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Laubsägen 2.0
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Ideen und Projekte für Kinder
von galjuergen
17.10.13 11:42
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Jeder hat sicher schon einmal etwas mit einer Laubsäge aus Sperrholz o.ä. ausgesägt. Der eine oder andere hat vielleicht auch die Erwachsenen-Version davon zu Hause - eine Dekupiersäge.
Viel einfacher, genauer und feiner kann man jedoch solche Formen mit einem Laser Cutter ausschneiden. Mögliche Materialien sind hierbei neben Sperrholz auch Acrylglas, Karton, Kork, Leder, Gummi, uvm. Darüber hinaus ist es mit einem Laser Cutter auch möglich Materialien zu gravieren (Edelstahl z.B. kann zwar nicht geschnitten, dafür aber mit einem entsprechenden Tape graviert werden).

So einen Laser Cutter muss man nicht unbedingt zu Hause stehen haben. In vielen Städten gibt es so genannte FabLabs. Dort kann man gegen einen kleinen monatlichen Mitgliedsbeitrag (nach einer kurzen Einschulung) neben Laser Cutter auch 3D-Drucker, CNC-Fräsen, Schneidplotter und ähnliches verwenden.

Ich möchte mit dieser Bauanleitung einen Einblick in die Verwendung eines Laser Cutters anhand eines GCC Spirit GX erklären.

3.7 5 19

Bauanleitung

Benötigtes Material

Stk. Beschreibung Material Maße
Sperrholz    beliebig 
Plexiglas    beliebig 
oder ähnliches     

Benötigtes Werkzeug

  • Laser Cutter (z.B. GCC Spirit GX)

1 Vektorgrafik erstellen

Vektorgrafik erstellen
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Im ersten Schritt muss man die gewünschten Formen mit einem Vektorgrafikprogramm (z.B. Inkscape, Illustrator, Corel Draw, etc.) erstellen. Der Unterschied zwischen einer Vektorgrafik (z.B. *.eps, *.svg, *.ai) und einer "normalen" Grafik (z.B. *.jpg, *.gif, *.png) ist, dass in einer Vektorgrafik nicht einzelne Bildpunkte abgespeichert werden, sondern Pfade, also Vektor-Informationen. Somit ist es auch möglich eine Vektorgrafik beliebig zu skalieren (vergrößern/verkleinern), ohne dass ein Qualitätsverlust auftritt.

2 Einstellungen am Laser Cutter

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Einstellungen am Laser Cutter
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Um nun die Formen mit den richtigen Einstellungen ausschneiden zu können, muss die Vektorgrafik noch richtig formatiert werden. Dazu muss man folgendes wissen: Der Laser Cutter unterstützt 2 verschiedene Modi: Im Vektor-Modus werden die oben genannten Vektoren "nachgefahren". Im Raster-Modus kann man Flächen "füllen". Dieser Modus ist also nur fürs gravieren wichtig.

Außerdem entscheidet der Laser Cutter anhand der Linien- bzw. Füllfarbe, welche Einstellungen zu verwenden sind. Ich habe schwarz (also #000000) zum schneiden und rot (also #FF0000) zum gravieren verwendet. Wichtig ist hier, dass man den Farbwert exakt einstellt, da es sonst zu Fehlern kommt.

Hat man die Grafik formatiert, so müssen die Einstellungen noch am Laser Cutter vorgenommen werden. Der Laser Cutter wird wie ein "normaler" Drucker angesprochen, Über "Datei -> Drucken" kann man also seine Formen ausschneiden/gravieren. Bevor man jedoch gleich "zur Sache geht", muss man den Laser Cutter noch konfigurieren. Das funktioniert wie bei einem normalen Drucker in den "Einstellungen". Ausgewählt werden muss im ersten Tab "Manuelle Farbfüllung".
Im zweiten Tab ("Stift") kann man nun für die verwendeten Farben die entsprechenden Einstellungen vornehmen. Im Happylab gibt es ein Wiki für die gängigsten Materialien. Hier muss man sich bewusst sein, ob man die entsprechende Farbe nur für Vektoren, Füllungen ("Raster"), oder beides verwenden will. Generell muss beim schneiden die Absaugung ("Air") zugeschalten werden. Beim gravieren schaltet man diese aus. 
Im 4. Tab ("Papier") gibt man nun die Größe seines Werkstückes an. Dies hilft, dass man nicht unabsichtlich ein zu kleines Werkstück in den Laser Cutter einlegt.

