PSB 850-2 RE – Geballte Kraft in kompakter Form

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

Der Produkttest - PSB 850-2 RE 4 Kommentare
Vom 04.02.14 Geändert 2014-02-04 21:09:21
Testbericht der PSB 850-2 RE
Erst einmal vielen Dank, dass ich die Maschine testen durfte. Es war mir eine große Freude. Ich werde hier jetzt keinen durchgehenden Fließtext schreiben, sondern versuche eine klare übersichtliche Struktur als roten Faden durch den Testbericht fließen lassen. Ich hoffe, mir gelingt das. Mit voller Vorfreude öffnete ich das Paket und war erstaunt…
 
Der Koffer:
..wie groß der Koffer ist. Nach dem Öffnen des Koffers stellte sich heraus, dass in diesem nicht nur die Maschine ihren Platz hat, sonder auch noch diverses (optionales) Zubehör. Ein Fach für Bohrer ist ebenfalls vorhanden.  Alle Bohrer bleiben auch in diesem, auch wenn man den Koffer nicht waagerecht transportiert. Ebenso die Maschine, die sehr gut von den Kunststoffstegen des Koffers gehalten wird.  Die Verschlüsse des Koffers sind sehr robust und schließen jedes Mal auf Anhieb. Da die Maschine allerdings die meiste Zeit ihres Lebens im Bohrständer verbringen muss, ist der Koffer für mich nicht so relevant. Aber für die meisten Anwender ist der Koffer sehr wichtig, deshalb kann man die positiven Eindrücke hier anderen zur Verfügung stellen.
 
Die Betriebsanleitung:
Die Betriebsanleitung ist recht verständlich geschrieben und verweist im Text auf einige Abbildungen. Die im Text beschriebenen Elemente sind durchnummeriert und in den Abbildungen problemlos wiederzufinden. Das hin und her blättern um die Abbildungen zu sehen ist nur wenig störend, weil es kein komplexes Gerät mit hunderten Schaltern und Verstellmöglichkeiten ist.  Zur mechanischen Gangwahl: Die hier beschriebene Vorgehensweise ist klar und verständlich, jedoch wie viele lesen vor der Inbetriebnahme einer Bohrmaschine die Betriebsanleitung? Wahrscheinlich weniger als 10%. Von daher wäre ein Hinweiszettel (z.B. mit dem Text: „Gangwechsel nicht im Stillstand! Betriebsanleitung lesen.“ etc.) den man lesen kann, sobald man den Koffer öffnet, ggf. sinnvoll.
 
Zuleitung:
Die Zuleitung besteht aus einer normalen PVC-Leitung (H05VV-F) mit angeschweißtem Stecker. Der Einsatzbereich dieses Leitungstyps ist auf eine mittlere mechanische Beanspruchung definiert und reicht für „Haushaltsgeräte“ in den meisten Fällen. Für die Verwendung im Temperaturbereich unter 5° bis -5°C ist dieser Leitungstyp nicht geeignet.
Sollte die Bohrmaschine auch in einer kalten (Heim)Werkstatt Anwendung finden oder auch mal im Freien, so ist die Leitung ungeeignet.
Für viel bewegte Handmaschinen eignet sich eine Gummischlauchleitung (H07RN-F) viel besser. Die Länge beträgt ca. 2,5m, was für eine Handbohrmaschine heutzutage schon relativ lang ist. Die Länge ist völlig ausreichend, weil man bei den meisten Arbeiten eh eine Verlängerung / Kabeltrommel braucht. Um ein einem normalen Wohnhaus in die Decke bohren zu können, wenn man die Maschine in eine Kabeltrommel eingesteckt hat, reicht es.
 
