aus ansteuern, da jedoch nicht genügend Pins zur Verfügung stehen, muss man diese Schieberegister verwenden. Damit die LEDs nicht zu viel Strom vom MC ziehen, habe ich 3 Transistorarrays (ULN2803A) eingebaut.
Zusätzlich habe ich aus 2 einreihigen Buchsenleisten einen Sockel für das Breakout-Board eingelötet. Daneben befindet sich eine, aus 5 Pins bestehende, Buchsenleiste zur Ansteuerung der LEDs in den Ecken. Die Taster zur Einstellung der Stunden, Minuten, sowie der Helligkeit befinden sich auf der Unterseite der Platine, um später darauf zugreifen zu können. Sie werden mit den Interrupt-Leitungen INT1-3 des MCs verbunden. Am unteren Ende befindet sich noch ein Spannungsregler, welcher die Eingangsspannung des Netzteiles auf 5V reguliert.
Hinweis: Da die Formate der beiden Bilder etwas unglücklich gewählt worden sind, sind die Bilder nur sinnvoll, wenn man sie vergrößert!
3 Overhead-Folien
Für die "Wörter" erstellt man eine gespiegelte Schablone (siehe Bild), welche auf eine Overhead-Folie gedruckt wird. Je nach Art der Folien, bzw. Drucker müssen 3-5 Folien übereinander gelegt werden, sodass später auch wirklich nur die Buchstaben leuchten.
Tipp: Schöne Ergebnisse werden mit einem Laserdrucker erzielt!
Um später das Licht zu färben habe ich hinter die Overhead-Folien eine blaue (bzw. orange) Folie gelegt. Dabei ist darauf zu achten, dass man ein Material auswählt, welches das Licht gut streut. Gut bewährt hat sich dafür ein einfärbiges Plastik-Sackerl. Möchte man weißes Licht, muss man zumindest ein Blatt weißes Papier dazwischen legen, da man sonst die einzelnen LEDs sieht, bzw. das Licht nicht gestreut wird.
Achtung: Verwendet man einen zu großen Rahmen, muss man die Schablonen auf A3-Folien drucken!
4 LED-Platine
Da es keine Streifenraster-Platinen in der Größe 13x14cm gibt, habe ich 2 Euro-Platinen zusammengefügt.Streifenraster-Platinen sind dadurch gekennzeichnet, dass jeweils alle Pins einer Reihe miteinander verbunden sind. Genau das wird für die LED-Matrix benötigt.
Zuerst müssen die LEDs mit den Widerständen verlötet werden. Anschließend formt man die Beine so, dass die LED mit dem Widerstand einen rechten Winkel einnimmt.
Im nächsten Schritt muss man die Positionen der einzelnen Buchstaben auf der Platine markieren. Dazu vermisst man die Abstände der Buchstaben auf der Overhead-Folie und überträgt diese auf die Platine. Zuletzt werden die LEDs auf der Platine verlötet. Man muss darauf achten, dass in einer Reihe nur LEDs eines Wortes gelötet werden. die Widerstände einer Zeile werden aber alle in die selbe Reihe gelötet. Alle "Widerstands-Reihen" werden schlussendlich miteinander verbunden (rote Litzen im Bild).
5 Montage der beiden Platinen + Stromversorgung
Nun habe ich die beiden Platinen miteinander verbunden. Jedes Wort (bzw. die dazu gehörende Reihe der Streifenrasterplatine) wird mit einem Ausgang von einem der 3 ULN2803A verbunden. Anschließend werden die verbundenen Platinen auf der Rückwand des Objektrahmens verschraubt. Dabei muss man aufpassen, dass die Schrauben keinen Kontakt mit etwaigen Leitungen haben! In meinem Fall besteht der Objektrahmen aus 2 Rückwänden. Ich habe die Platinen auf der inneren Rückwand befestigt und die Äußere als Abdeckung verwendet.
Außerdem habe ich die Strombuchse auf der Logik-Platine verlötet. Um die Strombuchse zu fixieren, habe ich eine Halterung aus einem Stück Alublech hergestellt. Um später das Stromkabel einstecken zu können, ohne die Uhr zu öffnen, habe ich eine kleine Aussparung dafür in die beiden Rückwände gemacht. Außerdem habe ich für die drei Taster Löcher gebohrt.
Tipp: Die Aussparung könnte man ruhig etwas größer machen - in meinem Fall benötigt man kleine Finger um das Kabel ein- und ausstecken zu können...
6 Unterteilung aus Karton
Um zu verhindern, dass benachbarte Wörter beleuchtet werden, habe ich eine Unterteilung aus Karton hergestellt. Dazu habe ich den Karton mit einem Cutter in 24mm breite Streifen geschnitten (das entspricht genau dem Abstand zwischen Rückwand und Vorderseite des Objektrahmens).Die Einzelteile habe ich mit Sekundenkleber zusammengeklebt.
Tipp: Auf dem Breakout-Board befindet sich eine LED. Um ein Durchscheinen auf die Oberseite zu verhindern, kann man diese mit etwas Isolierband abkleben.
7 Abstandhalter mit LEDs für einzelne Minuten
Der im Objektrahmen enthaltene Abstandhalter war in meinem Fall "etwas im Weg". Daher musste ich auf einer Seite eine Aussparung für die Logik-Platine machen. Zusätzlich dient der Abstandhalter als Halterung für die "Minuten-LEDs" in den Ecken. Dazu habe ich in den Ecken Dreiecke aus Karton eingeklebt. In den Dreiecken befinden sich 3mm-Löcher zur Befestigung der LEDs.
