Frästtischverbesserung: Dem Staub keine Chanche II

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Frästtischverbesserung: Dem Staub keine Chanche II Frästisch,Staubsauger,Fräser,Staubabsaugung
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Werkstatthelfer
von sugrobi
19.02.14 18:22
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Nachdem ich für meinen geliebten Frästisch ja schon ein kleines Upgrade vorgestellt habe, kommt hier nun die zweite Ausbaustufe des "Staubvermeidungsprogrammes": Die "Unterflur-Staubabsaugung" für meinen Frästisch.


FrästischStaubsaugerFräserStaubabsaugung
4.7 5 24

Bauanleitung

Benötigtes Material

Stk. Beschreibung Material Maße

Benötigtes Werkzeug

  • Akku-Schrauber
  • Stichsäge
  • Oberfräse
  • Feile
  • Schälbohrer
  • Kopierhülse
  • Winkel
  • Lineal

1 Abdichten der Tischöffnung nach unten

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Abdichten der Tischöffnung nach unten
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Ein nicht unerheblicher Teil des Staubes hat sich im inneren des Tisches gesammelt und da den Fräsmotor und den Lift verschmutzt. Deswegen und um die Leistung der Staubabsaugung zu maximieren wollte ich den Tisch nach unten abdichten so gut es geht. Dazu habe ich mir einen Rest Plexiglas genommen und so zurechtgebrochen, das es Zwischen den Fräslift passt. Warum Plexiglas? Weil ich es noch hatte und weil ich da durchgucken kann. Das bringt mir später zwar nix, aber ich konnte besser aufzeichnen, welche Teile ich entfernen muß, damit die Spindel des Fräsmotors und der Druckknopf für die Spindelarretierung nicht im Weg sind. Für die Spindel und für die Gewindestange der Höhenverstellung habe ich Löcher in die Plexiglasscheibe eingebracht (Schälbohrer verwenden, sonst bricht das Glas ganz schnell!) Die Aussparung für die Spindelarretierung habe ich grob angezeichnet und mit Hilfe meines Fräsständers ausgefräst. Danach noch alles mit einer Feile anpassen, solange bis alles passt. Dann habe ich den Fräslift auf der Platte ausgerichtet um die genaue Position der "Dichtscheibe" festzulegen. Die Dichtscheibe wird später mit 8 Schrauben befestigt.

2 Staubkanal in die Tischplatte fräsen

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Staubkanal in die Tischplatte fräsen
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Als nächstes ging es an den Staubkanal. Der Staub soll in dem Schmalen Stück zwischen Reduzierring (oben) und "Dichtscheibe" (unten) abgesaugt werden. Ich habe mich für einen Kanal entschieden, in den ich einfach die Sofadüse (nennt man das so?) meines Staubsaugers einschieben kann. Die Sofadüse bestimmt also die Tiefe und Breite des Kanals. Zum "Fräserloch" hin soll sich der Kanal erweitern. Zuerst habe ich mir den Kanal mit Bleistift auf der Rückseite der Tischplatte aufgezeichnet. Wegen der komplizierten Geometrie des Kanals habe ich  mich dazu entschlossen, mit einer Frässchablone zu arbeiten. Bei einer Tiefe von 18mm wollte ich in mehreren Durchgängen fräsen.
Für die Frässchablone habe ich mir die Geometrie des Staubkanals mit Hilfe von Winkel und Lineal auf ein Brett Kiefernsperrholz übertragen. Meine Kopierhülse hat einen Durchmesser von 16mm, wenn ich mit einem 10mm Nutfräser arbeite ergibt sich ein Versatz von 3mm zu jeder Seite für die Schablone. Ich habe jetzt einfach ein 3mm starkes Reststück Plexiglas genommen und die Skizze auf der Schablone damit "erweitert". Danach Löcher gebohrt und mit der Stichsäge die Schablone ausgesägt. Diese Art der Schablonenherstellung ist sicherlich nicht die präziseste, aber hierfür völlig ausreichend.
Weil ich zu faul war mich mit Schraubzwingen abzumühen, habe ich die Schablone kurzerhand mit Schrauben fixiert und den Staubkanal in 4 Durchgängen auf die gewünschte Tiefe gebracht.

3 Klemmung und Zusammenbau

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Klemmung und Zusammenbau
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Jetzt wurde die "Dichtscheibe" auf die Rückseite der Tischplatte geschraubt und der Fräslift ebenfalls an seiner alten Position befestigt. Damit man die Polsterdüse bequem einschieben kann, habe ich einfach eine kleine Leiste quer über den Kanal geschraubt. Da die Polsterdüse leicht konisch zuläuft kann man sie bequem einfach einschieben und sie hält von alleine.

4 neue Reduzierringe....

