PBD 40 – neue Maßstäbe in Präzision und Handhabung

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

Testbericht PBD 40 2 Kommentare
Vom 29.01.12 Geändert 2012-01-29 22:07:18
PBD 40 Testbericht

Johannes Loew

Hallo liebe Leser!
An dieser Stelle möchte ich mich wieder bei dem 1-2-do.com Team und Bosch für die PBD 40 Standbohrmaschine bedanken.

Meinen Testbericht habe ich wieder in 6 Bereiche gegliedert.
1. Lieferumfang und Verpackung
2. Erscheinungsbild
3. Technische Daten
4. Erster Test (Handhabung)
5. Verwendung bei meinen Projekten
6. Fazit (Pro-Contra)

Lieferumfang und Verpackung:
Die Standbohrmaschine PBD 40 wird in einem robusten Karton geliefert. Sie wird durch 2 Hartkartonschalen sicher stabilisiert und ist auch so bei Transport vor Schlägen etc geschützt. Ein Koffer ist in diesem Falle nicht nötig und auch eher unpraktisch, da man eine Standbohrmaschine nur selten aus dem Keller bewegt, um sie zum Beispiel auf eine Baustelle mitzunehmen. Der Karton ist für Reisen völlig ausreichend. Im Startequipment ist die gesamte Standbohrmaschine inkl. Einspannhilfe und Anschlag für den Sockel. Zudem wird noch ein kleiner Imbus mitgeliefert um die Standbohrmaschine mit dem Sockel zu verbinden. Die Bedienungsanleitung ist recht übersichtlich.

Erscheinungsbild:
Von außen betrachtet und auf den ersten Blick erscheint die PBD 40 gegenüber herkömmlichen Standborhmaschinen recht klein. Werkzeugauflage als auch Verbindungsrohr zwischen Auflage und der eigentlichen Bohrmaschine sind wie bei gewöhnlichen Standbohrmaschinen gleich. Die Bohreinheit ist sehr kompakt und dadurch übersichtlich. Das eingebaute Display erleichtert die Bedienung sowie das Laserfadenkreuz als auch die 2 zur Verfügung stehenden LEDs, mit denen der Arbeitsplatz und das Werkstück ausgeleuchtet werden kann. Das Drehrad ist mittels Softgrip gut zu bedienen und Abrutschen wird verhindert. Das Bohrfutter ist werkzeuglos bedienbar und das sogar einhändig! Der Korpus besteht aus hartem Kunststoff, der Sockel aus leichtem Aluminium, was wiederum den Transport erleichtert.

Technische Daten:
Nennaufnahme: 710 W
Leerlaufdrehzahl: 200 – 2.500 min-1
Leerlaufdrehzahl (1. Gang / 2. Gang) 200 – 850 / 2.500 min-1
Lasertyp: Fadenkreuz aus 2 Laserlinien
Max. Bohr-Ø in Stahl: 13 mm
Max. Bohr-Ø in Holz: 40 mm
Bohrfutterspannbereich: 1,5 – 13 mm
Bohrhub: 90 mm
Maße Grundplatte (B x T x H): 330 x 350 x 30 mm
Maschinengewicht: 11,2 kg
Kabellänge: ca 180cm
Max Bohrhöhe ohne Bohrer (Von Sockel bis Bohrfutter): ca 28cm
Größe Einspannhilfe (BxT): 7x14cm
Lochdurchmesser Spannfuß: 4,5cm

Erster Test (Handhabung):
Leider konnte ich die PBD 40 nicht wie geplant bei meinem Lautsprecher Projekt verwenden, da sich mein Dremel Trio noch in der Reklamation befindet. Dadurch habe ich zurzeit nicht die Möglichkeit die komplexen Formen der Lautsprecher ordentlich auszuschneiden. Aufgrund dessen muss ich dieses Projekt erst einmal verschieben. Die PBD 40 kam daraufhin bei meinem Casemoddingprojekt wie geplant, aber auch bei einer extra für den Test ausgedachten Testreihe zum Einsatz.
Ich unterteile auch hier wieder in einzelne Bereiche, damit der Test sich leichter lesen lässt.

Werkzeugauflage, Einspannhilfe und Parallelanschlag:
Die Werkzeugauflage ist exakt plan und recht groß, so dass auch größerer Werkstücke problemlos bearbeitet werden können. Das Loch für die Bohrer ist groß genug dimensioniert. Mit Hilfe der Einspannhilfe lassen sich so gut wie alle Formen einspannen oder halten. Bei komplexen Formen wie z.B. meinem Orc-Schädel sollte man allerdings auch noch selbst festhalten und sich nicht nur auf die Einspannhilfe verlassen. Bei geraden Werkstücken können die Einspannbacken problemlos aufgedrückt werden und man braucht diese dann nicht mehr festhalten. Der Parallelanschlag erfüllt seinen Zweck und ist zudem noch eine gute zusätzliche Halterung für Freihandbohrungen.

Bohreinheit:
Das Display ist gut leserlich und die Einstellmöglichkeiten komfortabel. Man hat insgesamt 2 Gänge: der 1. Gang für kleine Drehzahlen, aber mit kräftigem Drehmoment Er ist gut geeignet für Forstnerbohrer oder dergleichen. Der 2. Gang bietet eine hohe Drehzahl und ist dadurch gut geeignet für Stahl, Aluminium etc. Das Bohrfutter ist einhändig und ohne Werkzeug bedienbar. Für mich ist es ein großer Vorteil, da man so den Bohrer problemlos und vor allem exakt einspannen kann. Lästiges Werkzeug entfällt beim Einspannen und die Sicherung schützt vor Öffnen des Bohrfutters. Der handfeste Anzug des Bohrers ist völlig ausreichend und bei mir hat sich bisher noch kein Bohrer im Futter gedreht.

