PSA 700 E - robustes Gerät für grobe Sägearbeiten

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

Testbericht Brennholz und anderes schneiden mit der Bosch PSA 700 E 1 Kommentar
Vom 31.10.12 Geändert 2012-10-31 23:36:54
Intro:
Für den Einsatz zu Hause beim Schneiden von Brennholz habe ich schon länger eine passende Handsäge gesucht. Der Fuchsschwanz PFZ500 schien mir für meinen Zweck ein wenig zu schwach, den PFZ700 gab es nicht mehr und die Säbelsäge PSA900 war mir zu schwer… Als dann die Ankündigung vom Test der PSA 700 E kam habe ich nicht lange gezögert und mich für den Test beworben… Mein Testprojekt sollte das Schneiden von Brennholz „direkt am Haus“ sein, aber wie so oft machten andere Mächte diesen Plan zu Nichte und ein Sturm legte Anfang Oktober eine alte Birne in unserer Obstwiese an der Elbe zwischen Dömitz und Hitzacker einfach um. Also schnell alles arrangiert und für einen Wochenendtrip mit dem örtlichen Nachbarn alles klar gemacht

Das Projekt:
Ein umgestürzter Birnenbaum musste im Gelände entastet und anschließend auseinander gesägt werden. Für das Entasten habe ich meine Motorsäge zum Zuschauen verdammt und die PSA 700 E zum Einsatz gebracht. Es wurden Äste bis zu einer Stärke von gut 15cm überwiegend am Stamm klein gesägt. Dabei kam es zum einen auf den flexiblen Einsatz im unwegsamen Gelände und zum anderen auf unkomplizierte und sichere Handhabung in allen Einsatzlagen der Säbelsäge an. Ein Kabel ist hier natürlich extrem hinderlich, um so einen umgestürzten Baum herum gibt es haufenweise Gelegenheiten für jedes Kabel, sich beliebig zu verheddern… Da das Entasten von Bäumen im Gelände aber sicher eher nicht der primäre Einsatzzweck dieser Säge ist, lasse ich die Kabeldiskussion jetzt auch sein

Die Handhabung (Entasten):
Die Säge liegt wirklich gut in der Hand und das Gewicht ist erfreulich niedrig, ermüdungsfreies Arbeiten ist über längere Zeiträume (mehrere Stunden!) problemlos auch oberhalb der Gürtellinie und über Kopf möglich. Die Säge ist sehr ausgewogen balanciert und auch wenn das nicht empfohlen / gewünscht ist, aber sie kann mit einer Hand geführt werden…  Die Wulst am vorderen Handgriff schützt die Hand gut vor dem Abrutschen in Richtung Sägeblatt

Auch über Kopf bzw. auf Augenhöhe kann dieser Typ Säge deutlich gefahrloser eingesetzt werden als z.B. jede Motorsäge (Schnittschutzausrüstung für den gesamten Oberkörper und die Arme sowie ein verstärkter Helm sind dann Pflicht!). Hinzu kommt die sehr niedrige Geräuschkulisse dieser Maschine, die quasi gleich mit der einer Stichsäge ist. Ich habe die PSA 700 E auch von unten nach oben geführt. Obwohl der Griff dafür nicht gebaut ist hat auch diese Führung mit der Bedienung des Hauptschalters einwandfrei funktioniert. Die Drehzahl der Säge ließ sich in allen Lagen (Normallage und 180 Grad gedreht (Schnitt von unten nach oben)), und insbesondere auch mit Handschuhen sehr präzise regeln. Das Hauptkriterium ist hier sicher eher, dass wirklich passende und eng anliegende Handschuhe getragen werden

