Elternpost - das etwas andere Nachrichtenboard

Elternpost
1/1 Elternpost
Dekoration und Wandgestaltung
von Holzopa
23.10.15 23:25
931 Aufrufe
  • 1-2 TageSchwer
  • 1-2 Tage1-2 Tage
  • 2020,00 €

Um die Eltern der (Klein)Kindergruppen ihrer Taekwondoschule einfach und schnell über diverse Aktionen, Aktiovitäten, Neuerungen... informieren zu können baute ich meiner Tochter eine "Elternpost". Im Folgenden die Details dazu.

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Elternpost, Nachrichtenboard, Infotafel
4.9 5 27

Bauanleitung

Benötigtes Material

Stk. Beschreibung Material Maße
Sperrholzplatte 6 mm  Buche  1000 x 1000 mm 
Leimholzplatte 15 mm  Fichte  ca. 700 x 450 mm 
Sperrholzplatte 4 mm  Pappel  ca. 700 x 450 mm 
Restholz    ca 120 x 100 c 40mm 

Benötigtes Werkzeug

  • Bosch Tischbohrmaschine, PBD 40
  • Bosch Akku-Bohrschrauber, PSR 14,4 LI-2
  • Oberfräse, TREND, T4
  • Dekupiersäge, Hegner, Multicut-2S E
  • Tischkreissäge, Bosch Professional (blaue Linie), GTS 10 XC Professional
  • Brandmalgerät, Brennpeter, Bennpeter Junior electronic
  • Elektrotacker, Rapid, E 606 electric

1 Vorarbeiten

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Lochreihen planen
1/2 Lochreihen planen
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Ich überlegte mir, wie man die Tafel für 30 Kinder möglichst platzsparend gestalten kann. Nachdem ich eine erste Ahnung hatte, setzte ich mich an den PC.

Mit Corel Draw zeichnete ich eine Lochreihe mit 15 Löchern á 4 cm Durchmesser und 1 cm Lochabstand (Bild 1). Diese Vorlage wurde dann mit Easy Print ausgedruckt (Bild 2).

2 Lochreihen

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Stapel
1/5 Stapel
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Mit der TKS sägte ich vier 6 cm breite Leisten. Auf eine davon klebte ich die Vorlage, dann verschraubte ich die Leisten zu einem Stapel (Bild 1).

Der Stapel wurde auf Länge gesägt (Bild 2). An der Tischbohrmaschine bohrte ich mit einem 40er Forstner die Löcher (Bilder 3+4). Zum Schluss hatte ich vier Lochleisten (Bild 5).

3 Mittelteil

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Leisten sägen
1/2 Leisten sägen
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Entgegen meinem ursprünglichen Plan beschloss ich, den Mittelteil etwas massiver zu gestalten. Das führte dazu, dass ich zwei der gesägten Lochreihen umsonst gemacht hatte, aber bitte...

Auf der TKS sägte ich drei 6 cm breite Leisten aus 15 mm Sperrholz (Bild 1). Diese wurden zusammengeleimt (Bild 2).

Nach dem Abbinden des Leims wurde das Teil auf Länge gesägt und bekam an beiden Seiten Löcher eingesenkt - eine der Lochreihenleisten diente dabei als Schablone.

4 Vorderteil

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Form sägen
1/14 Form sägen
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Der Vorderteil, die Platte, auf der später die Namen eingetragen werden, war etwas aufwändiger zu machen:

Begonnen wurde damit, dass eine 15  mm Leimholzplatte mit der TKS auf Maß gesägt und anschließend mit der Deku freihand in Form gebracht wurde (geschwungene Kanten Bild 1).

An die beiden Längsseiten kommen außen die Lochleisten. Damit diese besser halten habe ich eine 5 mm tiefe Nut gefräst. Dazu schraubte ich eine Leiste als Führung an (Bild 2) und führte an dieser entlang die Oberfräse. Leiste probehalber einstecken (Bild 3) - passt.

