Isoliert und abgedichtet - Das neue Dach
1/1 Isoliert und abgedichtet - Das neue Dach
Heimwerken
von Helferlein
30.10.09 11:39
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Das alte Dach (135 m²) war undicht und nicht gedämmt. Es sollte kostengünstig und mit möglichst viel Eigenleistung isoliert und eingedeckt werden. Die Dachüberstände wurden vergrößert, da später auch die Außenwände isoliert werden sollen. Außerdem sollte das alte kleine Dachfenster durch ein größeres Veluxfenster ersetzt werden.Dieses Projekt ist ohne Helfer (je nach Bauabschnitt ein bis drei) nicht zu bewältigen. Uns hat ein befreundeter Zimmermann geholfen. Bei den Maurerarbeiten hat uns ein Freund geholfen, der Maurer ist. Zum Abdecken und wieder Eindecken der Pfannen braucht man ein paar kräftige Leute.


Dachbearbeitung, Isolierung, DachEindecken
4.8 5 8

Bauanleitung

Benötigtes Material

Stk. Beschreibung Material Maße
  Dachlatten     
  Keilbohle     
  Stirnbretter     
  Dampfbremse     
  Isoliermaterial     
  Unterspannbahn     
  einen Teil neue Dachpfannen und Firstpfannen     
  Dachklammern     
  Firsthalter     
  spezielles Klebeband     
  Paneele für den Unterschlag     
  Schrauben und Nägel verschiedener Größe     
  Tackerkrallen     
  neues Dachfenster     
  Ytonsteine     
  Kalksandsteine     
  Zementmörtel     
  Regenrinne     
  Rinnenhalter     
  Endstücke und Ausläufe     
  Fallrohre und Bögen     
  Gerüst und Schwindelfreiheit     
  Balken zum Aufdoppeln und für die Aufschieblinge     

Benötigtes Werkzeug

  • Säbelsäge
  • Akku-Schrauber
  • Schlagbohrmaschine
  • Tacker
  • Tischkreissäge
  • Handkreissäge
  • Kapp- und Gehrungssäge
  • Zimmermannshammer
  • Sägeblätter für Holz, für Kunststoff oder Aluminium
  • Kettensäge
  • große Schraubzwingen
  • Wasserwaage
  • Schlagschnur
  • Maurerschnur
  • Schreinerwinkel
  • Schmiege
  • Zollstock
  • Bleistifte
  • Cuttermesser
  • Altes scharfes Brotmesser zum Schneiden der Isolierung
  • Hochdruckreiniger
  • Empfehlenswert: Sicherheitsschuhe (habe ich erst nach dem ersten Nagel im Fuß eingesehen)

1 Dach abdecken und mit Folie abdichten

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Dachziegel entfernen
1/5 Dachziegel entfernen
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Das Dach wurde in Teilabschnitten abgedeckt und gleich wieder so mit Folie verschlossen, dass es zwischendurch nicht reinregnen konnte. Da wir sparen wollten, haben wir die alten Pfannen vorsichtig abgenommen, sie mit dem Hochdruckreiniger von Moos und Schmutz befreit und am Ende wieder aufgelegt. Ca. 200 Pfannen mussten neu gekauft werden, da das Dach durch die Dämmung und den größeren Überstand insgesamt in der Fläche größer geworden ist. Aus diesem Grund wurde zunächst der Dachüberstand durch so genannte „Aufschieblinge" zu den Seiten hin vergrößert. Leider war die Dachneigung zu flach geraten und wir mussten später noch mal neue Aufschieblinge mit steilerer Neigung anbringen.
Auf die alten Balken haben wir eine Dampfbremse (spezielle Plastikfolie) getackert, die zwischen den Balken etwas durchhängen musste, damit die Isolierung reinpasste. Hierbei muss man sehr sorgfältig arbeiten. Es dürfen keine Lücken entstehen. Die Stöße werden mit speziellem Klebeband verklebt. Auf die alten ,10 cm dicken Dachbalken haben wir noch einmal 8 cm Balken aufgenagelt (aufgedoppelt) und dann eine 18 cm Dämmung aus Mineralwolle eingebracht, die für jedes Feld individuell zugeschnitten werden musste. Darauf kam die grüne Unterspannbahn. Sie verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit in die Isolierung und sorgt für eine Luftzirkulation hinter den Dachpfannen. Auf die Balken (über der Unterspannbahn) wurden senkrecht Konterlatten und darauf horizontal provisorisch Dachlatten als Steighilfe aufgenagelt.

