PSA 700 E - robustes Gerät für grobe Sägearbeiten

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Elektrowerkzeuge auf die Probe

Die PSA 700 E auf der Baustelle 1 Kommentar
Vom 01.11.12 Geändert 2012-11-01 00:48:36
Wir bauen gerade (ein Einfamilien-Fertighäuschen außerhalb Münchens mit relativ großem Eigenleistungsanteil), und dementsprechend gelegen kam für uns die Angebot, die Säbelsäge PSA 700 E einen Monat lang auf unserer kleinen Baustelle zu testen. Neben Bohrhammer und dem Winkelschleifer dürfte die Säbelsäge zu den wichtigsten Werkzeugen „für‘s Grobe“ auf der Baustelle gehören.

Das richtige Sägeblatt (für den richtigen Zweck)

Noch bevor ich die Säge in den Händen hielt, machte ich mich auf die Suche nach den richtigen Sägeblättern für den Test. Folgende Anwendungsfälle wollte ich mit der Säbelsäge abdecken:
  • Schneiden von Bauholz, insbesondere dickeren Balken, denen mit der Handkreissäge nicht beizukommen ist
  • Schneiden von Holz dubioser Qualität (mit Betonresten verunreinigt, mit Nägeln oder Schrauben)
  • Schneiden von XPS-(Styrodur-)Platten
  • Schneiden von Rohren (Kunststoff und Metall)
  • Schneiden von lebendem Holz (Bäume)

Diese Anwendungsfälle wollte ich für den Test gerne mit Bosch-Sägeblättern abdecken – schließlich testet man in der Praxis das Gesamtsystem aus Säge und Sägeblatt. Leider war dies nicht so einfach, wie ich gedacht hatte. Die beiden Baumärkte, in denen ich regelmäßig einkaufe, führen entweder gar keine (Hornbach) oder nur sehr wenige (Bauhaus) Säbelsägeblätter von Bosch – es dominieren die jeweiligen Hausmarken. Für den Online-Kauf wiederum wäre es wichtig, vorher die konkrete Bezeichnung zu kennen.

Leider war die Bosch-grün-Website in dem Punkt Anfang Oktober sehr unübersichtlich:
Suchte man auf der "Bosch DIY Zubehör"-Website nach Säbelsägeblättern, gab  es erstmal eine Übersicht mit vier Kategorien, jede wiederum mit einer Handvoll Unterkategorien. Dann erst kommt man zu den Produkten. Sinnvoll vergleichen und aussuchen ging eigentlich nicht. Inzwischen wurde die Website überarbeitet: Man findet immerhin alle Säbelsägeblätter des „grünen Programms“ auf einer Seite. Richtig schön allerdings wäre eine Tabelle

Bezeichnung | Materialien | Schnittgüte | Schnittgeschwindigkeit | besondere Eigenschaften | passende Sägen | Packungsgrößen | Preis

Letztendlich habe ich mich, auch mit Hilfe der „blauen“ Website – die Säbelsägeblätter-Programme für „blau“ und „grün“ überlappen – für folgende Sägeblätter entschieden:

  • S 644 D Top for Wood – für feine Schnitte in (Bau-) Holz
  • S 1531 L Top for Wood – für Schnitte in lebendes Holz, speziell das zurückschneiden von Bäumen – interessanterweise konnte ich dieses Blatt auf der Bosch-Zubehörseite nicht finden, stattdessen das S 1131 L, das es fast nirgendwo zu kaufen gibt
  • S 1122 HF Flexible for Wood and Metal – für XPS, danke an dirkfulda für das Testen!
  • S 3456 XF Progressor for Wood and Metal – für Schnitte in "dubioses" Bauholz und allgemeine Bauanwendungen, sowie das Ablängen von Kunststoffrohren
  • S 2345 X Progressor for Wood – als Alternative zum S 3456 XF, wenn ich weiß, dass kein Metall im Spiel ist

Die Nomenklatur wird übrigens in den Wissensartikeln für Säbelsägen und Stichsägeblätter zumindest teilweise erklärt. Wer noch mehr über Ihre Sägeblätter wissen möchte, findet auf der „blauen“ Website sowohl ein Kapitel in den auch sonst sehr lesenswerten „1500 Fragen und Antworten: Elektrowerkzeuge und ihre Anwendung“ als auch eine Broschüre „Sägen - Sägeblätter“ aus dem „Elektrowerkzeuge-Bildungsclub“ – beides kostenlos nach Anmeldung.

Der erste Eindruck

Die Säge wirkt sehr wertig und gut verarbeitet, liegt gut in der Hand und ist trotz ihres recht hohen Gewichts sehr gut ausbalanciert. Es gibt keine sicht- oder fühlbaren Grate, keine unschönen Spalte, die Formensprache ist eindeutig Bosch grün – absolut gelungen.