3 Fokusieren

Fokusieren
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Nun kann man das Werkstück in den Laser Cutter einlegen. Anschließend muss man den Startpunkt richtig setzen. Hierfür nimmt man einfach den Schlitten mit der Hand und schiebt ihn zur gewünschten Position. Danach muss noch der Fokuspunkt des Lasers richtig gesetzt werden. Dazu spannt man einen Fokusstift ein und drückt am Laser Cutter auf "Autofokus". Somit ist der Fokus genau auf die Oberfläche gesetzt. Will man nur gravieren kann man das auch so lassen. Schneidet man jedoch auch im selben Arbeitsgang, so sollte der Fokus noch manuell in die mitte des Materials gesetzt werden. Dazu gibt es am Laser Cutter zwei Tasten zum Heben und Senken des Tisches (+/-).

4 "Drucken"

"Drucken"
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Nun kann man am Computer auf "Drucken" gehen. Der Druckauftrag wird anschließend am Display des Laser Cutters angezeigt. Ist man sich sicher, so drückt man abschließend auf "Start".

5 Beispiel: Holzpuzzle

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Beispiel: Holzpuzzle
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Hier habe ich ein Holzpuzzle aus 4mm Sperrholz ausgeschnitten. Danach verleimt, kleine Rundholzstäbchen als Griffe aufgleimt und anschließend geölt

6 Beispiel: Ohrringe aus Plexiglas

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Beispiel: Ohrringe aus Plexiglas
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Man kann aber auch weitaus feinere Formen, wie z.B. Ohrringe ausschneiden.

18 Kommentare

zu „Laubsägen 2.0“

interessante Technik
2013-10-17 12:55:56

Sher Interessant ......
2013-10-17 15:27:13

Das hat was.
Hab mal nach FabLab´s in meiner Nähe gesucht. Da gibt es eine Verein der so etwas anbietet ( 15€/Monat). Für manche arbeiten schon nicht schlecht.
2013-10-17 16:46:24

Coole Sache - irgendwann hat solch einen Drucker jeder daheim - Danke für den Hinweis - kannte ich sooo noch nicht. Mal schauen ob es sowas auch bei uns gibt.
2013-10-17 16:52:17

nicht schlecht ... ist aber keine Handarbeit mehr
2013-10-17 17:06:03

Für jeden der schnell einen Erfolg verbuchen möchte, bestimmt eine Alternative.
Ersetzt aber nicht die eigene handwerkliche Herstellung. Mir würden Werkzeug und Materialien in der Hand fehlen, auch wenn das Ergebnis natürlich per Laser perfekter wird.
Danke für die Info
2013-10-17 18:41:32

Sehr interessante und informative Einführung in diese Technik. Danke.

5 D
2013-10-17 18:44:55

Interessante Sache.
2013-10-17 20:09:57

Interessant für bestimmte Bereiche, aber ich liebe die Handarbeit
2013-10-17 22:37:30

Danke für eure Kommentare! Mir ist schon klar, dass das keine "echte" Handarbeit mehr ist. Aber auch ein Tischler nutzt z.B. eine CNC-Fräse. Das ist ja dann auch keine Handarbeit mehr :-) Außerdem soll ein Laser Cutter ja vielmehr die Möglichkeiten erweitern und nicht die Handarbeit ersetzen ;-)
2013-10-17 22:48:12

zwar interessant, aber da hätte ich nicht das gefühl etwas selbstgemachtes zu haben. außerdem gefallen mir die dunklen ränder der lasergeschnittenen holzteile nicht.

erinnert mich an das zeug welches auf vielen weihnachtsmärkten um teures geld als "handarbeit" verscherbelt wird
2013-10-18 00:07:35

@Holzopa: Das mit dem teuren Weihnachtsschmuck hab ich mir auch gedacht, als ich das erste Mal Sperrholz sah, welches aus dem Laser Cutter gekommen ist!! Aber andererseits finde ich das nicht unbedingt hässlich.. Bei Acrylglas verbrennt übrigens die Kante nicht...
2013-10-18 00:34:12

werde die sache jedenfalls im auge behalten (habe schon länger einen speziellen fotorahmen geplant - wenn ich endlich zeit dafür habe, da wäre das für den zuschnitt des "glases" eine gute option)
2013-10-18 09:09:31

klasse Idee
2013-10-19 10:55:26

eine interessante kleine Lehrstunde
2013-10-21 07:56:06

Interessantes Ding und schöne Ergebnisse.
2013-10-22 09:16:29

Klasse Projekt 5d
2013-12-29 11:27:57

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