Bau einer Pergola / Freisitz im Garten Teil 1: Fundament und Mauer

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Arbeit? :)
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Gartengestaltung
von Kneippianer
05.04.13 17:06
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Schon seit längerem habe ich das Projekt der Pergola in unserem Garten vor mich hergeschoben.

Nachdem ich das Glück hatte einen Stadel zum Abriss geschenkt zu kriegen, war die Frage nach dem Holz bereits geklärt.

Letzten Sommer ging es dann los.

Erstmal ein Fundament legen, auf welchem anschließend eine Mauer mit Durchgängen entstehen soll.

Das dies in solch einen Arbeitsaufand enden sollte, hatte ich vorher nicht ernsthaft in Erwägung gezogen - aber das steht in der Anleitung.

Das Erstellen der Mauer verlief dagegen wie vorgesehen.

Das gesamte Projekt habe ich der Übersichtlichkeit halber in zwei Teile aufgeteilt.
In Teil zwei berichte ich dann über den Aufbau der Pergola.

ZUSATZ: leider hat sich, wie eben erst bemerkt meine Kamera verabschiedet und dabei die Karte zerschossen, so dass ich auf (glücklicherweise gemachte) Handyfotos in geringerer Anzahl zurückgreifen muss...


Mauer, Fundament, Grundmauer
4.4 5 28

Bauanleitung

Benötigtes Material

Stk. Beschreibung Material Maße
38  Betonhohlblocksteine  Beton  b25 x l50 x h24 
26  Betonhohlblocksteine  Beton  b30 x l50 x h24 
55  Sack Estrichbeton  Zementmischung  a 40 kg 
Frostschutzkies  Kies  ca. 3m³ 
50  Baustahl  Stahl  insgesamt ca 50m Baustahlreste 
Wasser  Wasser  zum befeuchten und anmischen 
Schalungsholz  Holz  nach Bedarf (Restholz) 

Benötigtes Werkzeug

  • Schlagbohrmaschine
  • Winkelschleifer
  • Minibagger
  • Schaufel
  • Spaten
  • Spitzhacke
  • Bauschnur
  • Wasserwaage
  • Gummihammer
  • Schubkarre
  • Betonmischer
  • Zurrband
  • Stampfer
  • Richtlatte
  • Steinbohrer 8 mm
  • Hammer
  • Betonrüttler
  • Glättkelle
  • Bleistift

1 Ausmessen und Festlegen des Grundrisses, Abtragen der Grasnarbe + Annekdote

Wenn geklärt ist, wie groß und an welche Stelle das Fundament und die Mauer kommen sollen, wird an dieser Stelle mit Bauschnur (Alternativ: Kreide, Farbspray o.Ä.) der auszuhebende Graben markiert.

Ich habe - nachdem die Breite des Fundamentes ca. 30 cm sein sollte - ca. 40 cm markiert.

Jetzt erfolgt der erste Spatenstich!

Die Grasnarbe wird mit einem Spaten ausgestochen und großteils entsorgt - ein Rest wird beiseite gelegt und feucht gehalten, um damit am Ende der Arbeiten die Ränder von der Ausstichkante bis zum Fundament zu Füllen.

Bevor es nun im nächsten Schritt mit dem Ausheben weitergeht, muss eine kleine Anekdote wiedergegeben werden:

Ich ging, aufgrund von Grabungen an anderer Stelle im Garten und aus meinen Erinnerungen von der Bauzeit, davon aus, dasss ich "nur" ca. 30-40 cm tief graben müsste, um auf die natürliche Frostschutzschicht zu treffen.

...dachte ich...

Nach dieser Tiefe kam erneut eine Erdschicht zum Vorschein und ich musste mich immer weiter in die Tiefe buddeln...

Im Endeffekt erreichte ich nach knapp 80 cm die natürliche Frostschutzschicht.

Nach erfolgloser Suche nach der versteckten Kamera war mir klar, dass ich mit einem Minibagger wesentlich effektiver und leichter gegraben hätte...


Daher mein Rat: scheut nicht die Kosten für die Anmietung eines Minibaggers oder unterschätzt die launen der Natur... ;)

Bilder habe ich hiervon leider keine mehr - siehe Einleitung.

2 Ausheben und Auffüllen des Grabens

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Viel Erde für einen kleinen Graben
1/2 Viel Erde für einen kleinen Graben
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Den folgenden Arbeitsschritt beschreibe ich als hätte ich einen Minibagger benutzt...

Zuerst wird von dem noch vorhandenen Humus wiederum ein kleiner Teil zwischengelagert (verfüllen der Ränder).

Man sollte sich vorher kundig machen, da, je nach örtlichen Regeln, das Entsorgen von reinem Humus finanziell anderst geregelt ist als der von Kies.

Der Graben wird nun entweder bis zur natürlichen Frostschutzgrenze oder bis (normalerweise) 80 cm Tiefe ausgehoben.

Jetzt wird ca. 20 cm hoch Frostschutzkies eingefüllt und mit dem Stampfer ordentlich festgestampft.

