Aus Positiv mach Negativ.... Oberfräse,Geschenk,kleine Holzarbeiten
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Holz
von StefanOstermann
18.01.14 15:00
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Die Herstellung von zB. einer Handyschale machte ich bisher immer mit viel Säge- und Schleifarbeiten. Ich hatte aber schon des Öfteren den Gedanken, dass das auch einfacher zu machen geht.
Ein Tutorial-Video im Internet (welches ich dummerweise nur einmal gesehen habe und nimmer wiederfinde ) gab mir einen etwas anderen Lösungsweg, den ich hier mal teile.


Oberfräse, Geschenkkleine Holzarbeiten
4.0 5 21

Bauanleitung

Benötigtes Material

Stk. Beschreibung Material Maße

Benötigtes Werkzeug

  • Oberfräse
  • Stichsäge
  • Holzbohrer, Forstner
  • Holzreparaturmasse

1 Abbild des Gegenstandes

Abbild des Gegenstandes
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Zu Beginn fertigte ich aus 15 mm Multiplex ein Abbild ( ich nenne es mal Positiv ) meines Smartphones an.
Die Bedienknöpfe habe ich herausgelassen, da ich diese zu einem späteren Zeitpunkt einbringen wollte.

2 Schablonenvorbereitung

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Schablonenvorbereitung
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- Dann nahm ich eine 10 mm MDF-Platte und zeichnete mir den Umriss des 'Positivs' auf.
- In den Umriss bohrte ich erstmal ein 26 mm Loch und vergrößerte dieses so, dass ich
   rundherum noch eine Auflagefläche hatte.
- Auf den langen Seite der Auflagefläche klebte ich dünne Streifen Doppelklebeband.
-Auf das Doppelklebeband legte ich dann das 'Positiv',
 

3 Den Rand erstellen

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Den Rand erstellen
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- Damit mir nichts am Rand des 'Positivs' haften bleiben konnte habe ich diesen mit einfachem Klebeband eingefasst.
- Den Überstand habe ich abgeschnitten.
- Jetzt kam die 2 Komponenten-Holzreparaturmasse ins Spiel.
   Diese habe ich gut durchgemixt und dann mit einem Fimo-Spachtel an den Rand des
   'Positivs' angebracht.
   Ziemliche Sauerei, war aber auch mein erstes Mal. :)
- Die Oberfläche des 'Positivs' habe ich von Resten der Reparaturmasse befreit, damit
  diese später nicht das Herauslösen des 'Positivs' behinderten.

- Jetzt hieß es warten. 45 - 75 Minuten laut Herstellerangaben.

4 Ausarbeiten der Schablone Eins

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Ausarbeiten der Schablone Eins
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- Nach der maximalen Aushärtzeit habe ich zunächst das Konstrukt bereinigt.
  (War ja ein fürchterlicher Anblick ;)  )
- Mit einem Beitel habe ich dann vorsichtig das 'Positiv' aus der
  Holzreparaturmasse herausgelöst.
  Die Innenseite der Holzrep.-masse war nicht ganz so gut, wie gehofft,
  aber dennoch gut genug.
- Mit einem Bündigfräser habe ich dann die ehemalige Auflagefläche entfernt.

5 Schablone Nummer Zwei

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Schablone Nummer Zwei
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- Ein weiteres Stück 10 mm MDF wurde nun mit einem passenden Loch versehen
  und mit Doppelklebeband unter Schablone Eins angebracht.
  Auch hier habe ich den Bündigfräser benutzt um die Form herauszuarbeiten.

- Schablone Zwei nahm ich jetzt her und arbeitete die Feinheiten heraus.
  Die Stellen, wo Bedienelemente von Handy herausstanden sollten etwas mehr Platz
  bekommen.
 

6 Test an Rest...

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Test an Rest...
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- Für die Anbringung an zukünftigen Werkstücken habe ich die Schablone Zwei noch mit
  2 versenkten Löchern versehen.
- Mit einem anderen Bündigfräser (Kugellager schaftseitig ) in einer freien Oberfräse
  habe ich nun die Form herausgefräst.
  Ich habe die Tiefe etwas tiefer als die Dicke des Handy gewählt um eventuell noch
  Filz oder ähnliches Puffermaterial einbringen zu können.
- Nach Entfernung der Schablone war ich mit dem Ergebnis schon sehr zufrieden.

- Die nächsten Schritte habe ich nicht dokumentiert, denn ein paar Schnitte mit der
  Tischkreissäge, das Schleifen mit 80er, 120er und 180er Körnung, die Anbringung
  der Beschläge ( von einer Zigarrenkiste ) und die einfache Lackierung mit klarem
  Sprühlack kennt hier wohl jeder gut genug.

