PBD 40 – neue Maßstäbe in Präzision und Handhabung

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Elektrowerkzeuge auf die Probe

Test der PBD 40 2 Kommentare
Vom 28.01.12 Geändert 2012-01-28 23:00:58
Die Freude war groß, als ich meinen Namen in der Liste der Produkttester der PBD 40 gefunden habe. Noch größer war dann die Spannung, die sich während des Wartens auf das große Paket aufgebaut hat. Endlich angekommen, wurde es sofort geöffnet und mit Hilfe der Bedienungsanleitung die Maschine zusammen gebaut. Nun konnte ich mit dem Test beginnen, um herauszufinden, ob die neue Standbohrmaschine von Bosch auch hält, was sie verspricht.

Welche Arbeiten hast du mit der PBD 40 gemacht?
Ich habe mit der PBD 40 in Weichholz (Fichte), Hartholz (Buche), sowie Alu gebohrt. Zusätzlich habe ich mit Hilfe einer Lochsäge Kreisscheiben ausgesägt und die beigefügten Forstnerbohrer ausprobiert.

Testprojekt (
[url]http://www.1-2-do.com/de/projekt/Steckspiel-aus-Holz-Test-der-PBD-40/bauanleitung/5389/[/url])
Um die Präzision, sowie die Handhabung der Maschine zu testen, habe ich ein Holzspielzeug gebaut. Dieses besteht aus unterschiedlich langen Rundholzstäben, sowie verschiedenen Verbindungsstücken. Die Verbindungen sind einerseits Kreisscheiben, mit einem Loch in der Mitte, sowie 8 Löchern im Abstand von 45° an der Außenseite (siehe Bild 11). Eine weitere Möglichkeit die Stäbe zu verbinden besteht aus dickeren Rundholzstäben, welche wiederum mit Löchern versehen sind (siehe Bild 4). Die Herausforderungen an die PBD 40 waren dabei:

  • hohe Präzision (exakte, gleich tiefe Löcher)
  • Bohren von tiefen Löchern (ca. 5cm)
  • Umgang mit sehr kleinen Werkstücken

Wie beurteilst du die Leistung der PBD 40?
Während meiner Arbeit mit der PBD 40 bin ich nie an die Leistungsgrenzen der Maschine gestoßen. Aufgefallen ist mir, dass die Maschine im zweiten Gang wesentlich leiser und ruhiger läuft, als im ersten, bei gleicher Drehzahl (die beiden Gänge überschneiden sich etwas im Drehzahlbereich). Positiv finde ich, dass die zu wählenden Drehzahlen für Alu und Stahl direkt auf der Maschine abgebildet sind. Anscheinend wurden hier die Wünsche vom Dremel Trio Produkttest umgesetzt. Zusätzlich wäre es aber nicht schlecht, wenn in diesem Diagramm auch die Werte für Hart- und Weichholz eingezeichnet wären.

Wie leicht fällt dir die Handhabung?
Obwohl die Handhabung eigentlich selbsterklärend ist, habe ich mich zuerst einmal mit der Bedienungsanleitung auseinander gesetzt. Diese beinhaltet alle wichtigen Informationen über die PBD 40 auf nur wenigen Seiten. Hätte ich sie nicht gelesen, würde ich z.B. nicht wissen, dass die Maschine eine Quick-Stop-Funktion (Not-Aus) besitzt.

Eine interessante Entwicklung ist auch das Drehrad. Zu Beginn war ich skeptisch, ob dieses Rad besser als die klassische "3-Hebel-Variante" ist. Nachdem ich viele (und auch tiefe) Löcher gebohrt hatte, kam ich zu dem Schluss, dass das Rad für die gängigsten Arbeiten praktischer, als die Hebel-Variante ist. Bei tiefen Löchern muss man bei beiden Varianten umgreifen, jedoch hat man beim Rad eine höhere "Treffsicherheit".

