Rollbett für Kinder bohren,Schrauben,Bett,Kinderbett,Klebefolie,Rollbett,Lackfolie
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Möbel
von schreibi
16.06.11 20:27
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  • 1-2 TageLeicht
  • 1-2 Tage1-2 Tage
  • 6060,00 €

Mein großer Sohn ist jetzt mittlerweile in einem Alter, in dem er sich wünscht, dass seine Freunde auch mal bei ihm übernachten dürfen. Und für Übernachtungsgäste braucht man ein Bett. Da unter seinem Bett noch einiges an Platz vorhanden war, entstand die Idee, ein passendes Rollbett zu bauen, was bei Nichtgebrauch darunter geschoben werden kann.
Die Planung und Durchführung musste etwas schnell gehen, weil mein Sohn diesen Wunsch schon länger geäußert hat und langsam sauer wurde. Deshalb auch die Wahl der Materialien: MDF für die Teile und Folie zur farblichen Gestaltung. Nach einem Tag war dann alles fertig.
Hat man etwas mehr Zeit, kann man die Bettteile auch schön streichen, oder anderes Material verwenden (richtiges Holz) und dann lackieren, lasieren oder was auch immer.
Die Matratze, die sich verwenden lässt, sollte etwas flexibel in der Länge sein. Dies ist nötig, weil das Rollbett nicht ganz Standardmaßen entspricht: Es ist kürzer, weil es unter ein anderes Bett passen soll. 5 Zentimeter sind es im Normalfall. Eine Ferderkernmatratze geht höchstwahrscheinlich nicht. Eine Schaumstoffmatratze lässt sich hineinquetschen, alternativ könnte man den Schaumstoffkern auch abschneiden.

Leider habe ich nicht von allen Arbeitsschritten Fotos, da ich das Rollbett vor meiner Zeit hier gebaut habe. Es würde mich freuen, wenn dem einen oder anderen mein hier eingestelltes Projekt gefällt und evtl. zum Nachbau anregt. Änderungsvorschläge sind willkommen, Kritik aber auch!


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Bauanleitung

Benötigtes Material

Stk. Beschreibung Material Maße
Stirnteile  MDF  750 mm x 150 mm x 19 mm 
Seitenteile  MDF  1550 mm x 150 mm x 19 mm 
Stabilisierung  MDF  712 mm x 100 mm x 19 mm 
Auflageleisten Lattenrost  Holz  1540 mm x 36 mm x 16 mm 
Auflageleisten Lattenrost  Holz  1400 mm x 700 mm 
  Spaxschrauben     
16  Möbeldübel  Holz  8 mm 
Designfolie Lack, gelb  Folie  1500 mm x 675 mm 
Möbelrollen mit Anschraubplatte  Metall  30 mm Durchmesser 

Benötigtes Werkzeug

  • Akku-Schrauber
  • Markierspitzen
  • Bleistift, Lineal, Winkel, Schere, Messer, Tuch

1 Planen und Messen

Planen und Messen
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Das Bett, unter welchem das Rollbett aufbewahrt werden soll, ist Ausschlag gebend für die Maße des Rollbetts. Die nachfolgenden Angaben sind etwas unpräzise; es kommt immer auf die Umstände, z.B. Materialstärke (hier 19 mm) oder verfügbaren Platz, an.

Breite: Zweimal Materialstärke plus 700 mm Lattenrost plus etwas Luft
Länge: 1610 mm verfügbare Länge minus zweimal Materialstärke minus etwas Luft
Höhe: 220 mm verfügbare Höhe minus Rollenhöhe minus etwas Luft.

Für meinen konkreten Fall habe ich die Maße so festgelegt, wie sie in der Materialliste aufgeführt sind. Bei der Ermittlung der Höhe muss darauf geachtet werden, welche Rollen und welche Matratze verwendet werden, und auch darauf, wie weit die Matratze am Ende über die Bettkante hinaus ragt.

