PST 1000 PEL -
Hohe Präzision

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

PSSSSST - es wird getestet! 1 Kommentar
Vom 27.11.11 Geändert 2011-11-27 20:06:37
Das Testgerät kam rechtzeitig zu meinem kurzfristig ins Auge gefasstes Projekt: Kleinsägen von Leimholzplatten bzw. –abschnitten, die die zunehmende Luftfeuchtigkeit in meiner Werkstatt nicht wirklich gut vertragen.

Die vielfältige Ausstattung überraschte bei der ersten Inaugenscheinnahme sofort und heimste gleich diverse Pluspunkte ein – aber auch zu recht?

Parallelanschlag, Cut-Control, Spanreißschutz, Gleitschuh, Abdeckhaube – das beeindruckte in der Tat. Auch wussten Details direkt am Gerät (Berührungsschutz, Sägeblattentriegelung, werkzeuglose Einstellung des Gehrungswinkels) mich spürbar zu beeindrucken.

Start it up


Als erstes verglich ich beidhändig die Vibrationen meiner (geschätzt 15 Jahre) alten B&D und der Bosch. Der Unterschied war spürbar, natürlich (?) zugunsten der PST.

Dann kam es zu hörbaren Begeisterungsäußerungen. Das Einsetzen bzw. Herausnahme von Sägeblättern erfährt durch die Entriegelung eine völlig neue Dimension. Nie wieder Schraubendreher, Inbusschlüssel oder was-auch-immer!

Das war das Whow-des-Tages, definitiv. Chapeau!

Viel Wind um …

Features wie Voreinstellung des Pendelhubs und der Schnittgeschwindigkeit (=“Hubzahlvorwahl“) sind für mich Grundausstattungen und somit selbstverständlich. Interessant fand ich dagegen das Thema Absaugung. Neu war für mich die Möglichkeit des wahlweisen Ausschaltens der Späneblasvorrichtung. Das macht lt. Handbuch dann Sinn, wenn man die Absaugung per Schlauch nutzen will. Also befestigte ich die Abdeckhaube und den Saugschlauch am Gerät. Lobend erwähnen möchte ich den Durchmesser für den Schlauch: 35 mm ist ja wohl der Standard, insofern wird kein Adapter benötigt.

Tja, das Ergebnis fand ich allerdings sehr verblüffend: Es sammelte sich reichlich Späne in der Öffnung der Fußplatte, so dass ich die Markierung nicht mehr sah. Hmmh, das war jetzt aber gar nicht gut. Ich kann ja nicht ausschließen, irgendetwas falsch gemacht zu haben. Aber das zweimalige (!) Überprüfen ergab, dass es an mir wohl nicht lag. Auch der Allessauger war eingeschaltet…

Dieser „Fortschritt“ hielt der Prüfung also nicht stand. Zwar war die Menge der auf der Platte befindlichen Späne nach einem 40 cm-Schnitt deutlich geringer (auf dem Bild rechts), aber was nützt das, wenn man die Linie nicht mehr sieht.

Im Gegenzug überprüfte ich dann die Wirkung der Blasvorrichtung. Die 10 cm freie Sicht versöhnten mich dann auch wieder.

Gut besohlt

Den Gleitschuh aus Kunststoff finde ich sehr tricky. Wie wohl viele andere auch habe ich die Spuren der Fußplatten von Stichsägen, Handkreissägen usw. auf dem Werkstück hassen gelernt. Oft war ich kurz davor, irgendwelchen Filz unter die Fußplatten zu kleben. Vor solchen Anfällen bewahrt mich jetzt aber der Gleitschuh, den ich nach Belieben auch abnehmen kann. Ein Problemlöser also. Positiv ist auch, dass man das Teil „Cut Control“, also die Schnittlinienkontrolle, dort direkt anclipsen kann.

Womit wir beim nächsten Objekt meiner Neugier sind. Dieses kleine Stück Kunststoff ist schon ziemlich pfiffig. Das hilft wirklich und befindet sich ständig am Gerät. Es kann an dem eben beschriebenen Gleitschuh befestigt werden, alternativ gibt es einen gesonderten kleinen roten „Sockel“, der vorne auf die Fußplatte geklemmt wird. Der Vorteil ist, dass man die CC nicht immer auf- und abclipsen muss - der Sockel ist aus Gummi und relativ flexibel. So wie ich mich kenne, würde es früher oder später zum Bruch beim Clipsen kommen, dann wäre der nette Vorteil dahin.

Im nächsten Schritt interessierte mich die Funktion der CC beim Gehrungsschnitt. Und hier gab es das zweite „Whow“: Wenn man sich mit der Bedienung angefreundet hat (geht schnell), möchte man diesen kleinen Hebel zum Lösen und Anziehen der Fußplatte auch nicht mehr missen. Ach, wie schön ist es ohne Schraubendr…... (das hatten wir doch schon, oder?).

Da muss ich den Hut doch glatt ein zweites Mal ziehen: Sehr gut, Bosch!