Das Bohrfutter:
Einen sehr positiven Eindruck hat das Bohrfutter gemacht. Das Einspannen von Bohrern & Co. ist mit nur einer Hand problemlos möglich, wenn es sein muss. Da die Spindel im Stillstand (bei korrekt eingelegtem Gang) arretiert ist, braucht man diese nicht manuell fest halten. Sehr komfortabel! Weiterhin überzeugt die sehr gute Rundlaufgenauigkeit, mit einem Gesamtspiel von ca. 0,05mm. Gemessen wurde mit einer (nicht kalibrierten) Messuhr bei kleinster Drehzahl, außen am Futter (s. Video). Ein exakt gerader Rundstab, zum Messen an z.B. 150mm vom Futter weg, stand leider nicht zur Verfügung. Ich bin mir auch dessen bewusst, dass das nicht die optimalste Variante zur Messung ist, aber besser als nichts ;-). Mit 1,5 – 13mm lassen sich die gängigsten Bohrer problemlos einspannen, zumal einige Bohrer ab 10mm eh einen Schaft mit 10mm Durchmesser besitzen.
 
Handling der Maschine:
Das allgemeine Handling der Maschine ist sehr gut. Beim Arbeiten in Kopfhöhe oder höher ist die PSB 850 auf Dauer relativ schwer. Durch den ergonomischen Griff und den Zusatzgriff lässt sich die Maschine aber wieder gut und präzise führen. Sie liegt gut in der Hand. Der Ein- / Ausschalter und die Feststelltaste sind während des Betriebes einfach zu bedienen. Der Umschalter „Bohren/Schlagbohren“ ist leichtgängig und lässt sich gut verstellen. Für die, die nicht wissen, wie eine Schraube herein- bzw. herausgedreht wird, gibt es eine Anzeige der Drehrichtung. Ein kleines weißes Dreieck zeigt die Drehrichtung an, für Rechtslauf zeigt die Spitze nach vorne und für Linkslauf nach hinten.
 
Sonstiges:
Der Zusatzgriff lässt sich in 45° Schritten befestigen und erfüllt voll und ganz seinen Sinn und Zweck. An diesem kann man den Tiefenanschlag anbringen, eine simple Kunststoff-Sechskantstange. Erfüllt seinen Zweck, sticht nicht positiv hervor, aber auch nicht negativ, Standard, nichts besonderes.
Bei voller Drehzahl macht die Gute schon ganz ordentlich Wind. Das ist bei der Verwendung im Bohrständer schon recht ungünstig und störend. Sie macht nicht nur Wind, sondern auch Krach. Mit einem gemessenen Schalldruckpegel von 92dB(A) (Leerlauf, höchste Drehzahl) bei einem Abstand von 1m zwar unterhalb der angegebenen 97dB(A) trotzdem aber noch sehr laut. Bei einer Messung in unmittelbarer Entfernung zur Maschine konnte sogar ein Schalldruckpegel von 110dB(A) gemessen werden. In der Betriebsanleitung fehlt bei dem Wert des Schalldruckpegels leider die Angabe der Entfernung, die üblicherweise angegeben wird.  Meistens wird bei einer Distanz von einem Meter gemessen.
Nun zum Bohren:
 
Bohren in Holz (im Bohrständer)
Das Bohren in Holz (jeweils Birke Multiplex) machte der PSB keine Schwierigkeiten egal ob 3mm oder 10mm Durchmesser. Man konnte keine „eiernde“ Zentrierspitze der Bohrer erkennen. Ok, dann sollte es halt der 40mm Forstner sein. Im ersten Gang und bei kleinster Drehzahl. Da brach leider die Drehzahl ein. Man hätte so die Maschine auch anhalten können. Die Drehzahl ein wenig  höher gestellt und siehe da, jetzt passt es. Weil keine Konstantelektronik eingebaut ist (wie bei der PSB 1000) ist auch hier die Drehzahl wieder eingebrochen. Allerdings in einen Bereich, bei dem es sich gut bohren ließ. Die Bohrung ist sehr sauber und an keiner Stelle angebrannt. Eine perfekte Bohrung. Leider stand kein größerer Bohrer zur Verfügung. Jedenfalls hält sie, was in den Angaben steht. So macht Bohren Spaß.
 