2 Materialeinkauf und Zuschnitt

Ich habe mich bei den Bettteilen für MDF (Mitteldichte Faserplatte), entschieden. Da ich zudem etwas von meinem Sohn unter Zeitdruck gesetzt worden bin, war keine Zeit dafür, die Bettteile mit Farbe zu streichen. Also sollte Lackfolie drauf. An Rollen kaufte ich weiche für harte Böden (hier: Laminat); sie sollten sich in alle Richtungen drehen lassen, dass macht das Schieben des Rollbettes leichter.

Alles notwendige bekommt man normalerweise im Baumarkt, evtl. den Lattenrost kauft man im Möbelhaus. Ich habe einen aus dem großen, blau-gelben Möbelladen genommen. Man kann aber natürlich auch einen selber bauen.
Die MDF-Platten habe ich gleich im Baumarkt laut Liste auf das entsprechende Maß zuschneiden lassen. Ich finde dies einfacher, schneller und bequemer, als wenn ich es zu Hause selber machen müsste. Kann man aber auch selber machen... Die Auflageleisten für den Lattenrost sind normale Kanthölzer, die für diesen Zweck geeignet erschienen.

3 Schraub- und Dübellöcher bohren

Der Zusammenbau erfolgt mit 8 mm Holzdübeln und Schrauben. Dazu sind die notwendigen Bohrlöcher anzuzeichnen. An den Stirnseiten der Seitenteile sowie der Stabilisierung erfolgen die Bohrungen längs der Mitte: außen die Löcher für die Schrauben, innen die für die Dübel. Die Seitenteile werden am Ende mit zwei Schrauben, die Stabilisierung mit einer Schraube versehen. Alles in allem sind das 12 Schrauben- und 16 Dübellöcher.Die so gebohrten Dübellöcher der Seitenteile überträgt man mit Hilfe von Markierspitzen auf die Stirnteile. Die Dübellöcher der Stabilisierung sind so auf die Seitenteile zu übertragen, dass diese später bündig mit der Unterseite der Seitenteile sowie der Stirnseite abschliessen.Schraublöcher bohrt man etwas kleiner, als der Durchmesser der verwendeten Schrauben groß ist. Die Dübellöcher bohrt man so tief, dass diese nicht völlig versinken sondern ca. 10 mm herausragen. Exaktes messen und gerades Bohren ist wichtig, damit am Ende die Teile genau zusammenpassen.

4 Aufkleben der Folie

Aufkleben der Folie
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Bevor die Bettteile zusammengebaut werden, werden sie mit Folie beklebt. Die Teile müssen sauber, trocken und staubfrei sein.Das Problem bei der verwendeten Folie sind die Maße: Sie ist zu kurz, um ein Seitenteil komplett zu bekleben. Also wurde die Folie stückweise aufgeklebt, beginnend auf der Rückseite in Höhe der späteren Auflageleisten über die Vorderseite wieder nach hinten. Mit einem sauberen, weichen Tuch wird die Folie blasenfrei festgedrückt; an den Kanten ordentlich reiben, damit die Folie einen sauberen Falz bekommt und sich dort später nicht löst. Das nächste Stück wird bündig und ohne Überlappung aufgeklebt. Das ist etwas schwierig und erfordert Geschick und Geduld: Ein Stück das Trägerpapier abziehen; an der Vorderseite auflegen, so, dass die Enden ungefähr auf der Rückseite an die richtige Position gelangen; darauf achten, dass ein bündiger Anschluss erreicht wird und festdrücken; danach Folie ganz aufkleben.Die Stirnteile werden in ähnlicher Weise beklebt. Bei der Stabilisierung ist dies nicht nötig, da sie nicht sichtbar sind.

