Verkleidung für eine Durchreiche

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Verkleidung für eine Durchreiche freitragend,Verkleidung,Rahmen,Wanddurchbruch,Durchreiche,Holzrahmen
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Möbel
von ichbinheimwerker
03.05.14 21:32
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  • 3-4 TageLeicht
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Es wurde auch schon als Wanddurchbruch betitelt, da es für eine Durchreiche eigentlich zu groß sei, aber wie auch immer man es nennen möchte, meine Frau will dieses Loch in der Wand auf jeden Fall geschlossen haben.

Im ersten Schritt ging es für mich nun darum, eine Verkleidung für die eher unschönen Ränder zu schaffen. Da es sich hier um eine Zwischenwand in einem Plattenbau handelt, wollte ich keine Löcher in die Wand bohren, also kam nur ein freitragender Rahmen aus Holz in Frage...

Wen weitere Details interessieren, der findet die Story auch auf meinem Blog. Und wer Interesse hat, kann sich auch gern die Playlist dazu aus Youtube anschauen :-)


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3.7 5 20

Bauanleitung

Benötigtes Material

Stk. Beschreibung Material Maße
Bretter  Holz  Nach Bedarf 
Holzleisten  Holz  Nach Bedarf 
Holzleim  Holzleim  Etwas 
Holzöl  Holzöl  Etwas 

Benötigtes Werkzeug

  • Akku-Schrauber
  • Kapp- und Gehrungssäge
  • Multifunktionswerkzeug
  • Schwingschleifer
  • Exzenterschleifer
  • Undercover Jig Wolfcraft
  • Schraubzwingen

1 Material + Vorbereitung

Material + Vorbereitung
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Wie bereits erwähnt, sollte es sich um eine freitragende Konstruktion handeln. Das verlangte nach einem stabilen Holz, da due Durchreiche knapp 1,5 m breit ist. Meine Wahl fiel auf Kieferbretter mit einer Stärke von 21 mm und einer Breite von 12 cm. Zwischendurch dachte ich, es handele sich um Eiche - Keine Ahnung, wie ich darauf gekommen bin.


Den Rahmen selbst habe ich mit Taschenbohrungen aneinandergefügt. Natürlich könnte man hier auch leimen, Dübeln oder wie man es sonst gerne möchte. Beim Verleimen bin ich allerdings grundsätzlich etwas skeptisch, da beim Arbeiten durch die langen Bretter eine recht große Hebelwirkung auftritt und der spröde Leim vielleicht rissig werden könnte.


Die Leisten dienen der späteren Umrandung.


Es versteht sich von selbst, dass sämtliche Teile vor der Verarbeitung in dem gewünschten Umfang abgeschliffen werden sollten :-)

2 Der Rahmen

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Der Rahmen
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Der Rahmen besteht eigentlich nur aus den vier Brettern, die ich mit einem Undercover Jig-Set verschraubt habe. Das Ganze war der erste Praxis-Test und ich finde (Trotz vieler Unkenrufe im Netz), dass das durchaus seine Daseinsberechtigung hat.


Es sollte peinlichst genau auf die Maße geachtet werden! Bei uns hat sich herausgestellt, dass die Durchreiche auf einer Seite ganze 1,5 cm höher ist als die andere. Da die Wände außerdem eine recht ungleichmäßige Oberfläche haben, habe ich nachher einfach immer ein Teil angehalten und dann das Maß genommen. Dabei sollte man natürlich darauf achten, dass das Referenzteil auch wirklich waagerecht bzw. senkrecht ist ;-)


Ich habe mich bei den Taschenbohrungen zwischendurch leider "verschraubt", aber das fiel später nicht mehr ins Gewicht. Wichtig ist allerdings, dafür zu sorgen, dass die Teile wirklich präzise aneinandergefügt werden.


Das Bohren der Löcher für die Taschenbohrungen war noch einfach. Was extrem elend war, war, die Bretter im rechten Winkel zu fixieren, was mit zwei Händen und ohne Hilfsmittel außer einem Hilfswinkel und zwei Schraubzwingen eine wahre Sisyphusarbeit war...


Dadurch sind die Teile auch nicht so präzise miteinander verbunden, wie ich das gern gehabt hätte

3 Die Umrandung

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Die Umrandung
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Jaja - Die Umrandung... Das war sehr von Rückschlägen gezeichnet.


Der Rahmen saß ja nun in der Durchreiche, allerdings sieht man erstens die Löcher der Taschenbohrungen von außen und die Wand ist, wie bereits erwähnt nicht wirklich gerade, so dass eine Umrandung als Verblendung davor musste.


Hierfür kamen Kieferleisten mit einem Querschnitt von 14 x 20 mm zum Einsatz, die auf Gehrung geschnitten wurden.


