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Elektrowerkzeuge auf die Probe

Meine Erfahrungen mit der PSA 900 E 0 Kommentare
Vom 28.07.11 Geändert 2011-07-28 22:27:25
Fazit

Die PSA 900 E ist ein solides Heimwerkergerät, welches universell zum Sägen verschiedener Materialien einsetzbar ist. Sie bringt ausreichend Leistung, um auch anspruchsvolle und länger dauernde Aufgaben ermüdungsfrei und angenehm zu erüllen. Auf einen Pendelhub muss man verzichten; er ist in dieser Geräteklasse auch kein Muss. Die Verarbeitung und Qualität ist Bosch-typisch sehr gut.

Eine Säbelsäge ist eine Maschine der schon spezielleren Art und auch nicht unbedingt das Gerät für einen Heimwerker, dass dieser unbedingt besitzen sollte (ich weiß nicht, ob ich mir eine Säbelsäge gekauft hätte). Aber wer eine hat, wird sie nicht mehr missen wollen.

Ich auch nicht!

Pro
  • qualitativ hochwertig
  • ergonomisch
  • universell einsetzbar durch verschiedene Sägeblätter für unterschiedliche Materialien
  • SDS-Aufnahme für Sägeblätter
  • kraftvoll und ausdauernd
Kontra
  • Koffer o.a. Transportbehältnis fehlt
  • Schalterdrücker unzureichend
  • kein Sägestopp (Nachlauf)

Testbericht

Zu allererst: Vielen Dank, dass ich die PSA 900 E testen durfte.

Erster Eindruck

Als erstes ging es, nachdem ich das Paket von Bosch erhalten habe, ans Auspacken. Zu meiner Überraschung kam die Säge "nur" in einer Umverpackung und nicht in einem stabilen Koffer, der als Aufbewahrungs- und Transportbehältnis für das gute Stück dient.
Wie ich finde - und die Diskussionen hierzu im Forum bestätigen dies - fehlt ein Koffer doch sehr. Das ist auch gleich der erste Punkt, den ich für verbesserungswürdig halte.

Dann wurde die PSA 900 E einer ersten Begutachtung unterzogen. Dabei fielen vor allem die imposante Größe und das Gewicht auf. Man hat also ordentlich was in der Hand, aber Dank der Gummierung im Frontbereich und des großen Griffs hinten kann man das Gerät sicher und fest halten.

Das Gerät ist stabil und solide verarbeitet. Man merkt bereits von außen, das dies ein Qualitätsprodukt ist. Ganz Bosch-typisch eben! Die Form gefällt mir ausgesprochen gut, viel besser als Fuchsschwanz PFZ.

Die im Lieferumfang enthaltenen Sägeblätter (je eines für Holz und Holz/Metall) sind in den meisten Fällen ausreichend. Ich benötigte für meine angestrebten Arbeiten allerdings spezielle Blätter, welche ich mir erst noch besorgen musste. Dies soll aber keine Kritik sein; es ist sicherlich nicht einfach, eine Wahl zu treffen, die die meisten Benutzer zufrieden stellt.

Meine Sägearbeiten

Mein allererster Produkttest hier in der Gemeinschaft kam mir sehr gelegen, da ich auf unserem Grundstück eine ganze Menge Arbeit vor mir habe, um den Außenbereich in einen benutzbaren Zustand zu überführen. Hauptsächlich habe ich
  • Bäume ausgeastet
  • Bäume und Büsche gefällt
  • das angefallene Holz zerkleinert (für Häcksler oder Kamin)
Im Haus habe ich darüber hinaus ein paar Wasserleitungsrohre mit einem flexiblen Metallsägeblatt abgesägt.

Positives/Vorteile

Was soll ich sagen? Die Arbeit hat Spaß gemacht! Vom Gewicht der Säge merkt man beim Arbeiten nicht wirklich etwas. Die Säge liegt über längere Zeit gut in der Hand. Nur unter bestimmten Umständen, wenn die Arbeitsbedingungen es erfordern und man die Säge mal nicht ergonomisch halten kann, schmerzt das Handgelenk. Dafür kann aber das Gerät an sich nichts.

