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Mein Test der PLS 300 0 Kommentare
Vom 24.09.10 Geändert 2010-09-24 11:10:47
Der frühe Vogel fängt den Wurm, aber die zweite Maus bekommt den Käse.

Will sagen - es hat leider etwas gedauert bis ich meinen Test durchführen könnte aber es kommt ja immer wieder was dazwischen.

Testphase 1: Was bekommt man für sein Geld

Geliefert wird die PLS 300 in einem recht großen flachen Karton. Dieser enthält wie unten abgebildet die Sägestation incl. der Stützfüße, Verlängerungen etc. Der Karton ist recht solide und die PLS sitzt auch gut in den Führungen. Für Heimwerker die die Station nur gelegentlich einsetzen ist der Karton sicher ausreichend. Ich hätte mir jedoch einen Koffer gewünscht und eine Möglichkeit die Sägestation kleiner zu verpacken. Die Riesenkiste nervt mich ein bisschen in meiner Werkstatt weil Sie in keins der Regale so richtig reinpasst. Über kurz oder lang wird der Karton das auch nicht überleben und ins Altpapier wandeln.
Neben der Sägestation findet sich die Bedienungsanleitung die kurz und knapp die Einstellungsmöglichkeiten zum herstellen verschiedener Schnitte zusammenfasst. Eigentlich wären die Piktogramme auf den Kartondeckel auch schon ausreichend. Aber leider wandert der ja ins Altpapier :)

Die Verarbeitung der Sägestation ist ordentlich und ausreichend robust für den Heimwerker Gebrauch. Mit den mitgelieferten Zubehörteilen wird man wohl ausreichende Möglichkeiten haben. Bei allzu langem Schnittgut bleibt einem die sonst übliche Bastelei mit zusätzlichen Auflagehölzern allerdings auch nicht erspart. Für übliche Laminatmaße ist der Auflageabstand allerdings ausreichend. Die Sägestation besteht vorwiegend aus Kunststoff. Die eigentliche Führungsschiene aber aus Aluminium was die Haltbarkeit erheblich erhöht.

Testpase 2: Die Funktionen der PLS 300
Mit der PLS lassen sich Materialien bis zu einer gewissen Dicke (25mm - absolutes Maximum 50mm) und Breite (300 mm längs - 150mm bei 45°) geführt schneiden. Dabei sind 3 Grundschnittarten möglich.

1. Längsschnitt
Also ein gerader Schnitt durch eine Platte.
2. Winkliger Schnitt
Ein gerader Schnitt unter einem eingestellten Winkel durch eine Platte.
3. Gehrungschnitt
Ein Schnitt bei dem das Sägeblatt schräg durch eine Platte schneidet. Gleichzeitig kann gerade oder im Winkel geschnitten werden.

1. und 2. werden durch Verstellfunktionen der Sägestation direkt ermöglicht. Die 3. Variante des Gehrungsschnittes wird gewissermaßen nur "unterstützt". Die Stichsäge muss hierzu verstellt werden sodass das Sägeblatt im entsprechenden Winkel zu Führungsplatte steht. Zu beachten ist dass dabei die mögliche Nutzbreite der Sägestation begrenzt ist da hierfür der rote Einsatz umgelegt werden muss um dem Sägeblatt ausreichend Platz zu machen.

Testphase 3: Längsschnitte
Gerade geschnitten wurden folgende Materialien mit jeweils dafür geeigneten Sägeblättern. Verwendet wurde hierfür die zum Test mitgelieferte Stichsäge PLS 800PEL.
  • Laminat 10mm
  • Dachlatte 20mm
  • Kunststoff-Deckenpanele 10mm
  • Dünnblech Aluminium 0,5mm
  • Massivholzplatte 18mm
Schneiden lassen sich nach Angabe Materialien bis 25mm. Das ist denke ich auch ein guter Werte bei dem die Führungsachse des Drehgelenks auch noch ausreichend Halt findet. Bis 50mm kann man gehen - sollte man aber nicht - zumindest kommt man da mit den meisten Stichsägen auch an die Leistungs- und Schnitttiefengrenze.
Alle getesteten Materialien ließen sich im Test gut schneiden, was wohl aber eher auf die Stichsäge als auf die Führungsschiene zurückzuführen ist.

