PSA 700 E - robustes Gerät für grobe Sägearbeiten

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Elektrowerkzeuge auf die Probe

Es kommt der Tag, da will die Säge sägen 1 Kommentar
Vom 31.10.12 Geändert 2012-10-31 01:01:33

Benutzer gelöscht

Auspacken und erster Eindruck

Das Gerät wird in einem Karton geliefert. Ich habe nichts gegen Kartons, aber früher lag das Werkkzeug dann innen in Polystyrol und das hat bei mir bisher immer viele Jahrzehnte gehalten. Der Origamifüllung aus Karton traue ich das auf Anhieb erst mal nicht zu. Einsatzgebiete für das Gerät sind wohl Baustelle und Garten, das geht auf Dauer nur mit einer stabilen Aufbewahrung.

Das Gerät ist überraschend groß (50 cm) und mit 2,9 kg auch nicht gerade leicht (mein Bohrhammer bringt 2,8 kg auf die Waage). Es liegt aber gut in den Händen. Die vordere Grifffläche hat im Bereich der Schrauben die die Fußplatte halten merklich Luft. Ich nehme einfach mal an, dass das durch die Konstruktion bedingt ist und habe es in der Folge ignoriert.

Das Netzkabel ist mit 2,5m für den praktischen Einsatz sehr kurz geraten. Ohne Verlängerungskabel läuft nichts.

Die Bedienungsanleitung

Eigentlich stimmt die Reihenfolge nicht so ganz, denn ich habe wie so oft die Anleitung erst mal zur Seite gelegt. Wie sich später herausstellte habe ich wenig verpasst.

Die Bedienungsanleitung hat rund viereinhalb Seiten Text und zwei Seiten Bilder. Die Bilder sind nicht ausklappbar, also muss man Blättern wenn man doch mal etwas nachsehen möchte. Das ist aber kaum der Fall, denn die ersten zweieinhalb Seiten Text wurden von der Rechtsabteilung geschrieben und enthalten keine Informationen die für jemanden der schon mal ein Gerät mit einem Stecker am Ende in der Hand hatte von Interesse wären. Die restlichen beiden Seiten werden zu mehr als der Hälfte auch von der Rechtsabteilung getrieben. Man erfährt kaum etwas für die Anwendung. Immerhin wird erwähnt, dass man beim Metallschnitt die Schnittfläche kühlen soll. Aber womit? Soll ich Wasser drauf kippen?

Zur Ehrenrettung sei erwähnt, dass die Anleitung damit nicht schlechter ist als die meisten anderen Anleitungen die ich in den letzten Jahren gesehen habe.

Trockenübungen

Bei der Säge befand sich ein Sägeblatt vom Typ Progressor Wood mit 20,5 cm Gesamtlänge. Davon muss man rund 6 cm abziehen, die im Gerätefuß verschwinden. Die Befestigung geht dank SDS sehr einfach. Wer sich hierbei unsicher ist, findet in Bild A der Anleitung eine gute Übersicht. Mit beiden Händen lässt sich die Säge gut halten. Die Drehzahl lässt sich über den Ein-/Ausschalter gut kontrollieren. Die Lautstärke im Leerlauf ist nicht unangenehm, spätestens beim richtigen Sägen sollte man aber zum Gehörschutz greifen. Das mitgelieferte Sägeblatt ist zwar nicht biegsam aber doch relativ weich und die Spitze des Blattes tanzt drehzahlabhängig um bis zu 3 cm nach links und rechts. Bei höheren Drehzahlen stabilisiert sich das Blatt wieder.

Einfach mal ausprobiert

In einer Ecke warteten noch ein paar Laminatreste darauf für die Entsorgung zerkleinert zu werden. Perfekt für ein paar Probeschnitte. Innerhalb von Sekunden waren die Paneele aufgetrennt. Wenn man die Säge mit der Fußplatte auf dem Werkstück führt läuft sie dabei sehr ruhig. Das wird man aber nicht bei allen Anwendungen schaffen. Da hilft dann nur eine ordentliche Befestigung des Werkstücks und kräftiges Zupacken um die Säge sicher zu kontrollieren. Dabei hilft die gute Griffposition.

