Der Schleifroller PRR 250 ES

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

Es rollt und schleift der Heinzelmann... 2 Kommentare
Vom 30.09.13 Geändert 2013-09-30 09:09:06
Auch ich durfte mich zur Testmannschaft des PRR 250 ES zählen, worüber ich mich riesig gefreut habe und wofür ich mich natürlich ganz herzlich bedanke. Nicht genug, dass Bosch uns das Gerät zur Verfügung gestellt hat, nein dazu gab es das komplette Zubehör – der Wahnsinn!

Der Koffer
Ich weiß nicht, wie es euch geht. Bei meinen bisherigen Bosch-Werkzeugen nehme ich beim Öffnen des Koffers stets eine Lauer-Position ein, in der gespannten Erwartung, auf welcher Seite wohl die Bedienungsanleitung herausfällt. So auch diesmal. Aber nichts… Die haben doch nicht die Anleitung vergessen. Nein! Der Koffer des PRR hat wirklich eine funktionierende Halterung für die Bedienungsanleitung. Ein ganz dickes Plus an dieser Stelle. Und auch, wenn mir die Anleitung nicht direkt entgegenspringt, werfe ich einen Blick hinein.

Der Koffer selbst bietet neben einem sicheren Halt für Maschine und Handbuch viele kleine Fächer, in denen sich sehr gut zusätzliches  Zubehör verstauen lässt.

Die Anleitung
Sie zeigt sich bekannt nüchtern in 13 Sprachen. Auf den ersten Seiten finden sich Zeichnungen, die das (weiter hinten) Erklärte verdeutlichen. Mir reichte bei Fragen ein Blick auf die Bilder. Wobei sich im Forum gezeigt hat, dass einige Dinge, wie z. B. das Wechseln der Schleifhülsen, evtl. doch ein wenig mehr erklärungswürdig sind. Zwei Dinge sind mir im Handbuch aufgefallen
  • Bei den Sicherheitshinweisen steht, dass bei Arbeitspausen stets der Staubbehälter zu leeren sei. Wo soll der denn sein? Hier hat sich wohl ein Textbaustein eingeschmuggelt, der irgendwie nicht zum Gerät passt.
     
  • Da der PRR ja ein rotierendes Gerät ist, hätte ich den Hinweis auf einen möglichen Kickback des Geräts beim Arbeiten ohne Schutzhaube durchaus sinnvoll gefunden. Ähnlich einer Kettensäge oder dem Winkelschleifer ist das Arbeiten mit dem oberen Viertel (9-12 Uhr in Rotationsrichtung)  sehr gefährlich, da unter ungünstigen Bedingungen das Gerät dem Anwender entgegenschlagen kann.
Im Handbuch findet sich auch eine schöne Übersicht, welches Schleifwerkzeug mit welcher Umdrehung wofür verwendet werden kann/soll. Ich hätte es super gefunden, wenn diese Übersicht irgendwo im Koffer eingeklebt wäre. Dann müsste man nicht ständig nachblättern, wenn man mal unschlüssig ist.

Das Gerät
Der PRR liegt gut in der Hand. Einzustellen gibt es nicht viel. Neben dem An-/Ausschalter findet sich nur eine Drehzahlvorwahl von 1 – 6. Mehr braucht es aber auch nicht. Für die Schleifmittelaufnahme gibt es eine Spindel, an deren Ende ein kleiner roter Knopf sitzt. Mit dieser lässt sich das SDS-Futter lösen und montiertes Schleifmittel von der Spindel entfernen. Neues Schleifmittel wird einfach aufgesteckt – es rastet selbst ein und ist danach absolut fest und spielfrei mit dem Gerät verbunden. 

Das Kabel ist mit 2,20m lang genug um störungsfrei arbeiten zu können. Einzig das Kabel selbst ist mir etwas zu starr. Hier sind die Anschlussleitungen der blauen Serie flexibler und vermutlich auch robuster.

Die Schleifwalze (oder was immer man montiert hat) wird von einer Schutzhaube umgeben, die etwa die Hälfte der Walze bedeckt. Sie kann über eine Schraube gelöst und entfernt werden. Hier gilt es aber darauf zu achten, dass das Abnehmen der Haube nur in einer bestimmten Position möglich ist. Für meinen Geschmack etwas fummelig.  
Die Geräuschkulisse, die vom PRR verursacht wird, würde ich als moderat bezeichnen. Es ist nicht das „Surren“ eines Akku-Schraubers aber auch weit entfernt vom Gekreische der Flex oder des Multitools. Gehörschutz empfiehlt sich aber in jedem Fall!

Projekte
Der erste Einsatz für den PRR war mein zu restaurierender Schaukelstuhl (folgt noch als Projekt – schleifen ging schnell, aber das Lackieren…). Mal abgesehen von der geschwungenen Form der Teile sind auch die „geraden“  Flächen leicht gewölbt, so dass hier mit herkömmlichen Schleifmitteln kaum eine sinnvolle Möglichkeit der Bearbeitung besteht. Anders mit dem PRR. Ich habe ihn dazu mit der flexiblen Schleifwalze bestückt und ab ging die wilde Fahrt.

Diese Arbeiten habe ich draußen und ohne Absaugung und Haube durchgeführt. Daher kann ich zur Schmutzentwicklung hierbei nichts sagen. Fakt ist jedoch, dass nach einer knappen Stunde sämtliche Bauteile ordentlich angeschliffen waren. Von Hand hätte das deutlich länger gedauert. 

