Spannplatte um Bretter zu verleimen

NEXT
verleimte Bretter
1/2 verleimte Bretter
PREV
Holz
Werkstatthelfer
von grafiks
17.05.12 23:02
4028 Aufrufe
  • 2-3 TageMittel
  • 2-3 Tage2-3 Tage
  • 3030,00 €

Ich habe eine Holzplatte gebaut, mit der man Holzbretter und Leisten verleimen kann, ohne das die Bretter/Leisten beschädigt werden.
Und es können auch schiefe, kurvige und nicht parallele Bretter/Leisten verleimt werden.

Zusätzlich werden durch 2 Querhölzer die zu verleimenden Bretter nach unten gehalten damit sie durch den Spanndruck nicht nach oben wegspringen können.

Die Grundidee kam von einem käuflichen Multifunktionstisch, bei dem man auch viele Möglichkeiten hat Bretter zu verspannen. Allerdings kostet der über 600€ und kann wesentlich mehr als ich benötige.

Also habe ich mir Gedanken gemacht wie ich Bretter verleimen kann ohne immer mit Schraubzwingen zu hantieren zu müssen. Gerade große dünne Bretter kann man mit Schraubzwingen schlecht verspannen. Die Bretter springen immer wieder hoch, die Kanten brechen oder die Spannfläche der Zwinge ist höher als das Brett und man kann die Bretter nicht flach auflegen um die Mitte der Zwingenbacke zu treffen.

Ich habe also ein großes stabiles Brett genommen, 20er Löcher reingebohrt, gedrehte Stahlzapfen in die Löcher gesteckt, die zu verleimenden Bretter geleimt und aus das große Brett gelegt. Schutzhölzer zwischen Bretter und Zapfen gelegt und das ganze mit Holzkeilen verspannt. Dann 2 Spannleisten mit Schrauben und Muttern verschraubt. Fertig.


leimen, Schraubzwingen, Spannbrett
4.9 5 24

Bauanleitung

Benötigtes Material

Stk. Beschreibung Material Maße
Buchenplatte  Holz  60 x 60 x 40 
10  Stahlzapfen  Stahl  Ø20 / Ø50 x 50 
20  Keile  Holz  verschiedene 
Holzleisten  Holz  60 x 6 x 2 
Schrauben  Stahl  M12 x 100 
Muttern  Stahl  M12 
Scheiben  Stahl  Ø30 

Benötigtes Werkzeug

  • Schlagbohrmaschine
  • Oberfräse
  • Deltaschleifer
  • Winkel
  • Nägel
  • Hammer
  • Forstnerbohrer
  • Konturenfräser
  • Walzenfräser

1 Spannbrett anzeichnen

Winkel zum Anzeichnen
1/1 Winkel zum Anzeichnen

Als erstes das Brett anzeichnen, dafür verwende ich meinen Lieblingswinkel. Da dieser Löcher in vorgegebenen Abständen hat, fixiere ich diesen mit einem Nagel, und schlage dan in den gewünschten Abständer einen weiteren Nagel, dadurch habe ich direkt eine Zentrierung für den Bohrer.

2 Löcher bohren

NEXT
Bohrungen Ø20
1/2 Bohrungen Ø20
PREV

Als nächstes werden die Ø20er Löcher gebohrt. Umso mehr Löcher man bohrt, umso mehr Möglichkeiten hat man hinterher verschieden große und geformte Bretter zu verspannen.

3 Kanten abrunden

NEXT
gerundete Kanten
1/3 gerundete Kanten
PREV

Damit die die Bohrungen nicht zu scharfkantig sind, habe ich diese mit der Oberfräse und einem entsprechenden Fräser abgerundet. Genauso am ganzen Brett alle Außenkanten.

