PSA 700 E - robustes Gerät für grobe Sägearbeiten

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Elektrowerkzeuge auf die Probe

Test der PSA 700 E 1 Kommentar
Vom 18.10.12 Geändert 2012-10-18 19:23:46
Die Säge kam gut verpackt und bestens erhalten bei mir an.
Leider nicht in einem Kunststoffkoffer. Gerade für ein solches Werkzeug, welches am wenigsten IN der Werkstatt benutzt wird, sondern mehr draußen, empfinde ich einen Koffer als besonders wichtig. Allerdings kann ich jetzt auch keine Aussage treffen ob es die Säge überhaupt in einem Koffer gibt!
Dabei war ein Sägeblatt, welches meines Erachtens lediglich für Holz und Kunststoffe tauglich ist.
Noch bevor ich die Säge testete kaufte ich also noch ein Sägeblatt für Metall und ein längeres für Holz zu.
Die Säge machte einen sehr Robusten Eindruck und liegt sehr gut in der Hand, vor allem durch das vordere als Griffstück ausgearbeitete Teil
Mit den neu erworbenen Sägeblätter machte ich mich erst mal mit der Wechselfunktion vertraut.
Alle Blätter (auch eine Baumarktmarke) liesen sich ohne Werkzeug kinderleicht wechseln. Man merkt auch deutlich, ob das Sägeblatt ordentlich fest sitzt, oder fehlerhaft und lose in der Halterung sitzt.
Das leichte Rotationsspiel von etwa einem Grad viel mir auch auf.
Als erstes machte ich mich darüber her, einige Baumstämmchen von etwa 8 cm Durchmesser Abzulängen. Die Säge lag dabei gut in der Hand. Ich muss sagen, dass wenn das Werkstück nicht ordentlich fest fixiert ist, die Säge schon ganz schön vibriert. Ich fixierte auf einem Mäuerchen das Stämmchen mit dem Fuß und konnte so die Säge beidhändig leicht durch das Holzführen. Den Schlitten“ sollte man allerdings schon ordentlich gegen das Werkstück drücken um ordentlich Arbeiten zu können, da sonst die Vibrationen deutlich zunehmen.
Schon länger hatte ich im Kopf eine Bauidee, für die ich allerdings ein Kunststoffrohr von etwa 130 mm Durchmesser und einer Wandstärke von etwa 15 mm sauner und gerade durchtrennen musste.
Das das Material (Reste vom Gasleitungsbau) vorhanden war, wollte ich dies nun mit der neuen Säge probieren.
Das Rohr wurde mit Schraubstock und Zwingen befestigt und die Säge wiederrum im Stehen beidhändig geführt.
Die Schnittleistung in dem harten Kunststoff war erstaunlich gut (man merkte die 700 Watt), fast wie Butter schnitt sich das Sägeblatt durch das Material. Auch die eigentliche Schnittkante war sehr sauber und glatt. Nur war es mir leider NICHT möglich das Rohr plan abzulängen. Durch das lange Sägeblatt schwingt und verläuft dieses doch etwas im Material. Es waren zwar vielleicht nur 1 oder 2mm aber eben zu viel für einen exakten planen Schnitt. Allerdings muss man dazu sagen, dass die Säbelsäge ja auch nicht für solch präzise Arbeiten gebaut wurde. Im Prinzip war das Ergebnis in Betracht auf das verwendete Werkzeug recht gut!!
Als nächstes ging es dann um das Zurückschneiden des Flieders beim Nachbar. Da zeigte die Säge wirklich was sie konnte. Teilweise auf der Leiter stehend teilweise vom Boden aus wurden Äste aus dem Baum geschnitten. Teilweise führte ich die Säge sogar nur mit einer Hand (was man verm. Nicht unbedingt machen sollte, allerdings bei solchen Baumarbeiten kaum zu vermeiden ist). Bei der Nutzung mit einer Hand vibriert sie zwar schon etwas und mann muss die Säge sehr kräftig gegen den jeweiligen Ast drücken (was durch die Länge der Säge nicht so ganz einfach ist), aber es war auch so möglich Äste an etwas schwerer zugänglichen Stellen zu schneiden. Wobei die Säge so geführt natürlich nicht so schnell schneidet, da man wenn man sie nur am hinteren Griff hält man auf Grund ihrer Länge nicht genug Kraft auf das Werkstück bringen kann.
Ein Traum für solche Arbeiten wäre eine solche Säge, die man wirklich komplett einhändig führen könnte (wie man halt zum Sägen mit einer herkömmlichen Astsäge auch nur eine Hand braucht).
Schlieslich ging es nun ans Basteln. Ich sammele immer trockene Naturhölzer um Dekorationen, Tische etc. daraus zu bauen. Mit der PSA war es mir nun sogar möglich, Äste von etwa 80 mm Stärke der LÄNGE nach zu durchtrennen, und das mit einem perfekten Schnitt.
Die Werstücke wurden senkrecht in einen Schraubstock eingespannt und die Säge mit wenig Druck sachte der Länge nach mittig durch den Ast geführt.
 Ich war bei diesen Arbeiten wirklich erstaunt über die Leistung und den SUPER Schnitt. So ist es mit jetzt endlich möglich „Halbäste“ zu verarbeiten, ohne die Bandsäge meines Bekannten zu nutzen.
Am nächsten Wochenende wurde dann das schon seit mehreren Jahren andauernde Großprojekt Hausrenovierung fortgeführt. Eigentlich standen andere Arbeiten an, aber nun hatte ich ja die Säge zum testen, also wurde kurzer Hand umgeplant und die Holzabtrennungen (Brennholzlager und Fahradstall) im Keller eingebaut. Mehrere Vierkantbalken wurden abgelängt, überstehende Bretter entlang eines senkrechen Balkens bündig abgetrennt und mit dem Metallsägeblatt sogar Metallbänder und Scharniere ausgesparrt und in montiertem Zustand auf Mass gebracht! All diese Arbeiten konnten wirklich zügig erledigt werden und es war sehr angenehm nicht mit Kapp und Stichsäge solche Arbeiten durchführen zu müssen.
Es machte wirklich schon fas Spaß zu Arbeiten. Alle Schnitte waren entsprechend dem „rauen“ Projekt und dem verwendeten Werkzeug gemäß sauber und ausreichend exakt. Trotz ihrer Größe erwies sie sich als sehr handlich und leicht zu führen. Selbst ein nicht in der Wand verschwindenwollender Schlagdübel konnte mit dem metallblatt sauber und Bündig angeschnitten werden.
 
