Lochreihenschablone für Regalböden

Lochreihenschbalone
1/1 Lochreihenschbalone
Werkstatthelfer
von Holzopa
22.03.14 00:21
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  • 11,00 €

Für eines meiner Projekte (Hochregal) musste ich vier Lochreihen mit jeweils über 50 Löchern im Abstand von 32mm bohren (System 32). Das ist freihand kaum in der benötigten Präzision zu schaffen. Angeregt von einigen Projekten hier machte ich mich an meine Version einer solchen Schablone.


System 32, WerkstatthelferLochreihenschablone
4.7 5 39

Bauanleitung

Benötigtes Material

Stk. Beschreibung Material Maße

Benötigtes Werkzeug

  • Handkreissäge
  • Tischbohrmaschine
  • Oberfräse
  • 5 mm Dübelfräser

1 Vorarbeiten

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Vorlage entwerfen
1/4 Vorlage entwerfen
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In Inkscape zeichnete ich mir eine Vorlage in Originalgröße von ca. 105cm (Bild 1). Dabei achtete ich darauf, die Maße des System 32 zu übernehmen (Seitenabstand 37mm, Abstand der Bohrungen zueinander 32mm).

Die Vorlage wurde als Bild gespeicher und mit Easy Poster Printer ausgedruckt (Bild 2). Die Teile wurden zur fertigen Vorlage zusammengeklebt (Bild 3) und zugeschnitten (Bild 4).

2 Zuschnitt

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Probeschnitt
1/3 Probeschnitt
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Da die Schablone für ein Projekt im Rahmen eines Werkzeugtestes benötigt wurde (Akku-Handkreissäge PKS 18 Li), habe ich den Zuschnitt der Teile mit dieser Säge gemacht. Mit einer TKS oder BS wäre das natürlich etwas schneller möglich.

Aus dem Restefundus suchte ich mir passende Teile. Diese mussten mindestens 105cm lang und gut 7cm breit sein und vor allem gerade sein. Nachdem ich etwas geeignetes gefunden hatte machte  ich erst einen Probeschnitt. Wie man sieht, werden die Schnittkanten mit der Akkusäge bei langsamer "Fahrweise" recht glatt (Bild 2).

Jetzt konnte die Leiste auf Maß gesägt werden. Dazu verwendete ich eine Schiene zum Einkürzen der Länge (Bild 3) oder auch meinen verlängerten Parallelanschlag (Breite anpassen).

3 Bohrungen für Oberfräse

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Überstand abschneiden
1/10 Überstand abschneiden
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Die zugeschnittene Leiste wurde geschliffen und entstaubt. Dann klebte ich eine Lage Paketband und darauf die Vorlage an. Die überstehende Vorlage wurde mit einem scharfen Messer abgetrennt (Bild 1).

Der Bohranschlag wurde nach der Linie ausgerichtet (Bild 2) und mit einem dünnen Bohrer wurden die Bohrmittelpunkte durchbohrt (Bild 3).
Für den Kopierring meiner Handfräse benötigte ich Bohrungen mit 16mm Durchmesser. Ein Spatelbohrer hatte das passende Maß. In einem Rest der Leiste machte ich eine Probebohrung mit deren Ergebnis ich serh zufrieden war (Bilder 4+5). Der Kopierring sitz straff in der Bohrung (Bild 6).

Die Lochreihe konnte gebohrt werden. Ich bohrte zuerst auf der Rückseite alle Löcher einige Millimeter tief ein (Bild 7). Dann drehte ich die Leiste um und bohrte von der Vorderseite durch (Bild 8).
Diese Vorgehensweise bringt zwei Vorteile: einmal gibt es so keinerlei Ausrisse/Ausfransungen an den Kanten und zum anderen bleiben klein "Lochscheiben" als Rest über, die ich vielleicht mal anderweitig gebruachen kann (Bild 9).

Sind alle Löcher gebohrt wird die Vorlage abgezogen (Bild 10).

4 Schablonenanschlag

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Breite des Oberteils anzeichnen
1/10 Breite des Oberteils anzeichnen
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Um die Schablone am Werkstückrand anlegen zu können bekam sie einen Anschlag.
Auf einer etwas dünneren Leiste zeichnete ich die ungefähre Breite des Hauptteiles an (Bild 1). In der Mitte dieses Teiles bohrte ich einige Löcher und senkte diese auf der Rückseite an (Bild 2). Noch etwas glätten (Bild 3) und die beiden Teile können verleimt und verschraubt werden (Bilder 4+5).
Jetzt bekommt alles einen letzten Feinschliff (Bild 6).