Genau so fräste ich die zweite Nut. Eine breite Ausfräsung in der Mitte der Platte nimmt den Mittelteil auf. Als alle Nuten gefräst waren konnten dieTeile eingesetzt und ausgerichtet werden (Bild 4).

Nachdem die Fräsungen auf der Rückseite passten ging es mit der Vorderseite weiter. Hier senkte ich zwei etwa 16 cm breite Vertiefungen ein (Bild 5), welche die Metalltstreifen aufnehmen sollen. Nach dem Fräsen wurden die Rundungen in den Ecken mit dem Stechbeitel passend gemacht (Bild 6).

Wir haben eine große Magnettafel gekauft (€ 15,99), welche ich nun zerlegte (Bild 7). Ich sägte zwei 16 cm breite Streifen vom beschichteten Blech. Das ging mit der TKS -trotz leichtem Funkenflug - einfach, schnell und sauber (Bild 8).
Der Vorderteil wird komplett zusammengesteckt und auf Passgenauigkeit überprüft (Bild 9).

Alles passte und so konnte ich die Lochleisten und den Mittelteil einleimen (Bild 10). Dabei muss darauf geachtet werden dass die schmalen Leisten winkelig sitzen und die Lochreihen sich decken (Bilder 11+12).

Während der Leim trocknet kam ich drauf, dass ich die Kante eigentlich etwas schöner gestalten hätte können. Also fräste ich einen Zierrand (Bilder 13+14).
Eine Arbeit, die vor dem Zusammenleimen sicher einfacher gegangen wäre, aber besser spät als nie ;-)

5 Grundplatte

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Schrift aufpausen
1/5 Schrift aufpausen
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Die Grunsplatte aus 6 mm Sperrholz wird mit der TKS auf Maß gesägt.

Am PC hatte ich mir die Beschriftungen für den Kopf- und Fußteil gezeichnet und ausgedruckt. Mittels Kohlepapier wurden die Buchstaben zu Holz gebracht (Bild 1).
Mit dem Brennpeter habe ich zuerst die Konturen, und dann die kompletten Buchstaben gebrannt (Bild 2). Um keine (giftigen) Brenndämpfe einzuatmen habe ich diese mit dem Staubsauger abgesaugt (Bild 3),

In die vier Ecken der Grundplatte bohrte ich 4 mm breite Löcher (Bild 4) und senkte diese an der Oberseite an (Bild 5). Hier kommen später die Schrauben durch um die Elternpost an die Wand zu schrauben.

6 Hochzeit

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Maß nehmen
1/5 Maß nehmen
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Die Rückwand wird mit dem en Vorderteil verheiratet.
Dazu erst einmal den Vorderteil ausrichten und Markierungen setzen. Dann wird Leim aufgetragen und das Vorderteil platziert. Mit Gewicht beschweren oder mit Zwingen pressen und den Leim etwas abbinden lassen. Zum besseren Halt habe ich in der Mitte ein paar Schrauben gesetzt.

Die Lochleisten sind zum Schrauben zu schmal. Also habe ich ein Lineal angehalten und den Rand markiert (Bild 1). Markierung an der Oberseite am Rand ausrichten (Bild 2) und schon weiß ich, wo ich den Tacker ansetzen kann um genau in die Leiste zu nageln (Bild 3).

Alles umdrehen und die Metallstreifen anbringen. Dazu verwendete ich je zwei Streifen Doppelklebeband (Bild 4) und setzte in den Ecken zusätzlich kleine Nägel (Bild 5).

7 Rahmen

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Vorlage aufbringen
1/14 Vorlage aufbringen
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Wieder eine etwas aufwändigere Arbeit:
Vorlage für den Schriftzug wie gewohnt am PC erstellen und ausdrucken. Auf eine 4 mm Sperrholzplatte aufbringen (Bild 1) und die Bohrungen für die Innenschnitte setzen (Bild 2).

