PSB 750 RCA: Geballte Kraft, kompakte Form!

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

Klein aber oho 2 Kommentare
Vom 29.12.11 Geändert 2011-12-29 16:33:57
Es war wie Weihnachten oder Geburtstag , den grünen Koffer zu öffnen, denn normalerweise testet man ja vorher einige Maschinen im Baumarkt oder bei Freunden/ Kollegen und dann kauft man sich eine Schlagbohrmaschine, aber hier bekam ich eine für mich Unbekannte zum Test.

Der erste Eindruck war, als ich den Koffer öffnete, die Maschine ist klein, nur etwas länger als ein Akkuschrauber, aber mit viel Liebe zum Detail, wie zum Beispiel die gummierte Griffrückseite, so dass man sie besser halten kann. Diese Gummierung gibt es nicht am Zusatzgriff oder am Ein-/Ausschalter, wo eine Ab/Wegrutschhilfe ja auch angebracht wäre. Was optisch auch auffällt das es bei der Maschine keinen Zwischenraum mehr zwischen Schnellspannbohrfutter und der Maschine selbst gibt, der ist komplett Abgedeckt und darauf wird dann der Zusatzgriff angebracht. Eine gute Art Platz zu sparen und eine Verletzungsgefahr weniger. Auch wenn mal ohne Zusatzgriff arbeiten muß, reicht der Platz trotzdem aus, um mit der zweiten Hand die Bohrmachine festzuhalten. Aber hier fällt mir gleich das erste Negative auf. Diese Maschine ist wiedermal nur für Rechtshänder ausgelegt denn die Feststelltaste für den Ein-/Ausschalter ist so angebracht, das sie nicht betätigt werden kann, wenn man die Maschine mit der linken Hand hält.

Die nächste Neuerung an der Maschine fällt auch sofort auf, es gibt keine 2 Drehzahlstufen + einen Geschwindigkeitsregler am Ein-/Ausschalter mehr, jetzt gibt es an der Oberseite ein Stellrad für die Drehzahlvorwahl welche 19!!! verschiedene Stufen (laut Anleitung von 50 Umdrehungen pro Minute bis zu 3000) zuläßt. Beim Bohren in verschiedenen Materialien hält die Maschine die Drehzahl auch konstant.

Der Tiefenanschlag ist zwar wie üblich mit am Zusatzgriff angebracht, hat aber eine separate Befestigung. Dadurch läßt sich der Tiefenanschlag anbringen, abmachen oder verändern ohne den Griff zu lösen. Ich würde aber das Kunststoffteil, dass man drücken muß um den Tiefenanschlag zu lösen, etwas größer machen, aber er läßt sich trotzdem schnell und einfach nutzen.

