Decken verkleiden - Auf die Unterkonstruktion kommt es an!

Decken verkleiden - Auf die Unterkonstruktion kommt es an! Trockenbau,Beleuchtung,Wärmedämmung,Bekleiden,Abhängen,Decken
1/1
Heimwerken
von Markus_H
31.01.11 12:19
86699 Aufrufe
  • 1-2 TageSchwer
  • 1-2 Tage1-2 Tage
  • 300300,00 €

Das Bekleiden oder Abhängen von Decken ist im privaten Wohnbereich vornehmlich eine Maßnahme der Altbausanierung. Unansehnliche, kaum zu sanierende Decken lassen sich auf diese Weise verdecken, zu hohe Decken werde auf ein für heutige Wohnansprüche normales Maß reduziert. Bei Neubauten werden Decken meist nur aus gestalterischen Gründen verkleidet oder abgehängt. Man stuft die Decke beispielsweise ab oder nutz den entstehenden Hohlraum zum Einbau von Beleuchtunssystemen. In jedem Fall muss für solche Maßnahmen eine ausreichende Deckenhöhe vorhanden sein. Neben der rein optischen Wirkung können durch Bekleiden oder Abhängen einer vorhandenen Decke deren Wärmedämmung sowie ihr Feuerwiderstand und ihr Schallschutz verbessert werden. Ganz gleich aus welchem Grund eine vorhandene Decke bekleidet oder abgehängt werden soll, muss man bei der Befestigung der Unterkonstruktion sowie beim anschließenden verschrauben der Beplankung auf Nummer Sicher gehen. Schließlich können Deckenteile, die aufgrund unsachgemäßer Befestigung herabstürzen, die Menschen in den betreffenden Räumen in Lebensgefahr bringen.


TrockenbauBeleuchtungWärmedämmungBekleiden, Abhängen, Decken
4.7 5 7

Bauanleitung

Benötigtes Material

Stk. Beschreibung Material Maße

Benötigtes Werkzeug

  • Handkreissäge
  • Schlagbohrmaschine
  • Stichsäge
  • Hammer
  • Messwerkzeug

1 Traglattung

NEXT
Traglattung
1/2
PREV

Wenn eine
Trockenbaudecke lediglich als Bekleidung der vorhandenen Rohdecke oder einer
unansehnlichen Altbaudecke vorgesehen ist, kann die Traglattung direkt auf den
vorhandenen Untergrund gedübelt/ geschraubt werden. Weil in der Regel aber
Höhentoleranzen ausgeglichen werden müssen oder bei Holzbalkendecken nur im
Verlauf der Tragbalken eine feste Verankerung möglich ist, empfiehlt es sich
meist, zunächst eine Grundlattung zu befestigen ( Abstand der
Befestigungspunkte max. 85 cm)
Diese wird auf gleichmäßige Höhe ausgerichtet.
Dann schraubt Ihr die Traglattung im Rasterabstand der vorgesehenen Platten
an. Bei 12,5 mm dicken Platten darf der Stützabstand maximal 50 cm betragen.


2 Abhängen der Unterkonstruktion

Abhängen der Unterkonstruktion
1/1

Auf der Abbildung wird die Lattung für Platten der Größe 800 x 1250 mm gezeigt.

3 Zum Abhängen der Unterkonstruktion bieten sich 3 verschiedene Systeme an:

NEXT
Befestigungsclip
1/3 Befestigungsclip
PREV

Der Befestigungsclip (Ausgleich von Höhentoleranzen bis 2 cm) der Direktabhänger (Abhängehöhe von 0-12cm) und der Noniusbügel für Abhängehöhen von 14 cm aufwärts. Alle drei garantieren absolut sicheren Halt.

4 Eine gewölbte Rundbogendecke im Trockenbau

Eine gewölbte Rundbogendecke im Trockenbau
1/1

Überall dort,wo genügend Raumhöhe vorhanden ist, also vorwiegend im Altbau, bietet sich dieMöglichkeit der kreativen Deckengestaltung. Sehr ausgefallen und überauselegant sieht die Rundbogendecke aus. Im Zusammenspiel mit nachempfundenenklassischen Säulen und gerundeten Lichtblenden werden die strengenRechteckformen einer Althausdiele gekonnt aufgelöst. Der lange Flur ist nachdem Umbau kein langweiliger Schlauch mehr, sondern erinnert eher an einenlauschigen Arkadengang.

