PBD 40 – neue Maßstäbe in Präzision und Handhabung

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

Test der PBD 40 – und: endlich ein langersehntes Projekt möglich – 3 Kommentare
Vom 14.01.12 Geändert 2012-01-14 19:32:55

Das Gerät ist in wenigen Einzelteilen verpackt, die mit oder ohne Anleitung einfach zusammenzubauen sind – habe es als Tester natürlich nach der Anleitung gemacht, die es aber anschaulich auch dem ungeschicktesten Laien verständlich macht.

Apropos Anleitung: Wieder der Wunsch nach AUSKLAPPBAREN Bebilderungen, das Vor- und Zurückklappen ist absolut nervig! Des Weiteren wäre es schön das Handbuch mindestens zu dritteln und zu nur 3-4- Sprachen zusammenzufassen…

Dem Gerät lag ein netter Brief mit Wünschen zum Test bei und für den Anfang 2 Forstnerbohrer und 3 Stahlbohrer verschiedener Größen – danke – diese liegen dem Normalgerät nicht bei – aber wir sind ja nicht normal, wir sind Tester! Deshalb stand im Brief ja auch, was man gern besonders getestet hätte.

Nach dem Aufbau kamen die Trockenübungen am Gerät: Teilewechsel, Höhenverstellbarkeit, Bohrtiefen einstellen usw. Hier habe ich die Bedienungsanleitung zu Hilfe genommen. Das Blättern nach den Nummern nervt… Aber abgesehen davon ist die Anleitung sehr verständlich und logisch aufgebaut. Nur der Laser entspricht nicht der Beschreibung: Dort steht, dass das Laserkreuz den Bohrpunkt angibt, bei mir liegt er auf 11Uhr etwa 1,5mm hinter dem Bohrpunkt, aber da ich das jetzt weiß…. ;) – man gewöhnt sich dran…
Das Einsetzen und Wechseln der Bohrer ist durch das Schnellspannfutter einfach himmlisch!!! Kein Imbusschlüssel !!!! Mit einem Feststellring wird alles noch mal gesichert
Beim Parallelanschlag kommt mir ein Gedanke: dazu später…

Nun zur Beantwortung der Brieffragen:

1) Ich habe in Holz (Fichte/Buche) Löcher, Sacklöcher gebohrt, eine Rille „gefräst“ (bitte unbedingt dann weiterlesen!) und mit einem Schleifkopf Löcher entgratet. (Spielschweine ) Mit Hilfe der digitalen Bohrtiefe waren gleichmäßig tiefe Sackbohrungen kein Problem.

Wo ich grad beim Bohren war, für mein Brettchenwebstuhl gleich neue „Kärtchen“ gebohrt aus Acryl. Auch dies ist ohne Probleme möglich, man kann gleich mehrere gleichzeitig bohren muss aber die Geschwindigkeit auf langsam stellen. die "Acrylspäne" ließen sich vom Bohrer wieder abpulen und waren nicht so angeschmolzen wie beim Bohren mit einer "normalen" Bohrmaschine, die nur "schnell" bohren kann

2) Für meine Zwecke ist die Maschine vollkommen geeignet, durch die Geschwindigkeitseinstellung kann man viele Materialien bohren, ohne die Bohrer auszuglühen. Ich werde aber bei Holz bleiben, Metall nur im Ausnahmefall (danke für die Bohrer)

3) Die Handhabung ist einfach, das Rad ist diffiziler in der Handhabung als ein Hebel. Bohrtiefen sind damit genauer einzustellen. Die Moosgummibeschichtung ist griffig und angenehm. Das Wechseln der Bohrer/Fräser/Schleifköpfe bereitet durch das Schnellspannfutter keine Probleme., der Sicherungsring gibt genau das: Extra Sicherheitsgefühl, die Schnellspannhilfe hält größere Holzteile sicher an ihrem Platz und schützt vor Verrutschen der Werkstücke

4) Zufriedenheit: Jaaaa, sehr, aber….
in meinem Fall stimmt der Laser nicht mit den im Handbuch angegebenen Angaben überein, er zeigt nicht die Bohrstelle an, sondern liegt ca. 1,5mm hinter der eigentlichen Bohrstelle so etwa auf 11 Uhr (wenn Bohrstelle= Mittelpunkt der Uhr). Mit allem anderen bin ich vollauf zufrieden, vor allem, weil mir auch beim Schreiben immer wieder neue Ideen kommen, womit ich sie „zweckentfremden“ könnte (mit Trick fräsen z.B.siehe weiter unten)

5) Für meine Ideen und Anforderungen ist die PDB 40 einfach perfekt und hat alle meine Erwartungen erfüllt, in Bezug der einfachen Handhabung sogar übertroffen (naja, eigentlich erwarte ich ja schon nix anderes mehr , war ja nach der Stichsäge schon vollends überzeugt! ) Das wird ein Gerät, das ich bestimmt nun sehr häufig nutzen werde.

