PSB 750 RCA: Geballte Kraft, kompakte Form!

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PSB 750 RCA-Testbericht von Leistungstraeger 1 Kommentar
Vom 18.12.11 Geändert 2011-12-18 19:32:24
Anfang Dezember habe ich die PSB 750 RCA zum Produkttest erhalten. Erstmal vielen Dank an Bosch, dass ich das Gerät testen durfte.

Beim testen habe ich den PSB 750 RCA immer auch ein wenig mit meinen beiden vorhandenen Geräten verglichen:
  • Bosch blau – Akkuschrauber GSB 18-2-Li
  • Einhell – Schlagbohrmaschine bavaria BSM 550E

Auch wenn es kein vollständiger Vergleichstest sein soll (wäre auch etwas unfair – die Einhell hat schließlich schon fast 10 Jahre auf dem Buckel und der Akkuschrauber ist eine andere Geräteklasse) finde ich diesen Vergleich interessant.

Ein kleines Fazit vorweg:
Meine alte Einhell-Maschine geht nach fast 10 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand. Für die anstrengenderen Aufgaben (Beton, Aushilfsrührwerk, große Bohrdurchmesser, etc.) muss ab sofort die PSB 750 RCA herhalten.
Kleinere Bohrarbeiten und Aufgaben, bei denen etwas mehr Gefühl erforderlich ist, werde ich auch weiterhin mit dem Akkuschrauber erledigen

Und jetzt zu den einzelnen Testergebnissen. Wünsche euch viel Spaß:

  1. Welche Anwendungen hast Du mit der PSB 750 RCA gemacht?
    • 4mm-Löcher in Pappelsperrholz gebohrt und gesenkt.
    • 12mm-Löcher in eine lackierte Möbelbauplatte gebohrt um Anschlusskabel für ein Leuchten-Set durchzuführen
    • 8mm-Löcher in Stein (ohne Schlag), um die Möbelbauplatte mit Beleuchtung an der Wand zu befestigen
    • 6mm-Löcher in Beton (mit Schlag) um Einklippshalterungen für Fußbodenleisten zu montieren
    • 20mm-Löcher mit einem Forstnerbohrer in eine Buchenleimholzplatte für ein Sudoku-Spielbrett.
    • Schrauben mit einem Bithalter und passenden Bits eingedreht

  2. Wie beurteilt Du die Leistung der PSB 750 RCA?
    Die Bohrmaschine hat ordentlich Saft. Mir ist es nicht gelungen die Maschine an ihre Leistungsgrenze zu bringen. Dabei waren natürlich die Betonlöcher und der Forstnerbohrer die anspruchsvollsten Aufgaben. Alles in allem bin ich mit der Leistung hochzufrieden.

    Bei den Betonlöchern muss man natürlich, wie es bei Schlagbohrmaschinen systembedingt erforderlich ist, selbst für den nötigen Anpressdruck sorgen. Bei größeren Arbeiten in Beton ist man mit einem pneumatischen Bohrhammer also besser beraten. Trotzdem hat mich die PSB 750 positiv überrascht. Sie frisst sich nämlich, auch wenn man dabei ein wenig ins Schwitzen kommt, sehr ordentlich durch den Beton. Für Gelegenheitsarbeiten (z.B. eine neue Lampe an der Betondecke aufhängen) ist diese Leistung mehr als ausreichend.

    Für ein Sudoku-Spielbrett habe ich eine Serie von 27 Löchern, ca. 1cm tief mit einem 20mm-Forstnerbohrer gebohrt. Dabei habe ich mit der langsamsten Drehzahl gearbeitet. Die Bohrmaschine ist dabei kaum ins Schwitzen gekommen. Ich konnte keine nennenswerte Hitzeentwicklung feststellen (die Maschine war etwas wärmer als handwarm).

    Ich habe danach zwar den Hinweis aus der Bedienungsanleitung befolgt und die Maschine nach dem Arbeiten noch eine Weile auf höchster Drehzahl im Leerlauf drehen lassen um sie zu kühlen – ich hatte aber nicht den Eindruck als sei dies wirklich nötig.