Der restliche Rahmen wird angezeichnet, dann können die Buchstaben an der Deku ausgesägt werden (Bild 3). Dabei kam ich aufgrund der Größe an die Grenzen des auf meiner Deku Machbaren. Bald war der Schriftzug gesägt (Bild 4).
Mit einem breiten Malerkrepp habe ich die Schrift von beiden Seiten beklebt um sie bei den nächsten Arbeitsschritten nicht zu beschädigen.

Um die Längsseiten möglichst gerade zu bekommen, habe ich nicht die Dekupiersäge verwendet, sondern mir etwas anderes einfallen lassen:
Auf der TKS den Anschlag auf die nötige Breite einstellen (zuerst die beiden Längsschnitte in der Mitte neben der Schrift sägen!). Das Blatt ganz einziehen, die Platte ansetzen, Maschine anschalten und das Blatt langsam hochkurbeln. Bis zum Durchdringen der Platte diese niederdrücken (Gripper, Opferholt...). Das Blatt bis in die höchstmöglichen Position hochfahren, damit man bis zur Markierung des Querschnittes sägen kann (Bild 5).
Ist man am Ende des Shcnittes angelangt, Maschine abstellen. Platte umdrehen und die zweite Hälfte des Schnittes machen.
Diese Vorgehensweise ist zwecks fehlender Blattabdeckung NICHT ZUR NACHAHMUNG empfohlen!

Die weiteren Längsschnitte habe ich auf dieselbe Art und Weise gemacht (Bild 6). Die Querschnitte erfolgten mit der Deku (Bild 7).

Malerkrepp vorsichtig abziehen und den Rahmen schleifen. Die Flächen mit der Schleifmaus (Bild 8), den Rest von Hand.
Jetzt kann der Rahmen lackiert werden (Bild 9). Nach dem Trocknen wird er auf die Vorderplatte geleimt (Bild 10).

Da ich bei der Länge irgendwie noch die Zahlen vom Metallstreifen im Kopf hatte habe ich die Innenschnitte etwas zu lange gemacht und der Rahmen deckte die Schreibflächen nicht wie gewünscht ab. Um das zu kaschieren sägte ich zwei Zierstreiefen (Bild 11). Gleich im Doppelpack. Beim Schleifen derselben kamen erstmals die neu erworbenen Schleifbänder für die Deku zum Einsatz (Bild 12). Das funktionierte sehr gut.

Die beiden Zierstreifen wurden abschließend schwarz lasiert und nach dem Trocknen oben und unten an den Rahmen geleimt. Zusätzlich wurden sie mit je zwei Zierstiften befestigt (Bild 13). Soweit- so gut (Bild 14).

8 Stiftehalter

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Kantel sägen
1/3 Kantel sägen
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Zum Beschriften der Tafel werden abwischbare Stifte verwendet. Um diese gleich an Ort und Stelle zu haben machte ich zwei Stiftehalter, die direkt auf der Grundplatte befestigt wurden. Das war recht schnell gemacht:

Aus einem geeigneten Holzrest sägte ich zwei Kanteln (Bild 1) und senkte mittels 25 mm Forstnerbohrer etwa 10 cm tiefe Sacklöcher ein (Bild 2).

Die Kanteln wurden geschliffen und an passender Stelle (es sollen möglichst keine Einschublöcher verdeckt werden) auf die Grundplatte geleimt (Bild 3). Zusätzlich tackerte ich von der Rückseite je drei Nägel rein.

9 Verziehrung

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Figuren zeichnen
1/10 Figuren zeichnen
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Zu guter Letzt wurde die Tafel verziehrt.

Dazu zeichnete ich mir fünf passende Motive ab (Bilder 1+2) und sägte diese auf der Deku aus (Bilder 3+4).
Die Kanten wurden alle mit einer anderen Farbe bemalt (Bild 5), ehe ich mich an die farbliche Ausgestaltung der Figuren machte (Bilder 6+7).

Nach dem Trocknen wurden die Figuren auf die Grundplatte geleimt und die Elternpost war fertig und konnte in der TKD-Schule montiert werden (Bild 8).
Die beiden letzten Bilder zeigen Detailansichten.

