PTK 3,6 LI Office Set – Vielseitiger Helfer für Büro, Hobby und Haushalt

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Testbericht zu Akkutacker PTK 3,6 Li Office-Set 1 Kommentar
Vom 25.10.14 Geändert 2014-10-25 16:53:55
Anwenderhinweis: Der folgende Test kann für den ein oder anderen zu umfangreich sein. Da ich jeden Leser erfreuen möchte, findet Ihr am Ende des Ersten Eindruck und am Ende des Praxistests je eine Stichpunktzusammenfassung in Pro und Contra. Ansonsten, lehnt euch zurück und genießt die Show. ;-)


Herzlich Willkommen zu meinem Testbericht für das Bosch PTK 3,6 Li Office-Set. Fangen wir direkt an:
 
Lieferumfang:
  • PTK 3,6 LI
  • Ladegerät
  • Papierhefter
  • Broschürenhefter
  • 3000 Tackernadeln
  • Bedienungsanleitung
  • Metallbox zur Aufbewahrung

 
Erster Eindruck:
Als ich das Gerät in einem unauffälligem braunen Pappkarton erhielt, wunderte ich mich zuerst über die Größe und das Gewicht des selbigen. Nach dem öffnen des Kartons war ich ein wenig sprachlos. Zum einen weil die Verpackung des Gerätes selbst recht groß ist, aber viel mehr weil der PTK 3,6LI in einer tollen Metallbox (Bild 1) geliefert wird wie man sie auch vom IXO bereits kennt. Selbstverständlich inklusive der Prägungen in Geräteform. Leider setzte sich dieser doch durchaus herausragende erste Eindruck nicht fort nachdem ich den Deckel öffnete. Das Erste was einen anspringt ist die bekannte braune Wellpappe, welche zu meinem Bedauern auch das gesamte Inlaymaterial stellt. Schade, ich hatte mir nach dem ersten Blick auf die Box ein „vernünftiges“ Inlay erhofft.

In der ersten Lage Wellpappe stecken der Broschürenhefter und der Papierhefter.

Der Broschürenhefter ist eine Plastikschiene mit Niederhaltern und zwei kleinen Schlitzen für die Vorgabe der Tackerpositionierung. Da der Broschürenhalter irgendwie in die Verpackung passen muss, wird er in zwei Teilen geliefert welche zusammen gesteckt werden müssen. Zusammenstecken, ich bin wirklich nicht schwach aber die dafür notwendige Kraft ist erheblich. Dadurch das man den Broschürenhefter an den Stirnseiten zusammen stecken muss hatte ich wirklich Angst etwas abzubrechen, während meine bessere Hälfte es gar nicht geschafft hat beide Teile komplett zusammen zu stecken. Ist er einmal zusammen gebaut, ist er allerdings auch sehr stabil.

Der Papierhefter ist eigentlich nicht mehr als das vom normalen Tacker bekannte Unterteil mit dem kleinen Metallplättchen darin welches dafür sorgt das sich die Nadeln korrekt biegen und man seine Papiere nicht am Tisch befestigt. Befestigt wird der Papierhefter mittels zwei Plastikklammern welche links und rechts in Mulden am Tacker selbst greifen. Wie lange das hält wird sich mit der Zeit zeigen.

In der nächsten Ebene des Wellpappenkonstrukts befinden sich der Tacker selbst, die Bedienungsanleitung, das Ladegerät und die Tackernadeln.

Der Tacker ist meiner Meinung nach sehr gut verarbeitet. Es gibt keine abstehenden Plastikteile, keine scharfen Kanten und der Griff ist mit der bekannten Softgripoberfläche versehen. Alles in allem macht das Gerät hier einen guten Eindruck. Einziger Wermutstropfen ist das mit 735 Gramm hohe Eigengewicht.

Das Ladegerät ist eben ein Ladegerät, was soll man dazu schon sagen.