5 Unterbau des Rundbogens

Unterbau des Rundbogens
1/1

Für den Unterbau des Rundbogens können werkseitig gefertigte Bogenprofile als Grundprofil eingesetzt werden. Darauf kommen Längsschienen, an denen die Platten befestigt werden.Die 12,5 mm dicken Gipsplatten lassen sich ohne mechanische Bearbeitung bis 900 mm Radius, die 9,5 mm dicken Platten sogar bis 450 mm Radius biegen. Man muss dazu lediglich die Plattenrückseite perforieren und anfeuchten.

6 Biegeschablone

Biegeschablone
1/1

Anschließend lässt sich die Platte mit Hilfe einer selbstgebauten Biegeschablone problemlos in die gewünschte Form bringen.

7 Spachteln

Spachteln
1/1

Plattenstöße und Schraubstellen werden mit Fugenfüller gespachtelt. Anschließend kann die Decke gestrichen werden.

13 Kommentare

zu „Decken verkleiden - Auf die Unterkonstruktion kommt es an!“

Sehr gut beschrieben, aber unter Punkt 7 stimmt etwas mit dem Bild nicht ;)
2011-02-01 12:35:43

Sehr gute Anleitung - Das größte Problem ist es wohl, die Unterkonstruktion "gerade" hinzubekommen - da empfiehlt es sich viele dünne Holzplättchen - Keile und Co zur Hand zu haben und eine gute Wasserwage und Richtlatte. Und beim Verspachteln der Plattenstöße würde ich noch ein Glasfaserband mit einarbeiten, auch bei spezieller Fugenspachtel - das vermindert die Gefahr von Rissen ungemein.
2011-02-01 12:38:48

Ich muss offen zugeben, die kannte ich noch nicht, aber gerade mal das große orakel gefragt, wenn ich sowas wieder mal machen muss, nehm ich auf alle Fälle die- danke für den klasse Tip.
2011-02-01 13:35:43

Sehr schön beschrieben. Das mit dem Bogen machen kann ich sehr gut gebrauchen für mein nächstes Projekt ;-)
2011-02-01 20:16:29

Hallo, eine tolle Anregung für die Decke in meinem Arbeitszimmer.
Leider ist meine Deckenhöhe nur 1,90 cm. Da muss ich sparsam mit der Deckendicke umgehen.
Die jetzige Decke ist sehr uneben und müsste auch arg nivelliert werden.
Dafür graut es mir, Justierschrauben wären hilfreich.
Gruß vom Daniel
2011-02-02 00:15:58

Hallo Markus, das ist eine sehr professionelle (!) Beschreibung .... Sehr gut! Aus eigener Erfahrung (Wohnzimmer 25 qm) kann ich die Justierschrauben ausdrücklich empfehlen. Echt easy! Viel leichter als Markus' Befestigung (die ist natürlich bei großen Höhendifferenzen wiederum besser). Daniel, Du solltest auf alle Fälle die Justierschrauben nehmen. Gibt's jetzt nahezu überall(Baumarkt). Für die Unterkonstruktion solltest Du aber nicht zu schwaches Holz (> 20 mm) nehmen, allerdings verlierst Du dann wiederum Stehhöhe.
Die Unterkonstruktion als erstes flächig und stramm unter die Decke schrauben. Finde die Stelle mit der geringsten Deckenhöhe heraus, dort den Abstand zwischen Decke und Konstruktion = 0 mm lassen. Von dort aus kannst Du dann akribisch mit der Wasserwaage die Schrauben (incl. Lattung) absenken.
Good luck, Rolf
P.S.: Falls Du mit Schattenfuge arbeiten möchtest, die Lattung entsprechend kürzen. Und zuallerst (!) den Rand der Decke schwarz streichen. Oder lieber rot??
2011-02-02 13:22:06

Super gemacht, vor allem mit der Bogen Decker. Super
2011-12-14 10:58:27

Klasse gemacht und beschrieben 5d
2014-01-09 19:34:32

Wie kriegt man eigentlich Justierschrauben wieder komplett raus? Wir haben ein paar, die sich nicht komplett versenken ließen, weil sie sich im Untergrund durchgedreht haben. Jetzt stehen sie bei der Latte über und gehen nicht rein und nicht raus. Mir fällt nur noch abschneiden ein. Gibt es da noch eine andere Lösung? Hat da wer Erfahrung?
2014-07-12 16:46:38

Werde Mitglied in der großen deutschen Heimwerker-Community!
Jetzt anmelden!