Transportbox für Schleifsteine bohren,hobeln,sägen,Holzbearbeitung,Transportbox,Wenge,Meranti
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Holz
Werkzeugaufbewahrung
von GeneralBaba
05.04.12 18:11
2321 Aufrufe
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Hallo Zusammen.
Heute möchte ich euch den Bau der kleinen Transportbox für meine Schleifsteine geben.
Da ich den Beruf des Metzger`s/Schlachter erlernt habe, weiß ich die Bedeutung einer scharfen Klinge zu schätzen, denn ich schleife meine Messer, Stechbeitel und die Eisen von meinen Hobeln selber.

Ich hab mir in den letzten Jahren einige neue Schleifsteine zugelegt und sie in einer Plastikschale aufbewahrt, was natürlich praktisch war ,aber mir nicht so richtig gefallen hat.
Vor einiger Zeit habe ich vom Tischler Reste von "Wengeholz" bekommen, es waren nur zwei kleine Teile, die mir von der Farbe gut gefallen haben.

Naja, dachte ich mir, erst einmal auf Halde legen, irgend etwas kann ich damit bestimmt machen.
Dann hatte ich im Forum bei einem Heimwerkerkollegen einen Holzkoffer gesehen, der mir nicht mehr aus den Kopf ging. So einen könnte ich auch machen, aber nur etwas kleiner und zur Aufbewarung meiner Schleifsteine.

Eine Weile habe ich darüber nachgedacht, (so ein bis zwei Wochen, wenn ich auf Tour bin).
Habe mir alles genauestens ausgemalt ,wie ich was mache, was ich für Arbeitsschritte durchführen werde, welche Materialien verwendet werden sollten und so weiter. Ich hab`s doch wieder anders gemacht, naja es ist fertig geworden.


bohren, hobeln, sägen, Holzbearbeitung, Transportbox, Wenge, Meranti
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Bauanleitung

Benötigtes Material

Stk. Beschreibung Material Maße
Seitenteile  Meranti  Individuell 
Ober- und Unterplatte  Meranti  Individuell 
Seitenleisten  Wenge  Individuell 

Benötigtes Werkzeug

  • Akku-Schrauber
  • Tischbohrmaschine
  • Hobel
  • Formatkreissäge
  • Abrichte
  • Holzdübel, Forstnerbohrer, Leim, Leder, Öl
  • Forstnerbohrer
  • Leim
  • Leder
  • Öl

1 1. Material, Holzarten

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1.   Material, Holzarten
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Wenge, Die Wenge ist im tropischen Regenwald von Kamerun, der Republik Kongo, der DR Kongo, Äquatorial-Guinea und Gabun beheimatet laut Wikipedia.
Meranti, Merantiholz wächst vorwiegend in den Dipterocarpaceen-Wäldern der Länder Malaysia, Sarawak, Brunei und Indonesien auch laut Wikipedia.

Das Meranti hab ich auf der Abrichte begradigt und durch den Dickenhobel auf Stärke gebracht, oder besser gesagt, ich hab die Stärke von
der Wenge abhängig gemacht. (fast ein Reim)

Ahhh.... ihr wollt bestimmt die Maße wissen,... ok, dann muß ich mal eben in den Keller, Moment, bin gleich wieder da.
So, 25mm, Stärke des Holzes,
Größe: 255x300x90, L,B,H,
Zum Einsatz kamen noch Holzdübel, zwei Schrauben für den Griff und ein VA-Haltegriff.

2 2. Arbeitsschritt

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2.  Arbeitsschritt
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Nachdem ich das Holz auf die richtige Stärke gebracht habe, habe ich aus dem Meranti eine Leimholzplatte gefertigt.
Als dies geschehen und der Leim getrocknet war, habe ich erst dann die Größe des kleinen Koffers berechnet, denn allzu groß sollte er nicht werden. Ich legte meine Schleifsteine auf die Platte und schob sie mal hierhin und dorthin, bis es die richtige Position ergab. Das ganze wurde erst einmal grob angezeichnet und danach feiner.

Das nächste was zur Debatte stand war, ob ich die Steine nur in die Kiste lege oder irgendwie befestige.
Nö,.... warum nicht fräsen? OK,.... das ist doch eine Alternative, dachte ich mir, die Steine aufgezeichnet und die Oberfräse rausgeholt.
Moment mal,.... ist die nicht grade auf Wanderschaft?
Jopp,... Mist.

Was Neues muss her, ha das wäre doch gelacht wenn ich das nicht ohne Fräse hin bekomme. Und die Lösung stand direkt vor meiner Nase, meine alte Standbohrmaschine, die Forsterbohrer.
Durchmeser des Bohrers war 15mm, die Tiefe eingestellt, ein Reststück genommen und eine Probebohrung durchgeführt, hier und da
noch etwas nachjustiert bis alles meinen Vorstellungen entsprach.

Da ich mit dem Forsterbohrer nicht überall hin kam, hab ich die Stechbeitel zum Einsatz gebracht, das überschüssige Holz entfernt, ab und zu die Steine auf Probe eingelegt bis sie passgenau waren.
Somit hab ich die Grundplatte fertig.

