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Filterung für Gartenteiche Koi,Filterung,Gartenteiche,Teiche,Filtergraben,Teichpflege
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Teiche, Pools und Co
von couscous
06.04.11 16:25
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  • 3-4 TageLeicht
  • 3-4 Tage3-4 Tage
  • 100100,00 €

Mein Projekt "Ein Gartenteich der umziehen kann" beschreibt den HOCHBAU eines Gartenteiches. Dieser benötigt jedoch wie alle anderen Teiche eine Filteranlage.

Meine Anlage besteht aus einem Filtergraben der nach dem gleichen Prinzip wie der Teich angelegt wurde. Auf die übliche Vorgehensweise mit mechanischen Filter oder einem Filterteich wurde hier bewußt verzichtet. Ein mechanischer Filter wird nur kurzzeitig zur Grobreinigung der ersten 2-3 Wochen bei Inbetriebnahme hinzugeschaltet. Der Filtergraben hat gegenüber einem Filterteich den Vorteil dass er platzsparend angelegt werden kann. Auch dieser wurde von mir als "Kasten" mit Sandsäcken modeliert und das Innere habe ich stufenweise angelegt. Die Teichpunpe wird wie ansonsten auch an die tiefste Stelle des Teiches verbracht und führt dann nicht in den Filter sondern in den Graben. Der Einlauf wurde mit einer Einlagerung von Steinen etwas abgeschwächt und das Wasser läuft über die einzelnen Stufen bis in den tiefsten Bereich. Auf diesem Weg lagert sich der Schmutz ab, der von den Pflanzen und deren Wurzelwerk eingelagert wird und so als Düngung für diese fungiert.

Der Vorteil an dieser Vorgehensweise liegt in der Tatsache, dass die lieben Tierchen keine Pflanzen auffressen können, meine Koi haben sich regelmäßig an diesen vergriffen trotz Salatfütterung, da diese für die Filterung nicht im eigentlichen Teich sondern im Graben angepflanzt worden sind. Ebenso entfallen die dauernden Reinigungsarbeiten eines mechanischen Teichfilters, was auch ein Kostenvorteil mit sich bringt, da es keine Filtermedien gibt, die regelmäßig neu gekauft werden müssen.

Zudem ist auch das lästige Entleeren des Teiches zur Reinigung nicht notwendig. Ich habe ganz bewußt, entgegen der üblichen Handhabung KEINE Steine oder Kies im Gartenteich. Somit kann sich im Teich auf der glatten Folie kein Schmutz und Fischkot oder Futterreste einlagern, denn dieser wird sofort in den Graben transportiert. Der Schmutz liegt im Graben und kann bequem im Stehen gesäubert werden, wenn man die Pflanzen zurückschneidet.. Ein Umsetzen bzw. Fangen der Tiere ist nicht nötig. Für den notwendigen Wassereinlauf, wurde einfach in der obersten Reihe ein Sandsack weggelassen und eine Marmorplatte auf die Folie gelegt. Somit fließt das Wasser ähnlich wie beim Wasserfall wieder in den Teich zurück und versorgt diesen damit auch noch mit Sauerstoff.

Der Filtergraben hat zudem den Vorteil, dass sich sehr viele Lebewesen hier ungestört und ohne von den Fischen aufgefressen zu werden, vermehren können. Das ist gerade bei der lästigen Algenblüte die jedes Gewässer im Frühjahr aufweist notwendig, da diese einzelligen Algen nicht von den Fischen gefressen werden können, sondern immer wieder durch die Kiemen in Wasser verbracht werden. Einzellige Pflanzen sind jedoch die Hauptnahrungsquelle der Wasserflöhe und diese wiederum sind eine Leibspeise der Fische.
Setzt bei mir die Algenblüte ein, spare ich mir teure Chemikalien zu deren Entfernung, lege mich in den Liegestuhl und lasse die Wasserflöhe arbeiten. Die beigefügten Fotos sind alle bei der Neuanlage des Grabens entstanden

Solch klares Wasser schaffen keine Chemikalien


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Bauanleitung

Benötigtes Material

Stk. Beschreibung Material Maße
  Sandsäcke nach Bedarf, Sand, Füllmaterial, Folie, Pflanzen, Pflanzkörbe, Größere Kieselsteine     

Benötigtes Werkzeug

  • Schaufel, Wasserwaage

1 Anlegen des Filtergrabens

Am Bauplatz die Erde etwas ebnen. Wurzeln und Gras entfernen. Größe des Grabens festlegen. Dieser sollte über ca. 30 - 40 % der Teichgröße verfügen. Benötigt aber nur eine Breite von max. 2 m. Idealerweise legt man ihn an der Stirnseite des Teiches an. Zu berücksichtigen ist, dass hier auch große Pflanzen wie z. B. Schilf eingesetzt werden. Diese würden bei einer anderen Planung die Sicht behindern.