4 Löcher anpassen und Abschluß

NEXT
Zapfen mit Bohrungen
1/5 Zapfen mit Bohrungen
PREV

Die Stahlzapfen habe ich in einer Dreherei anfertigen lassen. Da ich nichts dafür bezahlt habe, weiß ich nicht was die Kosten würden, aber ich schätze mal 10-15€/Stck. Bei mir waren Stahlzapfen in den gebohrten Ø20er Löcher etwas stramm, daher habe ich sie mit dem Walzenfräser etwas aufgebohrt. Die Stahlzapfen sollten einfach raus- und reingehen, aber dürfen nicht wackeln. Sonst verkanten sie beim Spannen.Jetzt können die zu verleimenden Bretter aufgelegt werden, die Stahlzapfen werden mit 1-2cm Abstand in passende Löcher eingesteckt. Schutzhölzer anlegen, mit Keile verspannen. Spannhölzer auflegen und verschrauben. Wenn man zuviel Leim an die zu verleimenden Bretter getan hat, besteht die Gefahr, dass die zu verleimenden Bretter an das Hauptbrett festkleben. Um das zu vermeiden kann man dünne ( 2-3mm ) Sperrholzleisten unterlegen.Wenn der Leim getrocknet ist, kann man die Spannleisten entfernen, und die Nahtstelle gut überschleifen, da die Bretter nicht hin und herwackelnFalls ihr noch Fragen habt, einfach anschreiben....Als letztes werden in die 2 Spannbretter Ø13er Löcher gebohrt, um diese mit den M12er Schrauben verspannen zu können. Da die Löcher im Hauptbrett Ø20 sind, benötigt man für die Schrauben etwas größere Scheiben. Dadurch können die Spannbretter an jeder Stelle des Hauptbrettes verschraubt werden.

27 Kommentare

zu „Spannplatte um Bretter zu verleimen“

Die Spannplatte ist sehr sauber verarbeitet und die Anleitung ist gut.
2012-05-17 23:44:54

Tolles Hilfmittel und die Anleitung ist klasse beschrieben und bebildert.
2012-05-18 06:36:06

Eine super Hilfe und so toll beschrieben, daß man es leicht nachbauen kann
2012-05-18 06:49:14

Sehr gute Idee und sauber verarbeitet... 5 D
2012-05-18 08:10:08

Ein Supertool hast du da geschaffen. 5 Spannkeile
2012-05-18 11:31:09

Respekt, sehr Hilfreich, Klasse gemacht......volle Punkte....
2012-05-18 13:47:41

Sehr schönes Projekt und auch sehr gut erklärt von Dir. Saubere Arbeit und 5 Daumen von mir.
2012-05-18 17:06:29

Sehr praktisch und gut beschrieben, klasse...................
2012-05-18 17:54:12

Gute Idee :)
Wo kann man denn einen solch tollen Winkel kaufen ?
2012-05-18 20:41:01

super arbeit, klasse gemacht, kommt auf die nachbauliste
5 daumen
2012-05-18 21:46:10

Den Winkel habe ich aus dem OBI für knapp 18€.
2012-05-18 22:12:54

sehr schön beschrieben, super durchdacht!!! 5 D
2012-05-18 23:10:06

Hab mal bei einem Schreiner nachgefragt, und er meint, wenn man die Platte mit Leinoel schützt, bleiben die zu verleimenden Bretter nicht auf der Spannplatte kleben, wenn etwas Leim austritt..
2012-05-19 00:29:15

... sauber ausgeführt. Gute Idee.
2012-05-19 10:28:03

Sehr schöne Idee, die lässt sich bestimmt noch weiter entwickeln
2012-05-19 21:20:26

Tolle, praktische Spannplatte, gut beschrieben.
2012-05-22 09:32:39

Tolle Idee. Werde sie mir bald nachbauen. 5 D von mir
2012-05-27 14:01:51

sehr schön... gute Idee
2012-06-04 21:54:28

sehr schön beschrieben! Habs als Lesezeichen gespeichert
5D
2013-04-08 21:00:01

Tolles Hilfsmittel 5d
2014-01-11 10:20:25

Werde Mitglied in der großen deutschen Heimwerker-Community!
Jetzt anmelden!