Kreissägetisch mit Kippeinrichtung für die Kreissäge

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Im sägebereiten Zustand
1/2 Im sägebereiten Zustand
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Technik
von puwo67
08.07.13 18:29
3359 Aufrufe
  • 1-2 TageMittel
  • 1-2 Tage1-2 Tage
  • 2525,00 €

Hier möchte ich euch meinen Rolltisch für meine Kreissäge vorstellen. 



Tischkreissäge PTS 10 Kippbar
4.5 5 33

Bauanleitung

Benötigtes Material

Stk. Beschreibung Material Maße

Benötigtes Werkzeug

1 Rollwagen

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Deckplatte
1/5 Deckplatte
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Vor einiger Zeit habe ich mir aus Sperrholzplatten einen Rollwagen für meine Kreissäge (eine blaue Einhell) gebaut. In Erwartung einer besseren ist dieser von den Maßen etwas größer ausgefallen, als damals benötigt.

Zum Aufbau: Der Wagen besteht aus insgesamt 5 Platten: Boden und Deckplatte (Deckplatte etwa 10cm länger als der Boden), 2 Seitenwände und eine innere Trennwand, die nicht mittig, sondern etwas versetzt den inneren Raum etwa 2:3 teilt. Dadurch entstehen 2 unterschiedliche Fächer im Wagen, in denen ich diverse Maschinen inkl. Koffer und 2 Werkzeugkoffer untergebracht habe.

Die Verbindung der Sperrholzplatten erfolgte durch Flachdübel und Verleimen, keine Schrauben.

Als Rollen habe ich im Baumarkt eine Tüte mit 4 Laufrollen für Strandkörbe gefunden, 2 davon gebremst. Diese an den 4 unteren Ecken mit Schrauben befestigt. Kosten für die Rollen: 25€. Alles andere an Material (Holz, Schrauben und Scharniere) waren bereits vorrätig.

Fertig ist der Wagen für die Kreissäge.

Da ich kürzlich eine PTS10 erstanden habe, waren jetzt ein paar Anpassungen notwendig. Mehr dazu in den folgenden Arbeitsschritten.

2 Rahmen

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Rahmenteile und Scharniere
1/3 Rahmenteile und Scharniere
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Nach den ersten Einsätzen der PTS10 störten mich vorrangig 2 Sachen:

1. Da die Säge nur lose auf dem Wagen stand, war Vorsicht beim Schieben des Wagens angesagt, damit die Säge nicht vom Wagen rutscht.

2. Im Innern der Säge sammelte sich eine Menge Sägestaub, der da natürlich auch wieder raus muss.

Dadurch entstand die Idee, auf dem Wagen einen anhebbaren Rahmen zu montieren, damit der Sägestaub unter der Säge entfernt werden kann. Hierzu wird die Säge auf dem Rahmen festgeschraubt, vorher die untere Kunststoffabdeckung entfernen.

Von den ursprünglich für den Wagen verwendeten Sperrholzplatten waren noch einige Teile über. Das vorhandene Maß von 61 cm (Breite des Wagens und Länge der vorhanden Platten) passte und somit standen die Maße fest, da die PTS10 auch darauf passte.

Ich sägte Streifen von 10 cm, 3 mit 61 und 2 mit 41 cm Länge.

Aus 2 langen und den beiden kurzen Brettern entsteht der Rahmen. Die Verbindung wieder nur mit Flachdübel und Leim. Auf Bild 3 ist der verleimte Rahmen zu sehen, das 5te Brett habe ich zur Fluchtung an die anderen gezwingt.

3 Scharniere

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Scharnier und Umriss
1/8 Scharnier und Umriss
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Damit der Rahmen plan auf der Deckplatte aufliegt, müssen die Scharniere eingelassen werden. 

Ich entschied mich dafür, die Scharniere komplett in der Deckplatte des Wagens zu versenken.

Ich habe die Umrisse der Scharniere auf die Deckplatte übertragen und das benötigte Material mit einem Forstnerbohrer grob herausgebohrt. Danach mit einem Stechbeitel nachgearbeitet.

Zur Befestigung der Scharniere am Wagen habe ich unterschiedlich lange Schrauben verwendet.

Die jeweils äußeren Schrauben treffen auf der Unterseite in die senkrechten Seitenwände des Wagens, können daher also länger sein.

Die inneren Schrauben waren trotzdem noch etwas zu lang und schauten auf der Unterseite mit der Spitze etwas 4 mm heraus. Die Spitzen habe ich mit dem Dremel abgeschnitten und geglättet, so dass dort keine Gefahr besteht, sich zu verletzen beim Hineinstellen oder Herausholen von Koffern.

4 Montage des Rahmens

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Rahmen positioniert und angezwingt
1/2 Rahmen positioniert und angezwingt
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Zur Montage des Rahmens an den Scharnieren habe ich diesen senkrecht auf den Wagen gestellt und mit einer Zwinge gesichert, damit er nicht wieder herunterfällt.