Die Bedienungsanleitung bietet auch keine Überraschungen, außer vielleicht in den Abmessungen. Was ist das? DIN A6? Zusammengefasst: 19 Seiten auf Deutsch, davon 4 Seiten Bilder, 6,5 Seiten Beschreibung und der Rest sind Sicherheitshinweise und andere rechtliche Notwendigkeiten.
 
Zusammenfassung „Erster Eindruck“ in Pro / Contra:
Pro:
  • Tolle Verpackung
  • Mitgeliefertes Zubehör
  • 3000 mitgelieferte Tackernadeln (1000 Stück je in 6, 8 und 10mm Länge)
 
Contra:
  • Schwer zu montierender Broschürenhefter
  • Hohes Gewicht (735 gr.)
  • Inlay
 

Praxistest:
Den eigentlichen Produkttest habe ich dieses Mal mit der freundlichen Unterstützung meiner besseren Hälfte und einiger Kollegen im Büro gemacht. Mit meiner besseren Hälfte, weil sie schon immer mal eine Handtasche mit einem Tacker und Panzertape bauen wollte (Bild 10) und mit meinen Kollegen weil diese immer wieder größere Mengen Verfahrensbeschreibungen und ähnliches haben. Außerdem wollte ich wissen wie sich die Betriebsgeräusche auf den doch leichten Schlaf meiner beamteten Kollegen auswirken. ;-) Alles in allem kann man sagen, am besten zum Feierabend hin tackern. Das Gerät ist recht laut.

Das binden von 30 Seiten (Bild 2) ist machbar, allerdings bin ich mit der Biegung der Tackernadeln auf der Innenseite der Broschüre nicht wirklich zufrieden. Die Nadeln biegen sich nur so weit ein das man einen Halbkreis (Bild 3) hat. Ich hätte mir eine etwas geradere Fläche gewünscht. Auch die Positionierung ist, trotz des Hinweises in der Betriebsanleitung man solle das obere Blatt vorknicken, recht schwierig. Was mich aber am meisten stört, ist ein Hinweis zum Broschürenhefter in der Betriebsanleitung. Hier heisst es wörtlich:“ Vor der ersten Inbetriebnahme müssen Sie die beiden Hälften des Broschürenhefters zusammen stecken. Der Broschürenhefter kann jetzt nicht mehr demontiert werden“. Dies stimmt so nicht. Der Hefter lässt sich durchaus wieder demontieren indem man ihn auseinanderzieht. Man muss ihn sogar demontieren, zumindest wenn man wie ich sein Werkzeug nach der Nutzung gerne wieder ordentlich und vollständig in der dafür vorgesehenen Verpackung verstaut.  Wie bitte soll ich den Broschürenhefter mit einer montierten Länge von 225mm sonst in einer Kiste mit den Abmessungen 175mm x 155mm x 120mm verstauen?

Das Tackern von bis zu 60 Blatt Papier (Bild 4 und 5) funktioniert gut. Allerdings muss man hier einen gewissen Anpressdruck aufbringen. Zum Einen damit die Sicherung überwunden wird und man tackern kann, und zum Anderen damit die Nadeln auch weit genug durch das Material gehen um sich noch zu biegen. Bei unseren verschiedenen Arbeiten habe ich immer wieder feststellen müssen, wie schwer es ist die richtige Länge der Tackernadeln zu wählen. Zum Glück gibt es in der Betriebsanleitung einen Hinweis welche Nadeln man für wieviel Blätter Papier verwenden sollte.

Wenn man versucht 2 Stoffe miteinander zu verbinden wird es schwer. Die Stoffe sind ja recht dünn und daher bleibt immer viel Nadel auf der Rückseite stehen (Bild 6). Beim nächsten Mal muss ich eben schauen das ich mir ein paar Nadeln mit 4mm Länge beschaffe. Liegt ja im Bereich des Machbaren und gibt es auch von Bosch.