Ich glaub da hab ich noch was vergessen, die Grund- und Oberplatte, die Außenmaße der Platten beträgt 300x255mm und die
Innenmaße sind 225x221mm, 22,2mm hab ich mit Hilfe der Formatkreissäge entfernt. Dazu hab ich das Sägeblatt auf 10mm Höhe und den Anschlag auf 22,2mm eigestellt. Nun die Platte auf die Säge legen, bis zum Anschlag schieben und ein Probeschnitt durchführen.
Wenn alles zur Zufriedenheit passt können beide Platten mit Hilfe der Formatkreissäge bearbeitet werden. (Man schiebt die Platten vor
und zurück, einmal vom Anschlag und dann geht man nach außen)
ABER VORSICHT PASST AUF EURE FINGER AUF, DIE SIND
SCHNELLER WEG ALS DAS SIE NACHWACHSEN!!!!!

Der nächste Schritt war, die Seitenteile auf die richtige Länge zu bringen. "Lasse ich die Seitenteile voreinander stoßen oder schneide ich sie auf Gehrung?", war mein Gedanke. Das mit der Gehrung gefiel mir nicht, aus dem einfachen Grund, dass die Farbe der Wenge zum Vorschein kommen sollte. Auch das Stirnholz hat eine besondere Maserung, die hervorgehoben werden musste.

Der Rahmen war fertig, alles einmal auf Probe zusammen legen, ob es auch meinen Vorstellungen entspricht, jo, OK.
So, die Standborhmaschiene umrüsten,10ner Holzbohrer eingespannt und die Rahmenhölzer nach der Anzeichnung um etwa die Hälfte
der Stärke bohren, damit die Holzdübel auch passen. Bei den Längsteilen muss etwas tiefer bohren. Das ganze wieder einmal auf Probe zusammen stecken und sehen wo man noch etwas nach arbeiten muss.

Leider ist mir beim Bohren ein Missgeschick passiert. Ich habe beim vorbohren der Dübellöcher einmal die Seiten verdreht, oh man, Löcher kann man bei Metall zuschweißen, dass weiß ich... aber nicht bei Holz. Was nun, ganz einfach, durchbohren, die Löcher mit Dübeln verschließen und den Überschuss abschleifen. Das Ergebnis sieht nicht schlecht aus.

Schraubzwingen und Zulagen raus. Nun wird das ganze verleimt.

3 3. Arbeitsschritt

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3. Arbeitsschritt
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Nun hat man einen Korpus nach der Verleimung. Bevor ich alles verleimt hatte, zeichnete ich mir zur Erinnerung auf der einen Seite die Ober- und Unterseite an, natürlich auch die Tiefe zum auftrennen des Kastens. Nun hab ich zwei Teile, jetzt die beiden Sachen verbinden. Dazu habe ich einfach kleine Scharniere benutzt. Aufzeichnen, wo sie hin sollen, das ganze mit Zuhilfenahme von Stechbeitel und Holzhammer etwa die Stärke der Schaniere ausstechen und einpassen bis alles so ist wie man es wünscht.

Mit dem Verschluss vorne hab ich noch keine Lösung gefunden, ich hab einfach einen Holzdübel verwendet, den geteilt und jeweils oben und unten gebohrt. Das, was ich mir ausgedacht hatte, war nicht im Baumarkt meines Vertauens zu bekommen. So ein blöden Haken, der verzinkt ist, passt einfach nicht, er muss schon VA sein.

Ich hab schon im Internet nach Alternativen gesucht z.B. Japanische Holzschlösser oder dergleichen, ist aber nichts zu machen, da kommt man sonst wo hin, nur nicht an das was man sucht.

4 4. Ecken und Kanten

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4. Ecken und Kanten
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Der kleine Koffer ist soweit fertig, nun hab ich die ganzen Ecken und Kanten mit Hilfe meiner kleinen mobilen Oberfräse gerundet. Wie immer erst bei einem alten Restholz wird eine Probefräsung durchgeführt.

Das ganze Schmuckstück wurde hinterher nochmal mit einem Schleifschwamm bearbeitet bis das Ergebnis mich zufrieden stellte.

5 5. Montage

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5. Montage
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Das Zuschneiden, Fräsen, Verleimen und Schleifen ist jetzt fertig, gut, dann kann ich die beiden Teile zusammenschrauben. Na das Ergebnis hat mir gefallen, mmhh...... irgendwas fehlt doch noch, .... klar der Griff. Alles noch mal durchgesehen...und da ist doch ein schönes Teil, sogar orginal verpackt. Ran gehalten, ob es auch farblich passt -ja es passt. Löcher anzeichnen, Akkuschrauber raus und die Löcher gebohrt, angeschraubt, sauber.

So, jetzt bin ich doch hoffentlich fertig, denkste. Wenn ich das Köfferchen trage, geht es zwar nicht auf, aber die Steine können sich im Koffer bewegen und dadurch Schaden nehmen. Kurz nach gedacht, ein Blick in der Werkstatt umhergehen lassen,.... da ist noch Füllmaterial zum Polstern und reichlich Leder in allen Farben. Da lässt sich was draus machen.

