Truhe Holztruhe
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Holz
von fbmnds
04.05.12 21:03
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Angelehnt an Baupläne, die man sich leicht ergoogeln kann. Ich habe die Truhenvariante gewählt, bei der ein Teil des Deckels in die Rückwand integriert ist.


Holztruhe
4.3 5 16

Bauanleitung

Benötigtes Material

Stk. Beschreibung Material Maße
Truhenfüsse  Esche  7,5x7,5 
Klappscharniere  Eisen  6x1,8 
Griffknöpfe  Metall  2x2 
Leimholzplatte 28 mm  Fichte  50x120 
Leimholzplatte 18mm  Fichte  60x120 

Benötigtes Werkzeug

  • Akku-Schrauber
  • Bandschleifer
  • Oberfräse
  • Tischkreissäge
  • Flachbettschleifer
  • Stechbeitel
  • Feile

1 Seitenteile zusägen und Schwalbenschwänze fräsen

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Seitenteile zusägen und Schwalbenschwänze fräsen
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Halbieren einer 18mm Leimholzplatte und Anzeichnen der Seitenteilmaße:

  • Breite der Seitenteilbasis: 47cm
  • Breite von 57,5cm auf Höhe von 47cm bei der Deckelunterkante
  • Breite von 59,5 cm auf Höhe von 54cm der Seitenteilecke, bei der die Deckelrundung beginnt
  • Gesamthöhe Seitenteil+Deckel von 65cm
  • 5mm der Seitenteilhöhe verschwinden in der Fräsnut im Bodenteil
Der Blick auf die Skizze und die Seitenansicht im Foto verdeutlicht diese Angaben.

Die Schwalbenschwänze habe ich mit dem DoveTailTemplateMaster (siehe [QUOTE=Sven_L;63512]) gefräst. Die Fräsergebnisse waren enttäuschend - meiner Meinung nach, weil die mitgelieferten Fräser nicht präzise genug schneiden. Diese amerikanischen Fräser haben 1/4'' Schaftdurchmesser, lassen sich also in hiesig üblichen Oberfräsen nur mit Adapter (musste ich natürlich erst nachbestellen) verwenden.

Nach diesem Arbeitsschritt war schon klar, dass die Truhe ziemlich dunkel gestrichen werden muss...

2 Front- und Rückseite zusägen und Schwalbenschwänze (Zinken) sägen

Übertragen der auszuschneidenden Zinken von den Seitenteilen, Ausfräsen der Zinken und Verleimen der Seitenteile, Front- und Rückseite.

In meiner Truhenvariante nimmt die Rückseite einen Deckel des Deckel mit ein.

Ich habe trotz der Schwalbenschwanzverbindung in jede Kante zwei Schrauben gesetzt.

3 Bodenplatte zuschneiden und mit dem Korpus verbinden

Den Korpus von 47x115 habe ich in eine passende Fräsnut in der Bodenplatte von 50x118 eingeleimt und von unten verschraubt.

4 Seitenteile des Deckels zuschneiden und Schwalbenschwänze sägen

Die Maße der Seitenteile des Deckels ergeben sich aus den Angaben zu den Seitenteilen. Die Seitenteile habe ich symmetrisch in 8 Segmente aufgeteilt, wobei bei meiner Truhenvariante ein Deckelsegment Teil der Rückseite des Korpus ist.

Die Schwalbenschwänze habe ich diesmal auf der Tischkreissäge ausgesägt und mit einem Stechbeitel nachgearbeitet. Dieses Verfahren hat zu meiner Überraschung zu viel besseren Ergebnissen geführt.

5 Deckelbretter zuschneiden und ein einem Schritt mit den Deckelseitenteilen verleimen.

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Deckelbretter zuschneiden und ein einem Schritt mit den Deckelseitenteilen verleimen.
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Je Deckelsegment habe ich zwei Schwalbenschwänze gesetzt. Dementsprechend hat jedes Deckelbrett je Seite zwei Schwalbenschwanzzinken.

Ich habe auch hier mit Tischkreissäge+Stechbeitel gearbeitet.

Das Zusammensetzen und Verleimen des Deckels ist als Geduldsspiel unter Zeitdruck in unangenehmer Erinnerung.

Die Passgenauigkeit der Deckelbretter zueinander war "verbesserungsfähig" (bis zu 2 mm Spiel), aber das Abrunden des Deckels mit dem Bandschleifer hat trotzdem ein überraschend gutes Endergebnis gebracht.