2 Sandsäcke setzen

Da der Filtergraben etwas höher als der Teich sein muß, damit der Wasserfluß gewährleistet wird, braucht man hierbei nichts auszuschachten. Mein Filtergraben liegt mit dem Wasserspiegel ca. 50 cm über dem Teich. Die Sandsäcke werden entsprechend der gewünschten Größe und Höhe aufgestapelt und dort wo der zukünftige Wasserfall hin soll, wird ein Sack ausgespart.

3 Wasserweg modelieren

Da der Graben unterschiedliche Pflanzen beherbergen soll, sind auch verschiedene Tiefen bzw. Stufen notwendig. Hierzu kann man sehr gut Geröll und Schutt ohne scharfe Kanten und Spitzen unterlegen und kann so seine eigenen Höhen bestimmen. Beim Wassereinlauf ist mein Graben ca. 20 cm tief. Dann wechseln die Abstände weiter nach unten bis zu einer max. Tiefe von ca. 50 cm.

4 Folie

Ich habe mich für die gleiche hochwertige Folie entschieden, die ich auch im Teich habe, aber hier kann man auch Geld sparen und eine preiswertere Variante wählen. Wird diese irgendwann undicht, hat man nur ein kleines Stück zum Tauschen. Die Folie wird möglichst Faltenfrei verlegt und nicht mit der Folie im Teich verklebt. Sie hängt einfach nur über der eigentlichen Teichfolie. Da der Wasserspiegel des Grabens höher liegt, kann kein Wasser "aus dem Teich überlaufen" Danach werden die Pflanzen eingesetzt. Ich habe mich auch hier bemüht, so wenig wie möglich mit Kies zu arbeiten, sondern die Pflanzen in Körbe eingesetzt bzw. die Pflanzen einfach mit Steinen beschwert indem ich diese auf die Bewurzelung gelegt habe. Bereits innerhalb der ersten Saison werden sich durch das frische Wasser und den Überschuss an Nährstoffen die Pflanzen bestens vermehren.

10 Kommentare

zu „Filterung für Gartenteiche“

Wenn ich könnte ,würde ich dir einen Doktortitel verleihen..du musst ne menge über diese materie gelesen und ausprobiert haben..ich denke mal ,so wie du schreibst,wird es vielen hier sehr prima helfen..von mir alles was ich geben darf!!!..5 gute..
2011-04-06 18:07:36

Glatte 5D - :)
2011-04-06 20:01:30

einen ähnlichen aufbau hat mein Teich. aus einem Stein kommt ein kleiner Wasserfall , dann ein 2m langen graben der mit moos bewachsen ist. diese wirkt als filter.
2011-04-06 21:45:36

Echt Klasse Arbeit und super erklärt !!!!
2011-04-10 11:56:20

Der Filter ist echt der Hammer aber mir fehlt für so einen Filter der Platz leider.
2011-05-06 09:41:44

Tolle Idee und sogar tiergerecht, weil die Kois nicht umgesetzt werden müssen. Finde nur, dass der eigentliche Teich so ohne alles irgendwie lieblos aussieht, aber das ist ja Geschmackssache. :D
2013-01-14 15:00:33

So ein Teich wie die Filteranlage sieht am Anfang kurz nach dem Bau immer lieblos aus. Die Pflanzen müssen erst einmal anwachsen und leider auch zwischendurch ausgetauscht werden weil sie dann doch nicht an die gesetzte Stelle passen. Im zweiten Jahr wenn sich dann alles regeneriert hat und die Pflanzen alle stabil sind hat man erst richtig Freude daran. Mittlerweile sieht es am und um den Teich herum ganz anders aus. Über die Folie wurden Kokosmatten gelegt und bepflanzt so das auch keine Folie mehr zu sehen ist
2013-03-18 10:08:06

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