Der Schleifroller PRR 250 ES

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Elektrowerkzeuge auf die Probe

PPR 250 ES Testbericht 2 Kommentare
Vom 01.10.13 Geändert 2013-10-01 01:29:59
Testbericht Bosch PPR 250 ES.

Der Elektrische Schleifroller PPR 250 ES wird ab Werk mit einer 60 mm Schleifhülse mit 80er Körnung, einer Lamellenrolle und einer schmaleren Lamellenrolle, in einem recht stabilen Kunststoffkoffer. 

Eigentlich hatte ich etwas anderes im Auge, jedoch musste ich umständehalber umdisponieren. Anstelle einer Möbelrestauration, für die ich es geplant hatte, kam mir die vom Vormieter schlampig angebrachte Wohnzimmerdecke herunter. Somit war hier ein wenig nicht geplante Arbeit nötig und ich beschloss, das Gerät für die Türrahmen zu quälen. Da ich hier etwas unter Zeitdruck stand und ich leider nicht rechtzeitig an bestimmtes Zubehör kam, konnte ich bestimmte Tests nicht mehr machen, jedoch kann ich vorneweg sagen, das ich zufrieden mit dem Gerät bin.

Wenn ich dabei quälen sage, dann meine ich das auch so. Wenn ich Teste und dazu berichten soll, dann geht’s auch schonungslos an die Substanz.



Das Erste was mir Negativ auffiel, war am Koffer. 
Der Koffer ist an sich gut konstruiert, jedoch zu klein für weiteres Zubehör. Hier wäre mehr ausnahmsweise wirklich besser. Weiterhin ist der Koffer mittels Pappeinlegern aufgehübscht. Diese Pappeinleger zeigen das Werkzeug. Nachteilig dabei ist: Der Pappeinleger ist mittels Schlitzen in den Koffer eingesteckt. Wird der Koffer mal Feucht, was im Betrieb mal passieren kann, zerfleddert die Pappe und durch die Schlitze kann Wasser oder Staub eindringen. Dafür reicht es ja, mit dem Koffer mal durch den Regen zu gehen. Keiner steckt den Koffer dazu in eine Tüte.  Schlitze weglassen, Aufkleber drauf, Fertig. Besser ist das.
Dazu etwas mehr Platz für die Schleifrollen und er wäre Perfekt!

Zubehör.
Als ich den PPR 250ES erhielt, war noch kein Zubehör im Handel verfügbar. Nachkauf von Schleifrollen brachten zwei erstaunte Gesichter zum Vorschein. Beim Verkäufer, der dieses Gerät noch gar nicht kannte und an der Kasse. Die Rollen sind verglichen mit normalem Schleifpapier etwas Teurer. Die Standfestigkeit ist jedoch auch bei hoher Beanspruchung recht Ordentlich. Umgerechnet 2 Euro um einen Türrahmen abzuschleifen ist OK.

Die verschiedenen Schleifmittelaufsätze sind recht ordentlich durchdacht, jedoch fehlen mir im Sortiment noch verschiedene Werkzeuge. 
So gibt es eine kleine 30er Konische Schleifrolle, von der ich gerne eine umgekehrte Version hätte. Auch eine Art Nylonbürste zum groben Säubern, ähnlich der Drahtbürste aus Messing wäre Wünschenswert. (gerne auch in 60er Format.)

Gerät und Handhabung.

Das Gerät an sich liegt gut in der Hand (Kommentar meiner Frau: auch für kleine Hände geeignet.
Der Schalter ist ausgeformt, jedoch konnte diese Ausformung etwas „Griffiger“ sein An Manchen Stellen habe ich mir eine Tastfunktion für kurzes Schleifen gewünscht. 
Der Drehzahlregler liegt etwas tief. Mit Handschuhen, wie man sie beim Einsatz der Drahtbürsten eigentlich tragen müsste, ist die Bedienung nicht ganz so toll.

Die Staubschutzhaube ist ein Sinnvolles Extra, gerade wenn beim Schleifen die fetzen fliegen. 
An Ihr konnte ich drei Mankos feststellen. Zum einen ist die Arretierung etwas lasch, so das sie sich zu leicht verstellt, zum anderen ist die rote Schraube für die Befestigung etwas zu Filigran. Etwas dicker und grober gerändelt dürfte sie sein. 
An der Haube ist der Anschluss für die Staubabsaugung, welche zur Seite wegführt. Wenn man hier einen Staubsauger anschließt baumelt der Schlauch nervig an der Seite herum. Ein Winkeladapter für den Schlauch wäre Wünschenswert, dann kann man den Schlauch mit einem Klettband schön an der Maschine befestigen und hat alles gut im Griff.

Zwei weitere Kleinigkeiten fielen mir an der Bedienungsanleitung auf. Die Bilder sollten auf ausklappbare Seiten, so das man diese beim Lesen neben der Anleitung liegen hat und nicht ständig zwischen allen Seiten rumblättern muss. Weiterhin könnte die Schrift an einigen Stellen etwas größer sein. 