Bohren in Holz (mit der Lochsäge, im Bohrständer)
Nachdem die PSB beim „normalen“ Bohren so gut wie keine Schwierigkeiten hatte, sollte der nächste Test zeigen, wie fit sie hier ist. Zuerst wurden Löcher im Durchmesser von 30mm mit der Lochsäge gebohrt (gesägt). Im ersten Gang  und mittlerer Drehzahl waren diese Löcher schnell und ohne größere Probleme hergestellt. Im zweiten Schritt sollten Bohrungen von 75mm Durchmesser hergestellt werden. Auch hier kam wieder die Drehzahlproblematik ins Spiel. Aber nach kurzem Einstellen konnte schließlich die Bohrung hergestellt werden. Leider etwas schwarz geworden, was aber auch auf den Vorschub zurückzuführen ist.
 
Bohren in Aluminium (im Bohrständer)
Das Bohren in Aluminium ging sehr leicht von der Hand. Ein 10mm Loch (vorgebohrt mit 5mm) war für die Maschine keine große Herausforderung. Das anschließende Senken war dann komischerweise wieder anspruchsvoller für die PSB. Im ersten Gang und kleinster Drehzahl sollte die 10mm-Bohrung auf 15mm gesenkt werden. Hier knickte die Drehzahl sehr schnell ein, so dass der Vorschub bis auf ein Minimum reduziert werden musste. Bei der Vorgehensweise hatte die Maschine zwar keine Probleme mehr, aber der Materialabtrag war sehr gering.  Aber gut, es hat funktioniert und das macht man ja nicht täglich. Auch hier hätte man die Drehzahl ein wenig höher einstellen können, so dass man auch den Vorschub etwas höher hätte lassen können, aber gut, man will ja nicht übertreiben.
 
Bohren in Stahl (normaler Baustahl, im Bohrständer)
Zuerst wurde mit einem 4mm Bohrer gebohrt. Höchste Drehzahl. Die Bohrung wurde bis zur Hälfte in den Stahlkörper eingebracht. Jetzt sollte mit einem 8mm Bohrer aufgebohrt werden und den Rest alleine bewerkstelligen. Alles kein Problem für die PSB. Wie Butter. Klasse.
 
Bohren in Mauerwerk/Stahlbeton (nein, nicht im Bohrständer)
Zuerst musste die Frage geklärt werden, welchen Bohrer? Ok, zur Auswahl stand ein Steinbohrerset mit 5 Bohrern (hat gefühlte 1,50€ gekostet, bei Aufräumen in der letzten Ecke gefunden. Warum wohl? J) und SDS Bohrer. Die erste Variante hatte sofort verloren. Jetzt nur noch den SDS Bohrer so einspannen, dass er konzentrisch sitzt. Ein 8mm Bohrer sollte es sein. Beim Bohren ins Mauerwerk gab es keine Probleme. Die Bohrungen waren schnell gemacht. Ohne große Anstrengung ein gutes Bohrergebnis erhalten. Aber dann kam die Überraschung. Den Kampf gegen Stahlbeton hat die bis hier sehr gut geschlagene PSB 850-2 RE leider nicht gewonnen. Sie schaffte, egal was man auch machte, ein nur 2mm tiefes Loch (8mm Durchmesser). Schnell die „GBH 2-24 D“ zur Unterstützung geholt und nur wenige Sekunden später war das Loch in gewünschter Tiefe da. Der Vergleich mit der „GBH 2-24 D“ ist zwar nicht fair, aber das Loch sollte in die Decke.
 