Die Handhabung (Ausschnitt einer kleinen Weide):
Auch hier konnte die PSA 700 E punkten und hat mit Freund Heiner gleich einen weiteren Liebhaber gefunden. Heiner hat eine kleine Koppweide, die auf ca. 1,8m geköppt ist. Hier mussten die älteren Äste mal wieder ausgesägt werden. Dabei habe ich ebenfalls die Säbelsäge zum Einsatz gebracht. Dieser Einsatzzweck direkt am Haus ist schon deutlich näher am Kerneinsatzgebiet gelegen. Die Schnitte haben wir an einem Sonntagnachmittag gemacht, die Nachbarn haben das nicht einmal gehört… Das Video zeigt den Schnitt eines größeren Astes, ca. 8cm Durchmesser. Auch in diesen beengten Verhältnissen konnte die Säge sehr feinfühlig und präzise eingesetzt werden, alle Schnitte sind wirklich gut gelungen

Schnittleistung:
Natürlich kann eine solche Säge nicht mit der Schnittleistung einer Motorsäge mithalten, aber die Säge geht auch durch hartes Birnenholz mit einem Grünholzblatt leicht durch. Das mitgelieferte Blatt für trockenes Holz ist für den Einsatz im grünen Holz allerdings nicht geeignet, daher hatte ich ein passendes Sägeblatt (Bosch HCS S 1131 L) für dieses Projekt nach gekauft. Die typische Wippbewegung unterstützt den Arbeitsfortschritt hier in gleicher Weise, wie beim Arbeiten mit der Motorsäge, wenn Platz dafür vorhanden ist. In beengten Verhältnissen bringt man den Schnitt aber auch mit wenig Druck und ohne wippen sauber durch das Holz. Es ist erstaunlich, wie wenig Druck ausgeübt werden muss, um einen schnellen Schnitt zu ermöglichen. Beim behutsamen Sägen bekommt man auch mit einem Grünholzblatt (auf Kosten der Geschwindigkeit) einen ordentlich glatten und geraden Schnitt hin, da habe ich nicht schlecht gestaunt… Beim freien Ansetzen der Säge (ohne die Fußplatte zu benutzen) kann auch mit Handschuhen sehr gefühlvoll die Drehzahl am Hauptschalter langsam hochgefahren werden. Auch in diesen Situationen entstehen keine merklichen Vibrationen. Eine Erwärmung der Maschine am vorderen Handgriff konnte ich wegen des Einsatzes mit Handschuhen nicht feststellen. Der Zeitbedarf liegt hier natürlich höher, als bei einer Kettensäge, aber dieser Vergleich wäre so auch nicht gerechtfertigt

Möglichkeiten für eine Verbesserung der Säge:
Zur Erhöhung der passiven Sicherheit könnte ein Kontaktschalter an der äußeren hinteren Griffschale dienen, damit die Säge bei einem Sturz nicht weiter läuft, wenn die Hand am Hauptschalter z.B. durch verdrehen eingeklemmt ist. Der Hub des Sägeblattes ist sicher eher auf beengte Verhältnisse im Trockenbau ausgelegt, beim Schneiden von Brennholz würde man sich eher 25 – 30mm wünschen, vielleicht wäre ein Umschalter hier ja ein gangbarer Weg... Mir ist aufgefallen, dass nach längerem Gebrauch der Auslösehebel für das Sägeblatt etwas geklemmt hat und erst nach einem leichten Schlag mit einem kleinen Schraubenschlüssel wieder zu bewegen war

Fazit:
Eine gute Säge mit sehr weitem Einsatzbereich, guter Schnittleistung und geringem Gewicht, die für viele zu-Hause-Werker den Wunsch nach einer Kettensäge in vielen Fällen gar nicht erst aufkommen lässt, in Haus und Garten ist diese Säbelsäge wirklich „zu Hause“. Ich werde die PSA 700 E sicher in vielen Situationen wieder einsetzen, insbesondere natürlich beim Zuschnitt von Brennholz direkt am Haus. Für das Entasten im Gelände würde ich mir diese Maschine mit einem 36V-Akku wünschen, quasi KEO mit Zweihandbetrieb in Groß (und für Männer ;-) )…
NEXT
Die PSA 700 E beim Schnitt
6/16 Die PSA 700 E beim Schnitt
PREV

Kommentar schreiben

Hallo Zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 254945#post254945.
2012-11-22 15:04:09

Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com
Werde Mitglied in der großen deutschen Heimwerker-Community!
Jetzt anmelden!