PSB 850-2 RE – Geballte Kraft in kompakter Form

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

Gute Heimwerkermaschine mit ausreichend Potential 4 Kommentare
Vom 25.01.14 Geändert 2014-01-25 22:33:38
Da ich von 1-2-do zum Test der PSB 850-2 RE eingeladen wurde, möchte auch ich von meinen Erfahrungen mit der Schlagbohrmaschine berichten.
Der erste Eindruck bezieht sich auf das Gewicht. Da sich heutzutage fast alles um Gewichtseinsparung dreht, werden immer mehr Geräte vorwiegend aus leichten Materialien, wie Kunststoff fabriziert. Das ist zwar ökonomisch vorteilhaft, schafft aber zumeist einen „billigen“ Eindruck.
Bei dieser Maschine ist das anders: wenn man sie in die Hand nimmt, hat sie das Gewicht, welches man von einer ordentlichen Schlagbohrmaschine zumindest subjektiv erwartet. Das alles ist sicherlich auch der Verwendung eines Aluminiumgehäuses zuzuschreiben, welches die Maschine solide und wertig erscheinen lässt ohne überhaupt damit gearbeitet zu haben.
Wie sie sich im „Einsatz“ behauptet hat erkläre ich in den nächsten Abschnitten.

1. Die Tests:
 
  • 1. Befestigung einer Aluminium-Türschwelle (Bilder 1-6)

    Da sich nach ca.20 Jahren die Aluminium-Schiene meiner Haustür vom Boden löste und nach oben wölbte, musste diese zwingend durch zwei Schrauben in Verbindung mit viel Silikon am Boden befestigt werden um wieder eine gewisse Dichtheit zu gewährleisten.
    Wie sich herausstellte, sollte dies schon ein Multi-Test für die Maschine werden.
    Die ersten Löcher durch die Alu-Schiene mit einem 3mm und anschließend mit einem 8mm Bohrer waren wie zu erwarten nicht der Rede wert, dabei lief die Maschine durchweg ohne spürbaren Kraftverlust und gleichmäßig.
    Danach kam der 8mm Steinbohrer zum Einsatz. Der Fairness halber habe ich einen neuen Bohrer verwendet. Dieser bohrte sich recht souverän durch den Beton, allerdings war nach ca. 3cm Schluss. Ich stieß auf Stahl, welcher wiederum mit 3mm und danach mit 8mm Metallbohrer überwunden werden musste. Dabei musste ich schon etwas mehr Leistung abrufen und nutzte den langsamen kraftvolleren Gang. Die PSB ließ sich über den Schalter sehr gut dosieren und schaffte somit auch den Stahl.
    Danach ging es im 1. Gang den Rest der Strecke mit dem Steinbohrer weiter, was kein Problem mehr war.
    Zu guter Letzt kamen die Dübel ins Loch und saßen, trotz allem Hick-Hacks, straff und sicher.
    Die Schrauben habe ich ausnahmsweise diesmal nicht mit dem Akkuschrauber, sondern mit der PSB mittels Bithalter eingeschraubt. Die Kraft zum Schrauben ist natürlich mehr als ausreichend und lässt sich sehr gut über den Schalter dosieren, ich würde aber trotzdem in Zukunft einen Akkuschrauber mit Rutschkupplung bevorzugen.
    Insgesamt hat die ganze Aktion ohne die Vorbereitung ca. eine Stunde in Anspruch genommen.
     
  • 2. Rigips-Masse anrühren

    Beim Anrühren von Rigips mittels Rührquirl startete ich immer im schnellen Gang und wechselte mit zunehmender Dicke der Masse in den langsamen Gang um mehr Kraft bereit zu halten. Dabei wird der Maschine schon einiges an Leistung abverlangt, aber kurzum, sie taugt dafür! Bleibt nur zu erwähnen, dass die Maschine in ihrem neuwertigen Zustand noch viel zu schade für diese Art der Anwendung ist.
    Viel mehr kann man dazu nicht schreiben.
     
  • 3. Dübellöcher in Betonwand (Bilder 7-10)

    In Vorbereitung für eine Rohrverkleidung mussten einige Dübel in die Wand.
    Also fix den Kreuzlinien-Laser eingeschaltet und alle Positionen angezeichnet.
    Das Bohren ausnahmslos aller Löcher im schnellen Gang funktionierte tadellos und führte trotz des höheren Gewichtes der Maschine nicht zu Ermüdungen, da das Bohren an sich sehr schnell erfolgte, was nicht bei jeder Maschine so ist.
    Im direkten Vergleich mit einem pneumatischen Bohrhammer kann die PSB 850-2 RE nicht ganz mithalten, aber die Unterschiede bei 8mm Löchern in Beton sind sicherlich nur marginal und sie braucht diesen Vergleich auch nicht zu scheuen.
    Die Beschaffenheit der entstanden Löcher ist einwandfrei (d.h. nicht ausgefranzt) und alle Dübel sitzen straff.
     
  • 4. Arbeiten mit Schleifrolle und Schleifteller (Bilder 11-14)

    Zu guter Letzt musste ich aber auch ein mal die Qualitäten der Maschine in Bezug auf Krafteinwirkungen quer zur Drehachse austesten.
    Diese zeigen sich insbesondere bei Verwendung von Schleifrollen bzw. Schleiftellern. Da hier eine mitunter hohe Kraft seitlich auf die Drehachse der Maschine einwirkt, zeigen einige (der meist billigen) Maschinen eine gewisse Unwucht. Erfreulicherweise ist es bei dieser Maschine nicht der Fall, selbst bei Benutzung der Schleifrolle läuft diese einwandfrei „rund“.
    Wie lange das gut geht, könnte nur ein Dauertest zeigen, was allerdings nicht sinnvoll wäre, da diese Maschinen dafür nicht konzipiert sind, aber für ein „Hin und Wieder“ sehe ich da keine Probleme.
    Die gelieferte Kraft beim Schleifen ist auch bei hohem Druck auf die Rolle durchaus mehr als ausreichend und konstant.