Die Säge hat mit ihren 900 Watt genügend Kraft, um auch dicke Äste und Stämme bzw. hartes Holz zu zersägen. Ich habe einiges ausprobiert, habe Eibenholz gesägt und Lebensbäume gefällt, deren Stämme mindestens die maximal für das Gerät angegebenen 20 cm Durchmesser hatten, habe hintereinander ohne größere Pause viele Äste und Stämme zerkleinert. Die Säge hat alles mitgemacht. Ohne Probleme.

Auch für mich als Sägenden war die Arbeit, insbesondere das andauernde Sägen, problemfrei. Die Säge vibriert nicht allzu stark, in Händen oder Armen hatte ich keine Ermüdungserscheinungen. Die Geräuschentwicklung hält sich in Grenzen. Allerdings empfehle ich unbedingt einen Gehörschutz. Auch eine Schutzbrille ist vorteilhaft, da die Lüftungsschlitze, insbesondere der untere, in manchen Situationen Späne direkt ins Gesicht blasen können.

Das Gewicht ist akzeptabel und macht sich nicht störend bemerkbar. Hier finde ich, ist die PSA 900 E anderen Sägen für den Außeneinsatz (vor allem Kettensägen) deutlich überlegen. Ich habe auch auf einer Leiter stehend mit der Säbelsäge ziemlich sicher sägen können, was ich mit einer E-Kettensäge nicht und mit einer Benzinkettensäge unter keinen Umständen getan hätte. Auch hat man die Säge mit nur einer Hand kurzzeitig noch sicher unter Kontrolle. (Dies sollte aber kein Dauerzustand sein!)

Wie jedes andere elektrische Gerät auch erzeugt die PSA 900 E beim Arbeiten Wärme. Die Wärmeentwicklung ist normal bis - unter besonderen Umständen - höher, aber m.E. nicht grenzwertig. Auch an warmen Somertagen (doch, die gab es auch bei meinen Tests!), wenn ich draußen gesägt habe, wurde die Säge nicht über die Maßen heiß.

Der Sägeblattwechsel geht dank Bosch SDS-System schnell und problemlos von statten. Das Sägeblatt sitzt sicher und fest in der Aufnahme. Allerdings ist unbedingt zu überprüfen, ob dies nach einem Blattwechsel auch wirklich der Fall ist! Das Kabel ist mit 2,5 m ausreichend lang dimensioniert. Länger muss es meiner Meinung nach nicht sein; die Länge ist ein guter Kompromiß: für den Innenbereich ausreichend, für draußen nicht zu lang. Wenn das Kabel jedoch noch ein wenig kürzer wäre, hätte es den Vorteil, dass die Kupplung nicht bremsend auf dem Boden schleifen würde.

Negatives/Nachteile

Die größte Kritik gibt es meinerseits zum Schalterdrücker, über den gleichzeitig beim Arbeiten die Hubzahl reguliert wird. Ich finde ihn schlicht und einfach nicht ausreichend, um immer vernünftig Sägen zu können. Ich hätte in vielen Situationen lieber eine Kombination aus normalem Schalter, Drehzahlvorwahl und Sicherungsknopf (gegen versehentlichen Sägestart) gehabt.