Allgemeiner Eindruck / Resümee
Die Verarbeitung der Maschine ist gut. Wie sie auch mechanische Einwirkung (Sturz von der Werkbank, Hammer fällt auf die Maschine etc.) reagiert, wurde nicht getestet. Es lässt sich aber vermuten, dass sie einiges vertragen kann.
Zusammenfassend kann man sagen, dass es eine gute Heimwerker-Maschine ist, die für die meisten Anwendungen Luft nach oben hat. Wenn man allerdings aus seiner Stahlbetondecke einen schweizer Käse machen möchte, sollte man nicht gerade dieses Modell wählen. In allen anderen Bereichen ist sie sehr zu empfehlen.
 
Nun erst einmal zu den Fragen. Ich hatte mich gefragt, ob ich diese Infos mit in den Bericht einfließen lasse, oder ob ich jede Frage einzeln beantworte. Ich habe mich für die zweite Variante entschieden, weil hier die Möglichkeit besteht, die einzelnen Infos gezielt zu finden.
 
1. Welches Projekt hast du mit der Schlagbohrmaschine PSB 850-2 RE gemacht? Wie bist du dabei genau vorgegangen und wie viel Zeit hast du benötigt?
Ich habe als konkretes Projekt den Torezähler für meinen Tischkicker gefertigt.
 
2. Wie beurteilst du die Leistung der PSB?
Die Leistung der PSB ist vollkommen ausreichend. Gut, bei Stahlbeton hat sie ihre Schwächen, aber da kann man getrost drüber hinweg sehen.
 
3. Wie leicht fällt dir die Handhabung?
Die Handhabung der Maschine ist sehr gut. Sie liegt angenehm in der Hand und ist gut zu bedienen.
 
4. Bist du zufrieden mit deinen Arbeitsergebnissen?
Mit meinen Arbeitsergebnissen bin ich sehr zufrieden (wenn man die Bohrversuche in die Stahlbetondecke einmal nicht berücksichtigt).
 
5. Erfüllt die PSB deine Anforderungen und Erwartungen?
Was hatte ich für Anforderungen und Erwartungen? Eigentlich keine. Oder doch? Naja, ich hatte mir gewünscht, dass sie im Bohrständer alles mitmacht, was man da so machen will. Das hat die PSB zu meiner vollsten Zufriedenheit getan. Das, was ich darüber hinaus mit ihr geplant hatte, war im Prinzip nur Bonus. Da hatte ich dann nun wirklich keine Erwartungen (z.B. Stahlbeton).
 
6. Was können wir zukünftig an der Schlagbohrmaschine PSB 850-2 RE verbessern?
Gute Frage.
  • Einen separaten Hinweis zur Gangumschaltung in den Koffer legen (wie oben bereits beschrieben).
  • Einen anderen Zuleitungstyp wählen. PVC-Leitungen sind meiner Meinung nach bei Küchengeräten, Waschmaschinen etc. in Ordnung. Bei Handwerkzeug wäre eine Gummileitung (auch wie oben beschrieben) sinnvoller.
  •  
7. Würdest du die PSB in Zukunft auch für weitere Projekte verwenden?
Definitiv.  Sie wird fester Bestandteil  meiner Werkstatt werden, bzw. ist sie jetzt schon. Sie wird im Wabeco Bohrständer einen guten Job machen.
 
8. Wie findest du die Unterscheidung in zwei Gänge?
Das ist toll. Für die Drehzahl ist das zwar nicht zwangsläufig wichtig, weil die kann man ja über den Ein-/Ausschalter steuern. Da aber hier mit einem Getriebe die Drehzahl umgestellt wird, ändert sich automatisch auch das Drehmoment und hier wird es interessant.
 
NEXT
Sie ist da
1/13 Sie ist da
PREV

Kommentar schreiben

sehr informativ. 5D
2014-02-28 08:53:14

gefällt mir...informativ, kann man als Kunde etwas mit anfangen 5D
2014-02-28 11:11:38

Gute Arbeit, sehr guter Bericht!
2014-03-21 19:20:29

ein sehr guter und gut zu lesender Testbericht, so wie er sein sollte
2014-04-02 09:26:10

Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com
Werde Mitglied in der großen deutschen Heimwerker-Community!
Jetzt anmelden!