- Zwar habe ich keine wirkliche Verwendung für die entstandene Kiste momentan,
  aber es ging ja eh um die Vorstellung des Weges bis hier her.

Dieser ganze Prozess, außer der Aushärtzeit, dauerte 3 Stunden.
Wenn ich überlege, wie lange ich für das Aussägen und
Fein-Tunen der "Beatles" gebraucht habe muss ich sagen, dass es so viel angenehmer und auch viel leiser ging.

Gruß
Stefan

30 Kommentare

zu „Aus Positiv mach Negativ....“

Au weia, 'tschuldigung, wenn die Richtung der Bilder Euch Nackenprobleme machen !
Ich hatte die Bilder eigentlich alle bearbeitet und ausgerichtet, aber irgendwie ist die Darstellung hier nicht gleich der Darstellung in meinem Explorerfenster.
Hoffe dennoch, man kann was erkenn.
2014-01-18 15:05:10

Hmm.... die Idee mit der Holzreperaturmasse muß man sich mal merken......
Hast da schon einen kreativen Weg gewählt um an eine passgenaue Schablone zu kommen.

Aber um das Schlauphone aus dem Zigarrenkästchen zu bekommen, muß man das Kistchen schon auf den Kopf stellen, oder bekommt man das da irgednwie mit den Fingern raus?
2014-01-18 15:22:22

Sehr schöne..
2014-01-18 15:57:12

für Dich sicher eine gute Lösung
2014-01-18 16:20:58

Es gibt viele Wege um ein Ziel zu erreichen, der deine gefällt mir gut, 5 D.
2014-01-18 16:49:25

Habe ich was verpasst oder fehlt es mir an Vorstellungskraft - ich werde aus dem Ganzen nicht schlau.
Warum muss man um ein solches Kisterl zu bauen, diesen Aufwand betreiben und warum die Arbeit mit der 2 Komponenten-Holzreparaturmasse?

auch nach dem dritten Mal lesen verstehe ich es immer noch nicht.
2014-01-18 17:47:55

huhu zusammen,
Danke für die netten Kommentare.

Um die aufgekommenen Fragen einmal zu beantworten:
Es ging mir nicht um die Erstellung einer Kiste für mein Handy.
Einzig der Weg sollte im Vordergrund stehen.
Mit der Erstellung von den 'Positiven' und den entsprechenden ' Negativen' lassen sich auch leicht andere Materialien als Holz und weit kompliziertere Formen einfach herstellen.
Und auch wiederholbar.
2014-01-18 18:05:34

Sehr gute Darstellung und Hinweis. 5 Daumen
2014-01-18 18:12:52

Interessant, aber so ganz versteh ich das nicht, Ist die Kiste jetzt gegossen worden??
Sorry, aber ich steh auf dem Schlauch!!
2014-01-18 18:34:14

Ich glaube, da ist mir die Sauerei mit Sägespänen lieber als dieses klebrige gatschige Zeugs ;)

Das Ergebnis ist aber beeindruckend, wobei ich den Sprung zwischen Schritt 4, 5 und 6 nicht kapiere. Liegt aber sicher, wie immer an mir ;)
2014-01-18 18:36:39

nee, die form des handys ist anhand der schablone zwei ausgefräst worden.
danach wurde das werkstück um die ausfräsung herum in form gebracht, bis es die gewünschten ausmaße hatte.
das habe ich deshalb so herum gemacht, damit ich ausreichend auflagefläche hatte um die schablone auf dem werkstück zu befestigen.
2014-01-18 18:41:20

@woody:
schritt 4 war notwendig um die schablone 2 (schritt 5) herzustellen.
da sich die mdf- platte mit dem holzreparaturmasse-rand nicht benutzen lässt brauchte es quasi eine "flache" kopie, wo ich mit der oberfräse drüberfahren konnte.
man hätte zwar auch die holzrep.-masse direkt entfernen können, aber ich persönlich behalte gerne ein original, falls die zweite schablone über den Jordan geht.

die vorgänge zwischen schritt 5 und 6 habe ich mir nur gespart, weil das standartmäßige vorgänge sind, die hier jeder schon 1000 mal gemacht und gesehen hat.
da war ich ein wenig faul, gebe ich zu. ;)
2014-01-18 18:51:33