Aus einem kleinen Rest (kann ruhige ünner sein) sägte ich ein passendes Stück für die Schmalseite der Schablone. Dieses bekam mehrere Bohrungen, welche ich von beiden Seiten (!) ansenkte (Bild 7).
Dieses Teil kann als Anschlag an das obere (oder bei Bedarf auch das untere(!) Ende der Schablone geschraubt werden (Bild 8). Wichtig ist dabei, dass dieser Anschlag nur verschraubt und nicht geleimt wird, da er bei langen Lochr entfernt werden muss!

Abschließend lasierte ich das Ganze mit einer wetterfesten Lasur (was ich grad so da hatte) (Bild 9).

Das Video zeigt den ersten Arbeitseinsatz der Schablone. Die Löcher werden mit einem 5mm Dübelfräser mit höchster Geschwindigkeit gesägt (hier empfiehlt es sich, beim Fräser nicht zu sparen. Ich habe so einen verwendet).

5 Verlängerungsnupsi

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Umriss anritzen
1/9 Umriss anritzen
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Da die Schablone deutlich kürzer als das Werkstück war musste eine Möglichkeit her, um die Lochreihe im exakten Abstand fortsetzen zu können. Dazu bastelte ich mir einen Nupsi (mir fällt keine passende Bezeichnung für das Teil ein).

Mit dem Spatelbohrer ritzte ich den Umriss an, zugleich wurde such die Mitte markiert (Bild 1). Mit der Dekupiersäge sägte ich an der Außenkante des angeritzen Kreises den Nupsi aus (Bild 2). Dies Schnittkante wurde geglättet (Bild 3), der Nupsi passt (Bild 4).

Mittels Schiebelehre ermittelte ich die Länge des Bodenhalters (Bild 5) und machte eine Bohrung mit der passenden Tiefe (Bild 6). Ein Haltestift wird eingeklopft (Bild 7) und der Verlängerungsnupsi kann eingesetzt werden (Bild 8).
Da er aus einem dickeren Reststück gesägt wurde steht er etwas über. Damit die Oberfräse nicht hängen bleiben kann habe ich den Überstand mit einer Feinsäge angetrennt (Bild 9).

Anwendung:
Ist man Ende der Schablone angelangt wird der Anschlag an der Schmalseite entfernt (deshalb nur geschraubt!). In das erste Loch wird der Nupsi gesteckt (Stift nach unten). Der Stift passt genau in die Bohrungen (5mm) und wird in die letzte Bohrung  gesteckt. Die Schablone ausrichten und festklemmen. Schon kann im richtigen Abstand weitergebohrt werden.
Das ganze wird solange wiederholt bis man unteren Ende des Werkstückes angelangt ist.

41 Kommentare

zu „Lochreihenschablone für Regalböden“

Klasse geworden und gemacht .......
2014-03-22 06:33:54

Ist richtig gut geworden!
Klasse
5D von mir
2014-03-22 07:20:45

alleine für den irren Aufwand gebühren dir 5 Löcher, ich hätte wahrscheinlich nur 10 Löcher und die Nubsi-Verlängerung gemacht ;) - läßt sich dann auch leichter aufheben
2014-03-22 07:28:55

super gemacht und ausführlich und übersichtlich beschrieben. 5D auch von mir.
2014-03-22 08:25:07

danke

@woody
das mit aufbewahren dem stimmt schon, aber nach dem einsatz muss ich sagen, sie hätte noch länger sein können. denn wenn man erst einmal in schwung ist, geht es wie "im flow" dahin. das ummontieren stört diesen fluss
2014-03-22 09:11:40

Tolle Werkstatthilfe und super Beschreibung. 5D ohne wenn und aber!
2014-03-22 09:33:02

Super beschrieben und ausgeführt. Mehr als 5D geht ja leider nicht ;-)
Ich hätte mir wahrscheinlich den Nupsi (frag mich auch gerade, wie so ein Ding wohl heißt?) gespart und das letzte Loch nur passend für den Regalträger gebohrt. Steht auf jeden Fall auf meiner immer länger werdenden To-Do-Liste.
2014-03-22 09:47:28

Ja das ist wirklich eine super Sache! Mit Kopierring von der Oberfräse lässt sich das ganze dann ganz einfach machen! Das Projekt kommt auf meine Leseliste für Spätere Regalböden ist es super nach zu bauen!!!
5D
2014-03-22 09:51:00

danke für die netten kommentare

@mn1971
so wäre es auch richtig gewesen (letztes loch nur in dübelstärke). aber wenn man im eifer des gefechtes so vor sich hin bohrt ist schnell das letzte loch auch aufgebohrt. und dann heißt es, sich etwas einfallen zu lassen ;-)

@bonsaijogi
zu spät, ist schon drin ;-)
http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Hu morarchiv/Sprache
2014-03-22 10:58:14