6) Was ihr noch verbessern könnt?
Wie immer die Anleitung durch Teilung des Buches in kleinere Einheiten und ausklappbarem Bildteil. Vielleicht kleinere Tipps geben, was man selber machen kann, wenn sich der Bohrer z.B. im Futter verklemmt. Habe auch (obwohl ja dort steht „mit dem Handrad Höhe verstellen“) 3x überlegt, wie ich die Antriebseinheit wieder hochbekomme. Hatte da irgendwie eine Denkblockade – da würde die Formulierung „Hoch- und Runterstellen“ mir extrem geholfen haben ***grins***

Der Laser sollte immer überprüft werden, dass er auch genau dorthin leuchtet, wo er soll!


So, ab hier dürfen alle weiterlesen, die es noch ausführliche mögen:

Es wurden Sackbohrungen gewünscht: die gäbe es im eingereichten Projekt ja eigentlich nicht, es sei denn ….
Na dann werde ich schnell noch was anderes einschieben, hilft mir auch, das Gerät besser kennenzulernen. Ich baue Spielschweine. Beim Solitär werden 33 Sacklöcher fällig, bei Mühle 24. Hier wird Genauigkeit bei der Tiefe verlangt: alle Löcher sollen gleich tief sein und nicht unten durchkommen.

Hier hilft die Möglichkeit, die Bohrtiefe digital voreinzustellen und bei den nächsten Bohrungen zu übernehmen (aber nur, wenn man das Display nicht zwischendurch ausstellt!): Den Bohrer auf das Holzstück stellen und die Bohrtiefe am Display auf Null stellen. Nun das Werkstück so verschieben, dass man den Bohrer daneben führen und die Bohrtiefe so sehen kann (soll bei Sackbohrungen ja nicht ganz durchgehen). Mit dem oberen Klemmhebel den Tiefenanschlag fixieren. Nun bohrt man immer die vorgegebene Tiefe..
Für meine Spielschweine ideal!
Mit dem entsprechenden Schleifkopf (siehe Foto)ließen sich auch die Löcher einfach entgraten.

Bei den Schweinen nahm ich unterschiedliches Holz, dies merkte man aber nur beim Aussägen, Fichte ist viel weicher als Buche. Beim Bohren war kein Unterschied zu merken, der Bohrer ging wie durch Butter

Beim Parallelanschlag war mir ein Gedanke gekommen…ob man wohl die Bohrmaschine auch als Fräse nehmen kann? …. Rillen Fräsen, mit einem Forstnerbohrer.... gab es ja dabei.
Am Testholz ausprobiert - es geht! Aber nur mit Trick: man muss mit dem Fräser Löcher dicht an dicht bohren und am Ende noch einmal vorsichig!! die Rille abfahren, damit die Seitenwände auch gleichmäßig sind. Tiefe ist ja, dank des Tiefenanschlags gesichert.
Da werde ich bestimmt demnächst mit Rillen „fräsen“ …
Zu viel Seitendruck will ich nicht ausüben, die Maschine ist ja für Senkrechtdruck ausgelegt, will ja nix kaputtmachen. Daher also bohren und am Schluss vorsichtig die Rille nachfahren!!!!

Aber nun zum eigentlichen Testprojekt: Für den Bau des Stuhls brauche ich Latten gleicher Länge, die die Bohrlöcher immer an gleichen Stellen haben müssen.
Das Sägen geht mit der Kappsäge ja ganz gut, aber die Löcher müssen genau und GENAU senkrecht liegen, damit der Stuhl sich am Ende auch klappen lässt… das hatte mich bisher abgehalten den Stuhl zu bauen. Bauanleitung wie i mmer nur im Kopf, keine Zeichnung…also ein Probesägen/Bohren mit einem Stück Restholz. Dies wird dann die „Schablone“ für den Rest. Prinzip funktioniert, noch eine kleine Angleichung an der Länge des „Sitzholz“es (ist/war ;) 1,8 cm zu kurz), damit die Sitzfläche eben ist...
Beim ersten wie letzten Stück Holz….Der Bohrer geht durch wie Butter, ich bohre 2 Latten gleichzeitig, kein Problem.

Hab mich kurzfristig entschlossen, die Armlehne mit Sackbohrungen und Dübeln zu befestigen. Wieder wird der Tiefenanschlag von unsagbarem Vorteil sein. Diese maschine ist für mich IDEAL und wird von nun an fleißig genutzt, Danke nochmal, dass ich sie testen durfte und nun auch behalten darf!!!!
Evtl. bringt mit mein Sohn noch Metall zum Bohren mit dann reich ich den Teil nach.

noch eine abschließende Frage: wenn ich nun einen sagen wir mal Hohlkehl-Fräser hätte, könnte ich dann auch damit fräsen, oder sollte man keine Kräfte quer zur Bohrrichtung ausüben???

Ich hab ja gesagt, ich würde den Test evtl. noch ergänzen, wenn ich das Material rechtzeitig bekäme…ich bekam es:
Mein Sohn brachte mir zum Ergänzungstest eine quadratische schätzungsweise 3mm dicke Metallplatte mit – und einen Körner ;).

