Längsanschlag für mein Frästischmodul

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Längsanschlag mit Schiebbacken
1/4 Längsanschlag mit Schiebbacken
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Werkstatthelfer
von fuffy1963
04.04.15 00:03
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So, jetzt ist es endlich so weit. Wie versprochen kommt hier die Beschreibung des Längsanschlages zu meinem Fräsmodul.  Das Fräsmodul für meine Systemwerkbank hatte ich euch ja hier schon einmal vorgestellt. Ziel war es, einen glatten Anschlag zu bauen, der eine Absaugung für die Frässpäne integriert hat. Außerdem sollten C-Schienen verbaut sein, die zum einen ein Verstellen ermöglich, und zum anderen die Möglichkeit schaffen, Zubehör daran zu montieren. In Kürze kommt dann noch der verstellbare Queranschlag, und ein Anschlagstop. Ich hoffe, das ich euch etwas unterhalten kann, und das mir ja keiner wegen Langeweile einschläft. Ich wünsche allesn Usern noch ein schönes Osterfest

Und hier noch weitere interessante Projekte von mir


Fräsanschlag, Fräsführung, Längsanschlag, Frästisch Zubehör
5.0 5 30

Bauanleitung

Benötigtes Material

Stk. Beschreibung Material Maße

Benötigtes Werkzeug

  • Bosch Tischbohrmaschine, PBD 40
  • Bosch Akku-Bohrschrauber, PSR 18 LI-2
  • Kappsäge, ELU electronic, TGS 171
  • Lamellofräse, Bosch Professional (blaue Linie), GFF 22A Professionell
  • Hammer
  • Schraubendreher
  • Metallbohrer
  • Anschlagwinkel
  • Fräser
  • Holzbohrer
  • Bleistift
  • Körner
  • Senker

1 Verstellbare Backen herstellen

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Nut für die Aufnahme der C-Schiene gefräst
1/9 Nut für die Aufnahme der C-Schiene gefräst
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Ich habe die verstellbaren Backen aus Siebdruckplatten 18mm hergestellt. Dafür habe ich je 2 Streifen 500mm x 100mm mit Montagekleber aufeinander verklebt, als Aufdopplung. Das habe ich gemacht, damit ich noch genug Material stehen habe, wenn ich die Nuten für die Schienen gefräst habe. Sonst würde sich das Material eventuell in sich verdrehen, und wäre nicht stabil genug. Die Backen habe ich auf einer Seite 45 Grad mit der Kappsäge angeschrägt. Anschließend habe ich mit einem provisorischen Anschlag, die Nuten für die Schienen gefräst. 17mm breit, und ca. 11mm tief. Die Tiefe sollte so gewählt werden, damit die Schiene später minimal hinter der Materialoberfläche liegt. Pro Backen habe ich je 2 Schienen verbaut. Eine Schien verläuft genau mittig zum Backen, und ist für das festklemmen an der Grundkonstruktion gedacht. Die andere Schien sitzt direkt am Rand, und ist zur Aufnahme von Zubehör gedacht. Zum Beispiel meinen verstellbaren Fingerschutz aus Plexiglas, eine Andruckfeder oder einen Anschlagstop. Übrigens habe ich diesmal einen anderen Weg gewählt, um die Löcher in die Schienen zu bohren. Ich nahm einen Zentrierbohrer. Das hatte folgenden Vorteil. Erstens verletzte er nicht die Flangen der Schiene, was zuvor mit dem Bohrer passiert war, zweitens wurde das Loch gleichzeitig gesenkt, und ich hatte mir einen Arbeitsschritt gespart.
Nachdem die Schiebebacken aus Siebdruckplatten fertig waren, habe ich in die Basiskonstruktion je 3 Löcher im Durchmesser von 8mm gebohrt. Dort habe ich dann Schrauben M8 Durchgesteckt, und die Schiebbacken mit der C-Schiene aufgesteckt. Auf der Ausenseite habe ich sogenannte Knaufmuttern M8 mit Unterlegscheibe zum festspannen montiert. Das Verstellprinzip ist eigentlich ganz einfach. Knaufmuttern auf der Rückseite lösen, und die Schraubenköpfe können sich in der C-Schiene der Backen frei bewegen. Dadurch kann man den Backen hin und herbewegen. Wenn man die Backen eingestellt hat, die Knaufmuttern auf der Rückseite festdrehen, die Schraubenköpfe pressen den Schiebebacken mit der C-Schiene an die Grundkonstruktion, und der Backen ist somit festgeklemmt. In der Bodenplatte der Basiskonstruktion dann nur noch links und rechts ein Loch Durchmesser 8mm für die Klemmschraube M8 bohren. Nun kann der ganze Längsanschlag in den äußeren Schienen des Frästisches bewegt werden. Deshalb habe ich die Außenschienen auch nicht unterbrochen, und die Querschiene vom Tisch ausgeklinkt, damit ich die Schraube einführen kann. Das ganze ist so konstruiert, das ich den Längsanschlag auf beiden Seiten vom Fräser montieren kann. Wenn ich dann mal ein längeres Werkstück habe, kann ich das Teil auf der Werkbank ablegen.