  3. Wie leicht fällt Dir die Handhabung?
    Die PSB 750 RCA hat einige tolle Funktionen, die die Bedienung sehr angenehm machen. Hinzu kommt, dass die Maschine gut verarbeitet ist (alle Schalter haben einen guten Druckpunkt, lassen sich aber klemmfrei betätigen). Das Gerät ist gut ausbalanciert und nicht zu schwer, so dass sie auch nach längeren Arbeiten, wie z.B. den Serienbohrungen in Holz, noch angenehm zu halten ist.
    Allerdings gibt es auch die ein oder andere Schwachstelle, die das Gesamtbild etwas trübt.

    Besonders positiv fand ich die elektronische Drehzahlvorwahl, den recht gefühlvollen Gasgebeschalter und das 1-Hand-Schnellspannbohrfutter mit der automatischen Spindelarretierung. Hier konnte sich die PSB 750 RCA sehr deutlich von meiner alten Bohrmaschine absetzen. Bei meiner alten Einhell fehlt z.B. die Spindelarretierung – dadurch muss man beim Werkzeugwechsel immer das Bohrfutter mit einer Hand festhalten und mit der anderen aufdrehen. Das ist auf Dauer sehr lästig – bei der neuen Bosch-Maschine ist das viel angenehmer.
    Ein genaues dosieren der Drehzahl war bei meiner alten Maschine nicht wirklich möglich. Eine Drehzahlvorwahl wurde mechanisch dadurch gelöst, dass man mit einem Stellrad am Gasschalter begrenzen konnte, wie tief sich der Schalter herunterdrücken ließ. Als ich heute bei den Forstner-Löchern versucht habe die Drehzahl genauso fein einzustellen wie bei der Bosch-Maschine ist mir bei meiner alten Einhell dann prompt der Gasgebeschalter abgefallen.
    Ich will die alte Maschine auf keinen Fall schlechtreden. Das war lange Jahre die einzige Bohrmaschine, die ich hatte und hat immerhin zwei Wohnungen überstanden und funktioniert im Prinzip immer noch (den Schalter habe ich wieder angebracht). So gesehen hat die ihr Geld auch schon mehr als verdient.
    Trotzdem macht das Arbeiten mit der moderneren Maschine wesentlich mehr Spaß.

    Wie oben erwähnt hat die Maschine auch einige Schwächen.
    Am meisten Nachholbedarf besteht meiner Meinung nach beim Tiefenanschlag. Der ist meiner Meinung nach momentan unbrauchbar. Das Plastik ist einfach viel zu biegsam. Beim Bohren auf der lackierten Platte hätte ich deswegen beinahe in eine Leuchte gebohrt (beim Durchstoßen der Platte ist der Tiefenanschlag auf dem glatten Lack seitlich abgerutscht und ich hab ein ganzes Stück tiefer gebohrt, als geplant).

    Ein weiterer Schwachpunkt am Tiefenanschlag ist die Befestigung am Zusatzhandgriff. Diese Plastikzähne ermöglichen zwar eine schnelle Einstellung – allerdings rasten sie nicht zuverlässig genug ein. Beim Bohren mit dem Forstnerbohrer ist es mir einige Male passiert, dass der Bohrer sich an der tiefsten Stelle leicht verkeilt hat. Durch den leichten Rückschlag, der dabei entstanden ist, hat sich jedesmal der Tiefenanschlag um 2-3mm verschoben. Das darf einfach nicht passieren (ja, ich weiß – das verkeilen auch nicht ;-) )

    Der Richtungswechselschalter könnte etwas kleiner sein. Außerdem ist er etwas zu leichtgängig. Beim Bohren der Löcher für die Fußbodenleisten hat mich das genervt. Dadurch, dass ich so knapp über dem Fußboden gebohrt habe, musste ich das Gerät um 90° drehen. Durch das Gerüttel der Schlagfunktion (Beton) ist dann sehr häufig der Richtungswechselschalter selbstständig nach unten durchgerutscht. Bei einem unaufmerksamen Heimwerker flutscht im schlimmsten Fall evtl. sogar der Linkslauf rein.

