PBD 40 – neue Maßstäbe in Präzision und Handhabung

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

Die Crème de la Chrom – PBD 40 3 Kommentare
Vom 27.01.12 Geändert 2012-01-27 20:42:31
Die Creme de la Chrom – PBD 40


Wo RTL under der Rubrik „Crème de la Chrom“ in der Sendung "GRIP - Das Motormagazin" faszinierende Sportwagen vom Porsche 911 bis hin zu Lamborghinis testet, so war für mich der Test der PBD 40 auch etwas ganz faszinierendes. Irgendwie wirkt die neue Tischbohrmaschine von Bosch ja

auch durch ihr extravagantes „Lenkrad“ wie ein Luxusmobil.


Die Maschine erscheint schon beim Auspacken als etwas ganz Besonderes. In drei Teilen liegt die Maschine in einer sehr umweltfreundlichen Verpackung. Wo bei anderen Herstellern Styropor en Mass den gelben Sack zum überquellen bringt, ist bei dieser Verpackung alles in einer Schutzhülle aus gespritzter formstabiler Pappmasche. Super!!!



Mittels eines Imbusschlüssels (4mm) ist, nachdem die Bohrsäule in den Schnellspanner und in die Grundplatte eingesteckt wurde, die Maschine mit 1 Schraube fertig montiert und einsatzbereit. Zur besseren Standsicherheit sollte allerdings die Grundplatte noch auf einer stabilen Arbeitsfläche richtig festgeschraubt werden. Dies ist natürlich wie immer in der Bedienungsanleitung, neben Sicherheitshinweisen, Technischen Daten und anderen Informationen, beschrieben.

Was mir hier allerdings aufgefallen ist, bei den Sicherheitshinweisen wird ein für die Arbeit an solchen Maschinen wichtiger Sicherheitsaspekt sehr dürftig erwähnt. Gerade bei Arbeiten mit kleinen Teilen und oder Teilen, bei denen der Schnellspanner nicht eingesetzt werden kann sollte auf jeden Fall ein Maschinenschraubstock verwendet werden. Hier würde ich mir gerade für Heimwerker einen wesentlich deutlicheren Hinweis auf die Notwendigkeit der Verwendung eines solchen Schraubstockes wünschen. Laien wissen oft nicht einmal, dass es solche optionalen Maschinenschraubstöcke wie z.B. den MS 80 von Bosch überhaupt gibt, und versuchen dann evtl. ein Werkstück beim Bohren mit der Hand
festzuhalten. Verkantet sich hierbei der Bohrer, dann wird einem das Werkstück aus der Hand gerissen und es besteht hohes Verletzungsrisiko.

Hier sollte meines Erachtens wesentlich deutlicher darauf hingewiesen werden. Bilder in der Bedienungsanleitung und ein aufgedruckter Hinweis auf der Verpackung mit der Empfehlung sich solch einen optionalen Schraubstock zu kaufen sollten schon hilfreich sein. Was mir hierbei übrigens auch noch Aufgefallen ist, selbst auf der Webseite zur PBD 40 von Bosch, wird kein Maschinenschraubstock als Zubehör angeboten. Der einmal in
der Anleitung erwähnte MS 80 ist leider „bisher“ überhaupt nicht auf der Webseite von Bosch grün zu finden. Anders sieht es auf der „Profi-Webseite“ von Bosch blau aus, hier ist der MS80 seltsamerweise als „Heimwerker“ Schraubstock aufgeführt – seltsam – ist aber so….



Nun aber weiter zum Testen:



Zuerst ging es an das Verbessern eines „Universalschlüssels“ für meinen kleinen Winkelschleifer, von dem ist der Schlüssel irgendwie abhanden gekommen. Da ich keinen wirklich passenden Ersatz für den uralten B&D Winkelschleifer finden konnte, kaufte ich mir von Wolfcraft einen Universalschlüssel. Dummerseits passte auch der nicht wirklich.
Also musste das Teil etwas gepimpt werden. Schnell an der passenden Stelle das Bohrloch angekörnt und schon konnte der Spaß beginnen. Mit dem Schnellspannfutter, welches ich hier (da mir der Maschinenschraubstock noch fehlte) ließ sich der Schlüssel doch erstaunlich gut und fest einspannen. Mit dem Kreuzlinien-Laser war auch das Zentrieren unter dem Bohrer eine feine Sache. Da ich mit einem kleinen Bohrer vorbohrte,
stellte ich die Drehzahl auf maximum – naja ich wollte es zumindest – statt der Angegebenen 3000 rpm war hier bei 2450 rpm Feierabend. Mich persönlich juckt das recht wenig – aber es gibt evtl auch Kunden die da was zu Nörgeln haben. Das Bohren in Metall mit der PBD 40 ging sehr locker von statten. Überrascht war ich von der Griffigkeit des „Lenkrades“, ich hatte – da ich die sonst Üblichen dreiteiligen Hebelarme gewöhnt bin, hatte ich mir das Handling wirklich schlimmer vorgestellt.

Was mir hier beim ersten Bohren so auffiel – beim runter und hochkurbeln ist - vermutlich Bauartbedingt – ein Spiel von etwa 3-4 mm zu bemerken, was ich mit den zwei Bildern von dem Bleistift auf Papier etwas deutlich machen wollte. Der kleine Strich ist das Spiel das die Maschine hat – nicht wirklich tragisch find ich.



