PSB 750 RCA: Geballte Kraft, kompakte Form!

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PSB 750 RCA empfehlenswert? 1 Kommentar
Vom 11.12.11 Geändert 2011-12-11 15:18:32

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Der erste Eindruck

Wertig, kompakt, praktisch.

Die neuen Bosch-Koffer sind gut aufgeteilt und stabil. Sie lassen sich besser als die alten öffnen und schließen. Im Koffer hat die Bohrmaschine mit allem Zubehör bequem Platz. Der Handgriff kann montiert bleiben, die Absaugvorrichtung muss abgebaut werden und kann mit zwei Clips kompakt im Koffer untergebracht werden. Platz für die mitgelieferten Bohrer war ebenfalls, was will man mehr (gut, vielleicht noch eine Box für Schrauben und Dübel, aber das würde zu Lasten der Kompaktheit des Koffers gehen).

Bild 01 zeigt die Maschine im Größenvergleich. Unten liegt eine ältere Skil-Maschine, oben die neue PSB 750 RCA ohne Absaugvorrichtung und daneben ein Bosch GSR 10,8-2-LI Professional Akkuschrauber.

Ergonomisch ist die Maschine einwandfrei. Alle Schalter sind gut zu erreichen, der Feststellknopf ist ausreichend groß und die Drehzahlregelung ist leichtgängig. Letztere hat ein großes Spektrum und kann auch während des Bohrvorgangs verstellt werden.

1. Testfeld: Loch in Wand

Im Zuge einer Kellerrenovierung müssen eine Menge Löcher in die Wand, da unter anderem Kabel aufputz verlegt werden. Auch in der Werkstatt gibt es noch das eine oder andere aufzuhängen. Zum Zeitpunkt dieses Testberichts wurden ca. 20 Löcher mit der Maschine gebohrt. Darunter 6er und 8er in die Wand und 8er und 10er in die Decke.

Anfänglich war es mit dem Bohrfutter etwas schwierig - die Bohrer wurden während des Bohrens locker. Allerdings hat sich das mit der Zeit gegeben, ohne dass ich genau sagen könnte, woran das lag. Wahrscheinlich nicht fest genug angezogen. Insofern würde ich das mal nicht negativ bewerten, sondern eher als "User Error" einstufen, da ich bisher hauptsächlich mit Zahnkranz-, SDS- und SDS-Quick-Bohrfuttern gearbeitet habe.

Was soll man zum Löcherbohren groß sagen. Die Maschine hat genug Power für alle "Löcher in Wand" des täglichen Bedarfs. Solange es kein Beton ist, sind auch Wanddurchbrüche gut machbar, bei mir ein 10er Loch für ein Stromkabel. Natürlich, mit dem Bohrhammer geht das noch schneller und leichter mit weniger Kraftaufwand, aber wie viele solcher Durchbrüche macht man schon zu Hause...

Staubabsaugung

Zwiegespalten bin ich bei der Staubabsaugung. Sie funktioniert an Wänden sehr gut, beim Bohren in Decken akzeptabel.

Wichtig ist, den Bohrer langsam aus der Wand ziehen, damit die Staubabsaugung ihren Job machen kann. Zieht man den Bohrer zu schnell heraus, dann zieht man den Dreck mit durch (Bild 02). Nach zwei, drei Löchern hat man den Dreh raus und es funktioniert wunderbar.

Bild drei zeigt die Maschine, nachdem ein 10er Loch für einen Haken in die Kellerdecke gebohrt wurde. Viel Dreck wurde abgefangen, doch ist deutlich eine ordentliche Portion Ziegelstaub auf der Maschine zu erkennen.

Wenig im Vergleich zu einem Loch ohne Absaugung, aber genug Dreck, damit man in Wohnbereichen besser doch noch einen Staubsauger oder einen halbierten Tennisball bzw. einen Joghurtbecher als Aufsatz benutzt. Das habe ich bei den folgenden Löchern dann auch getan. Der Staubsauger hat auch den Vorteil, dass man das Bohrloch gleich aussaugen kann.

