Der linke Teil der Terrasse ist fertig.
1/1 Der linke Teil der Terrasse ist fertig.
Heimwerken
von JOERG24
30.10.09 16:15
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Ursprünglich wollten wir unsere Terrasse pflastern, da wir von den Kosten einer Holzterrasse abgeschreckt waren. Zuerst dachten wir: zu teuer, zu schwierig. Erst die intensive Beschäftigung mit dem Thema führte zu dem Entschluss: Wir machen die Terrasse einfach selbst. Holz ist einfach viel fußwärmer als ein vergleichbarer Steinbelag. Der Ton des Holzes strahlt auch eine gewisse Wärme aus, die wir als sehr angenehm empfinden. Heute sind wir froh über diesen Entschluss. Die Terrasse ist ein sehr gemütlicher Ort geworden. Zudem hatte die Holzkonstruktion den Vorteil, dass die Terrasse bodengleich an die Fensterbank angebaut werden kann.


Garten, Holz, TerrasseBodenAnbau, Dielen
4.3 5 7

Bauanleitung

Benötigtes Material

Stk. Beschreibung Material Maße
224 l  Terrassendielen  Kapur  4m in 27mm Stärke 
72 lf  Unterkonstruktion Kapur    6x8cm 
72  Terrassen Fundamentsteine     
1000  Edelstahl Schrauben     
  altes Koaxialkabel als Auf     
20  Tiefbordsteine    1m, 2m³ 
  Betoniersand    0/16 
Säcke Zement     

Benötigtes Werkzeug

  • Kapp- und Gehrungssäge
  • Handkreissäge
  • Akku-Schrauber
  • Schlagbohrmaschine
  • Winkel 5 mm
  • Zollstock
  • Bleistift
  • Bohrer 3 mm
  • Schleifmaschine oder Schleifschwamm
  • Holz - Senker
  • Spanngurt
  • Betonmischer

1 Planung

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Planung der Terrasse
1/2 Planung der Terrasse
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Zunächst gilt es, die benötigte Dielenanzahl für die gewünschte Terrassenfläche auszurechnen. Diese ergibt sich aus der Dielenbreite und der Verlegefuge. Als Fuge zwischen den Dielen sollte man etwa 5mm einplanen. An den Rändern, an denen das Deck später andere Bauteile berührt, etwa 15mm. Bei uns wird das Deck in eine „Wanne“ zwischen Haus und Tiefbordsteinen eingelassen. Wir haben diese Fuge also umlaufend.
Die Deckbreite ergibt sich aus folgender Formel:
Deckenbreite= (Anzahl Dielen x Dielenbreite) + ((Anzahl Dielen-1)*Verlegefuge) + 2*Randfuge

oder andersrum

Anzahl Dielen= (((Deckenbreite-(2*Randfuge)) / Verlegefuge) +1) / ((Dielenfuge / Verlegefuge)+1)

Es bietet sich an, die Anzahl der Dielen solange zu verändern bis man das gewünschte Maß in etwa erreicht hat. Man sollte keine Dielen längs schneiden. Bei unserer gewünschten Decksbreite ergeben 56 Dielen eine Gesamtbreite von 8,42m.

Als Fundamente für die Unterkonstruktion haben wir Fundamentsteine verwendet. Bei der Unterkonstruktion muss man in Längsrichtung der Holzbalken einen Abstand von max. 1m einplanen, in Querrichtung ca. 50cm. Bei der Terrassengröße von 4m*8,42m kommt man also auf 8*9=72 Fundamentsteine. Je nach gewünschter Konstruktionshöhe kann man auch Betonplatten als Fundamente verwenden.