2 Einzelteile Basiskonstruktion herstellen und verleimen

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In das Auflagebrett vom Anschlag habe ich 2 Löcher 10mm gebohrt, um mit der Stichsäge einen Ausschnitt zu sägen
1/14 In das Auflagebrett vom Anschlag habe ich 2 Löcher 10mm gebohrt, um mit der Stichsäge einen Ausschnitt zu sägen
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Für die Grundkonstruktion habe ich Multiplex Birke 18mm dick verwendet. Als allererstes habe ich einen Ausschnitt 100mm breit in das Bodenbrett gesägt. Das soll dazu dienen, das beim Einsatz des Längsanschlages der Fräser hinter die Anschlagkante eingesetzt werden kann. Des weiteren habe ich in das senkrechte Brett einen halbrunden Ausschnitt gesägt, was den gleichen Zweck erfüllen soll. Aus einem Streifen Multiplex Birke habe ich dann gleichgroße Versteifungen an der Kappsäge gesägt, die exakt 90 Grad haben. Die Versteifungen habe ich dann mit den anderen 2 Teilen und Lamellos zusammengeleimt.

3 Klappe für die Absaugung herstellen

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Klappe in die mittlere Kammer eingepasst
1/5 Klappe in die mittlere Kammer eingepasst
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Aus einem Stück Restholz Birke Multiplex habe ich dann eine Holzbrettchen zwischen den Versteifungen in der Mitte eingepasst. Obere und untere Stirnseite auf 45Grad gesägt, damit es schön anliegt. Das ganze mit einem Anschlußstutzten und Scharnier versehen, damit man es zur Reinigung öffnen kann. Hier wird dann der Staubsauger angeschlossen, für die Absaugung. Bis jetzt funktioniert die Absaugung perfekt. Ich hatte zuerst Bedenken, ob ich zusätzlich irgendwie abdichten muß. Sollte das einmal notwendig werden, kann ich ja immer noch einen Filzstreifen oder ähnliches aufkleben. Den Anschlußstutzen hatte ich noch in meinem Fundus gefunden. Einfach mit der Lochsäge ein Loch gesägt, mit dem Dremel noch etwas ausgeschliffen, und das ganze dann im Schraubstock zusammengepresst. Ich habe bewußt die Öffnung eng gehalten, damit ich nicht kleben muß.

4 Absaugung montieren

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Anschluß HT Schlauch DN 50 auf der Rückseite des Längsanschlages
1/7 Anschluß HT Schlauch DN 50 auf der Rückseite des Längsanschlages
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Mit flexieblem HT Schlauch DN 50, diversen Bögen und Abzweigteile DN 50 habe ich dann eine Verbindung vom Stutzen des Längsanschlages und zur Absaugung der Fräsmaschine auf der Unterseite hergestellt. Ich habe extra den HT Schlauch genommen, da sich die Anschlußmaße zum Stutzen ja verändern, wenn ich den Fräsanschlag verschiebe. An dem Y-Teil, was die 2 HT Schläuche miteinander verbindet, brauche ich nur noch meinen Saugerschlauch einstecken. Nun wird an 2 Punkten die Frässpäne und  der Staub abgesaugt. Einmal am Längsanschlag im Bereich des Fräser, und dann noch direkt unter dem Fräser an der Frässpindel. Die Absaugung arbeitet serh effektiv.
Ich hoffe, das euch dieses Projekt wieder Spaß gemacht hat. Ich freue mich schon darauf, als nächstes euch den Schiebeanschlag zu zeigen.

