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Mittel
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Mehr als 4 Tage
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200 €
Ist zwar schon ein älteres Projekt von mir, aber ich war doch recht stolz auf mein erstes gebautes Terrarium. Geplant waren für uns zwar Reptilien, aber unverhofft bekamen wir auf einmal zwei mit ansonsten ungewisser Zukunft. Sie waren in einem viel zu kleinem Terra untergebracht und es musste so schnell wie möglich ein größeres her.
Ich möchte in der Anleitung weniger auf das Holzgestell eingehen, weil das muss eh jeder an den Platzbedarf seiner Tiere denken und sich nach seinem vorhandenen Platz richten. Interessanter ist die Rückwandgestaltung, die man sicher nicht nur für ein Terrarium nutzen kann.
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Bauanleitung
Benötigtes Material
| Stk. | Beschreibung | Material | Maße |
|---|---|---|---|
| 20er Spanplatten | Holz | nach Bedarf | |
| Styropor, auch Rester | |||
| Fliesenkleber/Fugenmörtel | |||
| Abtönpaste/Farbe |
Benötigtes Werkzeug
- Mess- und Anreißmittel
- diverse Sägen
- Schrauber/Bohrmaschine
- Messer
- Heißluftpistole
- elektr. Rührwerk
- Malerbürste
1 Der Rohbau
Wie gesagt möchte ich auf den nicht weiter eingehen, da ihn jeder an seine Bedüfnisse anpassen muss. Wichtig ist, dass die Grundplatte im Terrarium richtig stabil ist. Bei uns sind über 100kg Sand drinne. Darum habe ich zwei alte große Waschbeckenhalterungen drunter gesetzt.
Rechts soll eine Glasscheibe rein und vorne zwei. Diese Scheiben hatte ich noch rumstehen, was den Preis meines Projektes natürlich deutlich senkte. ZurFührung der Glasscheiben habe ich auf Arbeit Alu-Vierkant genommen und passende Nuten eingefräst. Diese Schienen brauchte ich dann nur noch auf das Holz zu schrauben. Vorne rechts laufen die Führungen zusammen. Das heißt, man kann nur eine Scheibe nach der anderen einsetzen. Also erst das Seitenfenster rein, dann die erste Scheibe vorne nach links durchschieben und die zweite dagegen. Nicht die eleganteste Lösung, aber die einfachste und es funktioniert.
Da das ganze Teil nicht durch die Tür passte, musste ich es mittig nochmal trennen und im Wohnzimmer wieder zusammen schrauben.
Das zweite Bild zeigt, dass es auch so durchpasst. Wenn man will! So rabiat bin ich aber erst vorm Abriss des Hauses vorgegangen. Irgendwie musste das Terra ja raus.
2 Rückwand 1
Steht der Rohbau nun fertig an seinem Platz, kann mit der Gestaltung der Rückwand begonnen werden. Dazu kann man aus Styropor Höhlen, Absätze oder Treppen bauen. Auch die ganze Wand lässt sich damit prima gestalten. Die einzelnen Stücke kann man mit Silikon kleben und wenn es stabiler sein soll, auch Schrauben, Nägel oder Stifte durchstecken. Damit das Ganze nicht so unnatürlich aussieht, nimmt man danach eine Heißluftpistole (guter Fön reicht vielleicht auch) und schmort sachte die Kanten damit an. Gleichmäßig über zwei Stücke verschwinden so die Übergänge. Alternativ dazu kann man auch Bauschaum nutzen. Zum Kleben, Lücken füllen, Übergänge ausgleichen oder gar die ganze Rückwand damit machen.
Ich werde beim nächsten Terra auf jeden Fall mehr Schaum nutzen und vor allem die Große Fläche der Rückwand mehr gestalten. Meine erste sieht doch sehr nackig aus. Man lernt halt mit jedem Projekt.
3 Rückwand 2
Denkt man, dass man genug gestaltet hat, kommt der große Kinderspaß. Viele nehmen dazu nun Fließenkleber. Ich habe lieber Fugenmörtel genommen, da dieser fester wird und nicht so bröselig ist. Es funktionieren aber sicher noch andere "Baumassen".
Der Fugenmörtel wird nun zu einem dünnflüssigen Brei angerührt und mit Händen, Pinsel, Quaste oder was erreichbar ist, in einer dünnen Schicht auf dem Styropor aufgetragen. Ich habe hauptsächlich eine Malerbürste genutzt.
Dann hat man Ruhe bis zum nächsten Tag. Das Zeug muss trocknen. Dann der gleiche Spaß wieder und wieder und wieder.....