Als erstes habe ich mit der Maschine in Beton gebohrt. Natürlich mit der neuen Absaugeinrichtung. Zum vorbohren habe ich nicht den mitgelieferten 5,5 mm Bohrer genutzt sondern einen 3 mm. Um die angekörte Stelle an der Wand zu finden mußte ich die Absaugeinrichtung nach hinten ziehen. Hier wäre eine Arretierungsmöglichkeit von Vorteil; die man auch beim Wegpacken in den Koffer nutzen kann, anstatt diesen Kunstoffkamm mit Zacke. Zurück zum Bohren, ich habe die niedriegste Stufe ausgewählt und so kann ja ich ganz langsam ohne einen Krampf im Zeigefinger zu bekommen mit dem Bohren beginnen. Ich weis nicht ob ichs schreiben darf, aber hier vermisse ich die LED Leuchte wie an meinem Akkuschrauber. Am Anfang hatte ich zwar gesagt was für Sch... ist das denn, aber man gewöhnt so so schnell an das kleine aber helle Licht beim Bohren und Schrauben, dass man es vermißt wenn man es nicht mehr hat. Nun weiter. Nach den ersten Millimetern lasse ich die Absaugeinrichtung los, damit sie an der Wand anliegt und bohre. Es passiert nicht viel, weil die Geschwindigkeit zu langsam ist, aber man kann die Drehzahl während des Bohrens am sich oben befindenden Drehzahlreglers nachregeln. Und obwohl ich nur 3 oder 4 Stufen weiter gedreht habe, geht die Maschine jetzt ab wie Schmidts Katze. Ich bin begeistert.
Das einzigste Manko hier ist, wenn man den Bohrer nicht richtig festgezogen hat, dass man den Tiefenanschlag abmachen muß um den Bohrer festzuziehen. Auch die nächsten Bohrlöcher eins nach dem andern, ohne das die Maschine zu warm wird oder stinkt oder sonst was, einfach nur perfekt. Bis auf die Absaugeinrichtung, die ist für mich nur Mangelhaft. Selbst beim kleinsten, kürzesten Bohrer "tanzte" die Absaugeinrichtung auf der Wand, bei einem langen Bohrer ist es noch viel schlimmer. Ich würde mir da einen stärkeren Anpressdruck an der Wand wünschen. Auch ist die Absaugeinrichtung zur Wandseite fast glatt, aber ohne Dichtung. Hier sollte ein halbrunder Dichtungsring an der Unterseite des Loches angebracht sein, denn ich hatte bei allen Bohrungen eine Bohrstaubfahne nach unten, so dass ich wieder zur Tüte und Kreppband gegriffen habe um die Tapeten zu schützen. Hingegen beim Bohren in der Decke ist die Absaugeinrichtung richtig gut, da bekommt sie 'ne 1 mit Sternchen.

Natürlich habe ich auch größere Löcher als 3mm gebohrt, auch 6 und 8 mm in Beton (Wand und Decke); sowie 5, 8 und 10 mm in eine Steinwand; 8 mm Löcher in 3 mm dicke Stahlwinkel; 10 mm in Holzbalken; 6mm in Spanplatten. Ich habe, um ein Loch eine Schrankwand zu Bohren, einen Winkelvorsatz angebracht (weil das Fach zu klein war für die Bohrmaschine). In der Bedienungsanleitung dieses Winkelvorsatzes steht, dass der Vorsatz nur bis zu einer Geschwindigkeit bis zu 500 Umdrehungen pro Minute betrieben werden darf. Hier zeigt sich nun das große Manko der Maschine, ich kann zwar Geschwindigkeiten vorwählen, weiß aber nicht wie schnell die sind. Statt Strichen sollte man Zahlen von 1-19 Wählen und in der Bedienungsanleitung sollte eine kurze Tabelle stehen in der steht wie schnell die Maschine maximal bei welcher Drehzahlstufe ist, denn es gibt nicht nur Winkelvorsätze, sondern auch biegsame Wellen, Pumpen oder andere Exoten die alle eine bestimme maximal Drehzahl erwarten. Bei der Tabelle sollte auch Platz für eigene Eintragungen sein, so dass man seine Anbauteile für die Bohmaschine aufführen kann sowie die Einstellung für den Drehzahlbereich.

Was ich noch bemängele ist, dass auf dem Microfiltersystem keine Symbole darauf sind, dass man das Filtersystem nur bei Stein, Beton oder Dachziegeln benutzen darf. Ich denke Ytong und Rigips sind auch erlaubt. Aber es fehlen auf alle Fälle die Verbotssymbole. Das Filtersytem darf nicht bei Metall benutzt werden (Brandgefahr) und man darf es nicht bei Holz oder Kunststoff benutzen, denn die Späne könnten das System zu schnell verstopfen.