Dann mit einigen Spax die Scharniere an den Rahmen geschraubt.

5 Griffleiste und Sicherung gegen Anheben

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Griffleiste
1/5 Griffleiste
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An der vorderen Kante war der Rahmen etwa 4cm kürzer als die Deckplatte des Wagens.

Hier habe ich die 5te Leiste befestigt, so dass sie mit der vorderen Kante der Deckplatte bündig abschließt. Die Befestigung erfolgte mittels Leim und Verschraubung von unten mit Spax. Sie dient als Griff zum Anheben des Kipprahmens mit der Säge.

Damit die Säge im Betrieb nicht zusammen mit dem Rahmen vibrieren kann, ist mittig noch ein Reststück des Sperrholzes befestigt, an deren Unterseite sich eine Einschlagmutter befindet. Das Reststück ist mit der Deckplatte verleimt und zusätzlich mit 2 Schrauben an der Unterseite gesichert.

Von oben wird der Rahmen mit einem Handrad mit Schraube (diese habe ich bei meinem Bohrständer Projekt im Arbeitsschritt 4 angefertigt und davon noch einige ungenutzt liegen) angezogen und fest ist das ganze.

6 Befestigung der Säge

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Säge auf dem Wagen
1/3 Säge auf dem Wagen
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Die Säge wird auf den fertigen Rahmen aufgesetzt und an den Ecken mit 4 Spax und Karosseriescheiben (große Unterlegscheiben) am Rahmen verschraubt.

An der Rückseite der Säge habe ich zusätzlich 2 Leisten rechts und links auf den Rahmen geschraubt.

7 Halteschiene

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Halteschiene
1/4 Halteschiene
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Damit der Rahmen mit Säge im angehobenen Zustand oben bleibt und auch nicht überkippen kann, habe ich noch eine Leiste gefertigt und befestigt. Mangels Namens nenne ich sie mal Halteschiene...

Die Halteschiene ist aus einer 5cm breiten Sperrholzleiste. Sie hat eine 8 mm breite Nut und am unteren Ende einen Absatz zum Einrasten des Rahmens im angehobenen Zustand.

Am Rahmen ist die Halteschiene mit einer 6X80 mm Spax befestigt, die Schraube nur soweit hineingedreht, dass die Schiene sich noch frei bewegen kann und nicht geklemmt wird.

In die Seitenwand des Wagens habe ich ein 7mm Loch gebohrt und mit einem 20mm Forstner ca. 5mm tief eine Versenkung für den Schraubenkopf gesetzt. Die M8X60 Schraube ist dort von Innen hineingedreht und sitzt bombenfest. Von außen habe ich eine Unterlegscheibe und eine selbstsichernde Mutter aufgeschraubt.

8 Fertig

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Staub an der Vorderseite der Säge
1/2 Staub an der Vorderseite der Säge
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Jetzt kann der Rahmen problemlos angehoben werden und die Unterseite der Säge ist zugänglich.

Da ich die untere Verkleidung der Säge entfernt habe, sammelt sich der Staub und kleinere Holzteile, die beim Sägen am Sägeblatt vorbei in derselben verschwinden, nicht mehr im schlecht zugänglichen Inneren der Säge, sondern auf der Deckplatte des Wagens und können hier bei angehobener Säge problemlos entfernt werden.

Auf den Bildern ist das Staubaufkommen zu erkennen, dass trotz aktiver Absaugung entsteht. Gesägt habe ich ca. 4m Sägelinie in Kiefersperrholz 4mm.

28 Kommentare

zu „Kreissägetisch mit Kippeinrichtung für die Kreissäge“

Ich muss irgendwie lachen. Bin scheinbar doch nicht die einzige, welche mit dem Sägestaub im Inneren und auch außerhalb der Maschine gekämpft hat.

Deine Idee ist ebenso genial wie meine *fg*. Ich finde aber auch Troppy's Ansatz mit einem Kasterl drunter (ich würds als Schublade machen) auch nicht schlecht. Du könntest aber auch eine Schräge nach vorne einbauen, ein Loch in die Platte schneiden, Staubsauger anschließen und so den Sägestaub gezielt raussaugen. Ähnlich meinem System (http://www.1-2-do.com/de/projekt/Woody-hat-e s-so-satt---Variante-2-Spaeneabsaugung-Tischk reissaege/bauanleitung/12961/).