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neue Reduzierringe....
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Natürlich macht so eine "Unterflur"-Staubabsaugung nur Sinn, wenn der Staub auch irgendwie nach unten gelangen kann. Versuchsweise habe ich hierzu einfach ein paar Schlitze in einen Reduzierring gefräst. Die Probefräsung mit diesem "Prototypen" verlief schon sehr zufriedenstellend!

Die Fertigung der neuen Reduzierringe werde ich dann in einem gesonderten Projekt vorstellen....

25 Kommentare

zu „Frästtischverbesserung: Dem Staub keine Chanche II“

Tolle Idee hast du klasse gemacht 5d
2014-02-19 18:58:36

Welch ein Aufwand für ein bisschen Dreck :D

Aber du hast vollkommen recht, unterhalb der Fräse sammelt sich enorm viel Frässpan an und ich bin mir auch ziemlich sicher, dass die Oberfräsen für so Kopfüberarbeiten und damit Verdreckung eigentlich nicht ausgelegt sind.

Gut gemacht.

Aber ein heißer Tip zum Staubvermeidungsprogramm: lass die Fräse außer Betrieb :D
2014-02-19 18:58:48

Klasse Lösung ......
2014-02-19 19:37:12

Funktioniert ganz gut, wie man sieht. 5 Daumen
2014-02-19 19:42:43

Hast du super gemacht 5d
2014-02-19 20:27:07

Klasse gelöst.
2014-02-19 20:34:42

Gratuliere. Das sieht gut aus.
Wurde die Nut im Probestück tatsächlich frei gesaugt?
2014-02-19 20:44:33

Super gelöst. Saugst Du oberhalb nicht ab? Ich frage, weil Du die Reduzierringe extra umgestaltet hast, damit der Frässtaub herunterfällt.
Die Idee und die Umsetzung ist prima ausgeführt.
Habe das an meinem Umbau direkt von vornherein eingeplant und hoffe, dass es auch so funktioniert.
5D
2014-02-19 20:47:52

Sehr schön 5d
2014-02-19 21:07:24

Ja, durch den Schlitz im Reduzierring, der vom Mittelloch ausgeht, wird die Nut sehr gut freigesaugt und fast nichts nach vorne ausgeworfen.

Eine Absaugung durch den Anschlag habe ich verworfen. Die währe nur wirksam, wenn der Fräser Teilweise vom Anschlag verdeckt ist. Bei Nuten im Holz nutzt sie nichts. Nach unten kann man immer absaugen.
2014-02-19 21:41:02

Dreck, den man vermeidet, braucht man nicht wegmachen - hast du gut gelöst
2014-02-19 23:28:18

Ein tolles Upgrade hast du da gebaut. Der Gedanke mit der Absaugung von unten finde ich genial, und ich denke das es auch die Maschine schützt. Grandios
2014-02-20 01:42:40

Eine Frage hab ich noch:
Wie kommst Du an die Spindelarretierung dran?
Es sieht für mich so aus als braucht's dazu einen ganz spitzen Finger.
Oder habe ich da was noch nicht verstanden?
2014-02-20 08:00:23

Für die Spindelarretierung habe ich ja eine Aussparung in die untere "Dichtscheibe" gefräst. Zum Fräserwechsel kurbel ich den Motor ganz nach oben. Die Arretierung liegt dann über der Plexiglasscheibe und ich kann sie bequem mit dem Finger drücken.
2014-02-20 08:07:09

gute Idee
.. deshalb bleibt meine Fräse nach unten hin offen
2014-02-20 12:31:43

Wenn es funktioniert , schön . da wir unserer Frästisch getestet haben, keine Probleme mit Verstopfen , die Absaugung unten drunter reicht vollkommen aus. Selbst ohne Absaugung Spänekiste unten drunter. geht auch.
Viel Spas mit deiner Fräse.
2014-02-20 18:16:49

Gute Lösung, werde ich mir merken.
2014-02-20 18:45:40

eine tolle und sehr sauber und aufwändig gemachte lösung für ein bei vielen nerviges problem

(bin nur froh dass es bei meiner festool das absaugproblem von unten nicht gibt, da eine sehr wirkungsvolle absaugung angeklippt werden kann)
2014-02-20 23:21:44

interessantes Projekt des steten Staubproblems
2014-02-20 23:56:25

Tolle Idee,Klasse 5
2014-02-21 17:53:37

richtig gelungene Lösung, habe ich gleich mal ge-bookmarked 5D
2014-02-21 19:21:17

Hast du superklasse gelöst. Ich bin beeindruckt, auch von deiner sauberen Ausführung und Beschreibung.
5D
2014-02-22 17:35:55

Klasse.... sollte ich jemals (m)eine Frästisch bauen werde ich sicher daran denken so eine Absaugung mit einzubauen. 5 D
2014-02-22 18:53:07

tolle Lösung
2014-02-26 12:58:18

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