PTK 14 EDT - der vielseitige Universal-Tacker mit einzigartiger „DuoTac“-Funktion

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

Tacker ohne Tadel 2 Kommentare
Vom 19.07.15 Geändert 2015-07-20 12:30:20
Hallo zusammen,

wer hätte das gedacht? - ich habe tatsächlich Bedarf für einen elektrischen Tacker gehabt. Des Schicksals Fügung wollte, dass ich zum Produkttester des neuen Bosch Tacker PTK 14 EDT gewählt wurde. Danke nochmal an das Bosch-Team.

Bisher war ich im Besitz eines Handtackers, der mich über die Jahre immer treu begleitet hatte. Aber die neue Projektherausforderung war zu groß für einen rein mechanischen Tacker.
Unsere Grundschule im Ort hatte ein Mittelalterfest geplant und eine mittelalterliche Projektwoche vorangehen lassen, um die Kinder auf das Thema einzustimmen. Da ich mich recht viel in der Schule engagiere, hatte ich angeboten, am Mittelalterfest mit den Kindern Schwerter, Streitäxte und Morgensterne zu basteln. Mehr dazu habe ich in einem separatem Projektbericht zusammengestellt.
Ausserdem bat man mich eine gewisse Anzahl an Holzschilden zu bauen, damit gut 70 Kinder in der Projektwoche ihre persönlichen Schilde verschönern durften.
Natürlich tackert man weder Schilde noch Schwerter, aber es gab ein paar Dinge, die ich weder kleben noch schrauben wollte, z.B. die Halteriemen der Schilde und die Griffbänder an den „Waffen“. Da ich in Summe über 200 Schwerter, Äxte und Morgensterne bauen wollte, war nun klar, dass ein normaler Handtacker mit dieser Anforderung überfordert gewesen wäre – von meinem Handgelenk ganz zu schweigen.
 
Die Haptik:
Also, der Bosch PTK 14 hat ein solides Gewicht, welches er braucht, um auch Klammern von 14 mm Länge in hartes Holz zu versenken. Durch den gummierten Griff liegt er sicher in der Hand – auch in Kinderhänden, wie sich später herausstellte. Das Stromkabel hat die üblichen 2,5m, wodurch man in den meisten Fällen ein kleines Verlängerungskabel haben muß, denn selten ist der Basteltisch in direkter Nähe der Steckdose. Das Kabel ist recht dick ausgefallen, wodurch es teilweise etwas störrisch bei der Verwendung des Tackers sein kann. Die Bedienungsanleitung fällt übersichtlich aus. Auf 4 Seiten werden Sicherheitshinweise und die Technik erklärt. Zwei weitere Seiten enthalten Bilder, die die Funktionen des Tackers grafisch erläutern.  Mehr braucht man wirklich nicht.
 
Die Technik:
Der Tacker macht was er soll; er versenkt die Klammern in den Untergrund, so fest wie man die Schlagstärke am Drehrad eingestellt hat. Ein nettes Feature ist die Duotack-Funktion. Damit lassen sich 2 Klammern auf einmal ins Material schießen. Dazu arretiert man den vorderen Schieber in der entsprechenden Position und schon sind immer 2 Klammern gleichzeitig im zu befestigenden Untergrund. Für mein aktuelles Projekt brauchte ich diese Funktion allerdings noch nicht. Trotzdem ist es gut zu wissen, dass man sie hat.
Der Tacker hat unten ein kleines Sichtfenster, in dem man auf einen Teil des Klammermagazins schauen kann, ob noch ausreichend Tackerklammern vorhanden sind. In der Praxis wäre es besser, wenn man oben am Griff eine optische Anzeige (LED) hätte, dass man wieder Klammern nachfüllen sollte.
 
Die Klammern:
Es sind 1000 Klammern mit 10mm Länge im Lieferumfang dabei. Diese sind für Anfang schon ganz nützlich. Ich hatte das Glück die anderen verfügbaren Längen zur Verfügung zu haben: 6 und 8mm waren no-name Klammern und dazu noch 14mm Klammern aus dem Hause Bosch. Mir ist aufgefallen, dass die recht preiswerten no-name Klammern häufiger zum Verstopfen neigten als jene von Bosch. Ebenso waren die preiswerten Klammern häufiger verbogen, was angesichts der kürzeren Form schon verwundert. Leider hatte ich keine 6 und 8mm Markenklammern zum Vergleich. Die langen Tackerklammern von Bosch haben keine Probleme bereitet. Diese waren immer formstabil und es kam nie zu Verstopfungen.
Sollte sich mal eine Klammer im Magazin verklemmen, so lässt sich das durch ein leichtes Öffnen, Entfernen des Übeltäters und wieder Schließen in Sekunden beheben. Trotz einiger Hundert Klammern, welche ich vertackert habe, war das alles im grünen (Bosch-)Bereich.
Tackernägel habe ich keine benutzt, bin aber überzeugt, dass die Ergebnisse nicht schlechter als bei den 14mm Klammern sein werden.
 