Was passieren kann


1. Man hat zu wenige Zwingen...

2. Trotz aller Mühe sind die Leisten zu kurz abgesägt :-(

3. Also ob das nicht schon schlimm genug gewesen wäre, bin ich auf den glorreichen Gedanken gekommen, die Lücken mit einem Gemisch aus Holzleim und Sägemehl auszufüllen. Am Ende war es nämlich so, dass beinahe die ganzen Oberfläche mit einem Film aus dieser Masse überzogen war. Ohne jetzt Werbung machen zu wollen, war ich froh, das pmf 250 mit Schleifpapier und Schaber zur Verfügung gehabt zu haben, auch wenn ich einige Dellen ins Holz "geschabt" habe (Das geht schneller als man denkt!). Nach ca. 2 Stunden ununterbrochendem (!) Gelärm des pmf war das Ganze dann jedoch wieder halbwegs "repariert".

4. Die Teile des Rahmens sind nicht 100%ig exakt miteinander verschraubt, so dass man Mühe hat, die Leisten vernünftig anzuleimen.

5. Man schafft nicht alles an einem Tag und muss unter den missbilligenden Augen der Ehefrau den Rahmen im Wohnzimmer zwischenlagern ;-)


Btw.: Hier bin ich dann auf Winkelspanner umgestiegen, weil mir das mit dem Hilfswinkel einfach zu blöd wurde. Auf meinem Blog wurde ja schon kräftig dagegen gewettert, aber ich bin heilfroh, dass ich die Dinger jetzt habe.

4 Oberfläche behandeln und Abschluss

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Oberfläche behandeln und Abschluss
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Damit das Holz geschützt ist (Welches übrigens Live durch die Textur extrem gut aussieht, auch wenn ich sonst eher nicht so der Freund von Naturholz-Optik bin), habe ich es geölt. Sehr ausgiebig... Zwei Tage danach hat die Fläche immer noch leicht geklebt (Jetzt übrigens nicht mehr ;-))

Benutzt habe ich dafür ein Öl auf Leinöl-Basis.

Tja, und damit ist das Ganze auch schon fertig. Wenn ich mir das im Nachhinein betrachte, dann frage ich mich, warum das so lange gedauert hat...

14 Kommentare

zu „Verkleidung für eine Durchreiche“

gelungen
2014-05-04 04:30:59

sieht doch gut aus und kleine Mess - oder Sägefehler gibt es immer wieder
2014-05-04 07:20:22

Gut geworden ......
2014-05-04 07:41:30

Gut gelungen in jedem Fall.
Habe mir dein Video angeschaut, welches mit dem Satz endet: " Dann zeig ich euch das jetzt mal". War schon gespannt auf die angekündigte Demonstration der Wolfcraft Verbindung und dann kommt nichts. Auch in deinem Block kein Video dazu.
Ist da noch was in Arbeit?
2014-05-04 07:53:22

Das Endergebnis zählt. Kleinere Fehler sind unerheblich und hinterher nicht mehr zu sehen. Tolle Arbeit.
2014-05-04 08:10:13

@BiggiR: Du hast Recht, anscheinend klappt das hier mit der Playlist nicht so richtig. Das Video, das Du meinst, findest Du hier: https://www.youtube.com/watch?v=dJYlSmUpOFQ
2014-05-04 10:52:05

Ich finde auch, dass es dir sehr gut gelungen ist. Vor allem amüsant zu lesen. Ich gebe zu, ich hab dein erstes Video vorgespult und dann gesehen, dass es mit Teil 2 weitergeht, welchen ich aber gefunden habe (pflege mir die Videos meistens gleich auf youtube anzusehen)
2014-05-04 14:14:32

gefällt mir,nicht schlecht 3D
2014-05-04 15:27:09

Danke für dein zusätzliches Video. Dieses ist dir ebenfalls sehr gut gelungen und jetzt weiß ich auch etwas mit meinem seit Monaten herumliegendem Set anzufangen. War zu faul zum herumprobieren.
5D
2014-05-04 16:45:00

Toll gemacht sieht super aus 5d
2014-05-04 17:29:49

amüsant zu lesen und die Holzleimgeschichte hab ich übrigens auch schon durch..
tja, der eine wills nicht, ich hätt gern eine Durchreiche :( blos dann hätt ich nicht genug Stauraum in der Küche ... aber mal sehen.... vielleicht hab ich dafür noch irgendwann ne Idee....
5 D von mir für die unterhaltsame Umsetzung...
2014-05-04 18:24:15

ja warum hat es wohl sooo lange gedauert ? Kannst Du das Sprichwort nicht: Gut Ding will Weile haben? und es ist doch ein gutes Ding geworden trotz der schiefen Wände
2014-05-04 21:10:26

Sieht toll aus. Außerdem, was lange wehrt, wird gut werden. Das ist doch hier geschehen.
2015-05-08 20:58:29

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