Diese Platte wurde von mir zu einem Mensch-ärgere-dich-nicht/Ludo-Spiel umfunktioniert.
Hier waren 4,1mm Löcher im Metall (72) erforderlich, zusätzlich noch mal 16 Löcher in Plastikperlen…

Ich habe die Löcher angekörnt. Schade, dass der Laser bei mir ungenau ist, hier wäre es klar von Vorteil gewesen! Traf man nämlich minimal neben der gekörnten Stelle mit dem Bohrer auf, lief er weg…und suchte sich die Körnung, bzw. er neigte dann dazu nach re. auf mich zu zu laufen.

Ich bohrte mit verschiedenen Geschwindigkeiten (Stufe I), von 450-720. Die für mich (für mein Metall???) ideale Geschwindigkeit lag bei etwa 650-685 Umdrehungen. So bei 700 machte er metallene Vibrationsgeräusche, die sich aber sofort gaben, als ich höher oder niedriger mit den Umdrehungen ging – erinnerte mich irgendwie an mein altes Auto auf der Autobahn, was bei 110 laut brummte, aber drüber und drunter ruhig lief…

Ich muss aber, glaube ich, dazu sagen, dass der Bohrständer bei mir nicht an den Tisch geschraubt ist, sondern mit Zwingen befestigt wird (ist mein ehemaliger Esstisch, den ich evtl noch mal anders nutzen möchte ) Vielleicht lagen die Vibrationen daran - bei Holz hatte ich es übrigens nicht bemerkt ...

..Mein erstes Mal Metallbearbeitung: Nach 40 Löchern hatte ich den richtigen Druck raus, der mir das mühselige Abfeilen der Bohrreste auf der Unterseite weitgehend ersparte. Bei sparsamem Druck „öffnete“ sich das Loch unten mit einer sauberen „Klappe“, ansonsten gab es scharfkantige Restspäne. – Das nur am Rande – habe weiterhin gelernt: je kleiner die Bohrspäne aus dem Loch kamen, umso sauberer war am Ende die Ausbohrstelle

Auch hier zufriedenstellende Ergebnisse, Fehler lagen eher bei mir als bei der Maschine ;) – abgesehen vom Laser… der hätte hier geholfen, dass der Bohrer auch die Körnung trifft und dann nicht zur Seite rutscht…

Mit der gleichen langsamen Geschwindigkeit bohrte ich dann auch 4,1mm Löcher in die Perlen für die Spielsteine (4mm Messingstäbchen mit Perlenköpfen). In Ermangelung eines passenden Schraubstocks nahm ich ein Stück Holz mit einem pass. Forstnerloch, setzte dort die Perle drauf und hielt sie mit der Zange vor dem Verrutschen fest. – nicht schimpfen, ich weiß, dass das nicht korrekt ist !
Fazit: für den Heimwerker ein zuverlässiges Gerät, werde aber mehr oder weniger bei Holz bleiben (Metall ist nicht mein Ding ...). Ist doch aber beruhigend zu wissen, dass isch aber bei Bedarf auch die anderen Materialien damit bearbeiten kann...
Vielen Dank nochmal liebes Bosch/1-2-do-Team, das ich testen durfte!
NEXT
Laserpunkt stimmt nicht
1/11 Laserpunkt stimmt nicht
PREV

Kommentar schreiben

Hallo Pittyom,

vielen Dank für Deinen Testbericht. Ich habe noch folgende Anmerkungen dazu.

Mit der PBD 40 darf nicht gefräst werden. Es sollten keine Kräfte quer zur Bohrrichtung ausgeübt werden.

Damit die Lasereinstellung genauer stimmt, noch folgender Hinweis:
1. Lege das Werkstück auf die Grundplatte.
2. Stelle die Höhe der Antriebseinheit ein. Sie sollte nicht zu hoch sein, sondern auf Arbeitshöhe. So verschiebt es das Laserkreuz auch nicht nachträglich. (Je höher Antriebseinheit, desto eher kommt es beim Bohren zu einer Verschiebung des Kreuzes)
3. Richte das Werkstück mit Hilfe des Laserkreuzes aus.
4. Spanne das Werkstück fest.
5. Stelle eine angemessene Drehzahl ein.
6. Schalte das Elektrowerkzeug ein.
7. Drehe zum Bohren das Drehrad mit gleichmäßigem Vorschub bis die gewünschte Bohrtiefe erreicht ist.

Wenn nach diesem Leitfaden gearbeitet wird, sollte es auch zu keiner Verschiebung kommen.

Deine Carina
2012-02-08 10:32:18

also bei mir war die Arbeitseinheit etwa immer mit 5-8 cm Abstand von Bohrerspitze zu Werkstück eingestellt. Trotzdem war der laser wie im Foto... aber da ich die Abweichung kenne ist es ok... da man ja sowieso anzeichnet....
2012-02-08 20:15:22

Hallo Zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 158797#post158797.
2012-02-09 11:28:14

Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com
Werde Mitglied in der großen deutschen Heimwerker-Community!
Jetzt anmelden!