Einen weiteren Einsatz hatte der PRR beim Anschleifen eines Kellerfensters und zweier Kellerfenster-Sicherungen. Insbesondere bei letzterer glänzte der PRR, ja es macht fast schon Spaß mit ihm zu arbeiten. Das Gerät lässt sich sehr gut führen und überträgt angenehm wenige Vibrationen auf den Benutzer. Bei diesen Arbeiten musste ich auch häufiger das Schleifmittel wechseln (breite und schmale Walze). Dank des SDS-Systems geht dies auch sehr schnell und einfach (ohne Werkzeug) von der Hand. 
Für ein weiteres (kleines) Projekt galt es ein Kantholz zu schleifen. Normalerweise hätte ich hier zum Schwingschleifer gegriffen, aber nun hatte der PRR seinen Auftritt. Schnell den Aufnahmeschaft für Schleifhülsen montiert und die Schleifhülse aufgedreht. Zugegeben, es erschließt sich nicht sofort. Denn auf die bereits aufgesteckte Gummiwalze muss die Hülse in Lammellenrichtung aufgedreht werden. Wer hier aber zu kräftig zupackt, drückt die Hülse auf die Lamelle – dann ist nichts mehr mit drehen, weil die Reibung zu groß ist. Hinzu kommt, dass das bei montierter Haube schon eine etwas engere Kiste ist - aber es geht. Und mit etwas Übung sogar ganz einfach. Der Abtrag der Schleifwalze ist sehr gut. Selbst gröbere Unebenheiten sind damit im Nu beigeschliffen und selbst das Schleifen bis an den Rand ist problemlos möglich. Die Gummiwalze hält die Hülse sehr gut, ohne diese auch das geringste Bisschen wandern zu lassen. Generell muss ich sagen, dass auch die Standzeiten der Schleifmittel sehr gut sind. Etwas gewöhnungsbedürftig ist das Führen der Walze auf der Fläche. Es dauert ein wenig, bis man es schafft die Walze gleichmäßig auf dem Werkstück zu führen, was vermutlich an dem geschwungenen Arm des PRRs liegt. Anfangs neigt man dazu die Walze ungleichmäßig zu belasten, was am einseitig abgenutzten/zugesetzten Schleifpapier und im Extremfall an Riefen im Holz zu sehen ist. Wer viel Fläche machen muss, greift besser zum Schwingschleifer.

Die Absaugung
Das Schleifen mit Absaugung… Tja, hier ist die gewählte Position des Absaugstutzens meiner Meinung nach schlecht gewählt. Sie verlagert den Schwerpunkt des Gerätes, weil der Schlauch des Saugers stets rechts überhängt (auch, wenn man nur einen Schlauch anschließt (nicht wie auf meinem Bild *gg*)). Hinzu kommt, dass dadurch das Gerät deutlich breiter wird und man damit schlechter in Ecken gelangt. Meiner Meinung nach wäre es besser, wenn der Stutzen mittig auf der Haube säße. Dann könnte man den Schlauch des Saugers über das Gerät bzw. mit dem Gerät führen. Ob sich das negativ auf den Luftstrom auswirkt, müssen die Experten entscheiden. Generell ist mir aufgefallen, dass die Absaugung umso besser funktioniert, je näher die Haube am Werkstück  ist. Was aber auch nicht verwundert. 

Ausblick
Da es Lieferschwierigkeiten mit dem Zubehör gab und viele Baumärkte den PRR oder das Zubehör noch nicht oder nur teilweise führen, hat der Test nun einen ganzen Monat länger gedauert als geplant. Danke an die Testverantwortlichen, dass man sich so flexibel gezeigt hat. Viele Dinge konnte ich testen, Einige noch nicht. So z. B. die geplante Erneuerung des Anstrichs am Garagentor bzw. dessen Zarge, denn als das Zubehör da war, fehlte das passende Wetter und so weiter. Aber einen kurzen Test habe ich immerhin mit der Drahtbürste durchführen können. Und ich kann sagen, ich freue mich auf das „Ent-Lacken“. Aber auch wenn das Tor draußen steht… hier geht nichts ohne die Haube.

Mein persönliches Fazit
Mit dem PRR hat Bosch eine Lücke in der Gerätelandschaft geschlossen und damit ein kaum vergleichbares Gerät auf den Markt gebracht, dass den Heimwerker bei unliebsamen Schleifaufgaben wirklich sinnvoll unterstützen kann. Da es das erste Gerät dieser Art ist, gibt es sicherlich noch den einen oder anderen Optimierungsansatz. Einige davon werden sicherlich die Tests der 1-2-do-Community aufgezeigt haben. Ich freue mich zum Testfeld gehört zu haben. Ob ich mir ein solches Gerät für einzelne Schleiftätigkeiten zugelegt hätte, weiß ich nicht, da der UVP von rund 140,- Euro mir für einen Versuch zu teuer gewesen wäre. Nun aber kann ich sagen, dass mich das Gerät voll überzeugt hat! Ich werde es weiterempfehlen und definitiv noch oft benutzen.
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Man kann aus deinem Testbericht wahrlich deine Begeisterung rauslesen... klasse... 5 D
2013-10-30 18:13:45

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