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Technik
von emdebe
15.01.14 20:56
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12 Meter Kette vor einer Einfahrt per Hand ab- und einzuhängen ist lästig.
Erste Idee war, die Kette an einer Seite ab- bzw. aufzuwickeln. Das scheitert daran, das man eine zur Kette passende Kettennuß braucht.
Zweite Idee: An der normalen Kette eine Fahrradkette oder ein Drahtseil zu befestigen. Dann ist das Aufwickeln möglich, aber das war mir doch zu bastelmäßig.
Dann sah ich die Kettenabsenker und entschloß mich, sowas nachzubauen.
An den Pfosten wurden Schienen für Schiebetüren geschraubt. Die Kette hängt links und rechts an den Rollapparaten. Eine provisorische Sperrklinke hält den Rollapparat oben. Soweit ist das schon fertig.
Die Rollapparate werden über einen Zahnriemen mit einem Gegengewicht verbunden, das in dem Pfosten hängt. Die Riemenscheibe wird von einem Gleichstrommotor angetrieben. Ein bistabiles Relais (von einer Funkfernsteuerung und von Tastern an den Pfosten geschaltet) sorgt für die Umpolung und Endschalter müssen rein.


Kettenabsenker, Umzäunung, Kettenschranke
3.5 5 20

Bauanleitung

Benötigtes Material

Stk. Beschreibung Material Maße
Schiebetürschiene    1300 mm 
Rohr  verzinktes Eisenrohr  2000 x 60 mm 
Rollapparat    passend zur Schiene 
Gehäusekugellager    2-Loch-Flansch 12 mm 
Zahnriemenscheibe  Aluminium  T5 28/2 10 mm 
Zahnriemen    T5 1500 x 10 mm 
Endschalter     
Kette  Eisen  12 m Glieder 6 mm dick 
Stromleitung    NYM 3 x 1,5 
E-Installationsrohr    16 mm 
14  Senkkopfschrauben     M5 x 5,5 mm 
Schrauböse    M10 
Schraube    M10 x 15 mm 
Unterlegscheibe    M10 
Zahnscheibe    M10 
Schäkel     
Zylinderkopfschraube    M5 
Dose    200 x 50 mm 
Madenschraube    M4 x 15 mm 
Maschinenschraube    M6 x 10 
Maschinenschraube    M5 x 20 
Mutter    M5 
Unterlegscheibe    M5 
Fahrradspeiche     
Gleichstrommotor mit Getriebe    Pollin 200680 
Gleichstrommotor mit Getriebe    Pollin 200681 
Taster  IP67  reichelt IS R3S SW 
Endschalter    reichelt MAR 1117.0206 
Endschalter    reichelt MAR 1006.0701 
Stromstoßschalter eltako S81-002-12V     
Gleichrichter     
Diode     
Aufputzverteilerkasten    90 x 40 mm 
Korken einer Weinflasche  Kunststoff   
Blei    8 kg 
Transformator    12 V 60 VA 

Benötigtes Werkzeug

  • Schlagbohrmaschine
  • Winkelschleifer
  • Gewindeschneider
  • Metallsäge
  • Kegelsenker
  • Metallbohrer

1 Pfosten vorbereiten

Anschlagschraube
1/1 Anschlagschraube

Die 12 m Kette ziehen mit ca. 25 kg an dem Pfosten (lt. Kofferwaage). Der Schiebetürbeschlag wurde also für eine 80-kg-Tür gewählt, so das ein Rollapparat für 40 kg gut sein sollte. Die Schiene wird 5 cm vom Ende und dann alle 20 cm mit 5 mm durchbohrt (macht 7 Löcher) und die Löcher soweit gesenkt, das die Schraubenköpfe bündig passen. Sonst hakt der Rollapparat. Man sieht auf dem Bild, das ich noch einen Hauch tiefer hätte senken können. Ich hatte aber auch Angst zu tief zu senken, da das Material nur 2 mm dick ist. Man muß da vorsichtig sein. Vielleicht könnte man die Schiene aber auch an den Pfosten schweißen (wenn man die Möglichkeit hat).
Bei der Endmontage zeigte sich, das mir die Schiene oben im Weg war. Ich habe sie um 7 cm gekürzt, um Platz für den Endschalter zu haben. Das war eher viel, mal schauen, wie es bei der anderen Seite wird.
3 cm vom (nach der Montage oberen) Ende wird ein Loch für eine Anschlagschraube gebohrt, das nicht gesenkt wird. Die Schiene wird oben bündig an den Pfosten geklemmt und durch die Löcher wird angekörnt. Dann werden die Löcher in dem Pfosten gebohrt (4,2 mm) und M5-Gewinde darin geschnitten. Die Schiene kann nun an den Pfosten geschraubt werden. Die Schrauben dürfen innen im Pfosten nicht überstehen, damit später das Gegengewicht in dem Pfosten rauf- und runterlaufen kann. Ich konnte keine entsprechend kurzen Schrauben auftreiben und mußte sie kürzen.