    Die Staubabsaugung funktioniert im Prinzip sehr gut (der größte Teil des Bohrstaubs landet tatsächlich im Behälter), aber eben auch nicht zu 100%.
    Dadurch, dass doch immer etwas Staub auf den Boden fällt muss man trotzdem noch saugen. Außerdem verschlechtert die Absaugung die Sicht auf das Bohrloch. Gerade wenn man noch seine Bleistiftmarkierung sucht ist das etwas hinderlich.
    Diese beiden Punkte sollte Bosch noch verbessern, dann ist die Staubabsaugung ein super Feature.

    Eine Sache die mir auch noch aufgefallen ist, ist die Ergonomie. Bei den Serienbohrungen habe ich zum Vergleich auch noch 27 Löcher mit meinem Akkuschrauber gebohrt. Dabei lag der Akkuschrauber angehmer in der Hand, weil der Griff leicht schräg verläuft und am oberen Teil dann eine Mulde für den Bereich zwischen Daumen und Zeigefinger existiert.

    Ich weiß nicht ob bei manchen Anwendungen der Schlagbohrmaschine diese Griffgestaltung dann wiederum von Nachteil wäre – aber vielleicht sollte man über eine ergonomischere Griffform nachdenken.
  4. Bist Du zufrieden mit den Arbeitsergebnissen?
    Das Bohrfutter hat einen guten Rundlauf. Dazu hat die Maschine viel Power, lässt sich aber gleichzeitig auch gut dosieren. Dementsprechend waren auch die Arbeitsergebnisse sehr gut.

    Einzig beim Schrauben war ich nicht ganz zufrieden. Hier fehlt mir doch vor allem die Drehmomentbegrenzung, die ich von meinem Akkuschrauber kenne. Grundsätzlich kann man mit der Bohrmaschine zwar auch mal ein paar Schrauben eindrehen – für gefühlvolles Arbeiten werde ich aber auch in Zukunft weiter zum Akkuschrauber greifen.


  5. Erfüllt die PSB 750 RCA Deine Anforderungen und Erwartungen?
    Die Bohrmaschine ist ein grundolides Gerät. Leistungsmäßig ist das ein kleines Biest und macht einen sehr guten Eindruck.

    Nachlegen kann man auf jeden Fall noch beim Zubehör. Tiefenanschlag und Staubabsaugung habe ich ja schon genannt. Auch beim Handwerkerkoffer ist noch etwas Luft nach oben. Grundsätzlich macht der Koffer einen guten und stabilen Eindruck. Er ist aber einfach einen Tick zu klein. Das größere Bosch-Bohrerset, das mitgeliefert war passt nicht in das entsprechende Fach im Koffer.
    Obwohl vor dem Bohrfutter noch etwas Platz im Koffer wäre kann man die PSB nicht mit einem eingespannten Bohrer in den Koffer legen.

  6. Was können wir zukünftig an der PSB 750 RCA verbessern?
    • Tiefenanschlag muss stabiler und rutschsicherer werden. Ist meiner Meinung nach die größte Schwäche an der Maschine.
    • Richtungswechselschalter könnte etwas kleiner sein. Arretierung sollte besser sein.
    • Den oberen Teil des Staubabsaugungsadapter könnte man aus transparentem Kunststoff machen, damit man eine bessere Sicht aufs Bohrloch hat.
    • Ergonomie des Handgriffs könnte verbessert werden.
    • Die Klammer, die die Staubabsaugung zusammen hält sollte fest mit der Staubabsaugung verbunden sein, damit man sie nicht verlieren kann.
    • Der Handwerkerkoffer könnte etwas größer sein, damit man die Bosch-Zubehörsets darin unterbringen kann. Gut fände ich, wenn die Verpackungen der Bohrersets alle eine genormte Größe hätten und es im Handwerkerkoffer ein passendes Fach dafür gäbe.
      Außerdem wäre es schön, wenn man die Bohrmaschine auch mit einem eingespannten Bohrer oder Bithalter zurück in den Koffer packen könnte. Derzeit ist das nicht möglich.
      Es muss ja nicht der XXL-Bohrer sein. Die am häufigsten benutzten Bohrer sind bei mir der 6mm- und der 8mm-Steinbohrer für Dübellöcher. So einen würde ich gerne auch eingespannt lassen können.
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Hallo Zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 150652&posted=1#post150652.
2012-01-17 14:43:03

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