PWS 1300-125 CE - Der leistungsstarke Winkelschleifer von Bosch

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Test eines Winkelschleifers, das große Multifunktionsgerät, erstaunlich FLEXibel 5 Kommentare
Vom 26.11.14 Geändert 2014-11-26 21:46:55
Vorab möchte ich einige allgemeine Dinge zum Produkt und zum Test loswerden. Ich möchte mich natürlich unbedingt dafür bedanken, dass ich als Tester ausgewählt wurde. Das gehört sich einfach so.
 
Erwähnen möchte ich, dass es sich um meinen ersten Test handelt. Habt also Nachsicht, wenn etwas fehlt. Solltet ihr Fragen dazu haben, kann ich gerne zu einzelnen Punkten meine Erfahrungen weitergeben.
 
Nun geht es aber um die Erfahrungen mit dem Winkelschleifer PWS 1300-125 CE, im Folgenden von mir auch „Flex“ genannt, was dem Produkt nicht ganz gerecht wird.
1) Welche Erfahrungen hast du mit dem Produkt gemacht? Welches Projekt hast Du mit dem PWS 1300-125 CE gemacht? Wie bist du dabei genau vorgegangen und wie viel Zeit hast du benötigt?
 
Das Auspacken:
An der Verpackung kann nichts angemerkt werden. Die Flex sitzt in der Verpackung sehr gut, sie lässt sich gut transportieren und alles findet Platz. Eine Brille und einen Mundschutz unterzubringen wird etwas knapp, aber Scheiben haben Platz und können zumindest in kleiner Menge transportiert werden. Die Qualität der Box ist gut. Normalerweise arbeite ich nur mit Bosch Professional Produkten und besorge mir dazu die L-Boxx. Natürlich hat die Heimwerkerserie keine stapelbaren Boxen, doch das möchte ich nicht als Nachteil bewerten. Die Box macht einen sehr sehr guten Eindruck.
 
Erstkontakt:
Die Flex fässt sich wirklich sehr gut und griffig an. Wir haben zum Vergleich eine kleinere Flex bereits zu Hause (etwa 10 Jahre alt, mit 125er Scheiben). Trotz der Größe liegt die Flex gut in der Hand. Besonders positiv aufgefallen sind die Bedienelemente (Knöpfe), die sich gut festhalten lassen. Auch der Griff ist gut zu befestigen.
 
Erstnutzung (Metall):
Als erste Herausforderung haben wir uns die Paradedisziplin der Flex genommen. Wir hatten insgesamt 10 runde Metallträger (Schaukel, Wäscheständer etc.) aus alten Zeiten im Garten stehen (Grundstück vor 8 Wochen erworben). Diese wollten wir zum Schrott bringen. Leider haben wir ein Fahrzeug mit einer maximalen Zuladungslänge von 2,50 Metern, sodass wir die Rohre (Durchmesser ca. 15 cm) kürzen mussten. Das positive an einer großen Flex ist, man kann sie in beide Hände nehmen. Den Vorteil möchte ich nicht noch einmal missen. Natürlich ist eine kleine Flex handlicher und wirkt nicht so klobig, allerdings ist es wirklich von Vorteil, das Gerät bequem in beiden Händen zu halten.
Das Durchtrennen der Stahlrohre funktionierte wirklich Problemlos. Der Schnitt war sauber, ohne verkanten oder abrutschen.
 
Weitere Übungen (Stein):
In einem Sanierungshaus müssen natürlich auch Wände fallen. Herausforderung war es, dass wir die Wände teilweise stehen lassen wollten und dazu eine gerade Kannte benötigten. Das sollte unnötige Putz- und Maurerarbeiten überflüssig machen. Der Winkelschleifer war das ideale Werkzeug. Die Wand zwischen Galerie und Treppe wurde auf die halbe Höhe (horizontal) gekürzt. Dazu haben wir vor Abriss entlang einer waagerechten Linie den Winkelschleifer angesetzt und die Wand von beiden Seiten durchtrennt. Natürlich konnte der Winkelschleifer nicht die gesamte Wand vollständig durchtrennen. Weil wir aber von beiden Seiten ansetzen konnten, war es uns möglich, die Wand von oben nach unten sauber abzubauen und die letzten Steine locker mit einem Hammer zu entfernen. Dabei zeigte sich der Winkelschleifer als ideales Werkzeug. Was soll mehr dazu geschrieben werden? Es gab nichts zu bemängeln.
 