Das eine oder andere Detail


Nett, unscheinbar und beinahe unsichtbar: Der Spanreißschutz. „Naja“, dachte ich, „das ist ja auch wieder irgend so ein Plastiknippes…“. Kann man so sehen, muss man aber nicht. Ungelogen, das lütte Ding bringt was. Geht auch leicht reinzuclipsen. Allerdings bin ich es gewohnt, die Werkstücke „von links“ (also der Unterseite) zu sägen, den Rest erledigt das Schleifen. Von daher ist dieses Teilchen für mich nicht das Non-plus-Ultra, aber die Umgewöhnung wird mir wohl nicht schwerfallen.

Das LED-Licht gehört ja schon fast zum Bosch-Standard. Auch hier lässt sich sagen: Eine gute Idee. Das bringt wirklich was. Die Arretierung des Ein-/Ausschalters ist gleichfalls hilfreich. Etwas irritierend ist, dass die Arretierung kurz vor dem Maximum greift, daran muss man sich gewöhnen. Aber das wird schon.

Ein Anschlag auf die Parallele

Was fehlt jetzt noch? Ach ja, der Parallelanschlag. Tja, wie soll ich das jetzt sagen? Ich war schon wirklich sehr gespannt. Ich führte mehrere Schnitte durch, mit unterschiedlichen Abständen zur „maßgeblichen“ Kante. Die neuen Kanten waren schon recht gerade – verglichen mit dem Freihand-Sägen entlang einer Bleistiftlinie. Aber obwohl ich mit der zweiten Hand den Anschlag an die Brettkante presste, gab es doch einige unschöne Schlingerspuren.

Genau parallel sieht anders aus.

OK, mit der Plattensäge im Baumarkt wäre ein Vergleich schon hammerhart, aber mit der Handkreissäge bekomme ich auch deutlich bessere Kanten hin. Das ist nun mal so, das Sägeblatt der Stichsäge kann man nicht ernsthaft mit dem einer Kreissäge vergleichen.

Apropos Kreis: Mit dem Parallelanschlag lassen sich lt. Bedienungsanleitung Kreise schneiden. Da musste ich mir das gute Stück doch gleich mal genauer ansehen: Oha, da geht ja wohl noch was! Das war ja wirklich interessant! Das musste ich mir in der Anleitung gleich genauer durchlesen.

Eine Säge zieht Kreise


Tja, und dann kam die Umsetzung in die Praxis. Anscheinend hatte ich nicht meinen besten Tag, irgendwie klappte das nicht so wirklich. Eieieiei, der Kreis wurde irgendwie zur Spirale! Das Sägeblatt bog auch seitlich weg, das sieht alles nicht wirklich gut aus.

In der ganzen Sache war der Wurm drin. Die Betriebsanleitung wirkte auch irgendwie halbfertig - oder zumindest sehr theorielastig. Überhaupt keine wirkliche Hilfe: So soll man für die Zentrierspitze in der Mitte des zu sägenden Ausschnittes ein Loch bohren – aber in welchem Durchmesser? Habe ich nachher ein Loch in der Scheibe? Nee, also, ich weiß nich…

Ohne Anschlag bin ich mit der PST deutlich besser klargekommen. Selbst bei einem deutlich kleineren Radius (8 statt 13 cm) war das Ergebnis deutlich besser an der Zirkellinie. Also hier waren „Gefühl und Wellenschlag“ die deutlich besseren Mittel.

Mein Ergebnis


Die PST 1000 ist wirklich ein nettes Teilchen:
  • Vibrationsarm,
  • LED
  • „CutControl“,
  • Gleitschuh,
  • Späneblasvorrichtung,
  • Spanreißschutz,
  • die werkzeugfreie Gehrungseinstellung und
  • dem mega-bequemen Auswechseln der Sägeblätter
hat Bosch mal wieder gezeigt, wie innovativ dieses Unternehmen ist.

In diesen Punkten ist definitiv der „große Wurf“ gelungen. SEHR GUT!


Die Zweckmäßigkeit des Parallelanschlags und der Absaugung haben sich mir demgegenüber verschlossen. Beide erscheinen mir als Features, die zwar auf dem ersten Blick ganz pfiffig erschienen, in der Praxis sich aber nicht als ernsthaft zweckmäßig erwiesen.

Der Zufriedenheitsfaktor


Unter dem Strich bin ich mit dem PST-Test sehr zufrieden. Die Säge bestach mich durch die Details Sägeblattwechsel, Gehrungseinstellung und Gleitschuh. Hinzu kommen noch einige pfiffige Details/Verbesserungen, die einem unwidersprechbar die Arbeit erleichtern und auch Spaß bringen. Eine Stichsäge ist kein Spezial-, sondern ein Basisgerät, das man immer braucht und unerlässlich ist. Die PST 1000 ist definitiv mehr als nur eine Säge aus dem Basisprogramm. Sie sägt zwar „auch nur“, aber auf einem hohen Niveau.
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Hallo Zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 133815#post133815.
2011-12-16 14:16:10

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