Das mitgelieferte Blatt ist gemäß der Informationen auf der Zubehörseite auch für Kunststoff geeignet. Also habe ich noch schnell ein paar Stangenrohre EN 16, 25 32 zugeschnitten. Das Material ist kein Gegner für die Säge. Als ernsthafte Anwendung kann man die Arbeit mit Stangenrohren aber nicht sehen. Der Aufwand das Werkstück erst zu fixieren um dann die PSA mit beiden Händen führen zu können ist einfach zu hoch. Mit einer kleinen Bügelsäge kommt man schneller und einfacher zum Ziel.

Zubehör

Nachdem ich endlich die Übersicht über die Bosch Sägeblätter gefunden hatte, wollte ich passende Blätter für die geplanten Tätigkeiten besorgen. Schließlich wird beim Test einer Säge das Ergebnis nicht zuletzt durch die verwendeten Sägeblätter bestimmt. Von vier besuchten überreginal tätigen Baumärkten führte leider nur ein einziger überhaupt passende Sägeblätter. Leider waren die, die ich haben wollte gerade aus. Also habe ich zu Blättern von Fremdanbietern gegriffen. Dank SDS-Aufnahme ist das aber kein Problem, die Kompatibilität ist gut.

Erster Einsatz

Ich musste kurzfristig umplanen und erst mal die Wände im Keller fertig machen. Die Schnellputzleiten habe ich mit der PSA gekürzt. Auf Anhieb bin ich erst mal gescheitert und die Leiste flog durch den Raum. Die folgenden Leisten habe ich dann auf Sägeböcken fixiert, die Fußplatte der Säge ang an der Leiste führen und die Drehzahl regulieren. Wenn man die richtige Drehzahl gefunden hat, geht es sehr gut und man kann mehrere Leisten gleichzeitig schneiden.

Anregung: Ich hätte mir einen Knopf oder Regler gewünscht der sich die letzte Drehzahl merkt oder die Höchstdrehzahl begrenzt. Die Drehzahl lässt sich zwar gut regeln, aber man muss sich jedes Mal aufs Neue an die richtige Drehzahl herantasten.

Leichte Gartenarbeiten

Indoor funktioniert die Säge, wie schlägt sie sich im Garten? Der Kirschlorbeer musste gestutzt werden und die abgestorbenen Eibenteile die ich schon vor einiger Zeit gekappt hatt, mussten auf ein handliches Mass gekürzt werden. Beim Gehölzschnitt ist das Kabel leider viel zu kurz. Mit der Verlängerung ist die Säge aber erstaunlich handlich und kann auch dickere Brocken weg räumen, die ich sonst wohl mit der Kettensäge angegangen wäre. Besonders positiv ist hier, dass der Kollateralschaden den die Kettensäge verursacht nicht auftritt. Ich werde die PSA für diese Arbeiten noch öfter einsetzen. Der Schnitt dünnerer Äste ist mir nicht so gut gelungen. Entweder war das Blatt zu lang oder ich sollte vielleicht eine KEO in Betracht ziehen. Selbst von der recht kräftigen Eibe konnte die Säge sich gute eine Scheibe abschneiden. Der vordere Griff wird hierbei aber merklich warm und man gibt der Säge nach ein paar Schnitten freiwillig eine Pause.

Altes Eisen

In der Garage steckten noch die alten Halterungen der Heizung in der Wand. Diese wollte ich bündig zur Wand abschneiden. Mit einem langen und flexiblen Bi-Metall-Blatt geht das hervorragend. Der Schnitt liegt sauber an der Wand. So soll es sein.

Fazit und Ausblick

Eine Säbelsäge ist ein recht spezielles Gerät. Ich wusste lange nicht wozu ich eine brauchen würde und jetzt wünschte ich, ich hätte während des Umbaus schon früher eine gehabt. Im Garten wird sich mich auf jeden Fall weiter begleiten. Im Trockenbau werde ich sie nächstes Jahr auf jeden Fall ausprobieren und es gibt noch einige Eisenaufhängungen die ich nicht ausbohren sondern bündig abschneiden möchte. Und dann habe ich noch eine ziemlich abgedrehte Idee, die wenn sie funktioniert ihren Weg in die Projektecke finden wird.

Verbesserungsvorschläge

- Begrenzer für die Drehzahl oder Merkschalter einbauen
- Die "richtige" Zubehörseite von der Produktseite aus verlinken
- längeres Kabel
- stabile Aufbewahrung
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Hallo Zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 252229#post252229.
2012-11-16 15:15:02

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