Eine gute Handvoll Polsterschaum in den Kofferdeckel gepasst und ein Stück Leder auf die richtige Größe geschnitten. Angelegt und neeee, die falsche Farbe, die muss schon etwas dunkles und auch helles haben, am besten beides. Haaaab es, Schwarz-Bordeauxfarben-Marmoriert, genau das richtige Leder dazu. Tacker raus, grob befestigen und alles fertig tackern. Den Schütteltest machen, es sind keine Geräusche zu hören.

OK, jetzt die ganze Schatulle/Köfferchen mit Öl behandeln und trocknen lassen. FERTIG.

6 Die restlichen Bilder

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Die restlichen Bilder
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8 Arbeitsschritt 8

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28 Kommentare

zu „Transportbox für Schleifsteine“

Sehr gut beschrieben und die Box schaut wirklich gut aus...
2012-04-05 18:20:57

Sieht sehr Edel aus.
2012-04-05 18:28:52

Bonsaijogi, ich hab den Boden so belassen aus dem einfachen Grund, nach dem Schleifen sind die Steine noch Nass ,wenn ich sie dann reinlegen würde ,fängt der Samt an zu schimmeln, daher werde ich den Grund noch mindestens 8-10mal mit Öl behandeln. Das ist dann wasserabweisend.
2012-04-05 18:43:25

Saustark gemacht, auch saustark erklärt und absolut edel geworden.

5 Daumen gerne vom Daniel
2012-04-05 19:36:31

absolut Spitze !!
sag mal ... hast Du keine Oberfräse ??
2012-04-05 19:55:26

doch die ist auf wanderschaft (ausgeliehen)
2012-04-05 20:36:31

Sehr edles Stück geworden. Nur die Spitzen des Forstnerbohrers würden mich persönlich stören, aber sie sind ja unter den Schleifsteinen...
2012-04-05 20:50:19

Boah das sieht ja super edel aus und die Bauanleitung übertrifft ja alles obergigantisch
2012-04-05 20:58:49

Sehr schönes Projekt und verdammt schönes Holz.
2012-04-05 22:14:10

Nobel, 5 Schleifsteine
2012-04-05 22:35:55

Ja eine sehr schöne Kiste und tolles Holz, aber Tropenholz.
2012-04-06 00:10:53

Klasse geworden sehr gute Bauanleitung, volle Punkte.....
2012-04-06 06:49:27

Die Kiste sieht sehr edel aus. Könnte ich mir gut auch für andere schöne Dinge vorstellen.
2012-04-06 09:15:18

richtig toll geworden...

nur eins noch.... Wenge hat leider die Eigenschaft durch Sonneneinstrahlung sehr stark zu verblassen... darum bleichen Schreiner vorher die Wenge und beizen sie wieder auf den Wengeton ein... die Beize ist Lichtstabil.
evtl war deine Wenge schon so vorbehandelt von deinem Schreiner ?
Fragen kostet ja nix....frag ihn einfach.
grüssle, sonouno ;-)
2012-04-06 09:55:28

Danke an alle, das mit der Beize weiß ich nicht, aber danke für den Hinweis. Die Wenge ist der Rest, der von einem Auftag übrig geblieben ist. Ich hab trotzdem alles noch mal abgeschliffen und hinterher mit ÖL behandelt.
zu Munze1: Das Tropenholz bekomme ich für 0 Euro, das ist Brennholz. Soll ich es verbrennen (ich hab kein Ofen) oder schöne Dinge daraus fertigen?
2012-04-06 10:08:08

Wunderschön..alles andere steht schon geschrieben..:)
2012-04-06 12:59:52

Tolle Box für deine Schleifsteine, tolle Beschreibung mit vielen Bildern.
2012-04-06 20:06:37

Sieht Schmuck aus das Käschtl. Aber ... mit der Oberfräse wärs nochmal besser geworden. Nciht wieder verleihen ;) 5 Steine
2012-04-06 20:30:03

Lach...ich bekenne mich schuldig...die Oberfräse wohnt seit ein paar Tagen bei mir und ich hab mich extra erkundigt...sie darf auch noch ein bissl bleiben ;)
Baba, ich liebe Deine Arbeiten! Wunderschöner Materialmix und anschaulich beschrieben! 5 Daumen, denn mehr geht ja nicht!!!
2012-04-07 12:04:47

Einfach nur WOW .................
alles andere steht schon ..........
2012-04-08 17:49:11

Ein richtiges Schmuckkästchen ist das geworden.
Das zeig ich mal besser nicht meiner Frau, sonst will die wohl auch so was haben und zwar für ihren Schmuck, was sonst.
Auf jeden Fall sehr edel geworden.
5 Daumen von mir
2012-04-09 07:47:45

Sehr schöne Box und gut erklärt. Ich köönte mir die Box auch gut als Humidor für Zigarren vorstellen, man müsste nur den Innenteil etwas anders gestalten. Top Sache Danke sehr
2012-06-22 19:47:03

Klasse Idee 5d
2013-06-23 13:26:26

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