6 Streichen von Korpus und Deckel

Durch AskWoodman.com bin ich auf das Waterlox Tungöl gestossen, dass ich sehr gerne ausprobieren wollte. In D wird eine Importvariante angeboten, die meines Erachtens nicht zum selben Ergebnis führt wie das Original. Aufgrund der etlichen Schnitzer musste ich ohnehin auf eine sehr dunkle Beizung gehen. Mit dem Ergebnis bin ich nach vier Anstrichen insgesamt zufrieden.

7 Verbinden von Korpus und Deckel

Ich habe zwei einfache Klappschaniere verwendet, was ich für diese Bauart am besten finde.

25 Kommentare

zu „Truhe“

schade, mit mehr Bildern könnte ich deiner Anleitung besser folgen. die Truhe aber sieht toll aus... und Alt ;) wahrscheinlich durch die dkl. Farbe
ergänzung: Raffiniert finde ich deine deckelVariante :D
2012-05-04 22:13:36

Glückwunsch zum ersten Projekt... mir gefällts... 5 D
2012-05-04 22:38:00

Also ein Paar mehr Bilder wären schön gewesen, aber sonst gute Idee und Umsetzung
2012-05-04 23:20:11

Schöne Truhe, schade das es nicht mehr Fotos gibt!

2012-05-05 00:06:13

sehr schöne Truhe, gut geworden.......
2012-05-05 07:28:31

Schönes Ergebnis, gefällt mir, aber ein paar Fotos mehr wären echt fein. Ich weiß beim werkeln hat man andere Sachen im Kopf als Fotografieren. Trotzdem laß ich dir mal ein paar Daumen da.
2012-05-05 08:58:11

Schmuckes Teil - wenn ich Platz dafür hätte würd ich das mir glaub ich auch irgendwann mal antun. So ein Paar detailfotos wären natürlich klasse - naja evtl bei deinem nächsten Projekt ? :)
2012-05-05 09:14:17

Bilder fehlen auf jeden Fall, zumindest Detailaufnahmen vom Deckel. Das einzige Foto ist leider etwas dunkel geraten. Aber das Projekt an sich gefällt mir gut. So eine Truhe könnte ich auch gebrauchen.
2012-05-05 10:10:49

Schmuckes Teil. Sieht richtig Antik aus.
2012-05-05 10:45:26

Eine Truhe die auf alt getrimmt ist, macht echt was her. Hast du gut gemacht, ich hoffe, du wirst bei deinem nächsten Projekt Bilder der Herstellung mit einstellen. :)
(wie ja schon viel zu häufig erwähnt wurde...)

Für dein erstes Projekt ist es einfach super geworden. Hast bestimmt schon einiges gebaut, oder?
2012-05-05 12:46:47

Die sieht ja aus, wie aus einem alten Bauernhaus gemopst.
Mit Schwalbenschwänzen kann ich nix anfangen, aber ich werd mich mal schlaugoogeln.
2012-05-05 13:54:00

Vielen Dank für die Kommentare! Ich habe jetzt einige Fotos und eine Skizze ergänzt, so dass die Anleitung jetzt bestimmt besser nachvollziehbar ist.

Da wir ein altes Haus haben, habe ich schon einiges selbst gemacht, aber vor allem das "Grobe". Mit diesem Projekt wollte ich testen, ob ich auch etwas Ambitionierteres angehen kann. Die Farbe - die ja ganz gut ankommt, vielen Dank! - kaschiert etliche Schnitzer, aber insgesamt bin ich zufrieden. Außerdem habe ich durch dieses Projekt soviel dazugelernt, dass es sich auf jeden Fall gelohnt hat, zumal die Truhe für uns ganz praktisch ist.
2012-05-05 15:43:11

Schönes Projekt. Aber mich interessieren jetzt die Schwalbenschwänze mit dem DT-Master, und wie die fehlerhaften oder unschönen Ergebnisse zustandekamen, und wie Du's ausgebügelt hast. Ich hab die Schiene von Wolfcraft, aber damit auch keine schönen Ergebnisse gehabt.
2012-05-05 19:51:03

Tolle Truhe.
2012-05-06 12:18:16

@Rainerwahnsinn: Meine Erfahrung ist, dass man hinterher kaum mehr etwas retten kann, d.h. ich habe halt die schlechten Zinken auch akzeptiert und letztendlich nur mit Spachtel und Farbe zugekleistert - fertig werden ist auch eine Tugend.

