Gästebett 180x200 aus 23 Leisten

Bett zum Zusammenstecken
1/1 Bett zum Zusammenstecken
Möbel
von MN1971
28.07.14 23:11
6137 Aufrufe
  • 1-2 TageMittel
  • 1-2 Tage1-2 Tage
  • 7070,00 €

Nach einigen Bettprojekten für Freunde und natürlich auch für uns frage mich eine gute Bekannte, ob ich ihr ein Bett bauen könnte. Am besten eines, was man wieder gut auseinander nehmen kann – und bitte in weiß. 
Nun bin ich kein Fan von MDF im Möbelbau und habe darum mal etwas Neues ausprobiert, was ich in fertiger Form mal auf einem Bild gesehen habe: Ein Bett nur aus 2 Meter langen 58x58 FiTa-Leisten (ungehobelt) aus'm Baumarkt meines Vertrauens (auf diese Leisten bezieht sich auch der Preis).


BettDoppelbett, Zusammenstecken
4.8 5 17

Bauanleitung

Benötigtes Material

Stk. Beschreibung Material Maße
20  Rahmenleisten  FiTa  58x58 mm (vor dem Begradigen) 
Rahmenleisten  FiTa  17x34 mm (Rahmenauflage) 

Benötigtes Werkzeug

1 Leisten begradigen

NEXT
Hilfskonstruktion TKS
1/4 Hilfskonstruktion TKS
PREV

Die Herausforderung für mich, der keine Hobelmaschine besitzt (und wohl auch in absehbarer Zukunft nicht besitzen wird ;-)), waren halbwegs gerade und winklige Leisten mit einem quadratischen Querschnitt. Die Suche im Baumarkt gestaltete sich dementsprechend langwierig, da die meisten Leisten werde das eine noch das andere sind. Hierzu habe ich an meiner TKS eine kleine Hilfskonstruktion verwendet:
Mit Hilfe einer 1,5 m Langen Abrichtlatte aus Aluminium habe ich meinen Parallelanschlag deutlich verlängert, so dass vor wie hinter dem Sägeblatt eine gleichmäßige Führung gegeben ist. Die Schnittbreite wird etwa 1-2 mm schmaler als die Leistenbreite eingestellt, also 54-55 mm, nicht weniger. Leider musste ich die Schnitte ohne Schutzhaube machen (ich weiß: das ist gefährlich und sollte man möglichst nicht machen), da die Schnitttiefe nur 76 mm beträgt, wovon mir die Schutzhaube allerdings gute 20 mm wegnimmt. Als Schutz gegen ein eventuelle Zurückschlagen der Leisten habe ich mit zwei Zwingen eine Holzlatte etwa 60 mm über dem Tisch an der Abrichtlatte befestigt. Als Führungshilfe zum "Einfädeln" habe ich meine selbstgebastelte Andruckfeder verwendet.
Nun die Latten mit einer geraden und möglichst nicht verdrehten Seite auf den Sägetisch und dann mit dem Sägeblatt etwa 1-2 mm auf die gesamte Länge abnehmen (eine Art Abrichtschnitt). Nun die Leiste um 90° gegen den Uhrzeigersinn drehen und das Ganze wiederholen. Ergebnis: Man hat zwei relativ glatte und rechtwinklige Kanten. Alle 20 Leisten so bearbeiten, dann den Parallelanschlag wieder 1-2 mm schmaler einstellen (also 52-53 mm, nicht weniger) und den Spaß wiederholen. Ergebnis: Man hat jetzt Leisten mit vier recht glatten Seiten und einem quadratischen Querschnitt. Entscheidend für den Erfolg ist, dass man mit einer planen Seite als Auflagefläche für die Leiste auf dem Sägetisch beginnt.
Weiteres Ergebnis: Etwa 40 Liter Sägespäne in der Biotonne, weshalb ich die Aktion unterm Carport durchgeführt habe.

