Wege mit Naturstein pflastern
1/1
Heimwerken
von JOERG24
23.11.09 09:52
23469 Aufrufe
  • 3-4 TageMittel
  • 3-4 Tage3-4 Tage
  • 500500,00 €

Wege mit Natursteinen zu pflasten ist gar nicht so schwer wie man glaubt und gibt dem Garten etwas gemütliches.
Unsere Gartenwege wurden ausnahmslos mit Natursteinen gepflastert. Normalerweise eine recht teure Angelegenheit. Wir haben aber Steinrecycling betrieben und somit recht günstig eine große Fläche hergestellt. Als Steine haben wir welche aus der Auflösung von Wegen verwendet. Dass heißt überall wo Wege neu mit Betonsteinen gemacht oder geteert wurden haben wir Steine herbekommen. Das gibt der ganzen Fläche einen "Used Look" den ich sehr gemütlich finde.

Natürlich haben wir einen gewissen Mix an Steinen der die ganze Fläche interessant macht. Verschiedene Schattierungen ergänzen sich. Wir haben dabei nicht groß sortiert sondern nach Gefühl gelegt. Allzuwild sollte man vielleicht nicht kombinieren aber meist sind die lokal erhältlichen Steine ja relativ ähnlich.

Einziger Nachteil bei dieser Art des Verlegematerials ist das das Verlegen relativ lange dauert im Vergleich zu genormten Betonsteinen. Die Stein sind alle unterschiedlich groß oder geformt und müssen an Ihren Platz gebracht werden. Mehr dazu aber in der Bauanleitung die bald folgt.

3.8 5 5

Bauanleitung

Benötigtes Material

Stk. Beschreibung Material Maße
Material für den Unterbau  Schotter  16/32 
  Bettungsmaterial  Rheinsand  Nach Bedarf 
  Einfassung  Betn Randsteine  20-25cm hoch 8cm dick 
  Pflaster  Naturstein  8/10 

Benötigtes Werkzeug

  • Gummihammer oder besser Fäustel mit Gummiaufsatz, Richtlatte, Wasserwaage, Schippe, Betonmischer (je nach Größe), Rüttelplatte
  • Steinflex

1 Die Vorbereitung

Wie eigentlich bei fast allen Dingen ist die Vorbereitung das entscheidende. Zunächst muss man die Wege 20-30cm tief ausheben um einen tragfähigen Unterbau herstellen zu können. Das ist absolut notwendig um längere Zeit Freude an dem Weg haben zu können. Je höher die Belastung desto höher die Schotterschicht. Für Gehwege reichen meist 10-15cm. Für Einfahrten dürfen es auch gerne mal 35 sein.

Dannach errichtet man ein Schnurgerüst. Das heißt man spannt eine Maurerschnur so dass die Höhe der Schnur die Oberkante der späteren Einfassung wiedergibt.
Dazu schlägt man zunächst Stäbe (z. B. Baustahlstangen) ein an denen man die Schnur dann befestigen kann.

Bei der Wahl der Wegform ist man relativ offen - Man sollte diesen Schritt aber sorgfältig machen da die Schnur die Oberkante des Weges darstellt und die Einfassungssteine später in Beton gesetzt werden und somit Änderungen nur schwer machbar sind.
Alle Flächen sollten wenn möglich in leichtes Gefälle von 2% haben und die Neigung von Gebäuden weglaufen.

Für lange Wege die gerade sein sollen benutzt man am idelsten natürlich die entsprechenden Messgeräte. Eine Laserwasserwaage oder noch besser ein Niveliergerät leisten hier gute Dienste.

2 Das Betonieren der Einfassung

Das Betonieren der Einfassung
1/1

Um eine Abwanderung der Steine mit der Zeit zu verhindern sollte man Wege entsprechend einfassen. Dazu kann man Materialien nach persönlichem Geschmack verweden. Entweder das Material das man auch zum auspflastern der Fläche nimmt oder entsprechende Einfassungsmaterialien. Je nach Wahl kann man Kontraste verstärken oder verringern.
Da ich den Mix aus geraden Formen und natürlichem Aussehen mag verwenden wir hier Beton Randsteine.
Diese werden in Beton gesetzt. Hierzu mischt man mit einem Betonmischer eine entsprechende Menge im Verhältnis 3-1 an. (3 Betonsand - 1 Zement). Die Mischung sollte erdfeucht sein um von Anfang an ausreichend Halt zu bieten.
Der Beton wird am Rand angefüllt und der Stein darauf gesetzt. Anschließend wird er solange mit dem Gummikammer geklopft und ausgerichtet bis er mit der gespannten Schnur auf einer Höhe sitzt. Der Beton wird dann mit der Kelle angestrichen sodass eine Schräge zum Stein entsteht.