Die Probleme beim DT-Master:
- Ausrisse beim Fräsen, ausgerissene Zapfen habe ich wieder eingeklebt…
- die mitgelieferten Fräser können nur mit einer Adapterhülse in einer hier üblichen Oberfräse mit 9mm Schaft verwendet werden. Ich glaube, dass durch den Adapter Schlupf zwischen Fräser und Oberräder entsteht, der das Auftretenden Ausrissen begünstigt.
- die 7% Steigung des Zapfenfräsers sind US-Standard, beim uns sind 10% üblich. Die Steigung ist aber ein Parameter der Schablone, d.h. man kann sich nicht eben einen passenden Zapfenfräser mit 9mm Schaft besorgen...
- Ungenauigkeiten beim Wechsel zum gegenüberliegenden Werkstück.
2012-05-06 13:54:38

Dass man beim DT-Master nur eine einfache Frässchablone hat, finde ich im Vergleich mit Automaten (von Wolfcraft bis Festool) weiterhin eher noch einen Vorteil. Beim Deckel hat der Automat sowieso keine Vorteile, da man dort nur zwei Zapfen je gerade Linie hat, d.h. man muss fortlaufend das Werkstück umspannen.

Fräsen funktioniert wohl gut bei Verwendung von Hartholz. Ich habe ja die billigen Weichholzleimplatten verwendet. Die waren übrigens bei weitem nicht so rechtwinklig, wie ich gedacht hätte, was bei der Verwendung von Schablonen und Automaten ein echtes zusätzliches Problem ist.

Als zweite Methode habe ich mit einer Gehrungssäge (habe ich dafür aus dem Gestell genommen) die Flanken gesägt und die Grundlinie mit eine Laubsäge. Bei dieser Methode hatte ich die größten Ungenauigkeiten.

2012-05-06 13:55:10

Beim dritten Ansatz habe ich die Schnitte komplett auf der Tischkreissäge gemacht (das war dann beim Deckel).

Großer Vorteil: die Schnitte haben immer dieselbe Tiefe, das Nachbessern mit dem Stechbeitel (neu und superscharf) ging sehr gut. Die Zapfen aus dieser Serie sehen richtig gut aus.

Nachteil: Die Deckelbretter müssen hochkant über die Tischkreissäge gezogen werden. Bei ca. 9 cm Werkstückbreite ist das ziemlich wackelig. Ich war froh, dass nach diesem Arbeitsschritt beim Durchzählen noch alle Finger da waren…

Beim nächsten Mal werde ich eine Japansäge (ist bestellt) für die Flankenschnitte nehmen und die Grundlinien mit dem Stechbeitel ausstechen. Nach den obigen Erfahrungen müsste das zu den besten Ergebnissen führen.
2012-05-06 13:55:38

Ich vermute mal das das Projekt vor Deiner 1-2-do Zeit entstanden ist und es deshalb wenige Bilder gibt. Interessant fand ich Deine Erfahrungen zum Dovetail Master, da ich diesen auch schon bestellen wollte. Wir scheint es so das man wohl mit allen Zinkenvorrichtungen wohl immer erstmal etwas üben muss bevor man anständige Ergebnisse erzielt.
Es gibt auch Zinkenfräser mit 7° und 8mm Schaft z.B. http://www.sautershop.de/products/Oberfraesen -Zubehoer/Oberfraeser-HM-Fraeser/Schaft-8-mm/ Zinkenfraeser/2-schneidig/Zinkenfraeser-Z22.h tml ob der jetzt allerdings zum Dovetail-Master passt weiß ich nicht.
2012-05-06 15:28:25

Hübsche Truhe, gefällt mir sehr.
2012-05-06 17:07:45

Mir gefällt die Truhe sehr gut, wenn Du nächstes Mal wenn möglich einige Arbeit- bzw. Herstellungsfotos mehr machst wäre es toll. Aber Du hast dich ja mit der Beschreibung schon sehr bemüht
2012-05-06 21:48:52

Schöne rustikale Truhe, gefällt mir gut.
2012-05-06 23:17:27

Sieht Super aus 5d
2014-01-13 10:47:36

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