5 Auflageleisten anbringen, Befestigen der Rollen

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Auflageleisten anbringen, Befestigen der Rollen
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Sind die Bettteile mit Folie beklebt, wird je eine Auflageleiste an jedes Seitenteil geschraubt. Dazu die Kanthölzer ablängen, dabei etwas Luft lassen (so kommen die lt. Materialliste 1540 mm zusammen). Löcher für Schrauben aller 200 mm bohren und die Leisten gerade auf die Seitenteile schrauben.
An der Stabilisierung werden nun noch die Rollen angeschraubt. Jeweils schön in gleichem Abstand von den Außenkanten.

6 Zusammenbau

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Zusammenbau
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Nun können die Bettteile zusammengebaut werden: Dübel in die Löcher, alles zusammen stecken und zusammen schrauben. Wurde sauber gearbeitet, sollte alles passen.Zum Schluss wird der Lattenrost auf die Auflageleisten gelegt und an den Enden mit kleinen Schrauben fixiert.

17 Kommentare

zu „Rollbett für Kinder“

Wie ich schrieb, ist das Bett vor meiner Zeit bei dieser Community entstanden. Da habe ich noch nicht ans Bilder machen gedacht. Hätte auch lieber ein paar mehr dazu gestellt...
2011-06-16 21:46:32

Auch ohne Bilder ein gutes Projekt
2011-06-16 22:55:39

Nette Idee und passt farblich gut zu dem Bett.
2011-06-16 23:31:19

Das Bett ist Dir gut gelungen und passt farblich wirklich gut in jedes Kinderzimmer. Die Arbeitsschritte sind gut erklärt und das Endergebniss kann sich wirklich sehen lassen.
Grüße
2011-06-17 06:57:22

Sieht doch gut aus. Kleiner Tipp, wenn du vorne statt rollen klötze machst, rollt der Besuch nicht die ganze Nacht durchs Zimmer. Oder beim springen von dem Bett unten nach oben rutscht nichts weg. Zum Rausziehen muss man dann aber vorne etwas anheben.
Gefällt mir aber gut.
2011-06-17 12:27:14

Sieht sehr Bunt aus - für Kinder sicher was tolles. Zur Anleitung - als Vorlage für Ideen völlig ausreichend - zum Genauen nachbau halt nicht *g - aber so ist das mit älteren Bauten *g. Ich finds für mich OK und geb 5 Daunenfedern :)
2011-06-17 12:40:17

Zum Nachbau zu empfehlen, so hat man auch stets ein Gästebett zur Verfügung und der Platz wird nicht unnütz verschenkt. Gute Idee.
2011-06-17 21:54:35

@sandro: Dein Tipp ist auf jeden Fall gut! Ist mir eigentlich auch schon selbst aufgefallen, aber ich vergaß, es zu erwähnen. Ergänzend sind auch zwei feststellbare Möbelrollen denkbar. Dann kann das Bett vor ungewolltem Wegrollen gesichert werden, aber es ist immer noch leicht möglich, es überall hinzurollen.
2011-06-17 22:26:38

Papa, ich brauch ein Bett für meine Freunde. Und schwupps, Papa machts. Und schön ist es auch noch. Sehr gut geworden, gefällt mir gut. Hier kommen Däumchen.
2011-06-18 11:01:14

Also mir gefällt dein Bett, wäre froh gewesen, ich hätte damals so ein tolles Bett gehabt, wenn meine Freundin bei mir übernachtet hat.
5 Daumen
2011-06-19 21:02:26

Das Rollbrett ist eine prima Idee. Vielleicht bekommt unser Sohn (3 Monate) von mir auch mal ein solches Zusatzbett für seine späteren Freunde gebaut. Sehr nette Anregung.
2011-06-21 21:54:29

Eine sehr praktische Idee, und ausserdem hübsch.
2011-06-25 17:01:50

Sieht doch toll aus und mir reicht die Beschreibung auch aus. Der Tipp mit den Klötzen im vorderen Bereich ist sehr gut. Wichtig ist doch auch, dass Dein Sohn endlich Besuch empfangen kann und er mit Stolz sagen kann: "Hat mein Papa mir gebaut." 5 Daumen für Papa
2013-01-30 04:25:02

toll geworden
2013-03-31 18:46:28

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