Der Schleifroller PRR 250 ES

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Stromer's PRR-250-ES Test 6 Kommentare
Vom 29.09.13 Geändert 2013-09-29 15:59:44
Die Lieferung des Testgerätes erfolgte in einer umweltfreundlichen Wellpappen-Verpackung.
Der Inhalt war, wie auf dem Bild zu sehen ist, mit 3 Schleifaufsätzen ein Minimum für einen Start.
 
Als erstes Testobjekt hatte ich eine alte, verwitterte Blumenbank komplett abgeschliffen.
http://www.1-2-do.com/de/projekt/Blumenbank-ueberarbeitet-PRR-250-Test/bauanleitung-zum-selber-bauen/14570/
Dies wäre größtenteils auch mit einem Bandschleifer möglich gewesen, jedoch wollte ich die Handhabung beim Schleifen testen.  Innerhalb von drei Stunden, mit fast Dauerbetrieb waren die Schleifarbeiten erledigt. Die Erwärmung des Gerätes konnte nicht als sonderlich heiß empfunden werden.
Die 3 cm  breiten Leisten hatten zusammengesetzt eine Schleiflänge von ca. 60 Metern ergeben, dabei wurden die beiden Schleifwalzen fast aufgebraucht, bzw. die Schleifwirkung ließ soweit nach, dass es schon fast zum Polieren taugte.
Die Grenze zur Anwendung des PRR mit der Schleifhülse fand sich in den Ecken und Spalten und den Abstandshölzern (Rundhölzern).
Möglich wird die Bearbeitung der Ecken und Spalten, wenn die Schleifhülse etwas von der Walze abgezogen wird und dabei etwas heraussteht. Bei den kleinen Lamellenwalzen funktionierte das schon besser.
Da die Verleimung der Blumenbank durch die Wettereinflüsse aufgelöst wurde, war es möglich alles in Einzelteile zu zerlegen. Dadurch war alles von jeder Seite zum Schleifen erreichbar geworden.
 
Austausch:
Der Wechsel-Tausch zur  Lamellenschleifrolle (LR-60) war einfach und wurde sogleich ohne Probleme, ja fast schon automatisch ausgeführt. Das Drücken des roten Knopfes der SDS ist einleuchtend und klappte jedes Mal in „Windeseile“.
Die feste Schleifhülse (SH 60) mit 80er Körnung ließ sich einfach mit einer leichten Drehbewegung auf die Gummirolle aufschieben. Ein Austausch der Hülse ist durch weiteres verdrehen bei gleichzeitigem Abziehen ebenfall einfach.
 
Schleifen:
Ein starker Anpressdruck war nicht nötig, jedoch wurde intuitiv auf die Staubabsaughaube gegriffen, um den Hebel um die Querachse (http://www.modellbau-muenster.de/images/Achsen.gif), welcher bei der vorgegebenen Hand-Führung entsteht, auszugleichen und den Andruck an der „richtigen“ Stelle zu haben. Ob es hier um einen evtl. später möglichen „Griff“ drehen könnte, wäre noch zu überlegen.
 

Das hauptsächliche Anwendungsgebiet finde ich, liegt bei Radien und Krümmungen.
Ein mit Schaumgummi gepolstertes und geformtes Sperrholzstück von einem alten Stuhl (Rückenteil), bot die Möglichkeit die Wölbungen (Konkav/Konvex) zu testen. Auch hier erfolgte der Schliff zur Zufriedenheit. Die Walze legte sich an jeden Radius mit bestem Ergebnis an.
Alte Faßdauben auf der inneren (konkaven) Seite, so wie auf der äußeren konvexen Seite wurden schön gleichmäßig mit den Lamellenwalzen geschliffen.
 

Der Abrieb war anfangs sehr gut, ließ jedoch mit der Zeit durch die Abnutzung nach. Vermutlich durch zu starken Anpressdruck erhitzte sich die Hülse und verklebte mit der abgetragenen Farbe. Ein Reinigen mittels eines Sektkorkens, welcher schmelzen und dabei die Farbe abstreifen sollte, kappte nicht so recht. Mit einer Stahlbürste war ein einigermaßen noch gutes Reinigen möglich und einem weiteren Gebrauch der Hülse stand nichts mehr im Wege.
 
 
(SW 15 K 80) Das Schleifen/Entrosten an einem Winkeleisen klappte bis zur mittigen Kehle hin anstandslos, obwohl dafür die Stahlbürstenwalze vorgesehen ist. Der Abrieb an der Walze war dabei sichtlich stark gewesen.
Als Vorteil kann die am äußeren Ende des PRR-Armes angebrachten Schleifwalzen/-Rollen das Erreichen jeder Ecke angesehen werden.
Der Einsatz der Stahlbürste als Entferner von Wildem-Wein bzw. alten Efeufüßchen klappte zwar, jedoch ging dabei auch der Rauputz insoweit ab, dass die Flecken noch sichtbar blieben, bzw. die „Rau-Putzkörner“ „blankgeputzt“ wurden und die Arbeit nur als Vorarbeit für einen weiteren Anstrich dienen kann.
Wünschenswert könnte auch eine 60mm breite Stahlbürstenwalze sein
 
Nachteilig finde ich hier jedoch die (Kipp-) Hebelwirkung um die Längsachse des PRR. Ob es möglich wäre evtl. auch eine mittig angebrachte Schleifwalze (entlang der Längsachse siehe Bild rechts) herstellen zu lassen oder sogar eine Verschiebemöglichkeit (mit Bajonettverschluß) dieser schmalen Walzen und Bürsten, müsste von den Ingenieuren überdacht werden. So wäre eine noch bessere ermüdungsfreie Handhabung bei mittigem Schleifen erreichbar.
 