Danach ging es beim Test an das Bohren von Holz. Die Maschine kam mir gerade Recht, da ich ein Vogelhaus - als Halterung und Schutz für eine Solarzelle sowie einen Akku von unserem Teichspringbrunnen – bauen will (Projekt kommt dann später).


Zuerst testete ich mal das fräsen mit einem 10mm Forstnerbohrer in der Mitte eines der Seitenteile des Häuschens, durch welchen später die Versorgungsleitungen gezogen werden.
Mit dem prima Drehzahlregler, welcher gleichzeitig auch als Not-Aus ( die Anleitung sagt QuickStop dazu) im Notfall dient, schnell die passende Drehzahl eingestellt und schon ging der Fräser ins Holz wie ein warmes Messer in die weiche Butter. Gut da das Seitenteil 160mm lang ist und der Stecker auch etwas dicker als 10 mm ist, hab ich nach dem Vorfräsen das Loch mit einem 13mm Metallbohrer erweitert und von beiden Seiten gebohrt.

Hier fiel mit dann das Bohrfutter wirklich sehr positiv auf, es ist sehr leichtgängig und ist nach dem Festziehen auch gegen unfreiwilliges Lockern des Bohrers mit einem Sperrring versehen.

Nun ging es an das Bohren der Löcher für die Holzdübel. Hier ist der digitale Tiefenmesser eine Klasse Hilfe. Den Bohrer einfach im Stillstand aufs Werkstück absenken, nun die Tiefenanzeige „Nullen“ und dann ohne Werkstück bis auf die gewünschte Tiefe heruntergehen (den Klemmhebel der Höhenverstellung zuvor feststellen) und dann den Tiefenanschlag mit dem anderen Klemmhebel auf der Seite feststellen. Nun können beliebig viele Bohrungen in immer der gleichen Tiefe gemacht werden.

Hierbei fiel mir allerdings auf, dass der Schnellspanner bei eingeschalteter LED-Beleuchtung leider oftmals einen Schatten auf das Werkstück wirft (siehe Foto). Hier würde ich mir ein oder 2 LED´s vorne an der Maschine zusätzlich wünschen.





Im Großen und Ganzen ist die PBD 40 von Bosch wirklich ein echter Sportwagen unter den Tischbohrmaschinen im Heimwerkerbereich mit viel Power auf der Geraden und ein paar Schwächen in der Kurvenlage.


Toll ist für schnelles Arbeiten die Schnellspannvorichtung bei der man wirklich nur einen Hebel drücken muss, der Laser ist als Zentrierhilfe spitze, die elektronische Drehzahlreglung mit dem Not-Aus und dem Schalter für den 2ten Gang auf der Seite sind sehr gut angeordnet, das Display ist recht groß und die 2 LED´s machen wirklich ordentlich hell.


Aber – wo Licht ist - ist auch Schatten, hier im wahrsten Sinne des Wortes. Je nach Position des Schnellspanners liegt der Bohrmittelpunkt trotz LED´s im Dunkeln. Auch das Display wäre mit einer leichten Hintergrundbeleuchtung noch ein kleines bissel Wertiger. Was ich auch vermisste war ein kleiner Halter für den Innensechskant. Und wie schon erwähnt sollte die Nutzung des Maschinenschraubstocks für Anfänger besonders
hervorgehoben werden.



Alles in allem ist aber die PBD 40 wirklich eine sehr tolle Maschine für die Heimwerkstatt, das Arbeiten ist sehr komfortabel und die Maschine ist für sehr viele Arbeiten einsetzbar. Äußerungen wie „das ist doch nur eine verkappte Bohrmaschine auf einem Ständer“ kann ich nur mit einem Lächeln bedenken, wer so etwas schreibt, kennt diese Maschine nur vom Höheren sagen – oder ist neidisch. Sicherlich ist sie nicht vergleichbar mit einer großen Ständerbohrmaschine – aber das war ja auch nicht die Zielsetzung, würd ich sagen.


Für Zuhause ist sie auf jedenfall der Aston Martin Vanquish S unter den Heimwerkermaschinen!!!
NEXT
1/19
PREV

Kommentar schreiben

Hallo Funny08,
vielen Dank für Deinen Testbericht.
Woher hast Du denn die Information, dass die PBD 40 eine Drehzahl von 3000 rpm hat?

Danke auch für den Hinweis mit dem Maschinenschraubstock und der Zubehör-Zuordnung zu den Elektrowerkzeugen für Heimwerker. Wir versuchen das zu ändern.

Deine Carina
2012-02-17 16:31:02

Hallo Zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 163155#post163155.
2012-02-23 11:06:31

Hi Carina - das war ein Fehler meinerseits - ich meinte natürlich 2500 - ka wieso ich 3000 geschrieben hatte. 50 U/min find ich wie geschrieben vernachlässigbar - bei 550 hätte ich das sicherlich stärker betont. Nochmals Sorry für den Fehler.

LG Funny ;)
2012-02-23 19:47:14

Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com
Werde Mitglied in der großen deutschen Heimwerker-Community!
Jetzt anmelden!