Genug gemeckert, ran an die Arbeit. 
Was mir sofort auffiel: Die Maschine läuft recht ruhig und Vibrationsarm. Selbst auf höchster Stufe kann man damit recht lange ermüdungsfrei arbeiten. Im Vergleich mit Schwingschleifern hat man selbst nach Stunden keinen Pudding in den Armen. Auch im vergleich zu Delta und Dreiecksschleifern schneidet der PPR 250 ES hier deutlich angenehmer ab. 
Schon bei leichtestem Druck steht Mann oder Frau schnell in einer Staubwolke, mit Absaugung wird das auf ein sehr erträgliches Minimum reduziert. Das (lösbare) Manko ist dann nur noch der Schlauch. Siehe Oben. Die Abtragsleistung ist dabei erstaunlich hoch, hätte ich dem Röllchen gar nicht zugetraut. Genau genommen muss man hier sogar aufpassen, dass man nicht mal eben eine Rinne reinfeilt. 

Wenn man zwischendurch mal die Werkzeuge wechseln will, fällt das dank dem SDS System und der integrierten Spindelarretierung leicht. Was mir jedoch zu denken gibt, ist das Aufspannen des Schleifpapiers auf die Gummiwalzen. Man Steckt die Gummiwalze auf die Spindel und dreht das Papier einfach auf das Gummi. Ich frage mich hierbei, wie stabil das Spindel-Lock System ist. Ich würde hier einen T Griff Empfehlen, auf den man die Walzen aufstecken kann, um das Schleifpapier auf die Walzen zu drehen. 

Da das Gerät recht leicht ist, kann man damit auch arbeiten durchführen, die mehr Fingerspitzengefühl erfordern. Zum Flächenschleifen wäre hier ein Zusatz zur Staubschutzhaube recht gut, damit man das Maschinchen ähnlich einer Kreissage Flach auf ein Werkstück aufsetzen kann. Dank der Leichtigkeit verkantet man die Maschine recht leicht. Hier gehört etwas Übung hinzu. Dafür kann man jedoch leicht zwischen Gitterstäben, wie man sie Z.B. bei Treppengeländern hat, leicht hindurchfieseln und diese von allen Seiten entlacken.
Je nach Schleifmittel kommt man auch in Fugen hinein und kann damit Prima Rundungen Schleifen.
Grenzen sind jedoch da, wo zwei zu schleifende Teile aufeinander Treffen, wie z.B. beim Türrahmen. Hie kommt man zwar nah an die Ecken aber nicht ganz hinein. 
An solchen stellen sieht man wie hoch die Abtragsleistung wirklich ist, wenn man die Reste mit Dreiecksschleifer oder Schwingschleifer wegarbeiten will. Kurzgesagt: Bösartig viel höher.

Ich kenne solche Schleifgeräte auch als Aufsatz für Bohrmaschinen und als Druckluftgerät im Karosseriebau. Hier zeigt sich ein einziger Nachteil im vergleich zu den anderen Bauformen. Beim Motorenbau werden ähnliche Geräte zum ausschleifen von Zylindern oder Auspuffkrümmern benutzt. Die abgewinkelte Form setzt jetzt hier aber Grenzen. Vielleicht ist hier eine art Verlängerung machbar. Ein Aufsatz für die Spindel, auf die man eine Walze mit Verlängerung aufsetzen kann.

Mein Fazit zum Gerät:
Überall, wo man mit einer Farbwalze Streichen könnte, kann man mit dem Gerät Schleifen. 
Die Abtragsleistung hat mich überzeugt, es gibt wenige Geräte, die auch in Schmalen ecken Schleifen können. Für viele Dinge bin ich bisher Schleiftechnisch auf einen Dremel ausgewichen, das kann der PPR 250 ES in etwas größerer Dimension besser.
Die Ergebnisse sind Stellen in Bezug auf Leistung und Ergebnis zufrieden.

Ich kann jedem das Gerät empfehlen, wer bei diffizilen Schleifaufgaben bisher mit den vorhandenen Werkzeugen Verzweifelt ist oder  stattdessen auf Bohrmaschine und entsprechende Aufsätze zurückgegriffen hat. Wer also vorhat Treppengeländer oder ähnliches zu bearbeiten, soll sich nicht mit Heißluftpistole oder ähnlichem abrackern. 

Meine nächste Arbeit steht auch schon fest. Ich muss Hydraulikelemente an einem Auto wechseln und da sind auch geringfügige Entrostungsarbeiten an den Leitungen notwendig. 
Nebenbei sind da noch ein paar Türrahmen ein paar Möbel und ein Metallregal, die auf Bearbeitung warten. Und ich denke, da wird der PPR 250 ES mir weiterhin gute Dienste leisten. Speziell in solchen Fällen wird er wohl eine Art Liebling werden. Und wer daran denkt, seinen Oldtimer zu entlacken, speziell die Rundungen werden mit dem PPR 250 ES zum vergnügen. Flach kann jeder. 

 
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Sehr ausführlicher und gegliedeter Testbericht... klare 5 D
2013-10-28 20:52:37

Sodele.... nachdem ich jetzt einige Wochen schwer anderweitig belegt war, kann ich was dazuschreiben.

Mittlerweile hab ich auch die Bürschterl Probiert und siehe da: Unterm Auto liegen und mit der Messigbürste dreck von den leitungen schrubben macht sogar laune. Dank Staubschutz und klasse handling hats super geklappt. Ich habe sowas schon mit einer Bohrmaschinenbürste gemacht und habe rein ausssehenstechnisch mit dem Werkstück getauscht. Ich sah aus wie Sau und das Zeugs war sauber, Und jetzt war es anders. Alles sauber. Dank Schutzhaube.

Einfach nur obergenial!
2013-11-29 22:38:46

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