Beim Koffer, bin ich hin- und hergerissen. Einerseits liegt die Maschine passgenau drin und wackelt nicht. Die Bedienungsanleitung kann mit 2 Klemmen genau befestigt werden. Den Tiefenanschlag muß man abmachen, aber für ihn gibt es keinen festen Platz, ich habe ihn vor die Bedienungsanleitung geklemmt. Links hat der Koffer die Möglichkeit 3 Bohrersets (die von Bosch passen genau rein) in einem speziellen Fach aufzunehmen. Wenn man nur Zwei, oder nur Ein oder gar Kein Bohrerset reinmacht könnte man sogar Dübel lose dazu tun, denn wenn der Koffer geschlossen wird, ist dieses Fach durch das passgenaue Gegenstück im Deckel gut verschlossen. Das Filtersystem hat auch seinen festen Platz im Koffer. Von außen sind vorne und hinten jeweils eine große Pappe (vorne ist der Kofferinhalt abgebildet, hinten ein Paar Bilder zu Bedienung und Daten der Maschine). Dadurch hat der Koffer vorne und hinten jeweils 8 Schlitze, also ich möchte mit dem Koffer nicht durch Regen gehen. Ich werde mir diese Schlitze erstmal mit der Heißklebepistole zumachen. Der Griff ist angenehm zu fassen, eine Gummierung wäre auch hier die 1*. Die Möglichkeit den Koffer mit einem Vorhängeschloss zu versehen ist meines Erachtens nur Makulatur, da man erstens nur winzige Vorhängeschlösser nutzen kann und zweitens die Öse so angebracht ist das man den Kunststoff bequem abschneiden/sägen kann; hier wäre meine Empfehlung den Griff etwas zu verbreitern und an einer Stelle etwas zu verjüngen damit man ein Standard Vorhängeschloß anbringen kann, den in dem Koffer würde man nicht nur die Maschine sondern auch Bohrer oder anderes Zubehör transportieren.

Mein Fazit ist, das die kleine Maschine viel mehr kann als ihr äußereres vermuten läßt. Sie ist sehr gut verarbeitet, und das Arbeiten mit ihr, besonders die vielen festen Drehzahlstufen, macht richtig Spaß. Das Microfiltersystem/Absaugeinrichtung, die ja nur bei Beton Stein o.Ä. nutzen darf, funktioniert eigentlich nur 100% an der Decke und wenn man nicht dauernd in die Decke bohrt währe die Kaufempfehlung, diese Maschine ohne das Microfiltersystem zu kaufen. Auch meine Freunde, die mit testen mußten waren begeistert und wollten die Maschine da behalten.

Fotos habe nur vom Kofferinhalt gemacht, obwohl in dem Begleitbrief ja drin steht das Fotos vom Produkt selbst und der Verpackung wenig aussagen, aber wie Bohrlöcher aussehen weiß man ja. Demnächst kommt noch ein Projekt mit Fotos, wo ich auch die Schlagbohrmaschiene genutzt habe.

Dieses ist mein erster Testbericht hier auf 1-2-do.com. Ich hoffe das ich alles richtig gemacht habe und das ich auch in Zukunft die Möglichkeit bekommen werde, wieder ein Produkt aus dem Hause Bosch zu testen.
1/1

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Hallo Zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 153741&posted=1#post153741.
2012-01-25 11:14:20

Ich habe jetzt die Bormaschine seit fast 5 Monaten in Benutzung und muß gestehen fast immer ohne die Absaugeinrichtung.
Mit Interesse habe ich auch die anderen Berichte gelesen und die Kommentare dazu im Forum. Auch das andere die Wirksamkeit an der Absaugung an der Decke bemängelten und ich denke das ich weiß warum es Diskrepanzen zwischen den Berichten gibt.
Ich hatte mit der mit allen Löchern in der Decke begonnen, erst alle Löcher mit einem 3 mm Bohrer und danach alle mit 6mm und zum Schluß alle mit 8mm. Danach hatte ich die Löcher in der Wänden gemacht und an einem anderen Tagen Löcher in Ziegelwände.
Als ich gestern wieder einmal Löcher in eine Betondecke machte und die Absaugung nutzte, versagte die Total. Die Lösung ist der Dichtungsgummi in der Absaugung, der den Bohrer umschließen soll damit aller Staub in die Absaugung fällt . Scheinbar verschleißt er so schnell das er nur eine sehr kurze Wirksamkeit hat.
2012-04-22 17:01:19

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