Wenn, wie bei uns, die Felder zwischen den Dachbalken zu klein sind für das vorgesehene Dachfenster, muss ein so genannter Wechsel eingebaut werden. Die Dachbalken werden an der entsprechenden Stelle abgesägt und ein horizontaler Balken eingezogen.

Am unteren Ende der Aufschieblinge wird eine „Keilbohle“ angebracht. An dieser wird später die Regenrinne befestigt.

2 Dämmung und Verkleidung

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Anbringen der Dachlatten
1/3 Anbringen der Dachlatten
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Die provisorischen Dachlatten wurden entfernt und im richtigen Abstand für die Pfannen wieder aufgenagelt. Dann kommen die Stirnbretter an das Ende der Dachlatten.Durch die Dämmung ist das Dach höher geworden. Die Lücke zwischen den neuen Dachlatten und der Giebelwand musste aufgemauert werden. Außerdem kam in die Lücke noch spezielle Dämmung, um Kältebrücken zu vermeiden.
Da wir schon mal dabei waren, haben wir gleich den Schornstein neu mit Schiefer verkleidet. Wichtig ist, dass die Verkleidung auf keinen Fall am Schornstein verschraubt werden darf, sondern nur verkeilt wird. Die Verbindung vom Schornstein zu den Dachpfannen wird durch eine Bleischürze hergestellt. Sie muss entsprechend zugeschnitten und verlötet werden. Dann muss eine Abdeckhaube aus Zinkblech angepasst werden. Wer sich mit solchen Arbeiten nicht auskennt, lässt dies besser von einem Bauklempner machen.

3 Auflegen der Dachziegel und letzte Fertigungsarbeiten

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Eindecken des Daches
1/5 Eindecken des Daches
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Die Pfannen haben wir in einer „konzertierten Aktion2 mit mehreren Freunden auf das Dach gebracht. Das ging schneller als gedacht. Das eigentliche Eindecken war dann ziemlich fummelig und nicht so einfach. Man beginnt mit der unteren Reihe und arbeitet sich nach oben hoch. Jede dritte Pfanne wird mit einer Klammer fixiert.

Der First wird am Schluss gemacht. Dazu müssen einzelne Pfannen wieder hoch geschoben werden, damit man eine „Leiter“ bis ganz nach oben hat. Über die beiden oberen Dachlatten wird ein sogen. Firsthalter geschraubt. Auf den Firsthalter wird die Firstlatte (Dachlatte) geschraubt. Dann wird ein spezielles Band aufgeklebt. Die Firstpfannen werden auf die Firstlatte geschraubt.

Den Abschluss bildete der Unterschlag. Wir haben uns für Kunststoff entschieden, damit wir nicht mehr streichen müssen. Hier gibt es erhebliche Qualitätsunterschiede. Wir haben uns für etwas teurere Variante entschieden, da die Paneele dicker und damit fester waren. Wir können das aus unserer Sicht empfehlen.
Diese Paneele werden mit Edelstahl-Schrauben angebracht, Man muss sorgfältig arbeiten, da es viele sichtbare Kanten gibt.
Das Zusägen der Kunststoffpaneele haben wir mit einer Zug-, Kapp- und Gehrungssäge mit einem Sägeblatt für Aluminium gemacht. Damit beim Sägen die Kanten nicht ausreißen, haben wir das Sägeblatt umgedreht eingebaut, so dass es quasi rückwärts läuft.
Da das Haus noch gedämmt werden soll, müssen die „Ohren“ ca. 14 cm vor die Giebelwand vorspringen.

Die ganzen 3 Monate „Dachaktion“ auf ein paar Seiten zu beschreiben geht leider nicht. Wer mehr wissen will, kann uns schreiben.

8 Kommentare

zu „Dach dämmen und neu eindecken “

Hallo Helferlein,

saubere Sache das. Ein wirklich schönes Projekt.
Chapeau !

Grüße aus dem Münsterland
Stephan
2010-05-12 22:19:23

TOP - 5 Daumen
2011-05-05 00:25:13

Großes Projekt hier!! Das hat aber ne nette steile das Dach!!!
2012-01-24 21:12:32

Tolles Projekt und schön beschrieben.
2012-02-10 21:49:37

Klasse umgesetzt 5d
2013-12-30 12:32:18

Jo, das ist eine Arbeit, die mir (Beginn September/Oktober 2015) auch bevorsteht. Danke für Deinen Beitrag! Ist klasse geworden!
2015-07-12 20:48:41

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