Die Praxis:
Ich war sehr froh, einen Elektrotacker zu haben. Um in meinem Projekt die Haltebänder der Holzschilde zu befestigen, habe ich jedes der 80 Schilde 4x tackern müssen. Einfache 6mm Klammern hatten mit einem Polyesterband in Weichholz auch ein leichtes Spiel. Die kleinste Schlagstärke war völlig ausreichend. Das Arbeiten ging schnell von der Hand.
Ach ja, der Tacker kennt auch „Dauerfeuer“, wobei ca. 2 Sekunden zwischen den Schlägen vergehen. Beim Basteln spielt das weniger eine Rolle. Wenn man Dampfsperren oder Folien anbringen möchte, könnte einem dies zu lange vorkommen. Ein Ottonormalverbraucher wie ich es bin, wird damit völlig zufrieden sein – ich bin es jedenfalls.
Um die Schlagfunktion auszulösen, muss nur wenig Druck angeübt werden. Bei unserem bastelreichem Mittelalterfest hatten auch Kinder (natürlich nur unter Aufsicht) kein Problem mit der Bedienung des PTK 14.
So wurden Samtbänder, Lederschnüre und Kordeln an den verschiedenen Holzwaffen befestigt, was den Kindern viel Spaß gemacht hat. Auch etliche Eltern, die zum Helfen in der Bastelstube waren, konnten dem PTK 14 Positives abgewinnen. Geringer Kraftaufwand, zuverlässiges Versenken der Klammern – was will man mehr von einem Elektrotacker!
Wer mich kennt, weiß, dass ich auch gerne mal die Produkte einem Härte- und Belastungstest unterziehe. Warum also nicht auch bei einem Tacker?!
Zu diesem Zweck habe ich ein kleines Buchebrett und ein Fichtebrett mit den 6, 8, 10 und 14mm Klammern beschossen und die Schlagstärke jeweils verändert.
Beim Weichholz (hier Fichte/Tanne) war das Versenken der Klammern keine große Herausforderung – wohl aber die gezielte Dosierung der Schlagstärke. Schnell haut der PTK14 ein paar unschöne Vertiefungen in das Material. Um sicher zu gehen, sollte man ein Probestück nehmen, um die Schlagstärke richtig zu wählen. Bei Weichholz sollte die Einstellung von 1 bis 3 zufriedenstellende Ergebnisse bringen. Mehr Schlagkraft lässt das Holz splittern.
Das Buchebrett bot dem Tacker und Klammern schon einen recht großen Widerstand. Die 6mm Klammern waren erst in der Schlagstärke 3-4 bündig mit dem Holz versenkt, ohne die Oberfläche zu zerdrücken. Bei 8mm war die Stufe 5 und bei den 10mm und 14mm Klammern war die höchste Stufe notwendig, um die Klammer flächenbündig zu versenken. Bei dieser Schlagstärke empfiehlt es sich einen Gehörschutz zu tragen. Das Schlaggeräusch ist schon recht laut.

Wie gut die Leistung des Elektrotackers ist, läßt sich am Handtacker demonstrieren. Auch diesen habe ich mit 14mm Klammern bestückt und auf die höchste Schlagintensität eingestellt. Es ist mir nicht gelungen, die Klammern auch nur ansatzweise bündig zu versenken (siehe Bild).
Hier spielt der Elektrotacker seine große Stärke aus. In Zukunft kann ich also auch Rückwände in massive Buchemöbel tackern statt schrauben. Oder Schablonen zum Fräsen mit Klammern befestigen statt Klebeband zu nehmen.
Bei vielen Tackern (egal ob rein mechanisch oder als Elektrotacker) gibt es Probleme, wenn das Magazin bis auf eine oder zwei Klammern leer ist. Nicht so beim Bosch PTK14. Auch einzelne Klammern wurden klaglos ins Material geschossen, ohne dass es zu Verstopfungen gekommen wäre. Das spricht für die Präzision der Schlagbolzenführung.
 
Kurz und bündig:
Pro:
  • Wiederholbar gute Arbeitsergebnisse mit geringem Kraftaufwand
  • Gut dosierbare Schlagkraft und ergonomische Form
  • Vielseitig einsetzbar durch Duotack Funktion un Nagelfunktion
Con:
  • Das Elektrokabel ist etwas störrisch und in der Praxis recht kurz
 
Fazit:
Ein tolles Produkt, welches bei größeren und kleinen Tackeraufgaben immer wieder Spaß bei der Anwendung machen wird.  Klare Empfehlung!

P.S.: Leider funktioniert das Hochladen des Videos wieder nicht. Hier der Link: https://www.youtube.com/watch?v=DTQqjp2rpfE
 
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Hallo zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 945898#post945898.

Viele Grüße,
Björn
2015-08-13 16:41:41

Erst vorhin habe ich die ganzen Kommentare zu meinem Bericht gesehen. Danke an die, denen er gefallen hat. Ich wollte nicht, dass es aufgrund meines Artikels zu kontroversen Diskussionen kommt, ob mein Bericht besser oder schlechter als andere ist. Jeder schreibt so, wie es ihr/ihm in den Sinn kommt. Das ist Diversity und extrem wichtig für eine offene Meinungsbildung wie ich finde.
2015-10-12 11:18:11

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