Eine kleine Schwäche ist meines Erachtens nach das Nachfüllen des Tackers. Um dies zu bewerkstelligen muss man den Papierhefter (Bild 7) abnehmen da dieser den Bereich, auf der Unterseite in welchen die Tackernadeln eingelegt werden, verdeckt. Das beworbene Produktmerkmal der Nachfüllanzeige funktioniert nur, wenn man nicht den Papierhefter verwendet! Ansonsten ist diese abgedeckt weil der Papierhefter genau dort eingeklickt wird. Grundsätzlich finde ich das nachladen aber sehr angenehm. Man muss nur hinten ein wenig die Seiten zusammendrücken, schon kann man die Abdeckung herausziehen und die Klammern einfach einlegen. Kein Gefrickel wie bei manchem Handtacker, wo man eine Stange mit Federung herausziehen muss um dann die Nadeln in den schmalen U-Förmigen Aufnahmeschacht zu bugsieren.

Wenn man versucht eine Winkelleiste auf einer Pressspanplatte zu befestigen (Bild 8) muss man eben kurz nachrechnen wie dick die zu verbindenden Materialien sind und entsprechend die Nadeln wählen. Habe ich getan und ich muss sagen es klappt super. Der Tacker hat eindeutig genug „Durchschlagskraft“. Schwierig wird es wenn man, wie ich, versucht eine sehr schmale Winkelleiste zu tackern. Durch die Bauform bedingt muss man auf der Innenseite eine L-Profils oder eines Winkels mindestens eine Fläche (Bild 9) von 6 mm haben. Sonst schiesst die Nadel nicht mehr in das Profil, sondern wird nicht auslösen da die Sicherung in der Luft hängt.

Bei der Akkulaufzeit habe ich keinen Schimmer wie viele Tackernadeln er nun wirklich hält. 350 Stück ohne aufladen kann ich aber vorlegen.

Wenn wir aber gerade eh bei dem Thema Aufladen oder nicht sind kann ich auch direkt auf den Punkt Akkustandsanzeige eingehen. Ich persönlich hätte sie lieber auf der Oberseite des Gerätes gesehen und nicht auf der Stirnfläche. Wenn man dem Namen nach geht handelt es sich um ein Officegerät. Also wird es, zumindest bei mir, seltenst senkrecht benutzt. Hier sollte man drüber nachdenken die Position auf den Bereich oberhalb des Griffes zu verschieben.  

Ladehemmungen? Habe ich bisher keine erlebt. Alle Nadeln kamen sauber raus. Selbst bei Multiplex, was meiner Ansicht nach nicht zu den Weichhölzern zählt, verschwinden alle Nadeln bis einschl. 10mm Länge sauber im Holz.

Abschließend ist zu sagen das „mal eben aus der Hand tackern“ , wie man es von manuellen Tackern kennt, nicht funktioniert. Das Gerät muss aufgepresst werden um die Sicherung zu überwinden. Durch den Griff gestaltet sich dies aber schwieriger als man denken mag. Mal eben das Gerät mit der Hand umschließen und ein paar Seiten Papier zusammen tackern ist nur mit fortgeschrittenen akrobatischen Fähigkeiten machbar. So heisst es beim tackern von Papier: Stell mich auf den Tisch und drück von oben auf mich herab.

Zusammenfassung „Nutzung“ in Pro / Contra:
Pro:
  • Kraft des Gerätes, auch bei härteren Hölzern
  • Akkukapazität
  • Nachladen der Nadeln im Betrieb ohne Papierhefter
  • Zuverlässlichkeit (Ladehemmungen)
Contra:
  • Nachladen der Nadeln im Papierhefterbetrieb
  • Position der Akkustandsanzeige
  • Broschürenhefter schwierig zu positionieren und „nicht“ demontierbar
  • Lautstärke