41 Kommentare

zu „Längsanschlag für mein Frästischmodul“

Uiuiui fuffy das sieht ja immer besser aus! Das wird ja ein Megawerktisch. Ich mag es wie sauber du arbeitest. Volle 5D ist ja wohl klar.
2015-04-04 00:36:29

Danke für die nächtlichen Kommentare und Daumen. Ihr seid ja schneller als die Feuerwehr
2015-04-04 00:56:46

Mensch fuffy jetzt aber husch ins Bett ;-) dass du morgen fit bist
2015-04-04 01:04:31

Guten Morgen fuffy, habe mir soeben Dein Projekt durchgelesen und bin vollauf von Deinem Werktisch begeistert. Natürlich kommen in diesem Fall von Ronny und Pedder eine ganze Handvoll Daumen und liebe Grüße aus Freiburg. Frohes Ostereiersuchen
2015-04-04 04:40:24

Ich reibe mir nicht nur den Schlaf aus den Augen! Auch die Verwunderung, wie sauber und perfekt der Anschlag geworden ist. Die Vorgehensweise mit den T-Nut-Schienen an den verstellbaren Anschlägen hab ich bisher auch noch nicht so gesehen. Bisher haben das alle mit Langlöchern gelöst.

Auf jeden Fall wieder ein Lesezeichen mehr und dir die absolut gerechtfertigten 5 Anschläge! Ebenfalls ein frohes Osterfest!
2015-04-04 07:40:53

Schöne Arbeit, wie immer.
2015-04-04 09:13:37

@ruesay
Ich habe die Schienen deshalb benutzt, damit ich auf der Vorderseite eine durchgehende glatte Führungsfläche habe. So kann bleibe ich beim Vorbeiführen des Werkstückes nicht hängen. Das war mein Entscheidungsgrund
2015-04-04 10:19:21

Für deine Arbeit gebe ich dir 5 Daumen wenn ich noch welche geben könnte würde ich dieses tun. Das ist was für meine Werkbank, Danke.
2015-04-04 10:58:27

Besser geht ist nicht. Sieht sehr gut aus und ne klasse Beschreibung dazu.
2015-04-04 12:03:34

klasse gemacht 5d
2015-04-04 12:09:46

Gute Idee! Die Klasse! 5D!
2015-04-04 12:29:10

Danke euch für die netten Kommentare und Daumen. Aber bei dem ein oder anderen hat es anscheinend nicht geklappt mit dem Daumengeben. Das müßt ihr mal als Fehler im Fehlerthread melden, damit sich die Technik darum kümmert.
2015-04-04 14:17:59

Saubere Arbeit, guter Anschlag. Frohe Ostern mit 5 Eier
2015-04-04 15:47:56

Hut ab. Sehr gut, dein Projekt ist dir wie immer gut gelungen.
2015-04-04 16:01:20

Klasse gemacht 5d
2015-04-04 16:36:12

Wieder ein sehr präzise ausgeführtes Projekt, echt klasse. Die Idee, die verstellbaren Backen in einer rückwärtigen T-Nut Schiene zu führen hab ich so auch noch nie gesehen und finde echt spannend. Dazu eine Frage: Lassen sich die Anschläge leicht und ruckelfrei verschieben? Bei mir ist es nämlich so, das das Verschieben von Sechskantmuttern in diesen Schienen nie ohne Klemmen und Ruckeln abgeht, da sie dazu neigen, sich in der Schiene zu verdrehen. Vielleicht mach ich auch was falsch und du oder jemand anderes hat einen Tipp für mich.
2015-04-04 18:16:36

Genial, das ist Gespeichert
2015-04-04 18:19:26

Also wenn ich ehrlich bin, habe ich da auch so meine Probleme damit. Da gibt es aber auch eine Alternative, die ich jetzt auch schon mehrmals angewand habe. Eventuell wechsele ich diese Schrauben noch gegen Hammerkopfschrauben aus. Zudem ist es sehr hilfreich, wenn man etwas Teflonspray auf die Schieneninnenseite sprüht. Das Zeug klebt normalerweise nicht.
Schau mal hier:
http://www.ebay.de/itm/100x-Schrauben-M 8-x-40-Hammerkopf-Typ-28-15-Mutter-Edelstahl- Halfenschiene-/231519495447?pt=LH_DefaultDoma in_77&hash=item35e7a32517

Das ist nur ein Beispiel für die Schrauben, damit du weißt, wie sie aussehen

Diese Schrauben findest du auch im Bauhaus in der Sanitärabteilung. Die werden bei der Vorderwandinstalltion verwendet

Hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen
2015-04-04 18:22:20

Dein Werktisch mit allem was dazu gehört begeistert mich immer wieder, die überaus gute Beschreibung der einzelnen Arbeitsschritte und das präzise umsetzen von Dir finde ich einfach klasse. Dafür auch von mir 5 Daumen
2015-04-04 18:25:42

Ein hervorragender Tipp, vielen Dank!! Diese Schrauben kannte ich nicht und sie sehen so aus wie Nutensteine mit Gewindestange. Die probiere ich auf jeden Fall aus. Und auf die Idee, in der Sanitärabteilung zu suchen wär ich auch nie gekommen.
2015-04-04 19:44:32

Klasse gemacht und geworden .....
2015-04-04 20:57:15

@JensB
Gerne geschehen, ich helfe gerne weiter. Wenn noch irgendwelche Fragen sind, einfach raus damit ;-))
2015-04-04 23:56:35

Fuffy , was soll ich da noch schreiben ? Kreativer Geist mit Hang zur Sicherheit und bequemen Arbeiten . Das alles verkörperst du mit deinen Projekten 5 Daumen für Idee und wie immer klassen Bauanleitung
2015-04-05 10:39:02

Zwar habe ich noch nie einen geteilten Anschlag bei meinem Frästisch gebraucht, aber trotzdem hast Du mal wieder die von Dir gewohnte, saubere Arbeit abgeliefert. Besonders gefällt mir die doppelte Staubabsaugung.
2015-04-05 11:28:27

@all
Danke für die netten Kommentaren und Daumen. Das spornt richtig an ;-))

@sugrobi
Wie machst du das, wenn nur ein Teil des Fräsers gebraucht wird?
Ja die doppelte Absaugung ist schonsehr effektiv. Man sieht es der Fräse zwar nicht an, sie ist aber wie dafür geschaffen, um in den Tisch zu bauen.
2015-04-05 12:26:07

Wie immer ein super Projekt von dir . Klasse gemacht.
2015-04-05 12:49:53

Ehrlich gesagt, kommt es bei mir in den seltensten Fällen vor, das ich nur einen Teil des Fräsers brauche. In meinem Incra-Anschlag ist eine kleine Öffnung, die hat bisher immer ausgereicht. Zum abrunden oder anfasen nutze ich eh Fräser mit Kugellager, da brauche ich gar keinen Anschlag. Für Falze reicht die vorhandene Öffnung.
2015-04-05 13:53:00

Musste aber viel lesen ;-) hast ja wieder was feines gebaut, sauber gearbeitet.
2015-04-06 05:26:23

Wieder einige schöne Detaillösungen und wie immer sehr gut beschrieben und bebildert.
2015-04-06 11:07:17

@Sugrobi
Wenn ich mit einem normalen Nutfräser einen Falz fräsen will, dann habe ich schon die Situation, das man den Fräser teilweise verschwinden lassen muß. Im Prinzip gebe ich dir aber recht, man braucht das nicht sehr oft. Ich sage halt immer: "Sei für alles gerüstet, und wer hat, der hat."
LG Volker
2015-04-06 12:03:57

Das ist ja mal wieder perfekt durchdacht und ausgeführt! 1A gemacht Fuffy! 5 Daumen sind Dir gewiss.
2015-04-06 17:33:14

Da sieht man mal wieder, was einem noch alles fehlt.............klasse gemacht.........mehr davon...:-)
2015-04-06 20:07:46

gute Arbeit
2015-04-09 13:37:20

es wurde schon alles gesagt, tolle Arbeit fuffy
2015-04-27 20:12:08

Danke euch allen für die netten Kommentar und Daumen.
2015-04-28 00:20:44

ich weiß auch nichts Neues mehr zu sagen, es ist einfach Profimäßig - oder besser
2015-05-21 18:58:27

Ein kleiner Helfer, der aber unbedingt nötig ist. Hast du den Anschlag nochmal verändert? Wenn ja, was hast du gemacht? 5D
2015-12-02 14:42:49

Ich habe ihn noch nicht verändert, spiele aber mit dem Gedanken, das noch zu tun. Durch die Nutzung habe ich festgestellt, das man das ein oder andere besser machen kann.
2015-12-02 16:51:04

der dazugehörige Anschlag ist auch Extraklasse
alles super durchdacht und gebaut
Daumen hoch
2016-07-16 19:32:05

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