Gute Idee, gute Beschreibung
2014-03-22 11:11:12

Saubere Sache. Damit gehen Lochreihen ratsfatz. Wenn Du den Seitenanschlag auch nur geschraubt hättest, könntest Du die Schablone auch für Lochreihen weiter vom Rand gebrauchen. Ist dann zwar nicht mehr "System 32-konform" aber vielleicht kann man das mal brauchen. Aber so gefällt mir die Schablone trotzdem gut, deswegen gibts auch 5 Nubsies!
2014-03-22 11:53:25

Klasse Idee und schön umgesetzt. Den Nupsi find ich gut ;)
2014-03-22 11:54:22

SAUBER UND GUT GEWORDEN:
2014-03-22 12:26:58

MN1971 war leider schneller. Denn genau das wollte ich dir auch vorschlagen. Eigentlich hätte es gereicht, wenn du die Lochreihe mit 5 mm Durchgebohrt hättest, und dann mit dem Durchmesser für den Kopierring nur die notwendige Tiefe von ca. 8-10mm gebohrt hättest. Dann hättest du dir Arbeit gespart, und du hättest die Lochreihe an jeder beliebigen Stelle ansetzten können (mittels Regalbodenträger) Aber Grundsätzlich hast du hier einen tollen Werkstatthelfer gebaut. Gratulation. Vorallem hast du eine sehr sauber Arbeit und Dokumentation hier abgeliefert
2014-03-22 12:34:37

danke

@sugrobi
wenn ich die schablone umdrehe ("auf den rücken lege" kann ich sie frei an beliebiger stelle platzieren ;-)

@fuffy1963
warum sagst mir das nicht früher? ;-)
2014-03-22 12:50:10

Klasse gemacht.
2014-03-22 13:53:34

Tolle Idee 5d
2014-03-22 14:23:38

@Holzopa
Du hast mich ja nicht gefragt ;-))
2014-03-22 14:43:46

gut
2014-03-22 15:23:07

Gut gemacht.
2014-03-22 15:44:49

na mal wieder eine schöne Arbeit 5 Schweißtopen ;)))
2014-03-22 15:50:40

Super gemacht und eine Tolle Idee 5d
2014-03-22 16:12:45

aus den kleinen Scheiben kannst Du ja kleine Räder oder Spielsteine machen
2014-03-22 18:16:35

Stimmt, drehen kannst Du die Schablone ja auch. Hauptsache die Fräse stört sich nicht an dem Parallelanschlag.
DIe Idee vom Fuffy ist natürlich auch nicht schlecht!
2014-03-22 19:40:49

Das ist mir 5 Nupsis wert. Klasse gemacht. So etwas brauche ich auch noch mal .
2014-03-22 19:49:19

Klasse!!!
2014-03-22 20:16:08

prima Werkstatthelfer und klasse beschrieben - wie immer :-))
2014-03-22 21:11:36

Tolle Anleitung, klasse Schablone und 1A Nupsi. 5D :-))
2014-03-22 21:30:36

ich möchte mich den positiven Kommentaren aber sowas von anschließen. Wie von Dir mittlerweile gewohnt eine tolle Anleitung und auch ein tolles Projekt.
2014-03-22 22:06:39

janinez schrieb:
"aus den kleinen Scheiben kannst Du ja kleine Räder oder Spielsteine machen "

genau das waren auch meine ideen :-)
2014-03-23 10:14:35

Toll, toll, toll, ich kann mich den Ausführungen hier nur anschließen und eine so etwas von saubere Beschreibung - Hut ab
5D
2014-03-23 15:21:57

Sehr praktisch. Ich verwende dafür die Wolfcraft Dübelleiste (z.B. hier http://bit.ly/1hTDOic). Aber mit selbstgebautem Werkzeug zu arbeit macht natürlich doppelt Spass.
2014-03-23 18:06:08

Sehr schön, so was kommt auf meine ToDo Liste - 5D!
2014-03-23 19:34:34

Klasse gemacht, super Helfer im Möbelbau! 5Löcher hierfür!
2014-03-24 08:23:03

Auf Meiner ToDo Liste steht so etwas auch schon lange, habe da die Vorlage aus dem Handbuch Oberfräse aber Deine Variante gefällt mir auch sehr gut - 5D
2014-03-24 15:15:51

super gemacht
2014-03-25 20:40:56

Super Anleitung, gleich mal auf meine ToDo-Liste übernommen =) Finde die Idee mit den Bohrungen für den Kopierring der Oberfräse genial. Werde sowas auch noch abwandeln für mein MFT der auch auf meiner ToDo-Liste steht. 5 Daumen an dich ;-)
2015-04-10 15:37:53

Klasse Sache, genau das was ich gesucht habe.
2016-03-05 22:49:24

Das ist die Idee die ich gesucht habe. Ich muss zwar noch entsprechendes Werkzeug kaufen, hoffe aber mit deiner Idee günstiger als die Wolfcraft Dübelleiste zu kommen. Wird noch geprüft.
Deine Lösung kommt jetzt mal direkt auf die Merkliste.
2016-03-27 09:06:44

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