 
Fazit:
Meiner Meinung nach liegen die Stärken des Gerätes eher beim Binden von Prospekten oder aber beim befestigen von Stoffen auf Hölzern. Für das normale „mal eben zusammen heften“ greife ich, solange es die Hände hergeben und der Stapel nicht zu dick, eher zum manuellen Handtacker. Im Büro sehe ich eher den Sinn in dem Gerät wenn man oft und viele Blätter zusammen heften muss. Bei Arbeiten wo ich viele Tackernadeln setzen muss, wie zum Beispiel die über 200 Stück allein bei der Handtasche meiner besseren Hälfte, ist er weit vorn. Auch bei Arbeiten wo ich etwas bespannen möchte, würde ich den PTK 3,6 LI eher nutzen als einen Handtacker. Menschen die ein körperliches Handicap haben und dadurch nicht mehr so viel Kraft in den Händen, werden in diesem Tacker eindeutig einen guten Weggefährten finden. Alle gefundenen Contras sind im Endeffekt im Bereich Luxusprobleme anzusiedeln. Wenn ich mich anhand der Pro/Contras entscheiden müsste, würde ich das Gerät erwerben.

 
Fragen des Produktmanagments:

1) Was war dein erster Eindruck, als Du das PTK 3,6 LI Office das erste Mal in der Hand hattest?
- Der Eindruck war durch die wertige Verpackung und Verarbeitung durchaus positiv.

2) Wie findest Du die Ergonomie/Handhabung des Akku-Tackers und der beiden Zubehöre?
-Die Ergonomie des Tacker ist gut. Beim Zubehör ist als wirklich Negativ nur der schwierige Zusammenbau des Broschürenhefters  nennenswert.

3) Wie intuitiv findest Du die Bedienung?
- Es ist ein Tacker… Er hat nur einen Knopf. Dem entsprechend kann man sagen „sehr intuitiv“.  

4) Welche Projekte hast Du durchgeführt?
- Wir haben eine Handtasche gebaut, es wurden verschiedene Papiere und Pappen geheftet und ich habe für eine kleine Kiste Winkelleisten auf Pressspanbrettern befestigt.

5) Welche Materialien hast Du dabei bearbeitet?
- Stoff, Holz, Pappe und Papier.

6) Wie lange hast Du mit dem PTK Office Set gearbeitet?
- Ca. 12 Stunden, ohne die Unterbrechungen einzurechnen.

7) Wie zufrieden warst Du mit Deiner Arbeit?
- Schöner geht immer, aber das ist mehr den eigenen Fähigkeiten zuzurechnen als dem Gerät. Eben bis auf den Punkt mit den sich nicht so schön biegenden Klammern.

8) Was hat dir besonders am Produkt gefallen?
- Die super Metalldose in welcher das Gerät geliefert wird, die wertige Verarbeitung und die Softgripoberfläche.
 
9) Was hat Dir weniger gefallen? Hast Du etwas vermisst?
- Weniger gefallen hat mir das schwierige zusammen stecken des Broschürenhefters und eben der Hinweis das man ihn nicht mehr demontieren kann. So passt er aber nicht mehr in die Box. Das Gewicht und die Lautstärke des Tackers sind meiner Meinung nach auch zu erwähnen, für meine körperlichen Gegebenheiten aber irrelevant.

10) Würdest Du das Produkt weiterempfehlen?
- Ja. Nicht unbedingt zum Einsatz im Büro für das Heften von 2- 10 Blättern, aber für das Binden von größeren Papiermengen und Menschen mit Handicap auf jeden Fall.

11) Gibt es weitere Projekte, die Du in Zukunft mit dem PTK 3,6 LI Office Set planst? Hast Du noch mehr Ideen oder Anregungen welche man mit dem PTK 3,6 LI Office Set machen könnte?
- Ja. Unter anderem möchte ich hinter dem Kopfende unseres Bettes eine mit Schaumstoff und Stoff bezogene Platte anbringen. 
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Tolle Verpackung!
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Hallo zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 839852#post839852.
2015-02-06 19:53:01

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