Klugerweise bohrt man jetzt auch die Löcher für die Halterungen des Installationsrohres für die Verkabelung. Dafür sollten M4-Gewinde reichen. Ich habe es rechts neben der Schiene angebracht. Es ist ca. 20 cm kürzer als der Pfosten und darüber kommt ein Aufputzverteilerkasten 9x4 cm.

Im 3. Arbeitsschritt sieht man in dem Bild "Sperrklinke eingeklinkt" Schlitze für die Haltebleche, die die Kugellager tragen sollen. Die macht man zweckmäßigerweise jetzt schon und nicht, wie ich, erst, wenn der Pfosten steht. Allerdings sollte man dann auch die Motorhalterung schon fertig haben, um sie anpassen zu können.

2 Pfosten setzen

Unklug
1/1 Unklug

Ich wollte die Kette in ca. 1,2 m Höhe haben. Die Löcher habe ich einen Spatenstich tief in Spatenbreite mit dem Spaten und dann bis auf 80 cm Tiefe mit dem Allessauger ausgehoben, den Pfosten reingestellt, ausgerichtet (dabei nicht nur auf das Lot achten, sondern auch darauf, das die Schienen zum gegenüberliegenden Pfosten ausgerichtet sind) und mit Beton verfüllt. Wenn man klüger ist als ich, dann legt man in den Beton ein Stück Installationsrohr ein, so das man hinterher die Leitung unterirdisch seitlich in den Betonsockel einführen kann und sie direkt dort an dem Pfosten herauskommt, wo man die Halterungen für das Installationsrohr vorgesehen hat, also entweder schräg oder ein gebogenes Stück. Und ist man nur so klug wie ich, sieht es so aus wie auf dem Bild.

3 Kette montieren

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Rollapparat
1/2 Rollapparat
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Die Schrauböse wird mit der M10-Schraube an den Rollapparat geschraubt. Die Kette wird mit dem Schäkel an der Öse befestigt.
Bei der ersten Erprobung zeigte sich, das bei ganz abgelassener Kette zu wenig Spannung auf dem Zahnriemen ist, so das der Antrieb durchrutscht. Deshalb habe ich ein Gewicht (ca. 600 g in einer Konservendose gegossen) zwischen Rollapparat und Öse eingefügt (siehe Bild in Schritt 7).

Ist der Beton ausgehärtet (ich habe jetzt keine 28 Tage gewartet, sondern nur 7) können die Rollapparate in die Schienen eingeführt werden und in das oberste Loch eine Zylinderkopfschraube geschraubt werden um zu verhindern, das der Rollapparat herausgezogen wird. Ich habe eine provisorische Sperrklinke aus Alublechstreifen an den Rollapparat geschraubt, da der elektrische Teil noch nicht fertig ist. Später soll hier statt der Sperrklinke der Zahnriemen ansetzen.
 

4 Antrieb

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Antrieb
1/2 Antrieb
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Ein Flacheisen wurde zu einem U gebogen. Schenkellänge 90 mm, Abstand 30,5 mm (so breit wie die Schiene). Das Material ist 4 mm dick und 62 mm breit (hatte ich noch in der Schublade). In beide Schenkel wurden ein 15-mm-Loch für die Welle und die Befestigungsbohrungen für die Kugellager gebohrt. Die Befestigungslöcher sind in einem dem Motor zugewandten Schenkel mit M6-Gewinde, in dem anderen Schenkel haben sie 6 mm Durchmesser, so das ich mit M5-Schrauben ein wenig Spiel habe, die Lager in Flucht zu bringen.
Die Zahriemenscheibe hat ein Loch von 8 mm, die Welle an dem Motor hat 11,7 mm. Ich habe das Loch in der Scheibe mit einem 11,5 mm HSS-Bohrer aufgebohrt. Dann paßte sie stramm auf die Welle (irgendwas stimmt da nicht). Dann habe ich seitlich in den Überstand zwei Löcher, 3,5 mm, 120 Grad versetzt, gebohrt und 4 mm Gewinde hinein geschnitten. Dort sollen Madenschrauben zur Fixierung rein.
Die Welle wird durch das erste Lager geführt, die Zahnriemenscheibe aufgesteckt und die Welle ganz durchgesteckt.
Die Motoren sind im Prinzip gleich, nur spiegelbildlich. Deshalb habe ich bei beiden Pfosten den Motor hinter dem Pfosten (von der Grundstücksgrenze aus gesehen). Ob das Sinn macht...
 