Nachdem die Hände aufgehört haben zu Zittern, folgt die nächste Schicht Frostschutzkies bis man ca 23 cm (befestigt!) unterhalb der höchsten Erhebung entlang des Grabens angekommen ist.

Diese Schicht muß "im Wasser" sein.
Hierzu benutzt man die Richtlatte.

In etwas geringerem Abstand, als die Richtlatte lang ist, werden quer jeweils kurze (Rest-) Hölzer gelegt und auf Maß ausgerichtet.

Jetzt kann man ganz einfach mit der Richtlatte den restlichen Boden abziehen und befestigen (stampfen).

3 Die Betonsteine setzen, schalen, und armieren

Am Anfang war der Stein...
1/1 Am Anfang war der Stein...

Der folgende Teil ist mit dem nächsten der körperlich Anstrengenste!

Die breiten Betonsteine legt man unter berücksichtigung der Waagerechten aneinander in den Graben und richtet sie, unter Zuhilfenahme einer Richtschnur, aus.

Der Anfang sowie die Endstücke (L-Form) wird mit passenden Brettern verschalt.

Diese Verschalung muss ausreichend gegen verrutschen gesichert werden, der entstehende Druck ist nicht zu unterschätzen!

Nach diesem Schritt wird die Reihe Steine mit Baustahl armiert.

Dieser wird in die Hohlsteine so eingelegt, dass mindestens eine durchgehende Abdeckung der Strecke gewährleistet ist - mehr schadet nicht. ;)

Ich habe noch zusätzlich ein paar Baustahl-Stangen senkrecht in den Boden gerammt.

Darauf achten, dass keine Bewehrung über den oberen Rand hinaussteht!
Falls bereits bekannt ist, wo die Hohlräume der darauf zu erstellenden Mauer liegen, können hier Baustahlstangen etwa bis 2/3 der Mauernhöhe herausstehen.

...da dies bei uns nicht der Fall war, bin ich anders vorgegangen...


Wer Zeit und Muße hat, kann diese Bewehrung gerne noch mit Draht verzurren...

4 Ausbetonieren der Steine

Olga macht Feierabend...
1/1 Olga macht Feierabend...

Mit der Betonmischmaschine habe ich - nach Angaben des Herstellers - den Betonestrich angemischt und in einen Schubkarren gefüllt.

Vor dem Befüllen werden noch die Steine innen genässt, damit der Beton sich verbindet und nicht zu schnell austrocknet.

Mit diesem wird nach und nach der gesamte Raum aufgefüllt.

Meine Frau hat hierbei ständig den Beton mit einem Stock verdichtet.

Wer dies seiner Frau nicht zumuten will... DANKE! nochmals... der kann diese Arbeit auch mit einem Betonrüttler durchführen.

Als alles aufgefüllt war, habe ich die Oberfläche mit der Glättkelle abgezogen und geglättet.

Jetzt ist erstmal - je nach Witterung und Zeit - Feierabend...
...bis der Beton zur weiteren Bebauung ausreichend Ausgehärtet ist. Dies war bei mir nach zwei Tagen soweit.

Nun noch Ausschalen  und weiter gehts mit dem Krafttraining...

5 Die Mauer muss her! ;)

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Die erste geschalte Mauer
1/5 Die erste geschalte Mauer
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Als Abgrenzung zum restlichen Garten haben wir auf das Fundament drei kleine Mauern gesetzt.

Die Steine sind eine Nummer kleiner als die des Fundamentes.

Da wir vorher noch nicht genau wussten, wo wir die Mauern haben wollten, habe ich auch keine Bewehrung aus dem Fundament gehabt.

Somit habe ich die Steine grob neben dem Fundament ausgelegt und im Bereich derern Hohlräume eine Markierung mit Bleistift auf dem Fundament gemacht.

Mit dem 8er Bohrer wurden dort Senkrecht Löcher ins Fundament gebohrt.

In diese kamen mit der Flex abgelängte und leicht angespitzte 8er Baustahlstangen

Zum Ablängen kann selbstverständlich auch ein ausreichend dimensionierter Bolzenschneider verwendet werden.

Beim Einschlagen der Stangen bitte mit Vorsicht vorgehen, da diese beim Erreichen des Bohrlochendes federn.

Der Rand der Mauer habe ich mit Bauschnur Markiert.

Jetzt werden die Steine unter Beachtung der Waagerechten auf das Fundament gesetzt.

Nach der ersten Reihe habe ich zwischenarmiert und die zweite obenauf gesetzt.

Hiernach ist wieder eine Menge Stahlrohstoff in den Hohlräumen versenkt worden...

Mit passenden Brettern habe ich die Mauern gegen Auslaufen gesichert.

Nicht unterdimensionieren!

Als Sicherung benutzte ich Zurrgurte.

Nun wird die Füllung wie vorher angemischt. Nur für das Einbringen wurde noch eine Rampe erstellt.

Den Abschluss vollführte ich wiederum mit der Glättkelle.