Ein anderes Steckenpferd von mir ist ja der Bau von Einrichtungsgegenständen aus dem Holz alter Einwegpaletten. Bisher zersägte ich diese (um an die einzelnen Bretter zu kommen) mit Kreis und Stichsäge. Dies gestaltet sich nun mit der PSA700 WESENTLICH einfacher und angenehmer!
 
Fazit:
  • Die Säge lässt wirklich ein zügiges Arbeiten zu, auch bei dickerem Material schneidet sich die Säge erstaunlich schnell durch das Werkstück
  • Die Sägeleistung ist absolut ausreichend. Ich betrachte die PSA700 als Mittelding zwischen Stich und Kettensäge.
  • Der Motor lässt sich sehr feinfüllig steuern, womit es sehr einfach ist einen sauberen Schnitt zu beginnen. Die Technik des Sägeblattwechsels ist einfach zu handhaben und sicher!
  • Mit allen Arbeitsergebnissen war ich in Bezug auf das Werkzeug sehr zufrieden. Mann muss sich halt stets vor Augen halten, dass es sich nicht um ein Präzessionswerkzeug handelt, sondern um ein Baugerät. Etwas grober wie eine Stichsäge und etwas feiner als eine Kettensäge.
  • Für mich erfüllt die PSA 700 E absolut meine Erwartungen in Bezug auf Sägeleistung und Präzession.
  • Was mich mal wieder etwas störte war die Anschlussleitung. Ein solches Werkzeug braucht einfach ein längeres Kabel. Beim Zurückschneiden des Flieders (der nicht sehr hoch war) wäre es einfach deutlich komfortabler gewesen, wenn die Kabeltrommel auf dem Boden stehen bleiben könnte, wenn man auf einer üblichen Treppenleiter arbeitet. Auch könnte das Kabel (wie bei der Profiserie) etwas flexibler sein, das wäre mir auch ein paar Euro mehr wert.
  • Was mich auch störte war der fehlende Koffer. Ein solches Werkzeug verlässt die Werkstatt schon öfters und da wäre ein gescheiter grüner Koffer schon sehr praktisch!!

Visionen :)
Natürlich wäre es ein Traum eine solche Säge Einhändig führen zu können, etwa mit einem abgewinkelten Griff am vorderen Griffstück. Aber das habe ich auch nicht erwartet, und könnte mir auch Vorstellen, dass es nur schwer zu realisieren wäre! Aber genial wäre es.
Am meisten hat mich das Sägen mit dem hinzugekauften Flexblatt begeistert. Trotz dem harten Material (8mm Schlagdübel) und einer extremen Sägeblattbiegung konnte ich die Schraube sauber und bündig abtrennen. PERFEKT, ohne zu großen Vibrierungen und Beschädigungen auf der Oberfläche. Das Schneiden von Metallen funktionierte im Allgemeinen überraschend gut !
Alles in allem empfinde ich die PSA 700E als sehr robustes und multifunktionell einsetzbares Werkzeug. Mit der Sägeleistung und ihrer Handhabung war ich SEHR zufrieden und sie wird bei mir noch oft zum Ablängen von Ästen, Baumschnittarbeiten, und zum Zerteilen von Paletten zum Einsatz kommen. Auch andere Einsätze könnte ich mir vorstellen, wie zum Beispiel Gasbetonsteine, Gipskartonplatten etc.
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Hallo Zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 247525#post247525.
2012-11-06 17:18:28

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