2 Rahmen herstellen

NEXT
Bündig ausrichten …
1/3 Bündig ausrichten …
PREV

Für den Zuschnitt habe ich (endlich mal) meine Kappsäge verwendet, die völlig verstaubt im Regal stand. Die Rahmen bestehen aus vier aufeinander geleimten Rahmenleisten, die jetzt ein Maß von 54x54 mm haben. Diese werden treppenartige immer genau eine Leistenbreite versetzt aufeinander geleimt. Da dieser Versatz an beiden Enden einzuhalten ist, wird die nächste Rahmenleiste also genau 2x54 mm kürzer als die vorherige. Ich habe hierzu einfach zwei Reste mit einer Zwinge zusammengeklemmt und das Ganze als Maß verwendet. Nun die Leisten einfach mit der Kappsäge zuschneiden; ich habe hier immer gleich zwei auf einmal gesägt.
Idealerweise hat man nach dem Zusägen mit der Kappsäge:

  • 2x 200 cm + 2x 189,2 cm + 2x 178,4 cm + 2x 167,6 cm für die breiten Bettseiten
  • 2x 180 cm + 2x 169,2 cm + 2x 158,4 cm + 2x 147,6 cm für die schmalen Bettseiten
Die Reste nicht wegwerfen – die werden in Schritt 4 zum Teil noch für die Füße des Bettes benötigt. 

3 Rahmenteile verbinden

Zusammenleimen der Rahmenteile
1/1 Zusammenleimen der Rahmenteile

Das Verbinden habe ich – ganz pragmatisch – mit Holzleim und Schrauben gemacht. Natürlich kann man auch Lamellos verwenden, aber dazu war ich wie gesagt zu faul.
Die Verleihung erfolgt in abnehmender Länge der Leisten immer mit einer Leistenbreite Versatz nach innen, so dass eine Art Treppe an den Enden der Seitenteile entsteht. Diese Treppe wird dann –siehe Schritt 4– mit den analog hergestellten Füßen per Steckverbindung verbunden.
Die Schrauben habe ich immer durch das kürzere Teil in das darunter liegende längere gedreht: Mit 10er Fostner ein wenig anecken, damit der Schraubenkopf im Holz verschwindet. An der untersten (kürzesten) Leiste habe ich diese Löcher dann mit 10er Holzdübeln verschlossen, die ich dann bündig zur Fläche abgesägt habe.

4 Füße herstellen

NEXT
Fertig verleimter Fuß
1/2 Fertig verleimter Fuß
PREV

Die Füße werden analog den Rahmenteilen hergstellt. Da die Treppenform nur an einer Seite benötigt wird, ist die nächste Leiste dementsprechend nur eine Leistenbreite kürzer als die vorige. Auch die Verleimung habe ich –analog zu den Rahmenteilen– mit Holzleim und Schrauben bewerkstelligt, welche ich wieder durch die Leisten hindurchgedreht habe. Hier gibt es aber sicher auch andere, viel elegantere Lösungen.
Das Besondre an den Füßen ist, dass zwei Treppenformen im rechten Winkel zueinander angeordnet sind, so dass ich –bei meinem Bett– ein langes und ein kurzes Rahmenteil rechtwinklig miteinander verbinden kann (siehe Bild 2; da habe ich auf zwei Rahmenteile mal den Fuß aufgelegt). 
Es fehlen jetzt noch die Zapfen, die ich für die Steckverbindung verwenden möchte …

5 Spachten, Spachteln, Spachteln …

Fertig gespachtelte Seitenteile
1/1 Fertig gespachtelte Seitenteile

Da das Bett weiß lackiert und nicht im "Shabby"-Stil sein sollte, war nun Spachteln angesagt. Dazu habe ich zunächst das rohe Holz geschliffen (80er, 120er, 180er). Dann wurden die gröberen Spalte und Löcher mit Holz-Schnellspachtel (von Molto) ausgefüllt und wiederum geschliffen (180er). Dann für den Feinschliff den Holz-Lackspachtel (ebenfalls von Molto) auftragen. Letzterer ist wesentlich feiner und trocknet nicht so super schnell, so dass man wirklich glatte und gerade Flächen abziehen kann. Danach -genau- wieder schleifen (180er) und nach 24 Stunden nochmals mit Feinspachtel nacharbeiten und -fast hätte ich's vergessen- schleifen.

Zum Schluss habe ich Seitenteile (siehe Foto) und Füße noch mit Grundierung lackiert und alles 48 Stunden trocknen lassen.

6 Robinien-Dübel für die Steckverbindung

Bohrung für Robiniendübel
1/1 Bohrung für Robiniendübel

Um die Teile zusammenstecken zu könne, werden in die Füße (siehe Bild) und entsprechend auf der Gegenseite der Seitenteile Bohrungen für die Stifte aus Hartholz (ich hatte noch Robiniendübel 16 mm) eingebracht. Ich hatte mir eine Schblone gefertigt, die genau auf die Auflageflächen passt, habe aber sicherheitshalber doch mit Dübelhilfen gearbeitet (was im Nachhinein nicht nötig gewesen wäre, aber ich habe meinen Kess- und Rechenkünsten doch nicht getraut): Einfach zwei ganz flache 10er Löcher mit dem Fostnerbohrer einbringen, Dübelhilfen rein und das Seitenteil entsprechend auflegen. Die angezwingte Leiste dient der äußeren Führung, da die Teile ja außen einigermaßen bündig abschließen sollen.