2 Vorbereitung des Untergrundes

Befestigung des Untergrundes
1/1 Befestigung des Untergrundes

Der Untergrund muss wie bei anderen Terrassen auch ausreichend tragfähig und verdichtet sein. Hierzu wird die Terrassenfläche zunächst bei Bedarf ausgekoffert und eine Lage 0/32 Schotter aufgebracht. Dieser sollte mit einer Rüttelplatte verdichtet werden, um spätere Setzungen zu vermeiden. Die Höhe des Fundamentes ergibt sich aus der gewünschten Endhöhe des Decks und der Höhe der Unterkonstruktion. In unserem Fall soll das Deck ebenerdig an die Fensterbank angeschlossen werden. Es werden Fundamentsteine mit einer Höhe von 16cm verwendet, so dass das Schotterbett nicht allzu hoch sein muss. Das Schotterfundament sollte bereits eine Neigung von etwa 2% aufweisen, d.h. bei 4m Terrassenbreite etwa 8cm Gefälle von der Fensterbank bis zur Vorderkante.
Dies lässt sich recht gut einmessen, indem man zunächst eine waagerechte Schnur spannt (z. B. mit Wasserwaage und Laser) und sich dann auf 2 Pflöcken die unterschiedlichen Höhen anträgt. Zwischen diesen beiden Markierungen kann dann die Schnur mit dem einzubringenden Gefälle gespannt werden.

3 Einfassungen

Setzen der Einfassung
1/1 Setzen der Einfassung

In unserem Fall soll das Deck später ebenerdig zum umgebenden Erdreich und zur Fensterbank sein. Um das Gelände später anfüllen zu können, muss also noch eine Einfassung gesetzt werden. Diese besteht bei uns aus 8cm starken und 25cm hohen Tiefbordsteinen. Hierfür wird wieder ein Schnurgerüst erstellt und die Steine in Beton gesetzt. Als Mischungsverhältnis bietet sich hier 4/1 an. Also 4 Schippen Sand und 1 Schippe Zement. Der Beton sollte erdfeucht sein. Die hinterste Reihe lassen wir zunächst frei. Diese wird erst gesetzt wenn das Deck komplett verlegt ist, um Längenunterschiede ausgleichen zu können.

4 Das Beplanken mit Dielen

Hier sieht man die verarbeiteten Terrassenschrauben.
1/1 Hier sieht man die verarbeiteten Terrassenschrauben.

Die Dielen sollten nicht direkt auf die Unterkonstruktion geschraubt werden, da sich in diesen Spalten immer Wasser sammelt. Besser ist es ein altes Kabel oder Kunststoff Abstandshalter auf den Traghölzern zu befestigen und dann erst darauf die Dielen zu verlegen. Bei uns kommt ein altes Koaxialkabel zum Einsatz. Zum Verschrauben verwendet man am besten spezielle Edelstahl Terrassenschrauben. Galvanisch verzinkte Schrauben führen häufig zu Farbveränderungen am Holz. Die Edelstahl-Terrassenschrauben haben neben den herkömmlichen Edelstahl Schrauben den Vorteil, dass Sie eine höhere Festigkeit besitzen und nicht so schnell abreißen. Bei der gezeigten SPAX Schraube muss auch nicht vorgesenkt werden, da diese mit Fräsrippen ausgestattet ist. Vorbohren sollte man aber trotzdem, um ein Reißen des Holzes zu verhindern.
Die erste Diele, die verlegt wird, sollte möglichst gerade sein und wird im Abstand von ca. 15-20mm zum Rand auf den Traghölzern verschraubt. Pro Verschraubungsstelle sind 2 Schrauben notwendig, damit sich die Bretter nicht aufwerfen können. Beim Verschrauben sollte man darauf achten, dass die Diele fest anliegt und die Schrauben nicht zu tief verschraubt werden. In den Löchern steht später sonst Wasser, was eine frühzeitige Zersetzung des Holzes fördert.
Das Verlegen der weiteren Dielen folgt nun demselben Muster. Als Abstandshalter kann man sehr gut 5mm starke Winkel verwenden. Da die Bretter häufig erheblich verzogen sind, benötigt man stellenweise einen Spanngurt mit dem sich die Dielen aneinander spannen lassen. Um das Holz nicht zu beschädigen, sollte man ein Reststück Diele unterlegen.
Die Dielen sollte man etwas mit Übermaß zuschneiden. Wenn alle Dielen verlegt sind, können diese an der Vorderkante mit einer Handkreissäge auf eine gleichmäßige Länge gekappt werden. Im Handumdrehen entsteht so eine schöne Terrasse.

