Unsere neu verputze Wand in der Wohnküche
1/1 Unsere neu verputze Wand in der Wohnküche
Heimwerken
von [Nutzer gelöscht]
30.12.09 11:56
  • 1-2 TageMittel
  • 1-2 Tage1-2 Tage
  • 100100,00 €

Wände zu verputzen ist etwas schwieriger und teurer als tapezieren. Wer sich den Aufwand nicht zutraut und dennoch ein glattes, pures Wandbild wünscht, sollte Malervlies erwägen. Das ist eine glatte Tapete, die ein nahezu Putz-ähnliches Ergebnis ermöglicht und die sich gut überstreichen lässt.
“Echte”, sauber verputzte Wände sehen jedoch nicht nur sehr schön aus, der Putz reguliert auch die Luftfeuchtigkeit in Räumen auf natürliche Weise und sorgt für ein ausgezeichnetes Raumklima. In unserem Beispiel werden Küchenwände glatt geputzt wie von Malerhand.


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Bauanleitung

Benötigtes Material

Stk. Beschreibung Material Maße
  Bodenschutz  Folie oder Pappe   
  kaltes Wasser     
  Putz     
  Grundierung (Haftgrund)     
  Malerkrepp     

Benötigtes Werkzeug

  • Schlagbohrmaschine
  • Spachtel
  • Leiter
  • Malerrolle
  • Pinsel
  • Maurerkelle
  • Maurereimer
  • Rührwerk
  • Verputzecken
  • Schleifmaschine
  • Schleifpapier
  • Staubmaske
  • Hammer
  • Meissel

1 Vorbereitung

Zunächst den Boden mit Folie oder Pappe schützen und alte Tapeten und Fußleisten entfernen. Der Untergrund für das Verputzen der Wände muss trocken, schimmel- und fettfrei sein. Schimmel sollte immer großflächig entfernt werden – und leider ja, ganz rigoros mit Hammer und Meißel. Sonst greift er über kurz oder lang auf den neuen Putz über.
Beim Entfernen des Putzes lässt sich meist auch die Schimmel-Ursache feststellen: Eventuelle Risse in der Mauer, in die Feuchtigkeit eingedrungen ist oder womöglich sogar Leckagen in Heizungs- oder Wasserleitungen können jetzt – vom Fachmann (!) –repariert, und die Wände danach an diesen Stellen erst einmal wieder grob verputzt werden.
Sind alle strukturellen Schäden behoben, werden die Wände zunächst mit einem Haftgrund bestrichen, der dem Putz den nötigen Halt bietet und bei der Feuchtigkeitsregulierung hilft. Haftgrund kann wahlweise mit Pinsel oder Malerrolle auf die Wand aufgetragen werden und muss dann gut durchtrocknen.

2 Verputzen

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Verputzen
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Zum Anrühren des Wandputzes benötigt man den Maurereimer aus Gummi und einen Bohrmaschinen-Quirl. Je nach Putz variiert die genaue Maßvorgabe für die Anteile von Putz und Wasser: Bitte Herstellerbeschreibung beachten! Besonders wichtig ist, dass man kaltes Wasser zum Anrühren nimmt, da der Putz sonst zu schnell hart wird. Außerdem sollte immer nur die Menge angerührt werden, die direkt verarbeitet werden kann, da Putz nach etwa 30 Minuten aushärtet.
Der Putz sollte beim Auftragen eine dick-matschige Konsistenz haben, damit er sich gut auftragen und verteilen lässt. Nun den Putz mit dem Maurerspachtel auf die Wand bringen und dann mit Wischbewegungen großzügig verteilen und glatt streichen.
Dies sollte zügig gehen und benötigt etwas Übung. Achte darauf, dass Du die Masse gleichmäßig aufträgst, und dass keine “Beulen” auf der Wand entstehen. Am besten beginnst Du an einer unauffälligen Stelle und arbeitest Dich dann langsam zu den “wichtigen” Wänden vor.
Lässt sich der Putz zu mühsam verstreichen, muss er mit ein wenig Wasser vorsichtig weiter verdünnt werden. Wenn die Wand mit einer Schicht von etwa 2 cm Dicke bezogen und diese schier, also glatt ist, kann der Putz trocknen.
Raumecken werden mit einer Verputzecke versehen, die es im Baumarkt gibt. Auf diese Verputzecke wird ebenso Putz aufgetragen, jedoch wird die Kante zunächst nicht weiter beachtet. Der Putz an den Ecken muss nun trocknen und wird anschließend mit der Schleifmaschine zu einer sauberen Ecke geschliffen.