Zum Anwendungsnutzen: Du hast ne perfekte 1:1 Negativkopie des iPhomes gemacht. Nun dünneres Hartholz nehmen, ausfräsen, rundum sägen. Abrundfräser ringsum und Du hast ne Holzschale fürs iPhone. Paar Fräsungen und Bohrungen an die entsprechenden Stellen und Du kannst in Serienproduktion gehen. Die Holzteile sind ganz schön teuer am Markt, Das kannst Du jetzt selbst machen. Mit Multiplex oder Siebdruckplatte sicher sehr schön und originell.
2014-01-18 19:56:30

ist da der Aufwand nicht zu enorm???
2014-01-18 21:39:28

Kisterl ist schön, aber viel zu viel Aufwnd
2014-01-18 22:47:47

muss mich anschließen, ist zwar schön aber viel zu kompliziert gemacht

würde einfachere wege geben um schneller und günstiger zum selben ergebnis zu gelangen. z.b. so:
umriss des gerätes zeichnen (oder einfach ein bild davon in 1:1 ausdrucken), ca. 1cm rand dazu (wie auf dem bild 2/2).
mir der deku den innen teil aussägen, auf eine dünne platte leimen. darunter eine zweite platte mit doppelklebeband kleben, den außenrand sägen(deku oder bandsäge).
alles schleifen, dann die untere platte abnehmen (= der deckel). scharniere daran und fertig ist das kisterl (in etwa einer halben stunde)
2014-01-18 22:54:31

Ich schließe mich der Variante von Holzopa an. Genau dies war auch mein erster Gedanke, nachdem ich diesen ganzen Aufwand gelesen hatte. Aber wenn es dir darum ging, die Holzspachtelmasse auszuprobieren, warum nicht. Hast dir auf alle Fälle einen Haufen Mühe gemacht.
2014-01-19 06:26:00

Sicher, es geht einfacher. Aber ich denke, darum geht es nicht....viele Wege führen nach Rom. Und es hat doch bestimmt Spaß gemach. Und darum geht es doch. Mir gefällts...
2014-01-19 07:54:21

Klasse geworden ....
2014-01-19 09:20:35

Sehr gut gemacht.
2014-01-19 11:51:48

Klasse geworden, aber der Aufwand.
2014-01-19 13:10:31

gut gemacht .
2014-01-19 16:36:14

Sehr intertessant und gut gemacht... 5 D
2014-01-19 19:56:09

Hallolo, ...
ich denke, ich muss nochmal kurz was geraderücken:
Diejenigen, die denken, dass sich das von mir hier veröffentlichte Projekt darum dreht eine Presentkiste für ein Smartphone herzustellen:
Bitte die " Kiste " mal komplett aus den Gedanken herauslassen und überlegen, welche anderen Möglichkeiten sich hier ergeben.
Soweit ich das Gelesene interpretieren kann, sagen viele
"Für EINE solche Kiste viel zu viel Aufwand !!"
Yuppieh, da stimme ich denjenigen vollends zu !!!
Eine Handykiste dieser Art mach ich in 3 Stunden mit Handwerkzeugen auch. Easy.
Aber darum geht es nicht.
Mehr geht es darum nicht EINE Kiste herzustellen sondern evtl. 20 oder 50.
Wenn man den Gedanken mal übernimmt sind 3 Stunden
bzw. auch 4 Stunden 15 Minuten (incl. Aushärtzeit der Reparaturmasse)
für die Herstellung von o.g. Schablone "Zwei" nicht sonderlich viel.
Ich wollte nur diese Art der Herstellung einer 1 zu 1 "Negativ-Kopie" hier darstellen, die mit einer Oberfräse durchgeführt werden kann.
2014-01-20 00:17:49

Aber bitte !!
Ich möchte jetzt, mit dem letzten Post keinem vor den Kopf hauen !!!!
Alle Kommentare enthalten für mich etwas lesenswertes.
Ich hatte nur das Gefühl, ich habe das Projekt nicht richtig beschrieben und es entstand der Eindruck, ich wollte die Kiste beschreiben.
Also bitte nicht falsch verstehen, bitte.

Übrigens, ...
ich mag eigentlich keine Doppelposts, aber die Anzahl der Zeichen zwang mich dazu.
Entschuldigung.
2014-01-20 00:20:57

Als 'massenschablone' sehr sinnvoll, ist diese denn auch für die Belastung ausreichend gehärtet? Wenn du diese dann sehr häufig abfahren musst würde ich denken das die eigentlich gespachtelte Schablone irgendwann abgetragen wird, oder denke ich jetzt falsch?
2014-01-20 10:32:57

@PsyOps:
Die Schablone mit Holzreparaturmasse drauf (Schritt 5, Schablone Eins )
diente als Übergang zu Schablone Zwei, die dann, weil ohne irgendwelche Erhöhungen,
problemlos mit einer Oberfräse zu benutzen ist.
Die gespachtelte Schablone ( Eins) verwahre ich natürlich, falls der Schablone Zwei was miesliches passiert. ;)
2014-01-20 17:39:38

Klasse gemacht 5D
2014-01-20 20:22:59

Klasse gemacht 5d
2014-01-21 13:22:14

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