5 Gegengewicht

Gewicht
1/1 Gewicht

3,5 kg Bleischrott im alten Kochtopf auf dem Elektroherd geschmolzen. Ich hätte gedacht, das es länger dauert, aber in gefühlten 15 min war es flüssig. Das stank mächtig, weil der alte Dreck und auch Farbe natürlich verkohlte. Eine Dose, 50 mm Durchmesser, 20 cm Länge, geköpft. Eine alte Fahrradspeiche mit einem Röhrchen so gebogen wie auf dem Bild. Für das zweite Gewicht suche ich mir etwas dickeres als dieses Röhrchen um den Krümmungsradius des Zahnriemens größer zu halten. Die unteren Enden sind auch noch mal umgebogen, so das sich die Speiche garantiert nicht herausziehen läßt. Das Blei hineingegossen und die Halterung oben hineingesteckt. Abkühlen lassen. Hinterher waren es nur noch 3,4 kg, der Rest lag als Zunder im Topf.

Ein Stück Rohr, Innendurchmesser 8,7 mm, wurde soweit platt gedrückt, das es stramm auf den doppelt mit den Zähnen zueinander gelegten Zahnriemen paßt. Diese Hülse auf den Riemen schieben, Zahnriemen durch die Halterung fädeln, doppelt legen und die Hülse aufschieben.

6 Endschalter

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Endschalter Kette unten von oben
1/4 Endschalter Kette unten von oben
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Ich habe die Schalter auf Verdacht gekauft und mußte sie irgendwie anbringen. Es geht sicherlich besser, was einstellbares wäre gut...
Innen im Pfosten ist an dem plattgedrückten Rohr, das den Zahnriemen hält, eine Zunge mit abgeschrägter Oberkante. Diese drückt in der Endposition gegen die gelbe Rolle des roten Endschalters.
Am Rollapparat wollte ich auch so eine Zunge an der Hülse machen, die dann nach außen gebogen, den Endschalter betätigt. Es ist dann aber ein extra Bauteil aus Alu geworden.

7 Gehäuse

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Gehäuse
1/2 Gehäuse
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Das Gehäuse hat ein Innenmaß von 100x150x150 mm. Ich habe ein altes Plastikschild zerschnitten und mit Isocyanatkleber zusammengeklebt. Dann habe ich die Nähte von innen noch mit PU-Kleber ausgespritzt. Fühlt sich ganz stabil an. Eigentlich wollte ich eine fertige Dose nehmen, bei Emsa fand ich sogar eine, die mit 110x160 angegeben war, aber das war Außenmaß und die sind alle leicht konisch und innen am Boden war sie dann zu klein.
Die Grundplatte ist aus Holz (sieht man auf den Bildern  in Schritt 6) und ist an dem Pfosten festgeschraubt. Darin ist ein Taster zur Betätigung (eine Fernbedienung wird es natürlich auch geben). Das Gehäuse steht unten ca. 1 cm über. Ein durchgeschnittener (Kunststoff)korken (Prost) dient als obere Auflage für das Gehäuse.

8 Elektrik und fertig

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von vorn
1/7 von vorn
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Sicherungen sekundärseitig fehlen noch und ob der 12-Volt-Trafo auch zwei Motoren antreibt (die ja für 24 Volt sind) kommt auf einen Versuch an.
 

9 Hier waren auch mal mehr Arbeitsschritte...


20 Kommentare

zu „Kettenabsenker“

Schön wäre es wenn Du über den Bau eine Bauanleitung und vieleicht ewas mehr beschreibung des ganzen einstellen würdest so kann man schlecht was darüber sagen
2014-01-15 21:04:45

Schließe mich den an, so ein interessantes Projekt und man sieht nicht viel. Schade
2014-01-15 21:08:44

Herzlich willkommen und gratuliere zu deinem ersten Projekt.