3 Trocknen und Schleifen

Trocknen und Schleifen
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Sind alle Wände verputzt und getrocknet, wird die gesamte Fläche mit der Schleifmaschine abgeschliffen (darauf achten, dass die Schleifmaschine für das Schleifen von Putz zugelassen ist, am besten eine aus dem Verleih besorgen, da „normale“ Schleifgeräte wie z.B. Schwingschleifer durch diesen aggressiven Schleifstaub schnell den Geist aufgeben). Das ist ein sehr staubiger Job, und daher empfiehlt sich auf jeden Fall das Tragen einer Staubmaske und das Schließen der anderen Räume. Zur Not macht es sogar Sinn, Zimmertüren vor dem Schleifen mit Malerkrepp zu “versiegeln”, damit sich der Staub nicht im ganzen Haus verteilt. Ist Dir das Ergebnis auch nach dem Schleifen noch immer nicht glatt genug, schleife mit einer feineren Körnung noch einmal nach.
Sollen die verputzten Wände anschließend gestrichen werden, muss zunächst wieder ein Haftgrund auf den Putz aufgetragen werden, der dafür sorgt, dass die Farbe nicht vom Putz abblättert. Danach kann dann wie gewohnt gemalert werden.

10 Kommentare

zu „Fein verputzte Wände“

Hallo, hört sich sehr interessant an. Mir könnte das auch gefallen.
Was hast du für einen Putz genommen? Er müsste m.E. sein fein, eher wie Gips, sein, wenn er eine so glatte Oberflächer erhalten soll.
Wie hast du ihn an die Wand gebracht? Normaler Putz wird angeworfen und erst nach kurzem Anziehen geglättet, bei dir hört sich das anders an.
2009-12-30 20:15:42

Hallo Traeger, dass dünne Überzüge (= Spachtel) mit dem Mauerspachtel aufgetragen werden können, wusste ich schon. Aber bei 2 cm Materialdicke kannte ich bisher – wie kindergetuemmel – nur das klassische Verputzen mit Anwerfen des Putzes. Ich hätte Angst, dass der dicke und damit schwere Putz ohne Anwerfen nicht ausreichend haftet. Toll, wenn es bei Dir trotzdem hält. Musstest Du sehr stark andrücken beim Auftragen des Putzmörtels?
2009-12-31 17:34:08

Die Lösung an den Raumecken habe ich noch nicht ganz verstanden. Sind diese Verputzecken faktisch Putzprofile für Innenecken? Sieht man die Verputzecken noch, wenn alles fertig ist? Es wäre toll, wenn Du davon ein Detailbild hättest oder es zumindest mit Worten erklären könntest. Danke im voraus!
2009-12-31 17:34:36

Wenn möglich Schleifgeräte mit Staubabsaugung benutzen. Man kann die verputze Wand auch per Handwerkzeug glätten. Das Werkzeug sieht einem Malergitter ähnlich und kann an einem Stil befestigt werden.
2010-01-02 14:40:14

Das Schleifen kann mann sich auch als anfänger sparen, wenn mann den Putz wenn er leicht angezogen hat, mit einem quast nochmals einwässert und ihn dann mit einem sauberen Glätter abzieht, damit erzielt mann einen baby popo glatten untergrund, das geht besonders gut bei Gibsputz Rotband von Knauff zb funktioniert.
Das habe ich selber schon gemacht und es klappt vorzüglich
2010-02-20 08:44:46

Super Anleitung. Danke
2012-06-20 12:06:56

Klasse gemacht 5d
2014-01-04 12:14:23

Klasse gemacht 5d
2014-01-04 12:14:39

Klasse gemacht 5d
2014-01-04 12:14:53

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