Des Weiteren ist positiv anzumerken, dass man die Bohreinheit und nicht die Werkzeugauflage wie bei vielen anderen Standbohrmaschinen auf das Werkstück zubewegt. Dies erleichtert die Arbeit vor allem, wenn man bereits ein Werkstück eingeklemmt hat und einen größeren und längeren Bohrer einspannen muss. Man kann einfach die Bohreinheit hochfahren und muss nicht das Werkstück samt Auflage herunterfahren. Erneutes justieren ist bei der PBD 40 so in der Regel nicht nötig! Dies spart Zeit.

Höhenmesseinheit:
Durch die Höhenmesseinheit kann man sehr genaue Bohrungen realisieren. Zuerst fährt man mit dem Bohrer bis auf das Werkstück und resettet dann die Tiefeneinstellung. Dies ist nun der neue Nullpunkt, also direkt auf der Werkstückoberfläche. Nun stellt man die gewünschte Tiefe mittels Voranschlag und Display genau ein. Das Werkstück wieder einklemmen und solange bohren, bis man auf Widerstand des Voranschlags stößt. Bei mir waren die Abweichungen bei Holz selten höher als 0,5-1mm, Stahl >0,5mm. Bei Holz ist dies schon eigentlich sehr genau. Bei Stahl für den Heimwerker völlig ausreichend!
Ein kleines Manko bleibt an dieser Stelle: Wenn man nur mit Display bohrt und keinen Voranschlag eingestellt hat kann durch zu festes Drücken am Rad eine Abweichung von 3mm entstehen.

Laserfadenkreuz und LED-Beleuchtung:
Das Laserfadenkreuz ist bei mir sehr genau. Es trifft fast exakt den Mittelpunkt des Bohrers. Es bleibt bei mir auch nach Höhenverstellung genau! Für mich ist das Fadenkreuz vor allem beim Zähnebohren des Orc-Schädels eine gute Hilfe. Man kann direkt anpeilen ohne den Bohrer vorher aufzusetzen! Die LED-Beleuchtung erfüllt auch ihren Zweck ist jedoch in Verbindung mit Laser manchmal von Nachteil, da man durch diese das Laserfadenkreuz schlechter sieht.

Pro's:
+ Kompaktheit
+ kräftiges Drehmoment
+ Bohrfutter werkzeuglos bedienbar
+ Sicherung am Bohrfutter
+ Bohrheinheit wird verschoben und die Werkzeugauflage bleibt starr; Dadurch kein nachjustieren bei erneutem Bohrerwechsel etc.
+ Laserfadenkreuz erleichtert Anpeilen
+ Mit Voranschlag recht genaue Bohrtiefen
+ Drehzahl stufenlos einstellbar 200-2480 U/min
+ 2 Gänge für verschiedene Anwendungen
+ Rad erleichtert für mich die Bedienung. Man kann sogar direkt in der Hocke vor der Maschine arbeiten :)
+ genaue Bohrungen

Contra's:
- ohne Vornaschlag leichte Tiefenmessunsicherheit
- LED-Licht in Verbindung mit Fadenkreuz zu hell
- Einspannhilfe nicht immer günstig: vielleicht 2 Einspannhilfen? -> Fazit: auf jeden Fall mehr

Zu guter Letzt wieder ein paar Punkte von mir: Ich finde die Bohrungen in Holz, Stahl etc. recht genau. Ich habe ein paar Fotos gemacht wo man deutlich sehen kann, dass der Bohrer keinen sichtlichen Schlag hat. Die PBD bohrt also wirklich kreisrund und eiert nicht. Die Einspannhilfe ist zwar praktisch, könnte aber in Zukunft sogar noch besser gestaltet werden, wenn man einfach links und rechts vom Sockel solche Halter hätte und diese auch noch schwenkbar wären. So könnte man noch komplexere Formen halten.
Das LED-Licht könnte evtl. bei Fadenkreuznutzung gedimmt werden. Dadurch würde es optimal ausgeleuchtet jedoch nicht zu stark, so dass der Laser immer noch bestens erkenntlich wäre.
An und für sich bin ich mit der PBD für den Heimwerkerbereich völlig zufrieden! Sie ergänzt mein Werkzeugsortiment bestens und ist für fast alle Bohrungen zu gebrauchen! Zudem bohrt sie sehr genau. Die leichte Bedienung rundet das Ganze ab. Und zu guter Letzt bin ich begeistert, dass ich die Drehzahl und die Bohrtiefe elektronisch steuern und überprüfen kann. Bei herkömmlichen Standborhmaschinen muss man ständig das Band umspulen und die Tiefenmessung ist nicht so übersichtlich wie die der PBD 40. Für mich eine rundum gelungene Standbohrmaschine!
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Hallo Zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 161218#post161218.
2012-02-16 11:36:26

Hallo Lalime,

vielen Dank für Deinen Testbericht sowie für die Info, dass zusätzliche Möglichkeiten den Schnellspanner anzubringen gewünscht sind.
Evtl. sind Schraubzwingen eine Alternative?!

Deine Carina
2012-02-17 16:25:46

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