Im vierten Bild sieht man den geöffneten Staubfänger mit Filter und der Portion Bohrmehl aus sechs gebohrten Löchern, je zwei 6er-, 8er- und 10er Löchern. Besser ist das schon, wenn man diese Menge (Bild 05 zeigt die gleiche Menge entleert) nicht in der Wohnung verteilt... Damit ist er aber auch ziemlich voll und man muß schon vorsichtiger im Hantieren mit der Maschine sein, sonst staubts oben heraus, wenn man die Maschine nicht gerade hält. Es empfiehlt sich, bei größeren Bohrarbeiten den Behälter alle vier bis sechs Löcher, je nach Durchmesser, zu leeren.

So viel zur Absaugleistung. Was mich wirklich stört ist, dass man das Bohrloch nicht mehr sieht. Das Zielen geht noch ganz gut, man kann beim Ansetzen ja die Vorrichtung etwas zurückziehen. Allerings ist beim bohren das Bohrloch verdeckt.

Praktisch bedeutet das, dass die Gefahr ausreissender Löcher höher ist als beim Bohren mit meiner Uneo. Das mag weniger eine Rolle spielen, wenn man einen vernünftigen Putz an der Wand hat. Vielleicht finden aber auch die Bosch-Ingenieure eine Lösung, z. B. in dem klares, komplett durchsichtiges Material verwendet und zusätzlich die Absaugung etwas stärker ausgelegt wird, damit sich nicht zu viel Staub dort absetzt.

Zwischenfazit: Loch in Wand in Zukunft - Uneo oder PSB 750 RCA?

Die PSB ist kompakt und hat mehr Power als die Uneo. Diese wiederum ist noch etwas handlicher, man sieht die Bohrstelle und bisher hat mir die Akkuleistung immer gereicht. Kabeltechnisch ist es eigentlich egal, ob man das Verlängerungskabel für die PSB mit Absaugung nutzt, oder ob man die Steckdose für einen zusätzlichen Staubsauger braucht. Persönlich tendiere ich im Moment zur Uneo + Staubsauger, unter anderem deswegen, weil ich die PSB dann fest im Bohrständer lassen kann und weil man mit dem Staubsauger auch gleich das Bohrloch säubern kann.

2. Testfeld: Einsatz im Bohr-/Fräsständer

Einige Arbeitsschritte, die bei mir in letzter Zeit angefallen sind, habe ich getestet. Da der Testzeitraum für ein ganzes Projekt durch Urlaub und Feiertage zu kurz ist, blieb nur das Nachstellen. Aber das tut der Aussagekräft ja keinen Abbruch.

Gearbeitet habe ich dazu mit einem Wabeco Bohr-/Fräsständer 500 - 350.

Die Aufgaben:
  • 8er Löcher mit Holzbohrer in einen Lattenrest für einen einfachen Bithalter für die Werkbank.
  • 26mm Forstnerbohrer und 68mm Ausschnitt mit Lochbohrer (meine alte Skill ächzt bei letzterem etwas)
  • 4er-Loch langsam in Temperguss-Fitting
  • Fräsen einer 2mm-Nutz (Bild 11), z. B. zum Einsetzen von Plexiglas
Alles fein, die Aufgaben liesen sich problemlos erledigen.

Die Löcher für den einfachen Bithalter (Bild 07) wurden mit dem mitgelieferten Holzbohrer gemacht (Bild 06) und bei höchster Drehzahl sehr schön. Problemlos war ein kurzer Test mit einem 26mm Forsterbohrer (Bild 08) und auch der 68mm-Ausschnitt mit der Lochsäge (Bild 09) war einwandfrei und stellte die Maschine vor keine Herausforderung. Meine alte Skil ächzte da etwas mehr. Dabei habe ich mal ohne, mal mit Spannpratzen gearbeitet.