Da das wirklich gut geklappt hat, haben wir es natürlich noch an anderen Stellen ausprobiert. Insbesondere an Wandenden, an denen später eine Trockenbauwand anschließen wird, musste wir natürlich eine gerade Kante schaffen. Testen konnten wir es an 3 weiteren Wänden. Natürlich staubt es, hat man keinen Staubsauger zu Hand. Das ist sicher kein Problem des Winkelschleifers. Die Möglichkeit mit einem Staubsauger zu testen hatten ich in dieser Zeit nicht, deswegen werde ich mich hierzu auch nicht weiter äußern.
 
Das Schleifen (Holz):
Für uns war es eine besondere Herausforderung, unsere alten Dachbalken wieder sichtbar zu machen. Ehrlicherweise hatten wir uns vorgenommen, die Dachbalken mittels Ekzenterschleifer auf Vordermann zu bringen.  Nach einigen Versuchen und dem ständigen Wechsel der Schleifpapiere musste eine andere Lösung her: Der Winkelschleifer. Den entsprechenden Aufsatz fanden wir im Baumarkt. Wir haben sowohl den Aufsatz mit Klett, als auch den Aufsatz zum Befestigen der Scheiben ausprobiert. Unsere persönliche Empfehlung: Sicherer fühlt man sich eindeutig mit der festen Variante. Die Klettvariante hat andererseits den klaren Vorteil, dass der Mittelteil für die Befestigung wegfällt und die gesamte Fläche als Schleiffläche genutzt werden kann. Ein weiterer Nachteil ist, dass das Papier für die Klettvariante sehr fein ist und grobe Arbeiten (wie bei uns) leider nicht ganz so effizient sind (zumindest im örtlichen Baumarkt).
 
Die Farbe an den Dachbalken war sehr hartnäckig. Aber nicht für den Winkelschleifer. Es hat keine Minute gedauert, da war die Fläche großflächig ab und die Feinarbeiten konnten beginnen. Wir waren wirklich begeistert, weil es so schnell funktionierte. Insbesondere bei Dachbalken gibt es natürlich auch Ecken, an denen Balken zusammenstoßen. Der kleine Nachteil der Große des Winkelschleifers hat sich hier bewahrheitet. An Flächen, an denen der Schleifer herankommt, kennt er keine Alternative.
 
Weil das so gut funktioniert hat, haben wir das Verfahren auf die alte Kammertür unter der Treppe übertragen. Die Kammertür hatte in den letzten 80 Jahren 2 Farbschichten bekommen. Zunächst hatten wir diese abgebrannt, sodass die Farbe schon einmal vom Holz war. Nun blieben aber noch die Reste, die z.T. zum Schutz des Holzes aufgebracht wurden. Diese wollten weder mit einem herkömmlichen Schleifgerät noch mit Heißluft von der Tür abgehen. Unser Geheimrezept: der Winkelschleifer. Auch hier funktionierte er wieder wunderbar. Alle Flächen an denen wir mit dem Winkelschleifer herankamen, konnten wir einwandfrei auf die Holzmaserung herunterschleifen.
 
Und hier finde ich den großen Vorteil von diesem Winkelschleifer: Er lässt sich in seiner Geschwindigkeit verstellen. Wer schon einmal einen nicht verstellbaren Schleifer in der Hand hatte weiß, gerade beim Holzschleifen passiert es schnell, das Kerben im Holz sind. Mit der Absenkung der Geschwindigkeit ist dies aber überhaupt kein Problem mehr. Wenn man dann noch vorsichtig ist, kann er ein richtig guter Helfer sein. Deshalb kann ich dem Boschteam an dieser Stelle NICHT Recht geben: „Für Holzwerkstoffe und Kunststoffe sind Winkelschleifer weniger gut geeignet.“ Ich kann nicht für Kunststoffe sprechen, für meine Holzzwecke war er wirklich wunderbar, sodass er auch in Zukunft an dieser Stelle eingesetzt werden wird.
 
