PSA 700 E - robustes Gerät für grobe Sägearbeiten

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Elektrowerkzeuge auf die Probe

Der Härtetest 2 Kommentare
Vom 30.10.12 Geändert 2012-10-30 22:11:09
Seit ich sie mal auf einem Fest gesehen habe, bin ich ein Fan der Schwedenfeuer oder Schwedenfackeln.
Das Prinzip besteht darin einen Holzstamm der Länge nach kreuz- oder sternförmig einzusägen, hochkant hinzustellen und in der Mitte anzuzünden und dann abbrennen zu lassen. Quasi ein Taschenlagerfeuer. Wer mehr Infos haben will: http://www.kroetenloch.de/Schweden-Feuer/Schweden-Feuer.html

Das erste Schwedenfeuer versuchte ich mit meiner Akku-Motorsäge (B&D 18V) zu bauen, war erstaunt, dass ich 2x nachladen musste um ein ca 15cm Stamm auf 30cm Länge kreuzförmig einzusägen. Danach erst Mal schlau gemacht und gelernt, dass das axiale Sägen in Holz extrem schwer und materialverschleißend ist.

Den zweite Test habe ich dann direkt mit dem 3PS Fichtenmoped gemacht. Okay, das ging wie durch weiche Butter, aber sich erst komplett in Schittschutzmontur zu werfen um 3 Minuten zu sägen ist auch nicht das Wahre und die Kette war im Anschluss merklich stumpfer.

Daher kam mir gleich die PSA in den Sinn als ich den Produkttest sah.


Hier mein Bericht:
Der Lieferumfang ist mit dem Universalsägeblatt zum „gleich loslegen“ nett, für meine Anwendung war es aber zu kurz und zu fein. Also ab in den Baumarkt und jeweils ein Doppelpack S1542K (240mm, Grobzahnung) und S1411DF (305mm, mittlere Zahnung) geholt. Die Diskussion über Karton vs. Plastikkoffer ist ja alt, ich hätte mir gerade für ein so schweres Werkzeug einen Plastikkoffer statt dem Karton gewünscht inkl. Haltern für die Sägeblätter. Also ähnlich der PFZ.

Die Haptik wirkt hochwertig und stabil. Mit den 3kg und der imposanten Größe ein echtes „Männerspielzeug“.

Das Einlegen und Spannen des Sägeblattes ist durch das SDS ein echtes Kinderspiel und lässt sich mit dicken Handschuhen gut bewerkstelligen.

Das trockene Holz ist leider schon alles gespalten, also kam ein frischer Kiefernstamm zum Einsatz. Daher noch mal extremere Bedingungen, aber es soll ja ein Test und kein Spaziergang für die Maschine sein ;)

Loslegen wollte ich mit dem langen Blatt (S1411DF), schnell merkte ich, dass die Zahnung doch zu klein war und, besonders durch das harzige Holz, die Schnitte eine Ewigkeit brauchen würden. Also flux das S1542K eingesetzt und ab dafür. Ich war begeistert, was das Teil leistet. Auch hier wie durch Butter (okay vielleicht diesmal harte). Die fehlende Länge konnte ich damit kompensieren, dass ich jeweils gegenüberliegend im ca. 45° Winkel sägte. Selbst dicke Aststümpfe im Stamm wurden ohne Murren getrennt.
Der am Schluss verbleibenden Winkel in der Mitte fiel dann noch dem S1452K zum Opfer. Beide Sägeblätter büßten zwar den Lack ein und wiesen sogar an den Spitzen Anlauffarben durch die Hitze auf, die Schärfe ist aber noch unverändert vorhanden.

Das gesamte Arbeiten war in 9 Minuten erledigt und ging absolut flott von der Hand. Da ich gleich 2 Stämme sägte, war die Maschine ca. 20 Minuten non-stop im Dauereinsatz und dies mit Maximalbelastung. Ich konnte keinen Schmorgeruch oder veränderte Geräusche feststellen. Die Vibrationen waren spürbar, aber durchaus im erträglichen Rahmen. Die Ergonomie von hinterem Handgriff und vorderer Grifffläche lässt nichts zu wünschen übrig, jedenfalls bei meiner Statur. Die 3kg Gewicht habe ich nicht bemerkt, da sie entweder auf dem Sägeblatt oder der Fußplatte ruhten.

Fazit:
Die PSA hat die gestellte Aufgabe mit Bravour gemeistert und wird noch einige Schwedenfeuer vor’s Blatt bekommen und sicher durch andere Aufgaben nicht verstauben.

Kritik/Wünsche/Hinweise (muss auch sein):
-          Der oben erwähnte Plastikkoffer.
-          Ein rotes Kabel, um es beim Arbeiten leichter erkennen zu können und nicht versehentlich rein zu sägen.
-           Einen Gürtelhalter für das Kabel, um es möglichst vom Werkstück und dem Sägeblatt fern zu halten. Ich denke da an etwas wie die Zugentlastung bei den elektrischen Rasenmähern. Komisch, habe gerade gegoogelt, so was scheint es auch einzeln nicht zu geben. Warum nicht? Wäre auch für Handkreissägen etc. sinnvoll.
-           Eine genauere Beschreibung der Wartung in der Bedienungsanleitung. „Halten Sie die Sägeblattaufnahme durch Verwendung von geeigneten Schmiermitteln funktionsfähig.“ Okay, aber was ist geeignet (Fett, Öl, Silikon, Graphit)? Womit pflege und schmiere ich die Spindel in der Buchse?
 
P.S. Aus lauter Spieltrieb fielen noch einige Äste der PSA zum Opfer. Da merkte ich auf Dauer doch das Gewicht. Ganz klar der Overkill für solche kleinen Schnitte. Vielleicht sollte ich doch über einen KEO nachdenken? (Ich hoffe der Weihnachtsmann hat es gehört)
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Hallo Zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 251832#post251832.
2012-11-15 17:09:58

Wir haben das Schwedenfeuer mit einer Motorsäge selbst gemacht. So ein Längsschnitt ist allerdings nicht so einfach wie ein Querschnitt. Wir haben das in einem Video festgehalten:
http://schwedenfeuer-selber-mac hen.de/
2014-04-04 10:00:14

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