Dies gilt leider nur eingeschränkt für die Verpackung: Die Säge wird in einem Wellpappkarton mit Origami-Innenleben geliefert. Als Verkaufsverpackung ist dieser Karton absolut geeignet, und umweltfreundlich ist das auch – aber zur dauerhaften Aufbewahrung taugt er nur sehr bedingt. Eine Woche im Rohbau-Keller, ohne direkte Wassereinwirkung, aber mit Herbstnebel, hat gereicht, um den Karton in ein labberiges Etwas zu verwandeln. Also muss etwas neues her...

Sägen, erster Akt: Bauholz

Und mit Bauholz meine ich das Holz, das so auf einer Baustelle herumfliegt, nicht Konstruktionsvollholz... Aber der Reihe nach: Erster Einsatz für die Säge war der Bau eines kleinen Holzgerüsts, das – mit einer Plane bespannt – als Dach für den Eingang unseres Rohbau-Keller fungieren soll, damit es dort nicht hereinregnet. Die Konstruktion besteht im wesentlichen aus Kreuzrahmen 50x50mm, die ich mit der Paneelsäge (die ohnehin schon auf der Baustelle war) gesägt habe. Zur Verstrebung wollte ich Holzreste verwenden, die der Fertigkeller-Hersteller bei uns zurückgelassen hatte – eigentlich gutes Holz, aber mit Betonspuren verunreinigt, deren abrasive Wirkung ich dem Sägeblatt der Paneelsäge nicht zumuten wollte.

Also Einsatz für die PSA 700 E mit S 3456 XF Progressor for Wood and Metal. Hilfe, das vibriert ja doch ziemlich heftig – und wie, bitteschön, setze ich das Sägeblatt bei der ganzen Bewegung auch noch gerade an? Zum Glück dauerte diese Schrecksekunde wirklich nur eine Sekunde. Nachdem ich den Hals der Säge fester gegriffen und den Sinn der Fußplatte verstanden hatte, wurde auch der erste Schnitt noch passabel, und die folgenden Schnitte immer besser. Nach einem halben Dutzend war ich beeindruckt davon, wie genau und sauber man mit einer Säbelsäge sägen kann, wenn man es darauf anlegt – und das sogar einhändig, wenn es sein muss. Zur Probe habe ich dann auch noch einen Gehrungsschnitt > 45° (der mit der Paneelsäge nicht ohne weitere Hilfsmittel zu machen ist) freihändig nach anzeichnen mit der PSA 700 E und S 2345 X Progressor for Wood gemacht. Ging perfekt!

Sägen, zweiter Akt: XPS

Als richtiger Lebensretter erwies sich die PSA 700 E dann beim Anbringen der Perimeterdämmung aus XPS (Styrodur). Zwar haben wir uns für die langen, geraden und vor allem geplanten Schnitte einen Heißdrahtschneider besorgt, der auch ausgezeichnet funktioniert und prinzipbedingt sauberere Schnittkanten produziert, als es jedes Sägeblatt kann. Aber wenn es darum geht, mal schnell einen Überstand zu korrigieren, eine „falsche“ Stufenfalz zu versetzen oder einen Ausschnitt zu machen (gerne auch bündig, gerne auch mit Bitumen auf der XPS-Platte, gerne auch an der schon verklebten Platte), war die Säbelsäge nicht zu schlagen. Neben dem S 1122 HF Flexible for Wood and Metal haben wir auch das S 3456 XF Progressor for Wood and Metal benutzt. Wieder waren wir erstaunt, wie präzise man mit etwas Übung mit der PSA 700 E sägen kann.

Einen Wermutstropfen haben wir allerdings auch schon gefunden: das erste das S 3456 XF Progressor for Wood and Metal ist schon stumpf. Geschnitten habe ich damit eigentlich gar nicht so viel, aber angesichts der Materialien, mit denen wir es gequält haben (Betonreste, Bitumen, ...) ist es vielleicht verständlich.

Und der Rest?

Hat noch nicht stattgefunden. Nach einem Wassereinbruch in der Baugrube wurde der Keller zwei Wochen später aufgestellt als geplant. Rohre gibt es noch keine, und unsere Bäume sind noch immer hinter riesigen Abraum-Hügeln verborgen. Wenn Interesse besteht, werde ich gerne berichten.

Fazit

Nach vier Wochen mit der PSA 700 E ist die Säbelsäge für mich so etwas wie das Schweizer Taschenmesser der Baustelle geworden - wenn etwas zu schneiden ist (und es kein Fall für den Winkelschleifer ist), schneidet sie es. Mit etwas Übung kann man mit ihr erstaunlich präzise arbeiten, so lange man realistische Maßstäbe ansetzt – Ergebnisse wie bei einer geführten Kreissäge sollte man natürlich nicht erwarten. Die Leistung der Säge war bisher immer mehr als ausreichend; eventuell treibe ich sie später mit dicken Balken oder Ästen mal an ihre Grenzen... Verbesserungsmöglichkeiten sehe ich bisher jedenfalls keine. Auf die PSA 700 E verzichten möchte ich in Zukunft auf keinen Fall.

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Hallo Zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 254945#post254945.
2012-11-22 15:04:14

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