Einen negativen Punkt möchte ich nicht verschweigen. Wir haben versucht, das Schleifzubehör der alten Maschine (ebenfalls 125er) zu verwenden. Mit Scheiben und dem Papier gibt es kein Problem. Lediglich die Befestigungsschraube, um den Teller an der Flex zu befestigen, konnten wir nicht an der neuen Maschine verwenden. Deshalb hatten wir uns dazu entschlossen, das gesamte Paket inkl. Teller für die Befestigung einer Klettschleifscheibe neu zu kaufen. Ich will nicht ausschließen, dass die alte Befestigungsschraube vielleicht nicht mehr 100% im Neuzustand war und des deshalb geklemmt hat. Auf der alten Maschine funktioniert sie bis heute einwandfrei.
 
Dauer des Tests:
Zur Dauer kann ich nur schwer etwas sagen. Wir haben über mehrere Tage verteilt mehrere Übungen durchgeführt. Sicherlich dauert der gesamte Test einige Stunden. Allein das Schleifen des Dachstuhls hat etwa 12h gedauert.

2) Durch welche Eigenschaften zeichnet sich das Produkt aus?
 
Hier möchte ich es auf den Punkt bringen. Überzeugt hat mich der zusätzliche Handgriff, der sich im Gegensatz zu einem älteren Gerät als sehr positiv herausgestellt hat. Hervorragend ist vor allem die Geschwindigkeitseinstellung, die das Arbeiten mit sensiblen Werkstoffen einfacher macht.
 
Die Handlichkeit kann ich ebenfalls noch einmal herausstellen.  Wer gerne mit 2 Händen arbeitet, auf Sicherheit bedacht ist und gleichzeitig eine flexibel einsatzbare Maschine braucht, sollte unbedingt zu dieser etwas größeren Maschine greifen.

3) Wie konntest du mit dem Produkt arbeiten?
 
Sicherlich bereits ausführlich beschrieben. Vielleicht noch einmal zum Prozedere: Am Test beteiligt waren ich (Christoph), meine Frau (Senta), mein Schwiegervater (Hansi) und zuletzt noch meine Schwiegermutter (Gabi). Insbesondere die Schleifarbeiten wurde von den Frauen durchgeführt, sodass Ihre Erfahrungen mit eingeflossen sind.

4) Mit welchem Material hast du gearbeitet?
 
Metall (Stahl), Stein und Holz.
 
5) Was waren Deine ersten Gedanken, als Du den PWS 1300-125 CE in der Hand hattest?
Meine Gedanken waren: „Wieder ein schönes Bosch Gerät“. Die Gedanken meiner Frau: „Schon wieder ein Gerät“. Im Ernst: Als wir die Projekte besprochen hatten, die Einsatzbereiche besichtigten, waren wir glücklich über die neue Unterstützung. Vielleicht hätten wir die Bereiche nicht fertig bekommen, ohne Hilfe des Schleifers. Zum Thema Verpackung, Haptik und optischer Eindruck wurde schon ausführlich geschrieben.
6) Wie leicht fällt Dir die Handhabung/Bedienung des Winkelschleifers?
Etwas groß, dadurch aber gut in der Handhabung. Die Bedienelemente sind gut erreichbar. Einzig der Feststellknopf zu wechseln der Scheibe war manchmal etwas schwergängig. Ich bin aber sicher, dass nach einigen Malen des Scheibenwechsels, das Eindrücken des Knopfes leichter gehen wird. Deshalb kein Mangel, aus Erfahrung bin ich sehr zuversichtlich.
Auf den Punkt gebracht: Die Handhabung/Bedienung sehr leicht.
7) Bist Du zufrieden mit Deinen Arbeitsergebnissen? Wie präzise war das Schleifergebnis?
Das Schleifergebnis hatte in Schulnoten eine 1- verdient. Eine „eins“ wäre es gewesen, wenn man in die kleinsten Stellen zwischen Balken mit dem Gerät gekommen wäre. Das dies natürlich physikalisch schwierig ist, ist mir durchaus bewusst. Deshalb ziehe ich nur einen halben Notenpunkt ab. Da wirklich die Arbeit einwandfrei von der Hand ging und auch das Ergebnis dabei stimmte.
8) Erfüllt der Winkelschleifer Deine Anforderungen und Erwartungen?
Er hat sie sogar leichter überstiegen. Insbesondere weil ich dachte, gegenüber meinem alten Gerät ist er unhandlich, weil er deutlich größer Ist. Das hat sich als unwahr herausgestellt. Trotz Größe macht er sich wirklich gut. Prädikat: Erwartungen übertroffen
9) Was können wir zukünftig noch am PWS 1300-125 CE verbessern?
Da ich einiges von den L-Boxx Sachen gewohnt bin, werde ich vermutlich die Verpackung tauschen und den Winkelschleifer zukünftig in einer L-Boxx transportieren. An dem PWS 1300-125 gibt es bei mir nichts zu bemängeln. Ich finde ihn wirklich sehr gelungen. Für meine Anwendungsbereiche perfekt.
Daran anknüpfend wäre es schön, wenn eine Übersicht über die Zubehörteile des Winkelschleifers (käuflich erwerblich) im Karton beigelegt wären (unabhängig von der Betriebsanleitung). Das erleichtert das Einkaufen und man kann sich überlegen, ob man das Zubehör noch kaufen möchte oder es ohne probiert. Ich kenne dies aus meinem Multischleifer. Insbesondere eine Zuordnung zu den Werkstoffen hilft immer sehr.
10) Würdest Du den PWS 1300-125 CE auch in Zukunft für weitere Projekte verwenden?
Selbstverständlich. Bei uns am Haus gibt es noch genügend Dinge zu tun. Und wenn wir damit fertig sind, wird die Garage auf Vordermann gebracht.
 