2. Staubabzugshaube:
Ohne Anschlussadapter/Krümmer an einen Staubsaugerschlauch ist sie nur als Schutz vor dem herumwirbelnden Abrieb bzw. der damit gelösten Schleifkörner nutzbar.
Mit der langen Schleifhülse (SH 60)  sowie der SW 60 ist die Absaugung nach rechts logisch ausgelegt; wird jedoch mit den 5+10mm kleinen Schleifrollen (LR 5, 10; SW 15)  geschliffen, ist die Absaugung vom Arbeitsbereich bis zum Ende weit entfernt. Hier würde ich eine 2. zusätzliche Absaugung an der linken, radial geeigneten Stelle (oberhalb der Haube) vorschlagen.   Weil >>>
Ein Bürsten mit den kleinen Schleifwalzen und der Stahlbürste lässt sich nur an frei zugänglichen Stellen erledigen.
Mein Vorhaben, damit den Brennerraum meiner Heizung bürstend zu reinigen scheiterte:
1. an dem zu kleinen Durchmesser
2. an der zu breiten Bürste und
3. an dem (wenn vorhanden) sperrigen Absaugschlauch auf der rechten Seite.
 
Wird jedoch ohne Haube geschliffen, wird die Führungshand  und -Arm total eingestaubt. (Bild)
Die Arretierung der Haube ist etwas schwach ausgelegt, war jedoch für mich ausreichend gewesen, denn so oft musste die nicht verstellt werden. Das Abziehen der Haube war gewöhnungsbedürftig, aber lässt sich nach Aufdrehen der roten Hutmutter bewerkstelligen.
Hierbei muss beachtet werden, dass die Hutmutter nicht herausgezogen wird und verloren geht.
 
Koffer -Inhalt- Auslegung und Werkzeugablage.
 
Die 2. Lieferung mit dem Schleifzubehör konnte ich nach einigem probieren komplett einsortieren. Nur die Absaughaube passte mit meinem improvisierten Krümmer und Schlauch nicht mehr hinein.

Als Anregung kann ich meine Unterbringungsmöglichkeiten hier mal bildlich darstellen.
Die Stahlbürste (BM 10) sowie eine kleine Lamellenrolle habe ich mit zwei langen M4-Gewindeschrauben und Muttern gelöst. Dazu wurde mit dem Bleistift die Lageposition markiert und an dieser Stelle das Koffergehäuse durchbohrt.
Die Senkkopfschraube wurde auf der Innenseite mit einer großen Unterlegscheibe und Mutter gesichert. Zum Ende hin eine zweite Mutter aufgeschraubt, das Gewinde mit der Kneifzange etwas deformiert und darüber die Mutter aufgedreht. So bleibt diese Mutter an der vorgesehenen Stelle, auch wenn die Bürste mit der SDS-Halterung darüber geschoben wird. Alternativ wäre auch eine Sicherungsmutter möglich, welche aber z.Z. nicht zur Verfügung stand. (Werksseitig wäre natürlich ein angegossener Stempel natürlich von Vorteil ! ?)
Somit lässt sich auch nach einem Transport die Bürste(n) an der Halteschraube auffinden und fallen nicht im Koffer herum.
 
Als weitere Anregung zeige ich die „Aufwicklung“ des Netzkabels, da dies meist ein Platzproblem darstellt.
Auf zwei ca. 9 cm langen Plastikröhrchen wickelte ich das Netzkabel in 8er-Schlaufen übereinander auf.
Die Plastikröhrchen wurden innen mit einem 8er Dübel versehen und einer Holzschraube von Außen durch das Koffergehäuse (vorgebohrt + Unterlegscheibe innen) verschraubt.
Der Vorteil ist, dass das Kabel immer gleichmäßig mit einer gewissen Führung an der richtigen Stelle ohne „Knick und Knoten“ abgelegt wird. Werksseitig könnte so ein „Wickelpoller“ schon an der entsprechenden Stelle schöner eingegossen werden, wie es an den anderen Stegen/Abstandshaltern auch schon zu sehen ist.
 
Großen Flächen gebe ich dem Bandschleifer; Radien, Bögen gewölbte Flächen etc. sind die Spezialgebiete des PRR.
Für mich ist die Kombination von PRR und Bandschleifer optimal und nicht mehr wegzudenken und deckt jetzt noch viele weitere Schleif-Bereiche ab.
 
 
 
 
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Sehr ausführlicher Testbericht... damit kann ich was anfangen... 5 D
2013-10-30 18:22:16

sehr schön geschrieben und an alles gedacht. auch an fotos mangelt es nicht. für mich blieben keine fragen offen und deshalb 5d von mir.
2013-11-05 22:07:25

Eigentlich sollten da noch mehr Fotos zu sehen sein. Daß maximal nur 20 zulässig sind, ist natürlich ungünstig. Und ein weiteres Anhängen der Bilder (z.B. hier im Kommentar) ist nicht möglich.
2013-11-06 10:31:06

Danke für Deinen Bericht - hat mir sehr geholfen!
Gruß
2013-11-06 19:46:55

Weitere Bilder mit dem PRR sind in meinem neuesten Projekt zu sehen:
http://www.1-2-do.com/de/projekt/Couch tisch-Schachtisch/bauanleitung-zum-selber-bau en/14954/
2013-11-12 02:37:17

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