10 Anwendung

Notiz
1/1 Notiz

Wie wird nun die "Elternpost" angewendet?

Ganz einfach: Nachrichten an die Eltern (Folder, Stundenpläne, Notizen...) werden zu Papier gebracht. Die Zettel werden zusammengerollt und unter dem jeweiligen Namen eingeschoben.
Die Eltern sehen mit einem Blick ob es Nachrichten gibt und können den/die für sie bestimmte/n Zettel entnehmen.

11 Anwendung

25 Kommentare

zu „Elternpost - das etwas andere Nachrichtenboard“

Gut durchdacht und beschrieben 5 D
2015-10-24 00:18:16

Die Idee ist bis zu Ende gedacht, so einfach wie es ist, so genial ist es auch. Wirklich klasse und gut beschrieben! 5Gürtel.
2015-10-24 01:19:54

Geniale Idee und eine sehr schöne Schriftart die du das ausgesucht hast. Tolle Beschreibung (mal wieder) ;)
2015-10-24 07:12:32

Sowas kannte ich bis jetzt auch noch nicht . Sehr schön gemacht.
2015-10-24 07:34:36

Super Klasse Idee, diese details Klasse ....
2015-10-24 08:40:25

Tolle Idee, Ausführung und Arbeit. 5 Daumen
2015-10-24 09:32:33

Wahnsinn auf welche Ideen Du kommst
2015-10-24 09:33:16

danke

@alpenjodel
die schriftart nennt sich "shanghai" und wird auch sonst bei allen drucksorten, auf der homepage uswusf verwendet (ci, eh scho wissen) ;-)
2015-10-24 09:34:21

Gute Idee und auch umgesetzt. Beschreibung / Fotos 1a.
2015-10-24 11:14:38

Gute Umsetzung einer guten Idee.
2015-10-24 11:30:00

Toll, vorallem die ganzen Details
2015-10-24 12:49:40

Wow, das ist ja ein toller "Briefkasten" geworden. Passend für die Taekwondoschule, im unverwechselbaren Design. Klasse gemacht
2015-10-24 13:30:48

Tolle Idee ebenso super umgesetzt 5d
2015-10-24 15:12:10

Die Idee ist der Hammer , könnte man in jeder Jugend/Kindereinrichtung anwenden . Ja sogar in einer großen Familie *grins* Toll gemacht und super Idee
2015-10-24 16:13:26

danke euch allen
hab wieder motivation getankt ;-)
2015-10-24 16:34:53

,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,COOL,,,,,,,, ,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,, kannte es auch noch nicht
2015-10-24 18:01:56

Einfach geniale Sache, aber diese Akribie bis zum Schluß ist bewundernswert!!! Dafür gibts meine Stimme und natürlich 5D
2015-10-24 19:49:45

Hast dir echt Mühe gegeben, die sich gelohnt hat. Habe damals auch mal TKD gemacht aber so ein schönes Teil gab es bei uns nicht. Kommt sicher gut an ;o) 5D
2015-10-24 20:05:42

thx

@der moeller (Y)
2015-10-24 22:00:02

Kannte ich so noch nicht aber klasse gemacht
2015-10-24 22:02:37

Viel Arbeit für einen individuellen Briefkasten! Nicht nur mal eben "sauber" dazu sagen, sondern: Hua takka! (was immer das heißt)!

Sehr schön und vor allen Dingen ausführlich beschrieben und bebildert! Ein Eins-plus-Projekt!
2015-10-26 06:35:17

Tolle Idee und sehr schick umgesetzt! Schönes Projekt!
2015-10-26 11:17:29

Das ist der Hammer... schon alleine die Schrift begeistert mich absolut... klare 5 D
2015-10-26 20:19:15

irre Idee und fantastisch umgesetzt - typisch Emil halt ;)
2015-10-28 17:55:39

Super Idee und auch die Schriftart passt gut dazu
2015-10-29 15:39:57

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