Klare 5 D
2013-07-08 20:09:20

Das sieht echt gut aus und die Idee die da hinter steckt ist klasse
2013-07-08 20:42:20

Man kann sich da einiges abgucken. 5Daumen
2013-07-08 20:48:07

Gefällt mir super, mit den Problemen, die Du beschrieben hast, kämpfe ich auch bei der PTS 10...
2013-07-08 21:13:09

gute Idee und klasse gebaut
2013-07-08 21:20:26

Die Idee ist gut und klasse
2013-07-08 21:22:52

super gemacht 5d
2013-07-08 21:24:37

Klasse Idee.
2013-07-08 21:28:34

Ich finde, du hast dir tolle Gedanken über die Problemlösung gemacht. Ich finde, das du auch einen guten Weg der Lösung gefunden hast. Ich habe gottseidank bei meiner ELU TGS Säge diese Probleme nicht, da fällt alles auf den Boden. Klare 5 Daumen
2013-07-08 22:47:24

Gut gemacht und sehr gute Beschreibung
2013-07-08 23:08:29

gefällt mir.
aber auch mir ist gleich die idee mit der lade eingefallen (wie woody und fernton auch). hätt etwas bammel die maschine so hochzukippen.

und wie es scheint bin ich nicht der einzige der die bodenplatte an seiner tks entfernt hat (da meine pps7s auf dem klappbaren originalständer steht fällt jetzt alles durch auf den boden. jedenfalls wird das reinigen der maschine dadurch erheblich einfacher).
2013-07-08 23:13:48

Hat mir gefallen. steht auch auf der Warteliste )))5D
2013-07-09 00:13:13

Gute Lösung! Ich habe eine PTS 10 T, also die mit Untergestell. Habe da einen schrägen Kasten drunter gebaut an dem ich die Späne absauge. An die Absaugung sind auch die beiden Sauganschlüsse der Säge (Gehäuse der Säge und Sägeblattabdeckung) angeschlossen.
Bilder vom Bau habe ich leider keine! Aber wenn Interesse besteht kann ich mal ein paar Detailfotos als "Mini-Projekt" posten.
2013-07-09 09:30:59

Klasse untergestell!! Wäre für das Ganier nicht fräsen einfacher gewesen, wo du doch so einen schönen Frästisch hast?? Egal 5D
2013-07-09 12:33:16

Klasse gemacht und geworden .....
2013-07-09 16:25:32

Wow... ist das ´ne geile Sache... klare 5
2013-07-09 20:00:22

Gut gebaut 5d.
2013-07-09 21:45:18

Dein Sägetisch ist spitzenmäßig und als ich Deine Beschreibung gelesen habe, habe ich Woody, mich und noch einige andere Mitglieder vor mir gesehen, die ja eigentlich alle mit dem gleichen Problem kämpfen. Der eine saugt direkt ab, der Nächste klappt seine Säge hoch, der Dritte möchte eine Schublade einbauen, ich habe bisher immer meinen Kompressor angeschmissen und alles herausgeblasen.

Durch Dein Projekt und den Kommentaren bin ich zu dem Entschluß gekommen, mit eine Schublade unter die Säge zu bauen.

5 Daumen und ganz liebe Grüße von Pedder
2013-07-10 04:43:18

Hallo und vielen Dank für die Daumen und Kommentare.

Die Idee mit einer Schublade (oder Kiste) für die Späne hatte ich zwischenzeitlich auch, aber dann wieder verworfen. Entweder wäre die Säge dann noch höher gekommen oder ich hätte meinen bereits vorhandenen Wagen nochmal komlett umbauen müssen. Diesen hatte ich gebaut, um die Säge mobil zubekommen (der Vorgänger stand auf angeschraubten Füßen) und um Stauraum für einige Koffer zu erhalten. Letzteres wäre dann zum Teil wieder hinfällig).

@debabba: Zum Fräsen der Scharnierausparungen auf dem Frästisch hätte ich ja den fertigen Rollcontainer auf den Frästisch heben müssen. Klar hätte das funktioniert, aber auf die Idee bin ich gar nicht erst gekommen. Ich hatte überlegt, das freihändig zu fräsen, aber das Einrichten von Anschlägen war mir hierbei zu aufwändig. Das Bohren und Ausstemmen hat keine 5 Minuten gedauert.
2013-07-10 07:34:21

@Holzopa: Der Schwerpunkt der ganzen Konstruktion bleibt auch im angekippten Zustand innerhalb der Rollen bzw. noch vor dem Scharnier. Die Säge versucht nicht überzukippen. das wäre mir auch zu Heikel.Und auf dem rahmen ist sie durch die 4 Schrauben an den Ecken sowie die beiden Holzklötze an der Rückseite gesichert.
2013-07-10 07:36:02

klasse Idee und schön umgesetzt
2013-07-23 16:22:29

etwas Quer gedacht aber super umgesetzt 5D
2013-07-26 15:12:21

ist super geworden
2013-07-29 01:40:25

super Idee
2013-07-30 11:15:00

Prima Lösung. Sowas könnte ich mir auch als nächste Evolutionsstufe für meine PTS vorstellen. Ist auf meiner Merkliste.. 5D
2016-02-06 12:43:17

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