Alle 4 LEDs haben eine gemeinsame Masse (blaues Kabel), werden jedoch von getrennten Pins am Microcontroller angesteuert. Die LEDs werden in die Löcher gesteckt und von Hinten mit Isolierband fixiert.
8 Programmierung
Der Microcontroller wird mit C programmiert. Da der Atmega32U4 auf dem Breakout-Board direkt per USB programmiert werden kann, wird hierfür kein eigener Programmer benötigt. Zur Programmierung habe ich WinAVR in Verbindung mit avrdude verwendet.
Das Herzstück des Programms ist ein Timer, der jede Minute eine Änderung der Ausgabe vornimmt.
Um den ausgegebenen Text zu ändern, werden die Schieberegister mit (Software-) SPI angesteuert. Die LEDs in den Ecken werden direkt über einzelne Pins am MC angesteuert.
Bei Interesse kann ich die Firmware gerne zur Verfügung stellen.
9 Zusammenfassung
Im letzen Schritt wird die Uhr zusammengebaut. Gestellt wird die Uhr über zwei Tasten - je eine für Minuten und eine für Stunden. Die dritte Taste regelt die Helligkeit - je Tastendruck wird die Anzeige um 10% heller (via Pulsweitenmodulation) - nach 100% folgt wieder 0%.
Um noch das Geheimnis der Stromversorgung für die orangene Uhr zu lüften: Das Kabel wird durch ein Loch in der Wand in das dahinter liegende Zimmer geführt. Dort befindet sich eine Steckdose hinter einem Kasten :-)
Meine eigene Uhr steht auf einem Kästchen, so dass das Kabel dahinter verschwindet.









60 Kommentare
zu „Wordclock“
Was mir am meisten gefällt ist natürlich der Preis von 900 Euro auf 80 Euro.
5 Gute von mir
Bisher kannte ich diese Uhren nur als App für das iPhone/iPad.
@greypuma: der Preis pro Uhr setzt sich wie folgt zusammen: ca. €20 für den MC, €15 für die LEDs inkl. Widerstände, ca. €20 für den Rahmen, €15-25 für den Rest
@Susanne: die Uhren haben ein Innenmaß von 20x20cm. Die gesamte Breite ist etwas größer, da ja der Rahmen noch dazu kommt.
@Sven_L: Ja diese Apps hab ich auch schon gesehen - die sind aber erst entwickelt worden, nachdem die qlocktwo auf den Markt kam...
wohl dem, der's kann :) allein fürs können und erklären 5 D
Solltest Du mal in Serie gehen, lass es mich wissen :)
aber dann würde ich die Logik-Platine ätzen lassen - wird ja mit zunehmender Stückzahl billiger...
Der Takt wurde von den 16MHz abgeleitet ?
Oder wurde auch noch ein 32768 kHz verbaut ?
5D vom Bastelfuchs
Aber mal im Ernst: Das ist wirklich toll geworden. Scheinbar hast du total viel Ahnung von Elektronik. Also wirklich genial. HUT AB!!!!
Ich hab jedoch noch einen kleinen Stecker vorgesehen, um später mal ein DCF77-Modul (Funkuhr) anschließen zu können. Da die Genauigkeit bis jetzt aber ausgereicht hat, hab ich das noch nicht gemacht :-)
5 superhelle Dioden natürlich auch von mir!
Das schreit nach Nachbau!
Gerade bei solchen Projekten ist es bei der Fehlersuche oft nicht ganz klar ob die HW oder die SW fehlerhaft ist. Dazu kommt noch, dass man bei einem MC nur sehr begrenzt debuggen kann...
Empfehlenswert ist auch die Seite www.mikrocontroller.net
Werde morgen gleich mal in der Schule fragen wer da alles Interesse dran hätte.
Aber vorerst mal 5 Daumen für Dich und dein Projekt.
Um welche Schule handelt es sich?
Das Projekt würde also recht gut zu unserem Umschulungsziel passen, ist nur die Frage ob sich finanziell da alle so weit mit beteiligen, von der Schule kommen da meist nur so um die 20,-- € Zuschuss bei solchen Bastelwochen.
aber eine super Sache
5 LEDs von mir :)
Gruß
Michael
Gruß
Michael
Wirklich wunderbares Projekt. Leider nix für mich. Schließe mich Holzharry an.
Kann die leider nur 5 Daumen geben.
lg aus Kärnten
---------- ----WIRLICH TOLL GEWORDEN---
----------DAS TEIL KÖNNTEST--------------
--------------------- ---------------DU---------
BESTIMMT AUCH------------------GUT ALS
-------------BAUSATZ VERKAUFEN----------
dafür gebe ich gerne 5 LEDs, mehr gehen ja leider nicht :-)
3 Dioden und 2 Widerstände also 5 Daumen
Aber mich würde es fast reizen, einen Arduino dazu zu verwenden - diese Platinen gibt es schon fertig und brauchen nur etwas passende Programmierung ;)
Hast Du super hinbekommen. Sowohl von der Elektrik her, als auch vom Handwerklichen.
ganz klar 5D :-)
gerade be größeren projekten wird eine lochrasterplatine schnell unübersichtlich bzw. auch fehleranfällig...
Besteht die Möglichkeit, von dir einen schon programmierten Prozessor zu kaufen? Den Rest traue ich mir zu, den Prozessor nicht.
Super-Beschreibung! Gefällt mir sehr gut.
Alles Andere ist schon gesagt.
Zu der restlichen Hardware kam es nicht mehr!
Diese Beschreibung ist GENIAL!!
VIELEN DANK für die Zurverfügungstellung!!!!
5 sind eigentlich zu wenig..........
Vielen dank.
5 Daumen für dich ;)