Dies aus folgenden Gründen:
  • Drehzahlvorwahl: Es ist einfacher, beim Sägen den Schalter ganz durchzudrücken. Ich möchte mich nicht ständig auf die Regulierung der Hubzahl, sondern auf das Sägen an sich konzentrieren. Also habe ich meist mit voller Hubzahl gesägt. Für Holz ist das in Ordnung, bei Metall aber nicht mehr. Das Sägen der Wasserleitungsrohre war dadurch erschwert, dass ich zu viel "Gas" gegeben habe. Darüber hinaus ist es für bestimmte Sägeblätter und Anwendungsfälle vorgeschrieben, die Hubzahl zu reduzieren. Das geht mit dem Schalterdrücker nur unzureichend.
  • Sicherungsknopf: Beim Sägen auf einer Leiter hält man zwangsläufig die Säge mit einer Hand (z.B. beim Aufstieg oder um die Sägeposition zu wechseln). Hierbei ist es mir oft passiert, das ich versehentlich den Schalter gedrückt habe und die Säge loslief.
Als nächstes ist mir aufgefallen, dass die Säge noch ziemlich lange nachläuft, nachdem sie ausgeschaltet worden ist (unbelastet - versteht sich). Hier sollte ebenfalls nachgebessert werden. Bei einer Bohrmaschine ist dies zwar auch der Fall, aber hier ist es verkraftbar, da die Bewegung eine andere ist. Außerdem gibt es einen Nachlaufstopp bei anderen Maschinen auch (mein PSR 14,4 LI-2 hat das, und sogar mein PMS 18 LI).

Sonstiges

Die PSA 900 E hat keinen Pendelhub. Das macht sich vor allem beim Sägen von dickem/starkem Holz bemerkbar. Das dauert dann auch schon mal etwas länger, wenn sich das Sägeblatt gemütlich durch den Ast/Stamm frisst. Ich bin dann immer zur "Wipptechnik" (Vor- bzw. Zurückwippen der Säge in Sägerichtung) übergegangen. Das ging dann merklich schneller. Das Fehlen des Pendelhubs empfand ich jedoch nicht als Nachteil.

Ich hatte einmal nach dem Arbeiten den Fall, dass ich das Sägeblatt nicht herausnehmen konnte, da die Verriegelung der SDS-Aufnahme klemmte. Ich musste zuerst mit einem kleinen Hammer dafür sorgen, die Verriegelung zu lösen. Dies ist aber nur ein einziges Mal vorgekommen. Desweiteren ist es einmal vorgekommen, dass trotz Betätigen des Schalterdrückers die Säge nicht anlief. Die Ursache ist nicht bekannt, da die Stromversorgung sichergestellt war.

Zu guter letzt habe ich beim Sägen bemerkt, dass die Spindel der Säge etwas ölig geworden ist. Ich weiß jetzt nicht, ob das etwas ist, worüber ich mir Gedanken machen müsste. Eigentlich ist die Säge doch wartungsfrei?

Vergleich mit einer Kettensäge

Verglichen habe ich das Gerät natürlich auch mit einer Elektrokettensäge (eine kleine Stihl MSE 140 C mit 35 cm Schwert). In manchen Punkten kann die PSA der E-Kettensäge nicht das Wasser reichen, insbesondere in puncto Schnittgeschwindigkeit. Da ist letztere deutlich im Vorteil. Allerdings hat die Säbelsäge auch ihre Stärken. Hier ist besonders hervorzuheben, das nicht nur Holz damit gesägt werden kann, sondern jeder Werkstoff, für den es das entsprechende Sägeblatt gibt.

Zudem muß ich bei einer Kettensäge immer auf die Kettenschmierung achten; Metall im Holz verträgt die Sägekette eher schlecht. Bei der Säbelsäge muss ich nur das richtige Blatt einspannen, dann ist das kein Problem! Zudem gibt es Umstände, unter denen ich nicht mit einer Kettensäge sägen würde (bspw. wie oben bereits angesprochen auf einer Leiter).

Letztendlich bin ich davon abgekommen, mir eine kleine Elektrokettensäge zuzulegen. Für die Arbeiten, die ich zukünftig erledigen will/muss, reicht die PSA 900 E vollkommen aus. Ich habe keinen Kamin, bin also nicht auf Brennholz angewiesen. (Das beim Testen durchgeführte Sägen von Ästen/Stämmen zu Kaminholz dient nur dazu, dass ich das angefallene Holz loswerde, mein Nachbar nimmt mir das dankend ab.) Ich werde mal den einen oder anderen Baum ausasten, etwas Altholz zersägen, und das war's dann auch schon...
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