Für Rundungen gibt es spezielle Steine oder man muss sich längere Segmente entsprechend stückeln.

Danach sollte das ganze mindestens einen - besser 2 Tage aushärten.

3 Aufschottern

Die Wege werden nun aufgeschottert um einen tragfähigen Unterbau zu schaffen. Für die hier entstandenen Wege reichen bei unserem Boden und bei der erwarteten Belastung etwa 10-15cm. Der Schotter wird anschließend auf Höhe gebracht und dann verdichtet. Eine Rüttelplatte oder ein Wacker Stampfer leisten hier gute Dienst. Verwendet man eine Rüttelplatte so sollte diese vor und zurückfahren können. Zumindest wenn die Wege schmal sind. Die Gefahr ist sonst zu hoch dass man die neue Einfassung plattfährt.

Nach dem Aufschottern und verdichten kann man dann schon den Bettungssand einfüllen. Er wird so hoch eingebracht dass die zu setzenden Steine etwa 3cm über die Einfassung rausschauen. Allerdings muss er dann auch mindestens so dick sein + 1-2 cm.

Also bei 8-10cm Stein ist bei uns die Sandschicht 5-6 cm dick und der Stein schaut etwa 3cm über die Einfassung. Am besten ausprobiern. Grund ist das der Sand sich beim Rütteln wegdrücken kann - der Schotter aber nicht.
Die Sandfläche sollte in etwa die gleiche höhe haben und bereits ein leichtes Gefälle aufweisen. Ganz genau wie beim Verlegen von Platten oder Betonpflaster muss es nicht sein da die Steine sowieso alle unterschiedlich groß sind.

Achtung ! Je nachdem wie man mit dem Schubkarren zum Weg kommt sollte man vielleicht datüber nachdenken den Sand abschnittsweise und nach Pflasterfortschritt einzubringen. Im Sand fährt es sich nicht gut mit der Schubkarre.

4 Pflastern

Nun können wir das eigentliche Pflaster verlegen. Je nach Größe Fuge und Steinart etwa 300kg pr m² Die Steine werden nach gewähltem Muster und Gusto verlegt. Dabei am besten immer kurze Stecken legen und sich den Weg entlangarbeiten. Die Steine werden von Hand gesetzt und mit dem Gummihammer auf eine ungefähr gleichmäßige Höhe geklopft. Die Steine sollten dabei die spätere Neigung schon wiedergeben.
Bei Wegen mit Grünfläche rechts und links kann man den Weg etwas bombieren. Das heißt die Steine in der Mitte des Weges sind etwas höher anzuordnen als am Rand. Dadurch steht später kein Wasser auf den Wegen. Die Fugen sollen 0,5-1,5cm breit sein.

Abschnittsweise kann man dann auch die bereits verlegten Wegstücke vorsanden. Dazu einfach Rheinsand auf die Fläche, grob verkehren und mit einem Gartenschlauch einschlämmen. Die Steine verschieben sich dann nicht mehr so leicht. Verwendet man unregelmäßige Steine wie bei uns muss man das Sandbett hier und da anpassen da die Steine unterschiedlich hoch sind.

5 Abrütteln

NEXT
Abrütteln
1/2
PREV

Als letzter Schritt wird abgerüttelt. Der Naturstein den wir verwendet haben ist sehr widerstandsfähig. Man benötigt also keine Gummimatte unter dem Rüttler.
Allerdings Achtung - Das Rütteln ist dann extrem laut. Ohrschützer tragen.

Die Fläche wird nun zuerst grob einmal abgerüttelt. Dannach kann man an die Feinarbeiten gehen. Man fährt solange über die Flächen bis die gewünschte Höhenlage erreiht ist. Das ganze kann ein bisschen dauern aber es wird. Die Flächen werden sehr stabil.
Sollte Sand aus den Fugen hochquellen dann sollte dieser von einer 2. Person abgekehrt werden damit die Steine nicht ungleichmäßig hoch werden.