Die Materialien werden hierzu in das Gerät eingelegt. Der hintere Klemmdorn um den man die Schnittschiene drehen kann muss hierzu gelöst werden. Dann wird das zu schneidende Brett eingelegt und der Dorn auf entsprechender Höhe wieder arretiert. Vorne kann dann die Schiene wieder heruntergeklappt werden und mit dem Hebel fixiert werden. Das zu schneidende Material sitzt dann auch wirklich fest in der Sägestation.
Zur Kombination der beiden Geräte muss allerdings gesagt werden dass der Fuß der Stichsäge unerfreulich viel Spiel in der Führungsschiene hat. Hier sollte man mal die Toleranzen der Fertigung gegeneinander abgleichen. Auch mit dem Stichsägenfuß als Blechbiegeteil sollte sich das eigentlich machen lassen. Sicher ist die Abweichung für die meisten Handwerker in der Realität nicht störend – allerdings ärgert man sich ein bisschen wenn man das beim ersten Test direkt feststellt. Um das mögliche Wackel auszuschalten hat man 2 Möglichkeiten. Entweder man sorgt durch Druck der Hand auf die Stichsäge dafür dass die Säge an einer Seite der Führungsschiene sauber anliegt oder man klebt einen kleinen Streifen dünnes Blech auf eine Seite. Vorher natürlich die richtige Dicke feststellen. Ansonsten bleibt wenig Kritik übrig. Besonders wenn man viel Material mit gleicher Dicke schneiden muss ist das Arbeiten mit der Station dann sehr angenehm. Bei variierenden Dicken ist der Verstellprozess ein bisschen lästig aber hinnehmbar. Die Stichsäge PEL 800 überzeugt durch Ihre Vibrationsfreiheit und Laufruhe und gleitet gut durch die Führungsschiene und das Material. Die Verstellung ist auch recht robust gegenüber Staub und Spänen ausgelegt sodass es hier nichts zu meckern gibt. Späne scheint die Sägeblattaufnahme der Stichsäge allerdings weniger zu verkraften. Diese fiel während des gesamten Tests mit häufigem Klemmen unangenehm auf. Testphase 2: Schrägschnitte Hier dasselbe Ergebnis wie beim Längsschnitt. In beiden Richtungen kann die PLS 300 um 45° verstellt werden. Damit sind wohl alle nötigen schnitte möglich. Wichtig ist die Verstellung in zwei Richtungen da nur so die Dekorseite beim Laminat immer unten liegen kann und eine saubere Schnittkante erhält. Zu beachten ist die verringerte Schnittbreite von ca. 150mm. Damit lässt sich handelsübliches Parkett und Laminat aber immer noch schneiden. Hierfür wurde die Station wohl auch hauptsächlich entwickelt. Testphase 3: Gehrungsschnitt Der Gehrungsschnitttest fiel durchwachsen aus. Zum einen muss die verringerte Schnitttiefe bei der Stichsäge berücksichtigt werden. Zum anderen ist der mögliche Sägeweg stark verkürzt. Für den Gehrungsschnitt muss man die rote platte in der Führungsschiene umlegen um Platz für das Sägeblatt zu schaffen. Danach kann man bei der Stichsäge den Winkel auf 45° verändern. Wie bei allen Sägen sollte man das über eine Lehre machen und nicht über die Einprägung da man so leicht eine Abweichung erhält und die Stücke nicht perfekt zusammenpassen. Dass ist allerdings bei allen Geräten im Heimwerkerbereich so. Immerhin schafft die Sägestation die Möglichkeit mit einer Stichsäge überhaupt einen vernünftigen geraden Gehrungsschnitt hinzubekommen. Fußleisten und Deckenleisten lassen sich zuverlässig schneiden. Ärgerlich ist allerdings die Anleitung zu diesem Punkt. In verkürzter Form steht da: 1. Schnittlinie anzeichnen 2. Schnittlinie auf Pfeil in Führungsschiene ausrichten 3. Schneiden Allerdings führt dass in keinem Fall dazu dass der Schnitt dort ist wo man ihn angezeichnet hat. Das liegt daran das die Rotationsachse des Sägeblattes bei der Stichsäge einige mm höher liegt als die Bodenplatte und somit natürlich auch der Schnitt versetzt ist. Diese Erklärung sollte man also besser weglassen. Bei der Stichsäge ist zwar eine Führungsplatte dabei die den Versatz angibt. Allerdings passt das angebaut kaum noch in die Führungsschiene und würde auch nicht richtig anzeigen da dann noch der Versatz in der Höhe durch die Schiene hinzukommt. Daher hier ein paar Abstriche im Test dieser Funktion Zusammenfassung: Die PLS 300 ist nach meiner Meinung sehr gut geeignet für den Heimwerkerbereich. Insbesondere bei der Verlegung von Fussböden. Hier erfüllt Sie die Funktionen und Erwartungen recht gut. Aus beim kleineren Möbelbau hat Sie mir bisher gute Dienste geleistet. Im letzten Bild sieht man übrigens die kleine Deckenlampe für die Werkstatt die während des Projektes entstanden ist. Für solche Dinge ist die Sägestation gut geeignet und wird mir auch noch lange Zeit gute Dienste leisten.
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