Nach zwei Tagen habe ich Ausgeschalt und mich über das Ergebnis gefreut.

Info:

  • Den Beton während der Trocknung vor zu schnellem Austrocknen und Regen schützen!
  • Arbeitsschutz nicht vergessen! Die Steine sind Schwer und der Beton Aggressiv!

Dank nochmal an meinen Freund Olga und natürlich meine Frau...

Im zweiten Teil zeige ich, wie ich aus den Balken des Stadelabrisses die Pergola erstellt habe.

28 Kommentare

zu „Bau einer Pergola / Freisitz im Garten Teil 1: Fundament und Mauer“

Sehr gut und humorvoll beschrieben. Bin schon auf den 2.Teil gespannt.
5 Minibagger ;)
2013-04-05 17:59:27

Kann mich auch nur anschließen. Sehr schön gemacht. Bin auf die Fortsetzung gespannt. 5D
2013-04-05 18:28:57

sieht verdammt schweißtreibend aus ...aber gute Beschreibung
2013-04-05 21:22:21

Klasse ......
2013-04-05 22:13:25

Mal schauen, was noch so alles kommt davon ;)
2013-04-05 23:15:05

Die Idee ist da, der Anfang ist gemacht. Und jetzt? Für ein zweiteiliges Projekt ist das eigentlich wenig Stoff. ;O)
2013-04-06 11:46:41

Schon alles gesagt...
2013-04-06 13:20:13

Danke für die kommentare, das Projekt ist nicht nur der Übersichtlichkeit halber zweigeteilt.

Wenn jemand nur nach einer Möglichkeit des Fundamentes oder einer Mauer oder eben nur der Pergola wegen sucht, ist das für denjenigen Übersichtlicher.

Ich kann immernoch das gesamte Projekt hier anfügen...
2013-04-06 15:32:36

Gut beschrieben.

...bin auch ein verfechter des Handaushubs.
Ein Minibagger macht zwar mehr Spass, kostet aber einiges.
Ausserdem macht man drumrum viel kaputt.
Andere zahlen fürs Fitnesstudio!
2013-04-06 21:13:54

Gefällt mir und macht neugierig auf den zweiten Teil.
TOP!
2013-04-06 23:35:06

Nun spann uns nicht auf die Folter ;) Der erste Bericht ist dir schon mal gelungen und bin nun auch auf den 2ten gespannt wie es weiter geht ... oder zittern die Hände immernoch `?
Für die Top beschreibung bekommst du schon mal die ersten 5 von mir
2013-04-07 09:55:08

Der Anfgang ist gemacht . sieht schon mal ganz gut aus.
2013-04-07 14:32:49

Danke...

Hatte das Wochenende nen Ars** voll zu tun, incl. Kindergeburtstag, sobald ich durch den größten "Wochenarbeitshaufen" durch bin, wird weitergemacht...
2013-04-08 06:36:25

Klasse beschrieben,freu mich auch schon auf den 2. Teil.
2013-04-08 11:54:48

toll gemacht und ausführlich beschrieben
2013-04-08 15:31:28

Sehr schöne Beschreibung ;-)
Bin gespannt wie es weitergeht...
2013-04-08 15:58:06

Puh ist das eine Knochenarbeit - denkst Du an das übrig gebliebene Holz????
2013-04-08 22:56:39

...aber selbstverständlich liebe Janinez! Habe diese Tage wieder mit meiner Frau über das restliche Vorgehen (Holzunterstand und Schuppen) und den daraus resultierenden Holzverbrauch gesprochen - und das dabei sicherlich einiges für Dich übrig bleibt... ;)
2013-04-09 07:32:24

wie bei einem guten Film, man wartet darauf wie es weiter geht
2013-04-09 20:47:25

für den Anfang sehr ordentlich.
2013-04-16 01:58:13

klasse
2013-04-17 19:24:56

Mords Arbeit uund klasse beschrieben
2013-04-18 12:16:27

Die Überschrift lautet: "Bau einer Pergola"

1. Teil 1 ist von Dir vor etwa 8 Wochen eingestellt worden, wann kommt denn der 2. Teil
2. Der Bau der Pergola hätte eigentlich hier mit reingepasst

Das Herstellen des Fundaments ist gelungen und die Beschreibung ist o.k.

Ich warte mit der Bewertung noch, bis der 2. Teil von Dir Veröffentlicht wird.

Gruß Pedder
2013-06-10 08:04:03

Das ist mal eine super Projekt, ich bin auch dran und will den Garten noch etwas umgestalten. Mal sehen ob ich dazu auch Zeit finde.
2014-02-14 08:39:35

Zum Glück musste ich bei meinem Rosenbogen / Pavillon nicht solch einen Aufwand betreiben ... aber ich bin gespannt ;)

Den reinen Humus würde ich dir abholen und noch mit einem Bierchen quittieren, aber leider ist dies schon ein gutes Stück bis nach Bad Wörishofen.
2015-01-27 08:45:13

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