Für das Bohren in Metall hatte ich nur ein Temperguss-Fitting aus Restbeständen, das ich anbohren wollte. Eingespannt in einen Maschinenschraubstock, no problem (Bild 10). Dabei wurde mit niedrigster Drehzahl und einem Tropfen Schneidöl von Bosch gearbeitet.

Die Nuten im Holz (Bild 11) werden sauber, wenn man mit sanftem Druck vorgeht. Natürlich mußte ich sie noch etwas säubern, das klappt mit einer Säge sehr einfach. Mit dem eingesteckten Plexiglas sieht man, dass die Nut gerade verläuft (Bild 12). Ungenauigkeiten bei der Ausführung gehen eher zu Lasten des Bedieners, der dann nicht exakt genug eingespannt hat.

Ausserdem habe ich noch einen Bleistift eingespannt, ganz leicht aufgesetzt und dann mit minimaler und mit maximaler Drehzahl auf ein Blatt gezeichnet. Dieser "Testaufbau" erfüllt sicher keinerlei professionellen Ansprucht. Er zeigt aber (Bild 13), dass kein großes Spiel zu erkennen ist.

Ergonomie im Bohr-/Fräsständer

Nicht, dass mich ein Zahnkranzbohrfutter bei einer stationären Maschine stören würde, bequemer ist das Schnellspannbohrfutter allemal. Ein 2 mm Schaftfräser lässt sich genauso gut und einfach verwenden wie Bohrer mit 10 und 13 mm.

Besonders gefallen hat mir die einfach erreichbare, stufenlose Drehzahlvorwahl ohne Gefummel mit dem großem Drehrad. Das klappt selbst bei laufender Maschine, so dass man schön nachsteuern kann.

Ebenfalls wichtig für dieses Einsatzgebiet: Der Feststellknopf ist groß genug und gut zu nutzen.

Zwischenfazit: Einsatz im Bohr-/Fräsständer

Strike. Die Maschine läuft gut und ist hervorragend zu bedienen. Bohren mit Feingefühl in Holz und Metall, Fräsen z. B. von Nuten und Holz-Ausschnitte mit einem 68mm Lochbohrer klappen problemlos und besser als mit meiner alten Skil-Maschine. Heimwerkerherz, was willst Du mehr.

Mein subjektives Fazit

Postiv

  • Kompakt und leicht
  • Viel Kraft, guter Bohrfortschritt
  • Staubabsaugung funktioniert sehr gut für Löcher in Wänden
  • Leicht zu erreichende stufenlose Drehzahlvorwahl und gut justierbares Bohren insbesondere im Bohrständer
  • Durch Gehäuseform und 43mm-Hals gut im Bohrständer montierbar
  • Hervorragende Ergonomie und Bedienbarkeit

Eher negativ, oder: "Jammern auf hohem Niveau"

  • Staubabsaugung funktioniert nur befriedigend bei Deckenlöchern
  • Staubabsautung versperrt Sicht auf Bohrstelle
  • Kabel könnte für den nicht-stationären Einsatz etwas länger sein

Würde ich die PSB empfehlen?

Ja, jederzeit. Denn als "Hauptmaschine" für den Heimwerkerhaushalt hat sie genug Reserven für alle Einsatzgebiete und die Staubabsaugung funktioniert gut. Bei mir wird sie hauptsächlich im Bohr-/Fräsständer zum Einsatz kommen, Löcher in die Wand werde ich weiter mit der Uneo und einem Staubsauger machen.

Beste Grüße,
Alex

P.S.: Etwas schade ist, dass man die Bilder nicht direkt im Text einbetten kann, das würde es noch besser lesbar machen. Ich hoffe, ihr kommt auch so mit den Bildverweisen im Text zurecht.
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Hallo Zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 150652&posted=1#post150652.
2012-01-17 14:42:53

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