2. Leistung

Die Leistung der PSB 850-2 RE ist für eine Heimwerkermaschine durchweg ausreichend. Sie hat für alle Arbeiten genügend Kraft aufgebracht und diese auch konstant geliefert ohne auch nur ansatzweise in die Knie zu gehen.
Selbstverständlich kann man auch dieses Model an seine Grenzen bringen und sich noch mehr Leistung wünschen aber das wäre Jammern auf hohem Niveau. Wer höhere Ansprüche stellt, muss sich wohl zwangsläufig nach einem Profigerät zu deutlich höheren Kosten umsehen.

3. Handling

Eine Gummierung am Handgriff sorgt für eine angenehme Haptik beim Gebrauch der Maschine. Leider besteht der Zusatzhandgriff aus schnödem Hartplastik, das habe ich schon besser gesehen.
Die Handhabung an sich ist so, wie man es sich vorstellt: die Maschine hat zwar ein gewisses Gewicht, lässt sich aber dennoch ergonomisch und ermüdungsfrei benutzen. Selbst das Bohren mit „Schlag“ geht nicht so sehr auf die Gelenke wie bei anderen vergleichbaren Geräten.
Das Dosieren der Drehzahl lässt sich präzise bewerkstelligen und hat mir besonders gefallen.

Sehr gut gefällt mir auch das Autolock-Bohrfutter, was den Bohrerwechsel tatsächlich um Einiges erleichtert, lediglich die einfache Plastikkappe (Bild 15) des Bohrfutters (die auch ein bisschen klappert) macht keinen so guten Eindruck. Auf die Funktion hat dies allerdings keinen Einfluss.

4. Die zwei Gänge

Dass die Maschine mit zwei Gängen ausgestattet ist, empfinde ich nicht nur als Komfort sondern auch als Notwendigkeit. Will man große Löcher in Stahl bohren sind niedrige Drehzahlen mit hoher Kraft besser zu kontrollieren und unverzichtbar.
Das Selbe gilt beim Rühren von Zement, Gips und Farbe.
Das Umschalten der Gänge geht schnell und einfach.

5. Kritik

Ein paar Dinge stören mich an dieser Maschine dennoch.
Der Zusatzgriff könnte, wie vorher bereits erwähnt auch gummiert sein und das Bohrfutter könnte für meinen Geschmack einen etwas solideren Eindruck machen (Metall wäre nicht schlecht).
Was mich auch ein wenig stört, ist die Aufhängevorrichtung welche auch bei anderen Bosch-Geräten in dieser Form vorkommt, für mich ist sie nur wenig vertrauenswürdig, da ich da immer eine Schwachstelle sehe (Bild 16).
Eine kleine integrierte Lampe, wie sie mittlerweile in Mode gekommen sind, wäre auch nicht zu verachten, ist aber kein "Muss".

6. Fazit

Alles in Allem ist Bosch mit dieser Maschine wieder etwas Gutes gelungen.
Bei meinen Tests hat sie meine Erwartungen durchaus erfüllt, wenn nicht sogar etwas übertroffen. Die Ergebnisse waren allesamt zufrieden stellend.
Natürlich kann die Maschine kein Stroh zu Gold spinnen aber ihre Aufgaben hat sie ganz gut gemeistert.
Obwohl ich schon einige Maschinen mein Eigen nenne, schloss diese eine Lücke, von der ich nicht wusste dass es sie gibt. In Zukunft wird die PSB 850-2 RE wohl noch sehr oft herhalten müssen, da sie für durchaus viele Anwendungsgebiete taugt und ausreichend Kraft (ich denke dabei auch an den Einsatz als Ständer-Bohrmaschine) abrufen kann.
Da man die PSB auch schon für knapp über 100 Euro (Basis-Version) im Handel bekommen kann stimmt das Preis/Leistungs-Verhältniss durchaus.

Ich hoffe, meine Rezension wird nicht allzu sehr als Lobhudelei empfunden, aber ich bin trotz der kleinen Schwächen durchaus von der Maschine überzeugt und gebe ihr 5 Daumen und eine klare Empfehlung in der Hoffnung, dass sie auch lange hält.
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sehr informativ. 5D
2014-02-28 09:13:21

Du meinst, auf Bild 16 sei eine Aufhängevorrichtung abgebildet? Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Dieses Ding ist auch an meinem Bandschleifer zu finden, und nie im Leben würde ich dieser windigen Konstruktion die fast 4 kg des Gerätes anvertrauen.

Andererseits habe ich keine Ahnung, wozu dieses Ding sonst dienen könnte. Wäre sicherlich interessant, etwas darüber von offizieller Seite zu hören.

Übrigens hast Du einen schönen Bericht verfasst.
2014-02-28 09:27:00

Endlich mal wieder ein Testbericht, der diesen Namen auch verdient
2014-03-26 18:58:33

super Bericht! hier sind meine Fragen beantwortet!
dazu hervorragend geschrieben und strukturiert
2016-02-26 23:50:41

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