Gut gelungen ist das Schnellspannbohrfutter. Dieses besitzt im Gegensatz zu einem herkömmlichen Bohrfutter eine Verriegelung, welche verhindert, dass der Bohrer während dem Betrieb heraus fällt.

Die Nut in der Bodenplatte für Rundhölzer und Rohre fand ich bei meiner Arbeit sehr praktisch, auch der Schnellspanner ist für größere Werkstücke hilfreich. Ein kleines Problem hatte ich jedoch mit dem Schnellspanner: Liegt dieser direkt auf der Bodenplatte auf, so kann es passieren, dass er klemmt und nur sehr schwer wieder zu lösen ist. Außerdem ist der Schnellspanner nicht für kleinere Werkstücke geeignet. In diesem Fall sollte man einen Maschinenschraubstock verwenden.

Ein weiteres hilfreiches Feature ist das Display. Dieses kann entweder die aktuelle Drehzahl, oder die aktuelle Bohrtiefe anzeigen.


Bist du zufrieden mit den Arbeitsergebnissen?
Grundsätzlich war ich mit den erzielten Ergebnissen zufrieden. Ein Problem hatte ich mit Löchern in Rundholzstäben in Längsrichtung. Trotz Maschinenschraubstock konnte ich die Stäbe nur schwer so fixieren, dass das Loch sowohl auf der Oberseite, als auch auf der Unterseite zentriert war.

Außerdem hatte ich Schwierigkeiten beim exakten Bohren in Weichholz. Der Bohrer verbiegt sich manchmal, wodurch das Loch nicht exakt senkrecht wird (siehe Video "Bohrer weicht aus"). Das ist darauf zurück zu führen, dass Holz nicht homogen ist. Wenn ein (langer) Bohrer auf härtere Fasern stößt, sucht er sich den leichteren Weg (also weichere Fasern). Meiner Meinung nach hat dieses Problem aber jede Tischbohrmaschine. Ich denke mit einem kürzeren Bohrer ist es weniger schlimm. Ich habe testweise auch in Alu gebohrt, dabei ist das Problem nicht aufgetreten.


Erfüllt die PBD 40 deine Anforderungen und Erwartungen?
Hinsichtlich Leistung bietet die PBD 40 mehr als ich benötige. Auch mit dem Display, sowie der Drehzahlregelung bin ich voll zufrieden. Ich hätte mir jedoch erwartet, dass der Laser etwas genauer ist. Außerdem hat man bei größeren Bohrern (Lochsäge, Forstnerbohrer, …) das Problem, dass der Laser verdeckt wird, wodurch dieser unbrauchbar wird. Ich hätte auch erwartet, dass man kleinere Werkstücke ohne zusätzliche Hilfsmittel fixieren kann.

Was können wir künftig an der PBD 40 verbessern?
  • Eine senkrechte Nut im Parallelanschlag, sowie ein zweiter Parallelanschlag, um Rundhölzer auch senkrecht zu befestigen hätten mir meine Arbeit sehr erleichtert.
  • Der Laser ist etwas ungenau und zu breit - feinere Linien wären hier sehr hilfreich.
  • Der Schnellspanner sollte im Bereich der Bohrsäule links und rechts je eine Vertiefung haben. So könnte man ihn leichter hochheben, wenn dieser auf der Grundplatte aufliegt.
  • Das Rad könnte man noch verbessern, wenn es mit einem (abnehmbaren) drehbaren Knauf versehen wäre (ähnlich wie bei einer Kurbel). So könnte man auch ohne Umgreifen tiefe Löcher bohren.

Fazit
Der Test der PBD 40 hat mir sehr viel Freude bereitet. Das Gerät hält im Großen und Ganzen was es verspricht. Natürlich gibt es immer ein paar Dinge, die man verbessern könnte, hergeben würde ich sie aber auf keinen Fall mehr.

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Hallo Zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 160835&posted=1#post160835.
2012-02-15 12:17:12

Hallo galjuergen,
vielen Dank für Deinen Testbericht. Deine Hinweise haben wir aufgenommen.
Deine Carina

2012-02-17 15:07:06

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