Ich habe glaube 4 oder 5 Schichten drauf und muss jetzt feststellen, dass es zu wenig ist. Bartagamen haben auch Krallen.
4 Rückwand 3
5 Technik
Die ganze Technik und vor allem die Beleuchtung zu erklären wäre zu umfangreich. Welchen Bastler interessiert hier schon, das Bartagamen UV-Licht brauchen um das Vitamin D3 zu produzieren und damit Kalzium in den Knochen lagern.
Also nur ein kurzer Überblick. Verbaut wurden zwei Daylight Neonröhren, zwei 75Watt HQI-Strahler (Metalldampflampen) und eine 300Watt Osram Vitalux zur UV-Versorgung. Keine Bange, die ist nur 30min am Tag an. Desweiteren wurden drei Zeitschaltuhren zerlegt und wieder verlötet und drei Thermometer mit verlängerten Messfühler versteckt eingebaut. Die Zeitschaltuhren sind inzwischen weg und ein Rechner übernimmt die Lichtsteuerung. Exakt nach Sonnenauf- und Sonnenuntergangszeiten.
Als Nachtrag möchte ich für zukünftige Reptilienhalter doch noch darauf hinweisen, dass
neben der Terrariumgröße die UV-Versorgung einer der wichtigstenPunkte ist. Auf dem dritten Bild sieht man meine beiden Schützlinge. Beim genaueren Hinsehen fallen beim rechten einige Besonderheiten auf. Der Knick an der Schwanzwurzel, hervorstehende Augen, das Maul schließt nicht richtig und ganz deutlich die deformierten Gliedmaßen. Wer sich auskennt weiß, das ist Rachitis. Entstanden durch falsche Ernährung und fehlendes UV-Licht. Als ich beide bekam war der kranke sehr ruhig, hat kaum gefressen und lag nur rum. Hätte wahrscheinlich nicht mehr lange gelebt. Durch odentliche Haltung und vor allem Bestrahlung wurde er zusehends agiler, fraß richtig und fing auch wieder an zu klettern. Die Schmerzen der Rachitis bekommt man weg, die Deformierungen bleiben aber, behindern, engen die Innerrein ein und senken die Lebenserwartung. Letzten Sommer ist er leider verstorben. War trotzdem schön zu sehen, wie er die letzten beiden Jahre bei uns nochmal richtig aufblühte.








16 Kommentare
"Bau eines Terrariums"
Deine Tierchen werden sich da wohl fühlen.
Super Sache, wäre froh wenn ich nur ein kleinen bisschen soviel Ahnung hätte.
So long
Espyce
Das Vitamin, das Reptilien zur Calciumeinlagerung brauchen ist D3!
*klugscheißmodus aus
Da Reptilienhaut relativ dick und undurchlässig für UV-Licht ist, gibt es immer wieder Diskussionen über den Sinn von UV-Beleuchtung. Wer allerdings mal gesehen hat, wie Bartis unter nem 300W Ultravitalux aufblühen, wird wohl glühender UV-Fan (wie ich auch!)
Es ist wirklich superschön geworden! Gefällt mir echt gut!
Ende Teil 1
Wo hast du denn Lüftungen? Auch wenn Bartagamen relativ unempfindlich sind, wird es bei Stauluft selbst in hygienischen Terrarien zu Lungenproblemen kommen.
Gibt es denn große Unterschiede bei Fugenmörteln? Ich verwende immer flexiblen Fliesenkleber, gerade weil er mir viel kratzfester und stabiler als der bröckelige Fugenmörtel vorkam.
Total begeistert bin ich von den eingebauten Displays!!!
WOW! Tolles Projekt und super Ausführung. Damit gibt es auch gleich ein dickes Lob für Deine ausführliche und strukturierte Bauanleitung.
Du hälst auch Reptilien? Dann lade ich Dich natürlich mal ein:
www.Bartagamen-Webcam.de
da durch styropor oder pu-schaum kein druckfester untergrund entsteht muss die masse dick genug aufgetragen werden. das ist mit dünnflüssiger masse sicher aufwendiger. optimal wäre wahrscheinlich den fliesenkleber erst als haftgrund in form von einer dünnen schlämme aufzubringen, dann die eigentliche schicht drauf und
ich war früher ein echter terrarienfreak. aus zeitgründen sind nur noch die leopardgeckos und ein bartagamenweibchen (sie ist eine barbata und ich suche ein 1,0) übrig geblieben.