5 Behandlung des Holzes

Das Holz erst einige Woche der Witterung aussetzen, dann mit Holzöl behandeln.
1/1 Das Holz erst einige Woche der Witterung aussetzen, dann mit Holzöl behandeln.

Wenn die Terrasse fertig verlegt ist, wird diese zunächst mit einem Besen grob gereinigt. Anschließend kann man eventuell abstehende Holzspäne und grobe Verschmutzungen mit einem Schleifschwamm oder Edelstahl Wolle entfernen. Die Grundreinigung erfolgt mit einer Holzseife oder Terrassenreiniger und einem (weichen) Schrubber. Da insbesondere die Späne häufig Farbstoffe abgeben, sollte man hier die Terrasse mit viel Wasser vorspülen, um Verfärbungen von angrenzenden Bauteilen zu verhindern.
Die Terrasse sollte nun für einige Wochen frei der Witterung ausgesetzt werden bis sich die Hölzer farblich angeglichen haben. Danach kann die Terrasse mit einem Holzöl behandelt werden, wenn man die silbergrau Patina vermeiden möchte.

6 Beleuchtung

LED - Beleuchtung am Terrassenrand
1/1 LED - Beleuchtung am Terrassenrand

Sehr schön kann eine integrierte Beleuchtung wirken. Hierzu eignen sich energiesparende LED Leuchten, die es für wenig Geld im Baumarkt zu kaufen gibt. Für unsere kleinen Leuchten wurden mit einem Forstnerbohrer Löcher in die Dielen gebohrt. Für größere Leuchten benutzt man am besten eine Lochsäge.

15 Kommentare

zu „Bau einer Holzterrasse“

Sieht sehr schön aus, Joerg! Und super beschrieben, vielen Dank! An unserer Terrassenkonstruktion überlegen wir schon lange herum, aber so könnte es wirklich gut funktionieren… :-)
2009-11-05 19:37:47

Wenn Du Detailfragen hast dann einfach kurz melden. Ich versuch auch bestimmte Dinge noch zu ergänzen.
2009-11-05 20:40:00

Gebookmarkt! Für den Fall, dass wir mal eine Terrasse haben sollten... Sieht super aus!
2009-11-20 17:10:51

Solltet auch mal diesen Fundamentstein ansehen, der belüftet auch die Hölzer

http://www.fundamentstein.de
2010-04-11 21:12:08

mensch, das sieht ecvht toll aus, ich glaube jetzt wagen wir uns auch. Spitze
2010-05-07 19:06:23

Hi, aus eigener Erfahrung: Macht die Terrasse rundherum dicht, damit keine Mäuse Unterschlupf finden können, und aus dem gleichen Grund den Abstand der einzelnen Bohlen nicht größer als 5mm. An Jörg24: Hast du mal eine Spax wieder rausdrehen müssen? Mir sind 2 Spax abgerissen (bei Bangkirai) - wonach ich dann normale Edelstahlschrauben 50x5 genommen habe. Vorbohren Pflicht, wobei es spezielle Bohrer gibt, die einen Aufsatz für das Versenken der Schrauben haben.
2010-05-12 12:26:17

Ergänzung: Auf die Balken der Unterkonstruktion habe ich auf der Oberseite vollflächig Streifen aus dem Reststück meiner Teichfolie gelegt (EPDM 1,5mm). Sieht gut aus und isoliert vor allem gegen Nässe bei Regen und Schnee.
2010-05-12 12:32:41

sieht echt gut aus- tolle arbeit
2010-05-12 20:06:31

schöne terasse gefällt mir
2011-05-08 09:45:47

Haben sich die LED Leuchten in der Praxis bewährt? Wir sind am überlegen, ob wir den Aufwand machen, welche einzubauen. Oder uns ggf. mit einer Kerze begnügen.
Kannst Du LEDs empfehlen?
2011-09-02 23:21:35

Tolles Projekt und super beschrieben!!!
2012-02-10 21:51:54

gut gemacht
2013-04-02 15:03:09

sehr schönes Projekt
2013-07-24 17:23:33

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