Auf diese Weise werden pro Fuß und Seitenteil jeweils vier Bohrungen (also insgesamt 32 Löcher) eingebracht. Die Dübel habe ich dann passend abgelängt und nur lose eingeschlagen.

7 Endlackierung

NEXT
Nach der zweiten Lackierung
1/3 Nach der zweiten Lackierung
PREV

Die grundierten, gespachtelten und geschliffenen (180er) Rahmenteile wurden nun zweimal bit seidenmattem Weißlack lackiert. Zwischen den einzelnen Aufträgen habe ich 48 Stunden Trockenzeit gelassen. Auch zwischen den Lackschichten mit der Hand (240er) leicht anschleifen.

8 Antiknarz- und -quietschfilz

Damit die Lattenroste nicht auf den Rahmenhölzern und im Bettrahmen knarzen und quietschen, klebe ich immer selbstklebenden Filz auf die Auflageflächen sowie in die Innenecken des Rahmens (gibts als Rolle für Aluprofile, mit denen man Leichtbauwände bastelt, als Schallentkopplung). 

16 Kommentare

zu „Gästebett 180x200 aus 23 Leisten“

Da habe ich mal gleich ein Lesezeichen gesetzt. das sieht ja echt hammermäßig aus. Und die zackige Abstufung an den Ecken runden das ganze Bild ab. Ich kann mir das aussuchen des Material sehr gut vorstellen. Mir geht es genauso wenn ich Material kaufen gehe.
2014-07-28 23:43:57

Also bis auf die Auflage für den Lattenrost, den du uns vorenthalten hast, ein wirklich hammermäßiges Projekt. Mir gefällt diese Ecklösung auch total gut und ich hab mir ebenso wie fuffy ein Lesezeichen gesetzt (auch wenn ich wieder vergessen habe, wo ich das dann wieder finde).

Die 32 Zapfen reichen wirklich aus, dass das ganze auch größeren Belastungen (*hüstel*) standhält?
2014-07-29 06:23:21

prima gebaut, die Abstufung der Füße ist eine klasse Idee
2014-07-29 07:55:02

Woody, schreib doch gleich, Bettgymnastik..... Klasse gemacht!
Wird auch bei mir mal abgespeichert, obwohl derzeit in einer Zeitung eines mit Kopfteil drin ist, vielleicht kann ich ja beides kombinieren.... So nebenbei 5D
2014-07-29 08:11:01

eine raffinierte und sehr ansprechende Bauweise - optisch sehr schön - wo bleibt die Auflage für den Lattenrost?
2014-07-29 08:47:36

Tolle idee, super umgesetzt. Die paar Leisten für den Lattenrost kann man sich imho denken ;)
Tolles Projekt!
2014-07-29 14:35:27

Hast du klasse gemacht 5d
2014-07-29 16:30:50

Klasse geworden und gemacht.....
2014-07-30 11:34:23

WOW das sieht sehr gut aus. 5D
2014-07-30 12:18:47

eine sehr gute Idee nur schade das du das fertige Bett ( mit Lattenrost und Matratzen )
nicht gezeigt hast
von mir dennoch volle Punktzahl 5D
2014-07-30 14:17:14

Hammer Ding! Halten die Dübel?
2014-07-30 17:26:03

Ich kann nicht viel Schreiben es ist der Hammer
2014-08-01 16:45:19

Klasse Arbeit und Beschreibung.
Das mit dem Sägeblattschutz geht einfach bei dickeren Hölzern nicht anders, man muß ihn halt nach getaner Arbeit wieder sofort montieren, habe das selbst unterlassen und beim Sägen einer feinen Leiste fing sich diese und dabei mußten 2 Finger daran glauben.
2014-08-03 09:24:04

@ferdi_007: Bis jetzt hab ich noch keine Beschwerde bekommen ;-)
@Hilpi1: Aua! Ja, man kann nicht oft genug warnen! Danke deshalb für Deinen Kommentar zum Sägeblattschutz - der muss hinterher natürlich gleich wieder montiert werden.
2014-08-07 22:00:21

Fünf Lattenroste! Tolle Arbeit!
2014-08-17 14:06:17

1-2-do Wettbewerb

Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com
Werde Mitglied in der großen deutschen Heimwerker-Community!
Jetzt anmelden!