Wie du schon aus den Reaktionen erkennen kannst, ist deine Beschreibung etwas wenig, zumal es sich um viel Technik handelt, was hier auch nicht jedem geläufig ist. Mir schon gar nicht ;)

Vielleicht kannst ja doch noch mehr Bilder machen und beschreiben, kleines Video ist sicher auch hilfreich.

Wenn du Probleme oder Fragen hast, wir helfen dir gerne weiter.
2014-01-15 21:13:18

Interessant....nähere Bauhinweise würden mich auch interessieren ....
2014-01-15 22:06:13

Na denn... dein erstes Projekt haste dich ja schon mal einstellen trauen. Und keine Angst vor deinen nächsten Projekten die du uns zeigen möchtest. Aller Anfang ist schwer, aber wir sind alle hier um weiter zu lernen.

Von mir bekommste 5 Daumen als Motivation nicht aufzugeben und wenn du Fragen hast dann melde dich einfach bei uns per PN :)
2014-01-16 00:32:48

Idee nicht schlecht ... sehe aber zu wenig von der Funktion an sich ..
2014-01-16 07:10:27

ich kann mir da leider jetzt auch nicht allzuviel darunter vorstellen, aber vielleicht besserst Du ja noch ein wenig nach - aber jetzt erst mal herzlich Willkommen bei uns
wozu dient die Absperrung?
2014-01-16 07:48:35

Ich finde die Lösung klasse und würde aus Eigeninteresse ( Parkplatzabsperrung auf 18 m ) gerne mehr darüber erfahren. Die Lösung ist in jedem Fall geschickter, als die Pfostenvariante zum Klappen und die per Fernbedienung versenkbaren Säulen sind schlichtweg zu teurer.
Da es dein erstes Projekt ist, hast du bei mir "Welpenschutz" und bekommst dafür 5D
2014-01-16 08:18:16

Kasse Lösung 5d
2014-01-16 10:31:28

Hoert sich interessant an aber leider verstehe ich deine Beschreibung nicht wirklich
2014-01-16 22:06:48

Ich hoffe, es ist jetzt etwas klarer. Der elektrische Antrieb ist halt noch nicht fertig (im Moment warte ich auf das Blei für die Gegengewichte und die Flanschkugellager). Ich muß es erst bauen, bevor ich es genau erklären kann.
2014-01-17 11:06:05

ja ja, hinterher ist man immer so schön schlau... geht mir auch so. Man sieht was man hätte anders machen können, aber man muss erstmal den Gedanken haben, wie baue ich dass.
Es werden ja sicher noch ein paar Bilder und Anleitung folgen.
Von mir bekommst du für deine Idee und Umsetzung 5D. Warte auch auf weitere Info´s
2014-01-17 12:31:23

Schade, dass du erst nach mehreren Kommentaren dein Projekt nachgebessert hat und dich so um viele gute Bewertungen gebracht hast.

Nutze doch die Funktion, dein Projekt zunächst als Entwurf zu speichern und erst wenn du ganz fertig bist, es zu veröffentlichen. Du findest deinen Entwurf in deinem Profil unter Beiträge.
2014-01-17 13:03:29

Also ich hab das projekt jetzt erst entdeckt, und finde es genial gemacht!
2014-01-17 16:36:53

Ganz ehrlich, ich hatte das Projekt am Anfang ignoriert, da es halbherzig rübergebracht wurde. Jetzt wo du es verbessert hast muß ich sagen. Klasse Projekt, das ich jetzt auch bewerten und komentierne werde. Aber ich frage mich, warum nicht gleich so. Du hast dadurch viele wertvolle Daumen, und Kommentare verschenkt.
2014-01-18 01:39:16

Mal ganz ehrlich, von Daumen wußte ich nicht wirklich was, als ich das eingestellt habe. Ich habe sie zwar gesehen, mir aber keine weiteren Gedanken darüber gemacht.
Ich habe das mit dem Projekt wohl falsch verstanden. Ich dachte halt daran, das laufende Projekt vorzustellen und in der Diskussion darüber Fragen zu stellen, Antworten und Tips oder Verbesserungen zu finden. Eine Bauanleitung stand für mich deshalb außer Frage, weil es ja noch nicht fertig ist. Dann hätte ich das vielleicht erst im Forum anfangen sollen, anstatt hier.
2014-01-18 15:24:39

Hallo,
für mich kommt so eine Kette auch bald in Sicht, aber ich warte ab bis hier was fertig wird.
Vor allen Dingen wie der Antrieb wird.
Gruß vom Daniel
2014-01-18 18:33:17

Gut gelöst 5D
2014-01-20 22:01:40

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