Nach dem Rütteln dann einfach nochmal die Flächen fertig einsanden und am neuen Weg erfreuen.

PS: Ich weiß das das wenig Bilder sind. Aber wenn man am Arbeiten ist denkt man nicht unbedingt an die Kamera. Wenn Fragen da sind einfach melden.

15 Kommentare

zu „Wege mit Naturstein pflastern“

Hallo Joerg24!

Das Pflasterstein-Recycling gefällt mir sehr gut. Das schont in der Tat die Geldbörse. Auch Deine Idee mit dem "Used-Look" ist prima! Bin schon auf die Anleitung gespannt ...

Viele Grüsse, dirk
2009-11-23 10:19:43

Die Pflasterung gefällt mir auch. Warum hast du aber die Einfassung mit Betonkanten gemacht? Ich finde das nicht so recht stimmig.
2009-11-24 17:39:17

Hallo Pinselmone - das hat im wesentlichen 2 Gründe
1. Ich mag den Kontrast zwischen klaren Formen und natürlichen Materialien. Die Einfassung bildet somit genauso einen Kontrast zum Pflaster wie das Haus zur Natursteinmauer.

2. Gebrauchte Randsteine in Naturstein sind so gut wie nicht zu bekommen und wenn in der Regel durch das einbetonieren unbrauchbar.
2009-11-24 22:09:54

Ein m neuer Randstein kostet so ab 35€ pro laufenden Meter was bei ca. 100m Einfassung (Ich müsste ja auch Kiesbord und Terasse mit dem gleichen Material machen) rund 3500€ wären. Also wäre die Einfassung teurer als die Pflasterflächen und die Trockenmauer zusammen. (Was das alles ist kannst du z.B. auf meinem Blog sehen)
Ich finde das steht in keinem Verhältnis. Ein m Beton Randstein kostet um die 2 €
2009-11-24 22:12:24

Man könnte aber auch die Einfassung mit Pflastersteinen machen. Das hat aber 2 Nachteile. Um die Höhe zu bekommen müsste man zunächst mit einer Schalung eine Pflasterschiene vorbetonieren. Das wäre mir schlicht zu aufwendig zumindestens nach einigen Monaten Bauphase.
2. Der Verbund wird auch nicht so fest da die Zementmilch kaum in die harte Steinfläche eindringen kann.
2009-11-24 22:15:00

Ich schreib das hier deswegen in soviele Komentare da nur 500 Zeichen erlaubt sind und meine erste Antwort somit im Datengrab gelandet ist :)

Es wäre schön wenn vor dem Senden eine Warnung kommt. ;)
2009-11-24 22:17:23

Hallo Jörg, guter Hinweis. Warnung sollte natürlich kommen. Kannst Du noch verraten mit welchem Browser Du werkelst? Dann geben wir das gesammelt an die Technik. Danke. VG Annika
2009-11-25 09:22:07

Ich finde Du hast das sehr gut gemacht. Hätte zwar nicht unbedingt in Reihe verlegt sondern Segmentbögen, weil ich es optisch schöner finde aber das sind Geschmackssachen. Die Einfassung in Betonstein wird fast immer so gemacht und ist auch sehr sinnvoll.
Musst nur aufpassen, dass Dir der Baum der knapp an der Einfassung steht nicht das Pflaster irgendwann hebt.
2010-03-01 07:29:15

Der "Baum" ist glücklicherweise nur ein Lorbeerstämmchen und der wohnt in einem extra Eimer damit er sich nicht ausbreiten kann. Hoffentlich lebt er überhaupt noch. Der Winter hat ihm doch sehr zugesetzt.
2010-03-01 09:12:55

Randsteine aud Naturstein werden immer günstiger, kommen naturlich nicht an die 2 euro dran, würde mich jedoch auf jeden Fall dannach umsehen.
Ansonsten super gut gemacht.
2010-04-11 21:18:33

super gemacht
2013-04-02 15:02:29

Zwar nicht ganz frisch das Projekt aber es liefert mir genau die Anleitung, die ich gesucht habe. Danke!
2013-07-02 11:27:10

Klasse .....
2014-01-14 10:20:14

1-2-do Wettbewerb

Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com
Werde Mitglied in der großen deutschen Heimwerker-Community!
Jetzt anmelden!