Fotos und 2 Videos unter: https://www.dropbox.com/sh/x2xw8vqa4oa59c1/AABfmJc2OEaJj7z507Q0VY-Va?dl=0
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Das sieht aber nach mehr Arbeit aus, als man bewältigen kann. Ich wünsch Dir viel Spaß beim Ausbau. Deinen Test finde ich gut so. Wir sollten uns mit dem Gerät auseinandersetzen und das hast du getan.
2015-01-13 21:05:06

Ein toller Testbericht - ich glaube sogar der beste den ich hier gelesen habe. Danke!
Tipp: Zubehör ist ganz hinten in der Bedienungsanleitung gelistet, ich habe in meinem Bericht die letzten beiden Fotos abgebildet. 5 Daumen
2015-01-15 20:18:26

War ich wirklich so blind? Wenn das so ist, nehm ich natürlich alles zurück. Da ich die Bedienung aber i.d.R. aus dem Koffer nehmen, wäre eine Pappe schön, die dauerhaft im Koffer steckt und fest klemmt. Ich kenne es so von einigen blauen Geräten und es wäre ein schöner kostengünstiger Verbesserungswunsch. Ohne das es ein richtiger Mangel ist.
2015-01-15 20:37:53

Nachsicht ........ o.k. hab ich (fällt mir aber auch leicht, da es keinen Grund für Nachsicht gibt ;-))

SO sollte ein Testbericht aussehen!

Ich hab jetzt noch nicht alle gelesen, daher kann ich zwar nicht sagen, ob das der beste Testbericht ist, aber er ist schon sehr gut (vor allem für das erste mal).

Daher hab ich keine Kritik nur ein paar Anmerkungen (kleinkariert halt :-)

Ein paar Details fehlen zur Ausstattung.

Zum Koffer, der WS passt mit angebauten Handgriff nicht in den Koffer (empfinde ich als größeren Nachteil)?

Sind die Koffer nicht doch bedingt stapelbar (an den vier Ecken sind runde Vertiefungen, da könnten auf der anderen Seite die passenden Zylinder sein ..... ich hoffe du verstehst was ich meine)

Das ein WS nur bedingt für Holz geeignet ist, da hat Bosch schon recht.
Ich geh davon aus, das dies allgemein bei Bosch so drinsteht (unabhängig ob mit oder ohne Drehzahlregelung) und auch mit einer Regelung entstehen meist doch mehr Schleifwirbel (gerade beim feineren Schliff).

Die Bilder könnte man noch drehen und der Fettext ist leider teilweise abhanden gekommen.
2015-01-16 11:23:21

Klasse Bericht! Alles wichtige angesprochen und angenehm zu lesen.
"Weiter so" und "5 Daumen" von mir!
2015-01-29 21:31:49

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